Keine ruhige Sekunde

  • Hallo,


    ich appelliere mal wieder an das Schwarmwissen und/ oder euren Erfahrungen.


    Lupin ist mittlerweile 18 Monate alt und ein Schäferhund aus der Leistungslinie. Obwohl er der faulste und dickste Welpe war, hat er sich relativ rasch als Energiebündel entpuppt. Diese Energie ist natürlich super beim Üben und Sport, jedoch in vier Wänden absolut fehl am Platz.


    Das Hauptproblem ist, dass er bei jeder kleinsten Regung und Bewegung sofort auf 180 ist und nur dann entspannt wenn man ihn mittels Leine in der Bewegung SO stark einschränkt, dass er nicht mal den Kopf heben kann oder er im Vorzimmer hinter dem Kindergitter gesperrt ist.


    Jetzt stellt sich mir natürlich die Frage, ob es bestimmte Übungen gibt, die ich mit ihm machen könnte, um diese Nervosität heraus zu bekommen. Oder ob ich mich nun 15 Jahre darauf einstellen muss, weil er nun mal aus der LZ kommt und deshalb so ist.


    Informationen zum Alltag- er wird natürlich ausgelastet, eher Kopf als Körper. Nicht zu viel (wollen ja kein Öl ins Feuer gießen) und nicht zu wenig. Seine übertriebene Aufregung wird entweder nicht beachtet oder sanktioniert mit "Am Platz" schicken, Rituale wie ruhig still sitzen vor dem Gassi gehen werden auch eingehalten. Box ist er nicht gewohnt und auch vom Platz nicht möglich, genauso wie Zwinger. Zu Hause in den vier Wänden wird NICHT gespielt und ich bemühe mich jeden Gast daraufhin zu weisen und das durchzusetzen.


    Danke für jeden hilfreichen Tipp !!!

    ****Lupin, 11.11.2017****

  • Das gleiche Problem habe ich mit meinem Arik und freue mich auch auf gute Tipps.:)

    Viele Grüße aus Bayern
    Silvia mit Hank (*2008)+ Arik (*2015)
    (Jacky +29.12.2015, Cora 30.07.2001-04.08.2016, Rusty 2000-09.04.2019)
    Man kann ohne Hunde leben, abe es lohnt sich nicht (Zitat: Heinz Rühmann)

  • Den Hund zeitweise mal zu Hause anbinden auf seinem Platz.

    Eine gemütliche Decke oder Körbchen muß natürlich da sein. Wasser ist ja auch selbstverständlich.

    Durch das Anbinden kann der Hund lernen, zur Ruhe zu kommen. Gelegentlich kann er gelobt werden und an der Brust gekrault werden.

    Auf seinem Platz sollte er natürlich nicht gestört werden. Ein Kauknochen macht den Ruheplatz interessant.

    Er soll auch Gäste nur ruhig begrüßen, wenn Frauchen oder Herrchen dies möchte.

  • Roopa ist ja auch so ein Typ, der sofort auf 180 ist.

    Mittlerweile mit seinen 8 Jahren ist alles entspannter - aber das Grundverhalten, das Aufdrehen ist trotzdem da

    mit 1-3 Jahren war es eine Katastrophe - ich konnte mir nicht vorstellen, diesen überdrehten Hund zu Nasenarbeit zu bringen - niemals bringe ich seine Nase auf den Boden

    Aber es hat funktioniert, und zwar sehr schnell - die suche (egal ob ganz kurz oder sehr lang) ist seine Leidenschaft und er ist konzentriert und ruhig. In der Regel wird er dabei nicht abgelenkt von Hunden oder Menschen !

    In dieser such-Phase ist er auch "ansprechbar", konzentriert sich auf mich und es sind Übungen zur Unterordnung möglich, die auch gefestigt werden.

    Roopa könnte auch Prüfungen schaffen, davon bin ich überzeugt, nur da fehlt bei mir der Ehrgeiz

    Ich bin absolut von der Nasenarbeit überzeugt - das Beste was man einem Hund geben kann !


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  • Wenn ich das so lese weis ich gerade meine Schlaftablette zu schätzen und bin nochmal sehr froh, nicht wegen einem Herder Welpen angefragt zu haben. Momentan wäre ich wohl noch nicht so weit/fähig wie ihr.

    Ich drücke euch die Daumen, mehr als komplett fertig machen geistig wie körperlich hätte ich keine Idee anzubieten.

