Was haltet Ihr vom Leistungssport mit Tieren?

  • Hallo Freunde der Fellnasen,


    mir kam jetzt gerade ein Video unter von einer DogDancing-Meisterschaft.

    Wenn man das sieht kann man ja schon begeistert sein. Und die Leistung der Artistin ist sicher unbestritten.


    Ich habe allerdings keine Ahnung, ob das nicht sehr zum Nachteil der Hunde sein könnte.

    Man sieht dass der Hund in einem fort springen muss und dass dem die Zunge schon sehr heraus hängt .

    Außerdem hoffe ich nur, dass im Training alles mit hundegerechten Methoden gemacht wird.


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    Das ist nur ein Beispiel.


    Im Pferdesport wird ja noch viel, viel mehr Geld verdient.

    Und es ist ja bekannt dass da mit brutalen Mitteln gearbeitet wird.


    https://www.tierrechte.de/2018…/pferde-als-sportgeraete/


    Wie seht ihr das?


    Danke für Eure Meinungen!

  • Mal davon abgesehen, dass ich die Vorstellung jetzt nicht so schön anzusehen finde, denke ich, dass es eben immer dann problematisch wird, wenn nicht mehr der Spaß und das gemeinsame Tun im Vordergrund stehen sondern Ruhm, Geld oder was weiß ich. Geht es dann um sehr viel Ruhm und sehr viel Geld, wird es für die Tiere meist unangenehm.

  • Mit Tiersport dürfte halt absolut KEINE Preisgelder usw. verdient werden, keine Wetten erlaubt sein.

    Es gibt zu viele perverse Menschen, denen das Tierwohl am Allerwertesten vorbei geht.

    Aber solange es viele Qualzuchten gibt, wird sich am Tiersport nichts ändern......es ist in Deutschland ja noch nicht mal Tierquälerei seinen Hund alleine, 23h an 365 Tage in den Zwinger zu sperren.... <X

    Und von der Nutztierhaltung mal ganz zu schweigen, hauptsache günstiges (Schweine)Fleisch usw.

  • Ganz, ganz schweres Thema. Nicht weil ich nicht jeden Eurer Beiträge unterschreiben möchte, sondern weil man nicht weiß, wo der Leistungssport anfängt, respektive wann eben schon ein Training ganz ohne Wettbewerbsambitionen, aber mit viel (ungesundem) Ehrgeiz des Menschen, zur Tierquälerei mutiert.


    Oder das Erfüllen von Zuchtauflagen ... Micha erwähnte auch den Pferdesport und ich finde, dass die Pferdezucht dem frühen Verschleiß von Pferden in nichts nachsteht. Hengste, die im Oktober zur Körung gerade mal zwei Jahre und drei Monate alt sind, befinden sich - zu einer Zeit, in der so ein Jungpferd noch seinen zweiten Weidesommer genießen sollte, schon in der Vorbereitung zur Körung - die Vorauswahlreise beginnt allerdings schon im Juli/ August und da ist so mancher Hengst gerade mal zwei Jahre alt geworden. Die Hengste müssen an der Körung entsprechend bemuskelt sein und das erreicht man nur mit entsprechendem Trainung. Abgesehen davon erwartet die Kommission auch schon routiniertes Freispringen über Hindernisse.


    Wenn der Zweijährige gekört wird, beginnt für ihn das Anreiten, denn ab März gehen die Hengste in die Hengstleistungsprüfungen und selbstverständlich sollte so ein zukünftiger Vererber auch schon Turniererfolge und eine Einladung zum Bundeschampionat erhalten haben, damit sich die Züchter für ihn als Hengst für ihre Stuten interessieren.


    Hengste wie Totilas, die auch die Nichtpferdeleute kennen, sind da nur die Spitze des Eisbergs.


    ... und für eine bestandene Körung gibt es kein Geld, sondern die kostet erst mal rund 10.000 € - trotzdem werden Pferdekinder dafür verheizt, weil die Hoffnung des Züchters besteht, dass der Pferdesohn doch noch ganz groß rauskommt und entsprechend Stuten bekommt oder ein Wahnsinns-Kaufangebot folgt.


