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Auslastung - von der Notwendigkeit zum Mythos?

  • Wolf
  • 15. November 2018 um 10:12
  • Jacky
    Gast
    • 18. Januar 2019 um 01:15
    • #61
    Zitat von Lupus

    Konsequenz meint danach vor allem, dass die Handlung konsequent zur Gefühlslage passt

    Als wir unseren jetzigen Hund wieder vom Trainer abholen durften, hat der uns eine Weile eingewiesen. Zuerst ging er mit dem Hund an einem dicken Stock und einem Ball vorbei. Der Hund reagierte kaum, eigentlich gar nicht. Das sollte zeigen, dass der extreme Beutetrieb etwas gezügelt wurde.

    Heute, auf der letzten Abendrunde, sah unser Hund einen Stock, und ich dachte: lass ihn doch das Ding nehmen. Einen Moment später kam mir die Erleuchtung warum: Vor einigen Jahren hatte unser damaliger Benny an der gleichen Stelle einen ähnlichen Stock abgelegt für Blacky, einen fremden, schwarzen Cocker-Spaniel, der ein paar Meter entfernt war. Das war eigentlich gar nicht Bennys Art. Zwei Tage später musste Blacky nachts wegen sehr schlimmer Schmerzen eingeschläfert werden. Ich glaube, Hunde haben ein Gespür für so etwas...

    (Zu Hause bekam ICH natürlich einen kräftigen Anschiss...)

  • Cinja
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    50
    • 18. Juni 2026 um 14:09
    • #62

    Das kann man nicht so pauschal sagen. Es gibt Hunde, die nicht ausgelastet sind, wenn sie "nur" spazieren gehen und ein bisschen rumschnüffeln können. Aber es gibt auch Hunde, die eindeutig mehr brauchen, um zufrieden, glücklich und ausgeglichen zu sein.

    Die meisten Hunde verblöden doch total, wenn man außer spazieren gehen nichts macht. Natürlich - wenn man Glück hat - fügen sie sich ihrem Schicksal und machen mit. Wenn nicht, hat man plötzlich ein Problem. Wo sonst kommen die (Gebrauchts-) Hunde her, die plötzlich mit rd. 1 bis 1,5 Jahren anstrengend werden und nicht mehr händelbar sind? Wahrscheinlich nicht deshalb, weil man die Hunde sinnvoll und hundegerecht beschäftigt hat.

    Natürlich gibt es auch bei den LZ DSH welche, die damit glücklich sind, ein bisschen durch die Gegend zu schlurfen und ansonsten ihre Lebenszeit auf dem Sofa zu verbringen.

    Aber per se zu sagen, wenn man es ihnen nur gut genug beibringt, damit zufrieden zu sein, außer Spazierengehen und ein bisschen in der Familie mitzulaufen, sei genug, ist gefährlich.

    Wir haben hier im Forum in den letzten Jahren ja einige Fälle gehabt, wo das gründlich schief gegangen ist und der Hund dann weg musste, weil er zu anstrengend geworden ist.

    Ganz ehrlich, wenn ich mir eine Arbeitsrasse ins Haus hole, muss ich auch dafür sorgen, dass der Hund entsprechend seiner Anlagen gefördert und gefordert wird. Ansonsten wird auch das unfair.

    Crazy vom Special Highlight *03.05.2018

    Phaja von der Ellerbachbrücke *15.04.2006 - † 08.02.2018

  • Kimmo
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    6
    • 18. Juni 2026 um 14:38
    • #63

    Cinja, was hälst Du von Miriam Cordt oder Thomas Baumann, um nur mal zwei zu nennen, haben beide keine Ahnung vom LZ DSH?

    Lex von den zwei Steinen, geb. Juli 2019

    Lika von der Tötungsstation, wieder geb. Nov. 2023

  • Pepper
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    • 18. Juni 2026 um 15:26
    • #64
    Zitat von Cinja

    Das kann man nicht so pauschal sagen.