  • mögliche Varianten (liste natürlich nicht vollständig)

    - er sieht es als seinen Job an aufzupassen

    - er ist unter-oder überfordert

    - er hat gelernt, das er immer Aufmerksamkeit bekommt sobald sich jemand regt

    - er hat noch nicht gelernt ruhig zu bleiben wenn du in Bewegung bist


    bei uns war es letzteres, daher haben wir folgendes geübt:


    ich schicke den Hund ganz nett ins Körbchen, gehe zuerst im raum hin und her und tue als ob ich beschäftigt aufräume, zwischendrin wenn Lexy brav im Körbchen bleibt gibts ein Leckerlie, wenn sie aufsteht wird sie ganz ruhig zurück ins Körbchen gebracht

    manchmal hab ich mich auf den Stuhl im Zimmer gesetzt und hab ein bischen gewartet oder gelesen und bin zwischendrin aufgestanden um ans Fenster oder so zu gehen, dabei immer belohnt wenn Lexy liegen blieb

    danach haben wir das erweitert auf 2 Räume zwischen denen ich hin und hergewandert bin... ohne das es für den Hund etwas spannendes zu tun/sehen gibt

    mitlerweile schaffen wir das ganze schon auf 2 Etagen verteilt ... wir können uns nun entspannt im haus bewegen, ohne das Lexy denkt es passiert was für sie wichtiges :-)

    Besuch ist natürlich nochmal ein anderes Thema, da üben wir noch :-)


    nur dann entspannt wenn man ihn mittels Leine in der Bewegung SO stark einschränkt, dass er nicht mal den Kopf heben kann oder er im Vorzimmer hinter dem Kindergitter gesperrt ist.

    aus meiner Erfahrung bewirkt das eigentlich das gegenteil, ich hatte das anfangs bei meinem Dalmatiner auch und je mehr ich Druck machte das er ruhig sein soll umso mehr hat er sich dagegen gewehrt


    ich glaube es geht wirklich nur mit ganz ruhiger Konsequenz und vll. doch nochmal überlegen ob eine art Box als "rückzugshöhle" für den Hund nicht doch irgendwie machbar ist, manchen Hunden hilft das auch

    “Kein Psychiater der Welt kann es mit einem Hund aufnehmen, der einem das Gesicht leckt.”


    Dalmatiner Dustin <3 2004-2016; Schäferhundmix Dolly 201?-2018 (;( viel zu früh)

    :saint: DSH/Mali Lexy 2018

  • Danke für die zahlreichen Antworten, es beruhigt mich schon mal, dass ich nicht die einzige bin ders so geht bzw. mich frisst der Neid Ellionore . Aber gut ich bin ja selbst schuld an meiner Misere ^^


    Roopa An der Nasenarbeit sind wir dran, generell ist er draußen kein mühsamer Zeitgenosse. Er bleibt immer bei mir, haut nicht zu Hund oder Mensch ab und ist voll bei der Sache. Er powert sich gut alleine aus und ist mit einem Ball absolut käuflich.


    - er hat noch nicht gelernt ruhig zu bleiben wenn du in Bewegung bist


    Das trifft es auf den Punkt. Mein Mann versteht mich nicht, da er, wenn er zu Hause ist, vor dem Computer arbeitet- sprich wenig Bewegung. Da schläft Lupin seelenruhig auf seinem Körbchen. Sobald ich nach Hause komme und beginne zu Kochen/Putzen oder halt herumräumen- da beginnt dann die Action. Das mit auf dem Platz schicken ist eine sehr gute Idee, die ich auch noch nicht wirklich ausprobiert habe (nur beim Anziehen zum Rausgehen) ! Werde das mal probieren !!


    Zur Box- ist leider vom Platz her wirklich nicht möglich und sinnbringend (da ich andauernd drüber steigen müsste und das kann nicht entspannend sein) Ärgert mich ein wenig, da ich glaube, dass es bei ihm gut funktionieren würde.

    ****Lupin, 11.11.2017****

  • Harras kommt mir auch immer und ständig hinterher. Manchmal, wenn ich in den Keller gehe, mache ich eben die Tür hinter mir zu, damit er oben bleibt. Aber den Tag über im Büro, da liegt er meistens auf seinem Platz.Klar, wenn ich dann ins Lager gehe, kommt er auch sofort wieder mit. Er ist eben mein zweier Schatten. Aber das stört mich nicht.

