Hund will immer jagen. Antijagdtraining für Hunde?

  • Hallo,


    nachdem lexy im ersten jahr null jagdliches interesse an waldtieren & co gezeigt hat, fing sie im sommer an doch sehr großes interesse daran zu zeigen

    aktuell ist der gang in den wald kein spass - da wir aber hier ja im odenwald wohnen ist rausgehen ohne wald fast unmöglich (es sei denn ich laufe die 2 km runden ums feld im kreis)

    sie scannt den wald ab, zieht die luft in sich rein als würde sie auf tauchgang gehen und zittert wenn auch nur ein blatt sich bewegt - bei dem wind derzeit kann man sich vorstellen wie die waldrunde dann verläuft ... ansprechbar und entspannt ist echt was anderes :rolleyes:


    wie sind eure erfahrungen da so? was hat bei euch als antijagd training funktioniert und bis zu welchem grad?

  • Ohje ja das liebe jagen :|


    Mit 2 Jahren fing es bei meinem an. Davor war Wild absolut kein Problem, er blieb in der freien Ablage selbst wenn ein Sprung Rehe vorbei gerannt ist und hat Rehe auch kaum beachtet und war zuverlässig abrufbar

    Von einem Tag auf den anderen war er da, der Jagdtrieb || Und zwar ordentlich, er hat deutlich stärkeren Jagdtrieb und lässt sich mit Beute und Leckerlie null beeindrucken...Manchmal frage ich mich ob er nicht ein Jagdhund im falschen Pelz ist :rolleyes:


    Er sah an dem Tag die Rehe und weg war er...nix half auch das sonst zuverlässige Ablegen auf Distanz versagte kläglich er war einige Minuten verschwunden bis ich ihn erblickt habe und er Gott dank von einem Zaun aufgehalten wurde.

    Die Schleppleine war ab sofort unser dauerhafter Begleiter für über 1 Jahr und auch heute noch ist er in Wildreichen Gebieten abgesichert obwohl er mittlerweile auf ein "lass es" ruhig vorbei geht aber ich vertraue ihm in der Hinsicht bis heute nicht. Enten würde er nach wie vor bis zum ende jagen...

    jegliches Anschauen von Wild habe ich direkt unterbunden und ich habe angefangen mit Impulstraining. Ich habe mir einen Felldummy besorgt und diesen mit einer Reizangel verwendet. Auf diese Art von Spiel hat er recht gut reagiert und toll mitgearbeitet. Er hat gelernt auch in Situationen die für ihn extrem aufregend sind sich zu kontrollieren. Auch klappte n Situationen wo er hinterher wollte, ablegen auf Distanz viel besser als der Rückruf.


    Dann fing er aber an auch nach Gerüchen zu gehen und da hat man als Mensch schlechte Karten den Geruch zu erst zu sehen :S

    Ich habe weiterhin mit der Schlepp gearbeitet und relativ schnell erkannt wenn er kurz davor war einer Spur zu folgen.

    Mir wurde zu Reizstrom geraten, den anders würde ich diesen starken Jagdtrieb nicht in den Griff bekommen, Pfui sage ich :cursing:


    Dann kam mir die Idee es auf gemeinsames "Jagen" umzulenken.

    Ich habe ihn gerufen wenn ich merkte er hat was in der Nase und als Belohnung durfte er dann mit mir gemeinsam die Spur verfolgen. Und solange es nicht ins komplette Unterholz ging sind wir dann zusammen der Spur gefolgt, er musste zwischendrin immer mal wieder herkommen oder sitz machen usw. Also Übungen und danach durfte er wieder weiter suchen.

    Das hat erstaunlich gut gewirkt und wenn er heute etwas in die Nase bekommt, schaut er zu mir und wartet das ich mitkomme :love:

    Seit wir vor gut 1,5 Jahren mit dem Mantrailing angefangen haben ist es deutlich weniger geworden das er eine Wildspur verfolgen möchte.