    Doch klar kann, wenn man von normalen Hunden ausgeht :)
    Wenn wir jede Spezial-Linie berücksichtigten, können wir ja über Grundlagen in der Hundeerziehung gar nichts schreiben.

    Du hast natürlich insofern recht, das es natürlich Hunde gibt, die damit nicht zufrieden sein werden.
    Aber das wird man dann ja schnell auch feststellen. Es gibt ja auch Menschen, die zwingend 10h Sport/Woche brauchen.
    Und ich habe bewußt "klar im Kopf" geschrieben.

    Wenn Michelliau einen Welpen aus einer krassen Linie erwischt hat, wo sich der Hund auf Grund seines immens hohen Energielevels schon im Alltag selbst im Weg steht, ist´s natürlich Essig.

    Dann stelle ich aber die grundsätzliche Eignung als Familienhund schon in Frage.

    Zitat von Cinja

    Natürlich gibt es auch bei den LZ DSH welche, die damit glücklich sind, ein bisschen durch die Gegend zu schlurfen und ansonsten ihre Lebenszeit auf dem Sofa zu verbringen.

    Wo hab ich denn sowas geschrieben?
    Ich glaube Pepper ist einer der best ausgelasteten Hunde die ich persönlich kenne.
    Natürlich "schlufft" der nicht nur schnüffelnd ein wenig rum.
    Und ja, er ist ein komplett andere Energie-Charakter als z.B. Flummi , die ich ja persönlich kennenlerne durfte.
    Nicht weil er nicht kann und eine Schlaftablette ist, sondern weil es nicht seinem Wesen entspricht und er nicht will!"

    Das ist extrem wichtig zu unterscheiden.

    Wenn Du einen Hund hast, der gar nicht anders KANN als ständig unter Volldampf zu sein und dauernd fordert, ist er aus meiner Sicht wiederum nicht klar im Kopf (was ich mit mangelnder Alltagstauglichkeit assoziiere).

    Zitat von Cinja

    Wir haben hier im Forum in den letzten Jahren ja einige Fälle gehabt, wo das gründlich schief gegangen ist und der Hund dann weg musste, weil er zu anstrengend geworden ist.

    Ja, und das würde auch hier vermutlich der Fall sein, wenn der Hund aus einer falschen Linie ist, weil der Hund sich auf Grund seiner Genetik nicht anpassen kann.

    Was ich im erst Post geschrieben habe, spiegelt meine Sicht der Grundlagen der Hundeerziehung wieder und ist kein Pauschal-Rezept. Wenn das so rübergekommen ist, habe ich das hoffentlich jetzt genauer beschrieben.

    3 Mal editiert, zuletzt von Pepper (18. Juni 2026 um 16:11) aus folgendem Grund: Typo

  • Wuesti
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    • 18. Juni 2026 um 16:18
    • #65

    Können wir uns nicht einfach auf folgendes einigen:

    - der DSH ist ein arbeitsfreudiger Gebrauchshund

    - der DSH sollte im Welpenalter bereits lernen Ruhe zu halten

    - viele DSH leben völlig problemlos bei völlig ahnungslosen Menschen als völlig unauffällige Hunde

    - Es kann sein, dass der DSH mehr benötigt, um ausgelastet zu sein. Ein Welpenkäufer sollte dies zumindest wissen und für den Fall der Fälle bereit sein diese zusätzliche Zeit in seinen Hund zu investieren

  • Bass23
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    • 18. Juni 2026 um 16:21
    • #66

    Kimmo : zumindest mit Baumann war ich schon im Dialog. Als ehemaliger Diensthundeführer hat er, logischerweise, teilweise komplett unterschiedliche Herangehensweise je nach Rasse,auch in der Grunderziehung. Das beinhaltet auch die Arbeit mit dem Hund.

    Der weiss ganz genau, dass er mit einem eher harten Leistungshund ganz andere Anforderungen hat als mit normalen Familienhunden.

