Frage wegen Züchter

  • Jo, so isses.

    Das Verhalten und die Leistung eines Hundes ist zu 25% genetisch bedingt durch die Mutter, zu 25% genetisch bedingt durch den Vater und 50 % wird beeinflußt durch Prägung, Erziehung, Ausbildung, Haltung, Training, Umwelt usw.

    Es gibt aber auch Faktoren, die sind zu 100% genetisch bedingt. Insofern dass wenn bestimmte Veranlagungen nicht vorhanden sind, Du sie mit dem besten Training der Welt nicht herbeizaubern kannst. Wenn derartige Faktoren in einer Rasse gehäuft auftreten, nennt man das "rassetypisch". Z.B. die "hohle Seite" des Spitzes (die ihn zu einem guten Wächter macht). Z.B. einen Hund mit wenig Beutetrieb wirst Du nie zu einem Extremspieler mit "belastbarem" Beutetrieb fördern können, wie es z.B. bei einem Sprengstoffhund notwendig ist. Z.B. einen Hund mit wenig Interesse an Wildfährten wirst Du nie zu einem verlässlichen Schweißhund ausbilden können, der zuverlässig kilometerlange Fährten nachsucht. Dafür muss einem Hund einfach ein gewisses Talent in die Wurfkiste gelegt werden, ohne dass das nix wird.

  • Wir reden hier über genetisch bedingte Faktoren. Vieles, was einen Arbeitshund aus macht, kannst Du nicht antrainieren. Entweder der Hund hat es, oder er hat es nicht. Wenn es so wäre wie Du schreibst, dann könnte ja die Polizei jeden x-beliebigen Hund ankaufen und ihn allein durch Training zu einem diensttauglichen Hund ausbilden. Dem ist aber nicht so.

    Ja, das stimmt schon, aber nun mal ein anderes Beispiel.


    Im Obedience hatte ich Kolleginnen, die sind mit ihrem Hund innerhalb eines Jahres von der Beginner-Klasse bis in die Obe 3 durchmarschiert. Diese Hunde waren ausschließlich Border Collies.

    Andere Leute haben es auch mit einem Labi bis in die Obe 3 geschafft, nur diese Leute haben vier Jahre und länger gebraucht. Durch entsprechendes Training kann man viel erreichen.

    Der Hund muß natürlich die genetische Veranlagung für diese Arbeit haben.


    Ein Polizist wird kaum vier Jahre und länger mit einem Hund trainieren, um ihm diensttauglich zu bekommen.

  • Es gibt Hunde, mit denen könntest Du 100 Jahre lang trainieren, und das würde nix geben...


    In der Zucht musst Du die Hunde anhand ihrer Anlagen beurteilen. Einfach nur einen Rüden, der hohe Punkte gemacht hat, auf eine Hündin zu setzen, die hohe Punkte gemacht hat, reicht nicht. Da muss man schon ein bissel mehr beachten. Und wie nerventätig sich ein Hund zeigt, daran kannst Du durch Ausbildung nicht viel verändern. Ein Hund mit einer Nerventätigkeit wie ein alter Diesel wird nie schnelle Triebwechsel zeigen können, egal wie talentiert der Ausbilder ist. Woraus sich u.a. die Fähigkeit zur Führigkeit "unter Belastung" ergibt.

  • Wenn ein Hund keinerlei Beutetrieb zeigt, bin ich ein strikter Gegner des Antrainierens.

  • Bei dem betreffenden Hundeführer wird es an derartigen Faktoren nicht liegen. Der hat bisher fast jeden Welpen, den er aufgezogen hat, mind. auf die LGA gebracht. Zudem: Wenn im selben Verein fünf junge Hunde eines Wurfes gearbeitet werden, und noch andere gleichaltrige Hunde, und genau einer davon guckt, wenn er bewegte Beute sieht, gelangweilt in die andere Richtung, dann weiß man wofür dieser eine Hund nicht gebacken worden ist. Zumal dem Hund seine Zeit zur Entwicklung zugestanden worden war.

    Wenn man solche Fakten kennt, kann man natürlich eher seine Erkenntnis auf die genetische Veranlagung eines Hundes finden. Je größer die Population der zu vergleichenden Hunde ist, desto sicherer wird diese Erkenntnis.