    Harras *10.12.2015 :thumbup:“Mit einem kurzen Schwanzwedeln kann ein Hund mehr Gefühle ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede.” :thumbup:(Louis Armstrong)

  • Pinguetta Manchmal störts mich nicht aber gerade wenn ichs eilig hab und er mir dann den weg verstellt oder ich ihm auf die pfoten steig und halbert drüber fall- könnt ich schon auszucken.

    Geht mir auch so. Dan schiebe ich ihn zur Seite bzw. schicke ihn auf seine Decke. Sobald ich mir Schuhe anziehe fängt Harras an zu fiepen und wuselt um mich herum.

    Harras *10.12.2015 :thumbup:“Mit einem kurzen Schwanzwedeln kann ein Hund mehr Gefühle ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede.” :thumbup:(Louis Armstrong)

  • Im Moment z.B. hat Harras es sehr, sehr schwer: er muss alleine ausharren, während die kpl. Familie, also fünf Personen, eine Etage höher damit beschäftigt ist, zu renovieren. Ab und an startet er immer wieder einen Versuch, mit nach oben zu kommen und wird immer wieder zurück geschickt. Ein wenig tut er mir leid.

    Harras *10.12.2015 :thumbup:“Mit einem kurzen Schwanzwedeln kann ein Hund mehr Gefühle ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede.” :thumbup:(Louis Armstrong)

  • Roopa An der Nasenarbeit sind wir dran, generell ist er draußen kein mühsamer Zeitgenosse. Er bleibt immer bei mir, haut nicht zu Hund oder Mensch ab und ist voll bei der Sache. Er powert sich gut alleine aus und ist mit einem Ball absolut käuflich.

    na das ist doch gut - das ist die Basis um mit ihm zu arbeiten, rein spielerisch

  • Harras kommt mir auch immer und ständig hinterher. Manchmal, wenn ich in den Keller gehe, mache ich eben die Tür hinter mir zu, damit er oben bleibt. Aber den Tag über im Büro, da liegt er meistens auf seinem Platz.Klar, wenn ich dann ins Lager gehe, kommt er auch sofort wieder mit. Er ist eben mein zweier Schatten. Aber das stört mich nicht.

    bei uns bleibt die tür zum keller offen und der hund muss warten bis ich wiederkomme, wenn ich denn will das der hund mir nicht hinterherdackelt

    ja es braucht übung bis das klappt, aber wir haben mehrere etagen im haus und wenn ich nur kurz oben was holen will, dann muss der hund ja nicht unnötig die treppen hochsteigen also haben wir das geübt

    ich hab nix dagegen, dass lexy überall mit hinkommt, aber sie hat gelernt, ich entscheide ob ich das will oder nicht


    in der ausgangsfrage stand das lupin sofort auf 180 ist - das ist nochmal was anderes als wenn ein hund "einfach nur dabei ist"

    “Kein Psychiater der Welt kann es mit einem Hund aufnehmen, der einem das Gesicht leckt.”


    Dalmatiner Dustin <3 2004-2016; Schäferhundmix Dolly 201?-2018 (;( viel zu früh)

    :saint: DSH/Mali Lexy 2018

  • Hi,


    grad aus dem Theater gekommen, aufgedreht und doch müde, daher nur in Stichpunkten::)

    - auf Auslastung verzichten. Je mehr Du das machst, desto mehr fordert der Hund es ein. Zumal der ja nicht unterscheiden kann zwischen aufdrehen beim Sport (was wir gut finden) und daheim aufdrehen (was wir dann plötzlich nicht gut finden). Kann ich bei Gaius die Uhr nach stellen, so eng ist dieser Zusammenhang.


    - selbst ruhig sein/werden! der Hund orientiert sich ja an unserer Stimmung. Wenn meine Frau zB unten meditiert, verfällt er gleichsam selbst ins Koma.

    Ist eigentlich relativ egal, was man da macht. Hier ein Beispiel, eine Entspannungsübung, die sich auf Haustiere bezieht. Beispiel:


    - gezielt Entspannung seitens des Hundes lernen. Dazu gibts einige (gute) Videos auf youtube. ZB über dem Brustbein mit etwas Druck langsam und fest streicheln, eventuell ein "calming-signial" konditionieren.

    Beispiele:


    - was zur Ablenkung geben, zB einen Knochen, an dem er lange zu tun hat.


    - vor allem: Den Hund (und euch) gut beobachten: Gibt es einen Auslöser des Verhaltens? Bin ich das? Wie wirke ich auf den Hund, wenn er aufdreht?