    Was immer vergessen geht: auch in der Leistungszucht gibt es nicht den einen Hund, sondern Veranlagung und Ausprägung sind sehr unterschiedlich. Daher mag der eine mit weniger klar kommen, andere wiederum werden deutlich mehr Auslastung brauchen

  • Pepper
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    • 18. Juni 2026 um 16:48
    • #67
    Zitat von Bass23

    Daher mag der eine mit weniger klar kommen, andere wiederum werden deutlich mehr Auslastung brauchen

    Und weil wir bei Anforderungen immer nur von Auslastung sprechen.
    Es geht auch um den Anspruch, den der Hund an seinen Menschen in Punkto Führung und Verlässlichkeit (Konsistenz in Handlung und Verhalten des Menschen) stellt.

    Die Folgen bei "dem Hund nicht gerecht werden" durch den Menschen in diesem Punkt können m.E. noch gravierender sein, als wenn der Hund weniger körperlich ausgelastet wird.

  • Kimmo
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    6
    • 18. Juni 2026 um 16:51
    • #68

    Baumann sagt Okay zum Hunde Sport, rät aber nicht dazu.

    Wozu er Rät ist, Ruhe Ruhe Ruhe.....mit Sport wird meist gepuscht, überderht.....er Rät zB zu allem was mit Nase zu tun hat, eben ruhige Arbeit.

    Was zeigt er denn in seinen Seminaren, Sport? oder Führen lernen?

    Ich habe die Videos von Ruebchen gefeiert, weil der Hund und der Mensch halt beides können, Perfekt.

    Wie oft habe ich erlebt, das Hunde vom Zwinger auf den HP, vom HP zum Zwinger, weil viele einfach Alltagsuntaugliche Hunde haben aber im Sport klappt es so halbwegs.....das nennt sich dann Artgerecht?

    Für mich 100% klar, erst kommt Alltagstauglichkeit in allen belangen und dann eventuell Sport und nicht umgedreht.

    Lex von den zwei Steinen, geb. Juli 2019

    Lika von der Tötungsstation, wieder geb. Nov. 2023

  • Wuesti
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    • 18. Juni 2026 um 18:40
    • #69
    Zitat von Kimmo

    Für mich 100% klar, erst kommt Alltagstauglichkeit in allen belangen und dann eventuell Sport und nicht umgedreht.

    Ich habe jetzt 10 DSH von Welpe an begleitet.

    Für 9 von 10 hätte dieser Weg funktioniert.

    Für 1 von 10 funktioniert der Alltag nicht ohne die Befriedigung seiner niederen Triebanlagen.

    🤣

    Deshalb bleib ich dabei: wenn du den 10% Hund hast, dann musst du bereit sein auch die "niederen Triebe zu befriedigen", weil es sonst halt irgendwann evtl. knallt

  • Kimmo
    Beiträge
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    6
    • 18. Juni 2026 um 19:08
    • #70

    Was soll das heißen, das es eventuell irgendwann Knallt?

    Lex von den zwei Steinen, geb. Juli 2019

    Lika von der Tötungsstation, wieder geb. Nov. 2023

  • Maline
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    • 18. Juni 2026 um 20:18
    • #71

    Ich hatte meine 1. Malihündin mit 2 Jahren übernommen. Die Besitzer hatten sich getrennt, der Hund war den ganzen Tag alleine und wurde nur morgens und abends mit Stöckchen werfen "ausgelastet". Sie war extrem nervös, schlief die ersten Wochen kaum und war permanent unter Strom. Alleine blieb sie tatsächlich gut und ruhte in der Zeit.

    Mit ihr fing ich mit UO und Agility an und mit weiten Spaziergängen. Nach ca. 1/2 Jahr war das ein toller ausgeglichener Hund. Man konnte im Urlaub in Städte gehen, wandern, einfach alles. Selbst mit in die Schule als Zirkushund in einer Projektwoche war sie toll.