    Nun komme ich aber von den Pferden, bei denen ich zwei Jahrzehnte lang zu den Insidern gehörte, zu den Hunden.


    Ich fühlte mich mit meinen ersten Schäferhunden natürlich auch genötigt, Hundesport zu betreiben und Prüfungen abzulegen. Die Frage, ob meine Hunde sich für meine Ideen ebenfalls begeisterten, habe ich ihnen und mir damals nicht gestellt.


    Was mir aber auffiel, dass wir im Verein eine Menge von ungesundem Ehrgeiz getriebene Hundesportler hatten, denen quasi jedes Mittel recht gewesen wäre, um ihren Hund mit Erfolg durch jedwede Prüfung zu zwingen, denn ohne Prüfung gab es ja auch keine Zuchtzulassung.


    Ich hatte mit Joe zum Glück einen Hund mit ganz wenig Trieb - oder wie der Trainer sagte: "Beim Agility macht er sicher eine bessere Figur". Außerdem war er deutlich aus dem Standard gewachsen und damit war die Zuchtzulassung auch kein Thema mehr für uns und wir konnten entspannt und ohne irgendwelche festgelegten Ziele trainieren. Was Joe keinen Spaß machte, machten wir halt nicht und förderten, was er besonders gern machte oder konnte.


    Bei den Leonbergern gibt es keine Arbeitsprüfung und die Körung ist eine ganz entspannte Veranstaltung. Genauso die verlangten Ausstellungserfolge. Eigentlich. Aber ich kenne auch Züchter, die keine Schau auslassen und mit ihren Welpen auch stundenlange Autofahrten ins entfernte Ausland nicht scheuen, um sich bei den Richtern bekannt zu machen und Erfolge zu sammeln.


    Und ich finde, dass man sich auch da schon die Frage stellen kann, ob das den Hunden wirklich gut tut und ob der Hund da nicht zum Objekt des Züchters wird, mit dem er sich profiliert - vergleichbar mit dem Porsche zur Penisverlängerung des Mannes in der Midlifekrise. Nur halt auf Kosten der Hunde.


    Insofern denke ich, dass es nicht zwingend um Geld gehen muss, um die Grenze zu überschreiten, hinter der das Wohlbefinden des Tieres an die zweite Stelle rückt, sondern Ruhm auch eine starke Triebfeder sein kann.

  • Es reicht sich doch nur die Entwicklung in der Hundezucht ansehen. Da werden funktionierende/funktionale Rassestandards an aktuelle Schönheitsideale angepasst und Diese auch immer extremer bewertet. Was das aus/mit den Hunden macht ist zweitrangig. Hauptsache der Rubel für die Züchter und damit auch für die Verbände rollt.

  • Abgesehen davon, dass ich persönlich einfach kein dogdancing-fan bin, bin ich schon der Meinung, dass das solchen Hunden wahnsinnig Spaß machen kann.


    Ein Arbeitshund sollte es auch durchaus abkönnen, wenn ihm mal "5 Minuten die Zunge schon sehr herraus hängt".

    Hecheln ist ja kein krankhafter Zustand oder ein Signal, dass etwas nicht i.O. ist. Hecheln ist eine völlig normale Körperfunktion, wie bei uns Menschen das Schwitzen.

    Ich finde eher das Gegenteil schlimm: Leute die für die Arbeit gezüchtete Hundetypen haben, und nur bei schönwetter dann eine Stunde pro Tag mehr oder weniger sinnlos in der Landschaft herumdaddeln.


    Den Leistungssport an sich finde ich für den Hund eigentlich nicht Problematisch (sowohl aus körperlicher als auch aus psychischer Sicht, sofern das Tier im Vorfeld entsprechend reifen durfte!) das Problem sind (zu) ehrgeizige und/oder Jähzornige Menschen, aber die findet man beiweitem nicht nur im Leistungssport.