    Im Endeffekt waren es Impulstraining, konsequente Schleppleine und gemeinsames "Jagen" was den Erfolg gebracht hat. Er hat aber in Wildreichen Gebieten, immer noch eine Schleppleine dran, bzw läuft an der 10 Meter Flexi, auch weil bei uns dort sowieso Leinenpflicht ist. Aber wie gesagt wenn er ein Reh sieht reicht ein deutliches "lass es" und er geht relativ entspannt weiter :thumbup:


    Er ist jetzt 4 und wird allgemein ruhiger aber gute 2 Jahre war intensives Training und Absicherung notwendig. Wenn er dürfte würde er aber immer noch alles jagen was sich bewegt

    Einmal editiert, zuletzt von Asnea ()

  • Askja hat von Junghund an Jagdtrieb gezeigt. Im Prinzip war das für mich günstiger, denn in dem Alter sind sie meist leichter zu beeindrucken. Es gab MÄCHTIG Ärger, dann war eine ganze Zeit Ruhe. Und mit ca 2 Jahren gab's dann nochmal eine Phase, in der sie u.a. auch wie eine Irre Pferdespuren verfolgte - und zwar bis sie das Pferd erreicht hatte. Ich hab's so ähnlich gemacht wie Asnea. Geschirr an, Schleppleine dran, immer den Futterbeutel dabei. Viiieeel mit dem Futterbeutel gemacht: versteckt, geworfen, unauffällig verschwinden lassen und dann ganz verdutzt geguckt und sie danach suchen lassen. Immer war irgendwas los. Anfangs gab's auch Rückschläge, da hat sie den Beutel ignoriert und hat wieder Gas gegeben. Da war die Schleppleine dringend nötig. Sie ist jetzt 5 1/2 Jahre alt, es reicht ein - je nach Situation in der Tonlage variierendes - "hiieerbleiben!". Und trotzdem halte ich immer noch die Augen offen und im Zweifelsfall kommt sie ein paar Meter an die Leine. Das Witzige daran: Oft wenn sie einen Feldhasen sieht, bleibt sie stehen, sieht mich an, fordert das Anleinen und geht dann deutlich entspannter weiter. Die denkt mit! ?


    Sie darf übrigens, das hatte ich schomma erwähnt, auf Kommando Krähen jagen. Da hat sie dann Gelegenheit, übers Feld zu flitzen. Alles andere lässt sie dafür sein.

  • Der Daniel Joeres bietet ein Online-Rückruftraining für 69€ an. Im letzten Teil wird auch der Rückruf aus dem Hetzen behandelt.

    Vielleicht sollte man doch mal die 69€ investieren, um seinem Hund das Vibrationshalsband oder gar den E-Tacker zu ersparen und um ihm das "so frei zu laufen" trotzdem zu ermöglichen.

    Jedenfalls auf das "so frei zu laufen" möchte ich nicht mehr verzichten und mein Hund bestimmt auch nicht. Es ist nun mal ein tolles Gefühl, für uns beide.


    Dann könnte man auch mal über den Rückruf aus dem Hetzen a la Daniel Joeres hier im Forum berichten.


    https://doguniversity.de/rueckruftraining/

  • Jetzt gibt es auch 60% Rabatt auf den Kurs habe ich heute gelesen.

  • ich hab jetzt mal aus reiner neugier in einen kurs bei doguniversity investiert


    Vorwort/Motivation dazu:

    Derzeit sind die Hundeplätze ja gesperrt und ich merke wir entwickeln uns ein wenig rückwärts, da Lexy der Kontakt zu anderen Hunden fehlt bzw. das Training unter anderen Hunden.

    Die Aufmerksamkeit bei Sichtung anderer Hunde lässt derzeit ein wenig nach und da meine derzeitige Homeofficezeit noch bestimmt 2 Wochen dauern wird, kann ich auch mein Augenmerk wieder auf mehrere zusätzliche 10 Minuten Trainingseinheiten legen. Ich versuche zwar die tägliche Beschäftigung abzuwechseln, aber so ein bischen neue Impulse tun uns sicher trotzdem ganz gut.

    Stand derzeit - wir müssen an dieser Schraube etwas drehen, denn so langsam verliere ich die Geduld. Jeder Vogel, jedes Reh, jedes Eichhörnchen ist die Verführung schlecht hin und besonders morgens im Wald ist es besonders schlimm. Aber auch auf den Wiesen und Feldern oder sogar auf der Dorfstrasse lauert überall ein Kamikazehase der uns vor die Nase hüpft und dann mit Vorliebe vor uns den Weg entlang hoppelt :-/

    Ob der Kurs "Rückruftraining" daran etwas ändern kann ... ich werde es testen.