  • Zum Rad habe ich ausführlich geschrieben in einem eigenen Thread, also nix Tempo. Und nein, ich glaube, das ist nicht zu viel Bewegung. Überlege einmal, was ein DSH an der Herde pro Tag läuft.

    ja, wenn das nicht im tempo ist, dann 25 km ist gar kein Problem für die Schäferhunde. Ich beobachte manchmal bei uns morgens früh kommen einpaar "Experten" in die Felder. der Spaziergang mit dem Hund sieht dann so aus. der Hund wird aus dem Auto abgesetzt und soll hinter dem Auto renen, der Besitzer fährt in mäßige Geschwindigkeit, so ca. 20 km/ St weiter und der Hund läuft in Panik, dass er vergessen wurde, hinter her. Seltsam, wofür braucht man dass einen Hund. ?

  • ja, wenn das nicht im tempo ist, dann 25 km ist gar kein Problem für die Schäferhunde. Ich beobachte manchmal bei uns morgens früh kommen einpaar "Experten" in die Felder. der Spaziergang mit dem Hund sieht dann so aus. der Hund wird aus dem Auto abgesetzt und soll hinter dem Auto renen, der Besitzer fährt in mäßige Geschwindigkeit, so ca. 20 km/ St weiter und der Hund läuft in Panik, dass er vergessen wurde, hinter her. Seltsam, wofür braucht man dass einen Hund. ?

    Hi,


    unfassbar...


    1.) Kennzeichen notieren, eventuell Film aufnehmen.


    2.) Wenn möglich, Besitzer freundlich auf die Tierquälerei ansprechen und darauf hinweisen, dass bei Widerholung eine Anzeige erstattet wird.


    3.) Anzeige wegen Tierquälerei erstatten.



    Liebe Grüße

    Lupus

  • es ist reinweg verboten den Hund am Auto laufen zu lassen. Eine Ordnungswidrigkeit, da man nicht in der Lage ist den Hund zu kontrollieren und nicht unmittelbar eingreifen kann.

    So die Aussage unseres Dorfscherrifs.

  • Ordnungswidrigkeit, kostet 5 Euro Strafe... Außer es ist Tierquälerei damit verbunden.


    Der inzwischen verstorbene Senior-Chef der hiesigen Kleintierklinik hat so mit seinen Jagdhunden Sprinttraining gemacht. Es gibt keine andere Möglichkeit die Hunde mal mehrere hundert Meter wirklich full speed laufen zu lassen (außer an einem Gelände-Motorrad, was ja auch viele Hundehalter machen die im Leistungsbereich trainieren). Die Hunde kannten die Strecke und sind teilweise querbeet über die Wiesen und Äcker gelaufen, ansonsten mal hinter dem Auto (dort wo er gefahrlos schnell fahren konnte, so dass keine Gefahr bestand dass ihn ein Hund überholen konnte), meistens aber weit vor dem Auto.


    Diese Hunde wurden als Meute in ganz Europa zur Jagd eingeladen, eben auch weil sie konditionsmäßig in der Lage waren lange Jagdtage wirklich zu überstehen ohne in ihrer Leistung nachzulassen. Und es war immer eine Freude ihnen zuzuschauen. Eine Meute von fünf, sechs, sieben acht Dt. Kurzhaar, alle in Top Kondition, alle Farbschläge vertreten, die mit einer absoluten Freude bei der Sache waren. Wer da von Tierquälerei redet hat keine Ahnung wie glückliche Hunde aussehen. Und absolut gefahrlos für ihr Umfeld, die haben sich nicht die Bohne für andere Hunde und Menschen interessiert.


    Ich habe auch andere Hunde kennen gelernt die gerne mal ein Stück am Auto gelaufen sind. Und zwar vor dem Auto, begeistert bellend damit es endloch los geht.


    Natürlich kenne und kannte ich auch andere Fälle, in denen Hunde wie bisher hier geschrieben "Gassi geführt" werden und wurden, die wirklich einfach nur dumpf hinter dem Auto her hecheln. Das muss man aber deutlich unterscheiden von den Fällen, in denen das den Hunden wirklich Spaß macht, und das ab und zu zusätzlich als Sprint- und/oder Konditionstraining eingebaut wird (in den üblichen Trainungs- und Beschäftigungsplan).

  • Das glaube ich dir gerne Waschbär.

    Der Hund meines Mannes hat das auch geliebt. Er ist immer dreimal um's Auto und dann los... immer vorweg.

    Es kommt sicherlich auch darauf an wo man es macht.

    Auf öffentlichen Wegen ist es trotzdem nicht erlaubt.

    Hier im Ort gibt es auch so eine Strecke wo einige Hunde so Gassi geführt werden.. aber mehr aus Faulheit des HH.

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  • sorry, aber ich bin nicht so ein Mensch, ich werde mich nicht einmischen, bzw. mit der Anzeige drohen, filmen... ich bin der Meinung, dass ich nicht alle Belehren muss um die Welt zu verbessern. Klar, wäre dort was schlimmes passiert, würde ich nie vorbei gehen. das war nicht der Fall. Ich habe mich nur gewundert, und gedacht.. komische Einstellung.