    Wenn dann noch Geld eine Rolle spielt, so wie das im Reitsport der Fall ist, ist die Gefahr da in eine ungesunde Richtung abzurutschen natürlich nochmal höher.


    Mein Partner und ich sind zwar keine WM Teilnehmer, aber ich würde uns doch durchaus als Leistungssportler bezeichnen.

    Wir trainieren täglich, und das Ziel sind ganz klar Meisterschaftsteilnahmen.

    Dennoch lieben wir (und die Hunde ;) ) was wir tun, und das um des Tuns Willen, nicht der Pokale wegen.

  • Mir persönlich gefällt Dog Dancing auch nicht. Dieses Video war ja auch nur ein Beispiel für eine extreme Leistung, welche da vom Tier abverlangt wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das anhaltende Gehüpfe auf zwei Beinen (und das wird sie ja sehr intensiv trainiert haben müssen) gut ist für die Hinterhand und Hüftgelenke. Weil es eine Unnatürliche Bewegung ist.


    Wenn die sportlichen Aktivitäten in dem von Dir beschriebenen Rahmen bleiben dann ist da ja auch nichts gegen einzuwenden. Solange der Hund daran Spaß hat.

  • Ich bin auch kein übermäßiger Fan von Dogdance, aber es gibt ganz tolle Vorstellungen.


    Eine davon ist diese hier:


    FCI Dog dance World Championship 2016 – Freestyle final - Lusy Imbergerova and Deril (Italy) - YouTube


    die ich mir immer wieder gern ansehe.


    Wichtig ist, wie ich finde, wie bei allem: Das Maß muss stimmen und der Hund (oder auch das Pferd) muss Spaß haben.


    Mein Pferd z. B. wurde ziemlich unleidlich, wenn wir ein paar Tage hintereinander nur ausgeritten sind und er auf der Weide war. Es war im schlichtweg langweilig.


    Und bei Hunden muss man halt auch gucken, was für den Hund passt.


    Ich z. B. wäre nicht auf den Gedanken, SD mit Crazy zu machen, hätte sie nicht so einen Spaß dabei. Und auch das Fährten macht ihr sehr viel Freude, weshalb wir die ersten Prüfungen ins Visier nehmen. Vielleicht kein Leistungssport in höheren Ebenen, aber eben auch Sport mit viel Training.

  • Wobei ich das Fährten schon als sehr viel artgerechter ansehe als dieses ewige Gehopse auf der Hinterhand.

  • Wem Dogdance gefällt, der soll es machen. Es gibt tolle Beiträge, der letzte eben, von Cinja verlinkte, war mir schon bekannt und gefällt mir auch sehr gut. Der Hund muss dabei nicht so viele eher unnatürliche Bewegungen machen.


    Ich gucke mir solche Videos ab und an mal an, wenn sie mir jemand geschickt hat. Und ich finde die erbrachten Leistungen

    schon sehr bemerkenswert und bewundere auch auch Konsequenz, die in meinen Augen dahinter steht.


    Und eines ist da mal sicher: die Hundehalterinnen beschäftigen sich lange und oft mit ihren Hunden!

  • Das Video ist toll und ich kann nix negatives Erkennen.

    Schon beeindruckend was so manches Hund/Mensch gespann so hinbekommt :thumbsup:

  • Ein Arbeitshund sollte es auch durchaus abkönnen, wenn ihm mal "5 Minuten die Zunge schon sehr herraus hängt".

    Hecheln ist ja kein krankhafter Zustand oder ein Signal, dass etwas nicht i.O. ist. Hecheln ist eine völlig normale Körperfunktion, wie bei uns Menschen das Schwitzen.

    Das Problem beim Hecheln ist, dass es in dem Fall extrem nach Stresshecheln aussieht, außer in der Halle hat es 28° oder der Hund hat vorher ne Stunde gehütet.

    Sprich, nicht dass der Hund hechelt ist bedenklich, sondern das warum.