    Buchung:

    Die Buchung des Kurses ist super einfach, Button "Kurs freischalten", Daten eingeben, per Paypal bezahlen (andere Zahlungsoptionen gab es auch), fertig. Sofort war im Mailfach die Bestätigung und das Zugangspasswort mit dem link zum Kurs, der sich im Mitgliederbereich auf der Webseite von Doguniversity befindet. Preis 69 €. Kurs bleibt unbegrenzt freigeschaltet und kann so oft man will angeschaut werden. Der Kurs selbst ist auf 4 Wochen angelegt.

    Die Freischaltung der Wochenpläne erfolgt wirklich wochenweise, d.h. jetzt konnte ich erstmal nur Woche 1 ansehen. Der Kurs besteht aus lauter einzelne aufeinander aufbauenden Videos. Entweder theoretischer Natur oder dann als Praxisbeispiele mit Übungen um das mit dem eigenen Hund zu üben.

    Ich nehme an Woche 2 wird also wirklich erst nächste Woche freigeschaltet.


    Woche 1:

    Aufbau/Gestaltung der Videos ist sehr klar und strukturiert. Es gibt eine Einführung und Erklärung zum Thema und zum Ablauf bzw. Man kann also in Woche 1 sich erstmal mit den Grundlagen beschäftigen. Es wird auch angesprochen welche anderen Dinge wie z.B. die Impulskontrolle, Beziehung zum Mensch usw. da mit reinspielen.

    Praxis: Übung zum Aufbau der Signalpfeife, Motivation & Konsequenz, Ablage unter Ablenkung


    Positives:

    Das Buchen des Kurses war sehr leicht. Die Kursseite ist sehr übersichtlich.

    Die gut verständlichen theoretischen Erklärungen finde ich eigentlich ganz gut zum einsteigen und zum Reflektieren für einen selbst wo man eventuell noch auf Kleinigkeiten bisher nicht so geachtet hat. Struktur und Aufbau der Videos ist prima. Es ist auch bei den Übungen die er erklärt eine sehr ruhige entspannte Geschichte.

    Neues ist da jetzt nicht bei gewesen. Den "aha" Effekt mit dem Stirnklatscher hatte ich jetzt nicht, aber das hatte ich auch nicht erwartet. Groben Unsinn von dem was er erzählt konnte ich jetzt auch nicht groß feststellen.


    Negatives: Insgesamt haben die Videos aus der ersten Woche zusammengerechnet eine länge von insgesamt 40 Minuten. Rechne ich das hoch und gehe davon aus, dass die Zeiten in den Wochen 2-4 ähnlich sein werden, dann komme ich auf aufgerundet 4 Stunden Kurszeit. Wenn ich das Vergleiche mit einem Tagesseminar was von 9-16 Uhr geht, dann ist der Preis im Rahmen dessen, was für Tagesseminare an Hundeschulen auch ungefähr genommen wird, aber dort kann ich a) Fragen stellen und b) die/der Trainer sieht vor Ort meine Fehler und kann mir ganz individuelle Tipps geben.

    Insofern halte ich den Preis (stand heute nach dem ersten testen) erstmal für zu hoch. Denn ich müsste es ja ehern mit einem Lehrvideo vergleichen und die Kosten in der Regel etwas weniger als ein Tagesseminar.

    Die Beispielübungen werden durchweg mit einem ruhigen Hund der schon alles kann durchgeführt, das finde ich insoweit unglücklich, da man selbst ja so ein Exemplar nicht hat (sonst würde man den Kurs ja nicht buchen) und dementsprechend auch nicht in den Übungen direkt sehen kann was wie falsch laufen kann. Er erklärt zwar auch typische Fehler usw., aber macht für mich doch einen Unterschied ob man das direkt auch sehen kann wie eine Korrektur aussehen könnte.

    Er erklärt wirklich nur seine "Methode" und bisher nicht mehrere Varianten oder Vorgehensweisen. Das finde ich persönlich ein bischen schade.