  • sorry, aber ich bin nicht so ein Mensch, ich werde mich nicht einmischen, bzw. mit der Anzeige drohen, filmen... ich bin der Meinung, dass ich nicht alle Belehren muss um die Welt zu verbessern. Klar, wäre dort was schlimmes passiert, würde ich nie vorbei gehen. das war nicht der Fall. Ich habe mich nur gewundert, und gedacht.. komische Einstellung.

    Hi,


    ich meinte ja auch nicht direktes Drohen, sondern zuerst "freundlich" die Person drauf hinweisen, dass es nicht in Ordnung ist, was sie tut. Vielleicht besteht ja Einsicht und alles weitere hat sich erledigt.


    Und dass es nicht in Ordnung ist, liegt doch auf der Hand. Bei allem Verständnis für Halter, die unbedingt einen Champion aus ihrem Hund machen wollen, ihn am Auto laufen lassen, ihn Gewichte ziehen oder besonders hoch springen lassen oder was sonst ihnen einfällt - das rechtfertigt nicht diese Praxis.

    Ganz abgesehen davon, dass es laut Stra0enverkehrsordnung schlicht (mit gutem Grund) verboten ist! Und das gilt auch nur für den Fall, dass es keine Tierquälerei ist, was ich stark bezweifle. Das Argument "Spaß" ist hier keines. S-Bahnsurfen macht auch Spaß, legitimiert aber dadurch doch nicht das Tun. Nicht alles, was vermeintlich Spaß macht, ist auch richtig. Es gibt sicher auch andere Beschäftigungen, die dem Hund Spaß machen. Und kann man diese nicht erbringen und ist auf solche Praktiken angewiesen, ist man schlicht nicht der richtige Halter für eine bestimmte Art Hund. Wobei ich es zu bezweifeln wage, dass es nicht auch für Jagdhunde artgerechte und sinnvolle Beschäftigungen gibt, ohne dass der Hund am Auto nebenher laufen muss.

    Dass es nur 5 Euro Strafe kostet, ist ein Problem, dass sich insgesamt durchs Recht zieht, was Tiere angeht: Hier sind die Strafen in vielen Fällen deutlich zu gering. Aber auch das ist ja keine Rechtfertigung dafür...


    Liebe Grüße

    Lupus

  • Du weißt was mit Hunden passiert, die kleine ausreichende Kondition besitzen für ihre Arbeit? Zuerst lassen die mentalen Fähigkeiten nach, bevor die körperliche Leistungsfähigkeit nachlässt. Bei direktem Kontakt zwischen Hund und Schwarzwild oder Raubwild (in osteuropäischen Ländern durchaus auch großem Raubwild) kann das auch ganz schnell das Todesurteil für einen Jagdhund bedeuten. Bei solchen Hunden geht es nicht z.B. darum dass sie überwiegend im Trab eine Herde umrunden, mit gelegentlichen kurzen Sprints zwischendrin.


    Der Jagdhund galoppiert sehr viel länger und legt teilweise kilometerlange Sprints hin, bevor er Wild stellt. Wie willst Du so etwas denn sonst trainieren? Da geht es auch nicht um "Spaß" (für den Halter). Wobei das trainierten Hunden durchaus sichtlich Spaß machen kann. Und ich versteh jetzt Dein Problem damit nicht: Wenn es den Hunden Spaß macht, wenn andere Menschen und Tiere nicht gefährdet werden, wo liegt denn Dein Problem damit? So etwas macht man ja nicht auf der Bundesstrasse... Sondern i.d.R. dort im eigenen Revier (wo der Jägersmann übrigens fahren darf, wenn der allgemeine KFZ-Verkehr durch ein Fahrverbotsschild daran gehindert wird (i.d.R. mit Ausnahme von land- und forstwirtschaftlichem Verkehr), wo das gefahrlos für Hunde und den Autofahrer möglich ist. Die Geländestrecke der Vorstehhunde hier jedenfalls war gigantisch, jeder Military-Reiter wäre begeistert gewesen.


    Ich denke dass es kaum Hunde gibt, die derart artgerecht beschäftigt und ausgelastet worden sind wie diese Jagdhunde. Wobei die Beschäftigung/das Auslasten ja nicht diese Trainingssequenzen waren. Die dienten dazu die Kondition für die eigentliche Arbeit zu erlangen und zu erhalten. Das Highlight für diese Hunde waren dann die Jagdtage, an denen ihnen ihre Kondition zu Gute kam. Wenn sie von früh morgens an teilweise bis Sonnenuntergang im Einsatz waren.