Basco ist vorhin vom Verkäufer abgeholt worden und geht morgen zu einer Familie mit Haus, Garten und Kindern. Ich hoffe für Basco, dass die Ärzte sich mit ihrer Prognose geirrt haben und er ein langes und glückliches Hundeleben hat. Aber falls es anders kommt, muss ich ihn nicht nach einem längeren Leidensweg in ein paar Jahren einschläfern lassen.
Zukünftig werde ich mir einen Hund nur noch von renommierten Züchtern holen und dabei auch wieder eine Rücknahmevereinbarung treffen, falls sich bereits beim Welpen gesundheitliche Schäden abzeichnen, die nicht heilbar sind. Das kann man herzlos finden und den Vorwurf nehme ich auch an, aber es ist einfacher, einen Hund nach zwei Monaten wieder abzugeben als nach zwei Jahren, nachdem die Bindung zwischen Mensch und Tier noch sehr viel stärker geworden ist.
Ich kann Deine Entscheidung nachvollziehen. Und sehe sie völlig wertungsfrei. Die Möglichkeit, dass Basco dort die besseren Umweltbedingungen hat falls seine Hüfte tatschlich schlecht sein sollte (meinen Erfahrungen nach muss das nicht so sein; ich kenne tatsächlich mehrere Fälle in denen Tierärzte bei DSHs im Alter zwischen 4 bis 6 Monaten eine schwerste HD diagnostiziert und teilweise sogar das sofortige Einschläfern empfohlen hatten, und später beim Hauptröntgen haben diese Hunde dann den Befund "fast normal" erhalten und haben ohne jegliche Probleme mit ihrer Hüfte ein normales Alter erreicht), sind dochtatsächlich gegeben. Momentan besteht eine symptomatische Problematik im Bewegungsablauf, und da ist es auf jeden Fall gut wenn der noch wachsende Hund die Möglichkeit hat sich in Haus und Garten frei bewegen zu können, andererseits aber möglichst wenig angeleint laufen muss. Insofern kann der Halterwechsel jetzt zu diesem Zeitpunkt sogar ausschlaggebend dafür sein dass sich die derzeitig schlechte Prognose in Bezug auf Basco's Hüfte später nicht erfüllt, oder zumindest nicht in dem derzeit befürchteten Ausmaß.
Moralisch mag das manch einer anders sehen. Aber man kann sowieso nie der Moralvorstellung aller anderen Leute entsprechen. Und das, was manchen Menschen für das moralisch richtige halten, ist nicht immer auch die tatsächlich richtige Entscheidung für das betreffende Tier.