    - Respekt einfordern: Springt er an einem hoch? Achtet die Individualdistanz nicht? > Sanktionieren, am besten körperlich (Raum nehmen, Bewegung des Hundes eingrenzen).


    Wir haben ja auch so eine "Granate", aber das Aufdrehen ist inzwischen gar kein Thema mehr. Bei uns hat das oben Geschilderte also funktioniert. Ist sicher nen Versuch wert:)


    Liebe Grüße

    Lupus

  • Lupus

    hab die videos aus Zeitgründen nicht angesehen

    auf Auslastung verzichten.

    das halte ich jetzt nicht für gut - aber vermutlich meinst du es anders ...

    Auslastung und aufdrehen: ja - dann aber wieder runterkommen, meditieren

    Der Hund braucht ca. 18 Std. Ruhephase


    Das Aufdrehen draussen sollte natürlich Struktur und Sinn haben: Hund und Halter sind ein Team und machen draussen alles zusammen

    und nicht: geht du mal schnüffeln, ich hab noch ein paar Nachrichten zu checken

    Der Spaziergang ist "Arbeitsrunde" mit Sport und Spaß und Lernen (im Wechsel anbieten: Suchen und Unterordnung und Blödsinn machen)

    Das bindet ( besonders in den ersten Monaten bis 3 Jahre)


    zuhause dann natürlich runterkommen, Pause, meditieren.

    Es gibt natürlich Menschen, die immer Party haben und zuhause dann erst mal die Anlage aufdrehen und mit Fam+Freund tausend Sachen machen - das ist für Hund natürlich nicht gut

    er sollte dann ein Nebenzimmer haben, wo er sich zurückziehen kann


    später dann macht der Hund das ganz automatisch: Roopa schläft im Moment wieder schon im Auto ein und zuhause liegt er ab und will nicht mehr gestört werden (aber er ist halt schon 8 Jahre ....)

  • Lupus danke für die tipps ! es gibt mit sicherheit einen festen zusammenhang zwischen unseren stimmungen! nur unser problem ist ja nicht wenn wir beide ruhig sind- dann ist er auch komplett ruhig. sobald ich jedoch etwas mache- und sei es aus dem fenster schauen - springt er auf und ist voll aufgedreht. man kann ihn auch nicht streicheln- nur wenn man ihm ein stofftier in den mund stopft, dann kann man vielleicht ein bis drei sekunden in ruhe streicheln- ansonsten gibts action.


    Wenn er alleine ist- pennt er fast immer. Ab und zu knabbert er an einem Schuh und einmal hat er sein Bettchen zerfetzt aber sonst schlaft er wirklich brav. Also nehme ich schon an, dass wir das Problem sind die seinen Stress verursachen.


    habe jetzt das von nette ausprobiert- spricht- wenn ich in bewegung bin, schicke ich ihn auf seinen platz. natürlich komm ich so zu fast nix, da ich ihn permanent auf den platz schicke aber zumindest die stufen kann ich bereits größtenteils alleine erklimmen.


    Roopa Weil du gerade das Auto erwähnst- Lupin liegt NIE im Auto. Er schaut raus. Und zwar immer und egal wohin wir fahren. Wir sind letztes Jahr nach Kroatien gefahren.. rate mal wer 6 stunden raus geschaut hat. Jap genau, Lupin.

    ****Lupin, 11.11.2017****

  • habe jetzt das von nette ausprobiert- spricht- wenn ich in bewegung bin, schicke ich ihn auf seinen platz. natürlich komm ich so zu fast nix, da ich ihn permanent auf den platz schicke aber zumindest die stufen kann ich bereits größtenteils alleine erklimmen.

    verlange nicht zuviel und zu schnell von ihm, in kleinen schritten kommt man auch zum ziel

    klar das du erstmal nur mit ihm übst und zu nix kommst, darum geht es ja auch nicht - es geht darum dem hund erstmal zu vermitteln was man von ihm will und ihn fürs brav im körbchen liegen auch belohnt

    meiner erfahrung nach dauert es ein paar tage und dann hat der hund verstanden was er soll und dann übt es sich leichter und die zeit die der hund liegen bleibt und dann auch entspannt wird länger

    “Kein Psychiater der Welt kann es mit einem Hund aufnehmen, der einem das Gesicht leckt.”


    Dalmatiner Dustin <3 2004-2016; Schäferhundmix Dolly 201?-2018 (;( viel zu früh)

    :saint: DSH/Mali Lexy 2018