Mir hat noch niemand schlüssig erklären können wo eigentlich die Grenze HZ LZ ist oder wer die wo festlegt
Jedenfalls waren die meisten meiner Hütehunde Hochleistungshunde obwohl teilweise VA Vaterblut drin ist - oder vielleicht gerade deswegen wegen der hervorragenden Trabereigenschaft ?
Die Grenze liegt innerhalb der einzelnen Zuchtlinien. Seit ca. den 70er Jahren hat sich die Zucht im SV in zwei unterschiedliche Zuchtrichtungen aufgespalten. Bis dahin war es nichts ungewöhnliches wenn Hunde von ein und dem selben Züchter sowohl auf der Bundessiegerzuchtschau wie auch der Bundessiegerprüfung erfolgreich waren. Teilweise waren einzelne Hunde sogar in beiden Bereichen überdurchschnittlich erfolgreich, oder ein Hund eines Wurfes wurde erfolgreich im Showbereich präsentiert und ein anderer im Leistungsbereich. Seit der Ära der Martin-Brüder im SV erfolgte aber im Show-Bereich eine extreme Fokusierung auf einen bestimmten Typ Hund hin. Nicht nur die Züchter, die den Leistungsgedanken verfolgt haben, haben sich dann davon abgekoppelt. Sondern es sind auch ganze Zuchtlinien im Showbereich züchterisch nicht weiter verfolgt worden.
Ein Beispiel sind die beiden V-Auslese-Rüden Bernd und Bodo vom Lierberg. Beide Hunde wurden 1967 auf der Bundessiegerzuchtschau ausgestellt und in die Ausleseklasse aufgenommen. Bodo wurde VA-Auslesesieger, sein Wurfbruder Bernd erzielte den 3. Platz. Zwei Jahre später belegte Bernd auf der Bundessiegerprüfung in Ulm Platz 21 mit der Gesamtwertnote "Vorzüglich".
Diese VA-Linie wurde züchterisch im Showbereich nicht weiter verfolgt, obwohl der B-Wurf vom Lierberg aus den damaligen Show-Linien stammte (die aber halt damals längst noch nicht so spezialisiert waren wie heute). Dafür wurden sie von den Leistungszüchter als Deckrüden eingesetzt, und die meisten Leistungshunde heute führen weiter hinten Inzuchten auf einen oder beide dieser Brüder. Heute sind die Namen dieser beiden Rüden ein Synonym für die Leistungslinien.
Andere ehemalige Hochzuchtlinien, deren Hunde nicht im Leistungsbereich züchterisch eingesetzt worden sind, sind durch die Zuchtselektion in der "Ära Martin" komplett ausgestorben.
Die wenigen Züchter aus dem HGH-Bereich (allen voran Karl Füller) haben diesbezüglich etwas "daneben gestanden". Für sie war es leicht in den Gebrauchshundklassen eine hohe Platzierung auf der Bundessiegerzuchtschau zu erhalten, weil es dort ja kaum einen Konkurrenzdruck gab/gibt. Es ist schon etwas anderes ob ich einen Hund in einer Klasse ausstelle, in der z.B. 130 Hunde gemeldet sind, oder nur eine Handvoll. So konnten sie einen etwas anderen Typ innerhalb der Hochzuchtlinien erhalten. Z.B. Karl's Hunde waren ja, im Vergleich zu den damals üblichen Hunden aus Hochzuchtlinien, meist relativ klein und leicht. Seine in den HGH-Gebrauchshund-Klassen hoch bewerteten Hunde wären in den "normalen" Gebrauchshundklassen alleine schon wegen ihrer Größe oft wohl relativ weit hinten "unter gegangen". Zudem hat Karl Füller bei manchen Würfen wohl mehr den Show-Gedanken verfolgte und bei anderen mehr den Leistungsgedanken.
Heute ist das für HGH-Hunde auf der Bundessiegerzuchtschau noch einfacher mit den Platzierungen, denn im Gegensatz zu früher können "normale" Hunde nicht mehr in den HGH-Jungend- und Junghundklassen ausgestellt werden. In diese Klassen werden ja überwiegend Hunde ausgestellt, die noch kein Ausbildungskennzeichen haben. Heute aber müssen die Eigentümer/Halter der Hunde in diesen Klassen den Nachweis erbringen dass sie Schäfer sind. Früher konnten "Hinz und Kunz" ihre Hunde in diesen beiden Altersklassen im HGH-Bereich melden und sie dann mit "einer guten Platzierung auf der Bundessiegerzuchtschau" teuer ins Ausland verkaufen.