    Ich denke schon, dass sie durch die Beanspruchung glücklich und zufrieden wurde.

  • Pepper
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    • 18. Juni 2026 um 20:28
    • #72
    Zitat von Maline

    Die Besitzer hatten sich getrennt, der Hund war den ganzen Tag alleine und wurde nur morgens und abends mit Stöckchen werfen "ausgelastet".

    Malis sind ja auch sehr feinfühlig. Denke die Spannungen zu Hause bzw. die Trennung an sich wird auch viel zu seinem Zustand beigetragen haben.

    Und "Stöckchen werfen" ist jetzt auch nicht wirklich etwas, was einen Hund mental beschäftigt bzw. ausgleicht 😅

  • Pepper
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    • 18. Juni 2026 um 20:37
    • #73
    Zitat von Wuesti

    Deshalb bleib ich dabei: wenn du den 10% Hund hast, dann musst du bereit sein auch die "niederen Triebe zu befriedigen", weil es sonst halt irgendwann evtl. knallt

    Das meinte ich mit "normal".

    90% finde ich jetzt schon nicht so schlecht 😂

  • Flummi
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    • 18. Juni 2026 um 20:44
    • #74
    Zitat von Pepper

    Auch bei körperliche Auslastung bedarf es keinen Hundesport. Am Rad laufen, mit ihm Joggen gehen, im Sommer mit euch schwimmen...entscheidend für ihn ist: Ihr seid da und dabei, damit er sich an euch orientieren kann.

    Da du Flummi, mit ihrer Power und extremen Grundschnelligkeit, als Beispiel nimmst, muss ich dir hier ein Stück weit widersprechen. Zumindest wenn du einen DSH "Type Flummi" am Bändel hast :D reicht das nicht.

    Wo ich dir Recht geben kann ist: Ja ...dazu bedarf es keinen Hundesport. ABER. So ein Hund braucht zumindest einen Job. Was das dann ist, ist völlig egal.

    Ein DSH "Type Flummi" wäre ohne Job unglücklich (und unerträglich).

    Und ja, Flummi macht kein Hundesport (zumindest nicht auf Prüfungen geführt) Aber, sie ist nicht mein erster Hund.... Und ich hab genügend Erfahrung diesem Hund "seinen" Job zu geben. Hundesport bietet da aber halt einfach, eine relativ leicht zugänglichen Möglichkeit in vielerlei Richtungen aktiv zu sein. Gerade für "Anfänger "

    (Sorry Michelliau bitte nicht falsch verstehen. Das soll absolut nicht gegen euch gerichtet sein.)

    Genau dieser Energie-Level den Flummi hat, Pepper macht eben einen riesen Unterschied. Wäre ich mit Flummi nur joggen gegangen oder Fahrrad fahren (was man übrigens frühestens ab einem Jahr, besser nach dem röntgen machen sollte) wäre sie absolut drüber. Sie braucht Kopfarbeit um Glücklich zu sein.

    Weiß du, Pepper , ich möchte dir deine Erfahrungen und Arbeit, die du in Pepper gesteckt hast, also deine Wahrheit, gar nicht absprechen. Denn sie stimmt und ist rund.

    Aber beim DSH aus Leistungszucht gibt es eben auch andere Wahrheiten. Wie z. B. "Typ Flummi"

    Trotzdem behaupte ich Flummi ist absolut klar im Kopf. Flummi ist ein normaler DSH aus Leistungszucht. Flummi und ihre Vorgänger sind meine Wahrheit ;) und da hätte das eben nicht gereicht.

  • Wuesti
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    10
    • 18. Juni 2026 um 20:51
    • #75
    Zitat von Kimmo

    Was soll das heißen, das es eventuell irgendwann Knallt?

    Das kann, je nach Typ Hund, ganz unterschiedliche Dinge bedeuten.

    Im besten Fall zerlegt dir dieser Hund einfach vor Frust dein Mobiliar.

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