    Das die Wochenpläne nicht alle sofort freigeschaltet werden finde ich auch nicht so sonderlich gut, denn wenn man kein Hundeanfänger ist hat man vll. schon das ein oder andere an sich oder den Hund rangebracht. Zudem fehlt mir dann eine Zusammenfassung z.B. in Form eines Hausaufgaben-Übungsblattes bis zur nächsten Woche, das fände ich eigentlich ganz gut. Gern auch mit einer Art Praxis-Kontrolltest, damit man als Hundeneuling dann auch weiss das man mit den Übungen in Woche 2 weitermachen kann oder es noch zu früh wäre. (ich bin ja kein Hundeneuling, mag solche Kontrolltest für mich zum strukturiereten abarbeiten aber ganz gern)

    Was ich aber als größtest Manko eines Online-Kurses sehe, ist die Tatsache das es keine direkte Kommunikation gibt. Man wird auf der Webseite in den FAQ im Prinzip gebeten von Fragen abzusehen. Und im Verlauf der Videos oder auf der Kursseite gibt es dazu auch keine Möglichkeit. Leider auch kein Sammelsurium an bisherigen Fragen seiner Kunden, die dann zum nachlesen irgendwie beantwortet werden. Damit ist es im Prinzip nur ein Paket an gut aufbereiteten Erklärvideos und kein Online-Kurs.


    Fazit: Die Idee ist sicher gut, die Aufbereitung der Videos ist TOP. Aber der direkte Kontakt fehlt und neue Erkenntnisse gabs jetzt auch nicht. Ich nutze das jetzt aber als Hilfskrücke um das Thema Rückruf und Jagen verstärkt anzugehen und werde hier an der Stelle auch weiter berichten :)

    2 Mal editiert, zuletzt von nette ()

  • Toll Annett, dass du diese Erfahrung mit uns teilst :thumbup:

    Ich finde die Videos, die ich bisher von Daniel gesehen habe soweit ganz gut. Aber deinen Hinweis, dass man leider keine Rückmeldungen bekommen kann ist

    schon sehr wichtig. Ich bin schon auf deine weiteren Berichte gespannt.

  • Das klingt nach einer guten Idee. Mich stört immer am meisten bei den Videos, was Du bereits beschrieben hast. Die Übungen werden nur mit schon ausgebildeten gehorsamen Hunden vorgeführt. Nie an welchen, die ausflippen, wenn sie Wild o.ä. sehen.


    'Ich bin gespannt auf Deine Berichte, es ist ja ebenfalls ganz unser Thema gerade mit Rio ...

  • Der letzte Teil der Lehrvideos ist am interessantesten. Da wird der Rückruf aus dem Hetzen behandelt. Ich bin gespannt, wie der Daniel es da hinbekommen hat. Hilfsmittel hat er dort anscheinend auch verwendet.


    Ich jedenfalls brauchte für den sicheren Rückruf beim Rehehetzen ein Erziehungshalsband mit Vibratorfunktion und einmal mußte ich auch auf Strom stellen, obwohl sich die Bea auf dem Hundeplatz drei Meter vor dem Ball abrufen ließ.

    Inzwischen brauchen wir keine Hilfsmittel mehr.

  • Der letzte Teil der Lehrvideos ist am interessantesten. Da wird der Rückruf aus dem Hetzen behandelt. Ich bin gespannt, wie der Daniel es da hinbekommen hat. Hilfsmittel hat er dort anscheinend auch verwendet.

    hast du den kurs schon gemacht?

  • Der letzte Teil der Lehrvideos ist am interessantesten. Da wird der Rückruf aus dem Hetzen behandelt. Ich bin gespannt, wie der Daniel es da hinbekommen hat. Hilfsmittel hat er dort anscheinend auch verwendet.

    hast du den kurs schon gemacht?

    Nein, ich kenne nur seine Homepage.
    Ich zitiere mal aus seiner Homepage:


    Rückruf für Vollprofis:

    Die Woche befasst sich mit dem Abrufen aus dem Hetzen, dem Reizkontrolltraining und mit funktionalen Verstärkern und wie du sie korrekt einsetzt. Außerdem werden wir herausfinden, ob dein Vierbeiner ein kleiner Jäger ist und ihm so eine Menge Spaß bereiten.