seltsamer Malinois !

  • Hallo,

    ich habe einen etwas über 1 jährigen Malinois.Schon vom ersten Tag an als er als Welpe zu mir kam viel mir schon auf das er irgendwie nicht ganz normal ist.Ich habe immer viel mit Hunden gearbeitet und vorher auch einen Mali gehabt aber dieser ist höchst eigenartig.Wo soll ich anfangen und wo aufhören.......

    Er neigte von Welpen an sehr zu neurotischem Verhalten so habe ich immer sehr drauf geachtet das er sich in nichts zu sehr rein steigert und vor allem auch viel ruhe finde/lerntt.Er lebt mit einem weiteren Hund zusammen aber man merkt richtig das er die Hundesprache nicht versteht.Er hat auch kein Gefühl für Menschen,er merkt absolut nicht wenn es seinem Gegenüber reicht und etwas nicht mehr lustig ist.Mit anderen Hunden wollte er von Welpen an nichts zu tun haben.Wir waren regelmäßig auf dem Hundeplatz,ich habe ihn nicht zum Kontakt mit anderen gezwungen habe aber dennoch dafür gesorgt das viele verschiedene Hunde in seinem Leben vorkommen.Viel konnte man auch sehen das er Angst vor anderen Hunden hat (weil er sie nicht versteht und nicht lesen kann).Er hat auch lange Zeit überhaupt kein Interesse daran gehabt zu mir eine Beziehung aufzubauen.In seiner Welt gibt es nur ihn selber (völlig Schäferhund untypisch!)Er hat sich auch nie geputzt was ich auch sehr auffällig finde.Wie alle Malis hat er ein Thema mit seinen Energien aber er ist völlig zwiegespalten und ihm geht es selber nicht gut mit seinem Seelenleben aber er kann nicht aus seiner Haut.Seine Reaktionen wechseln ständig,oft in Bruchteilen von Sekunden.Von mega Agro bis blanke Panik und wieder zurück ohne eine Ursache dafür ausmachen zu können.

    Dann ging es los das er auf einmal extrem krass auf Dinge reagierte die er von Klein auf kannte,solche häftigen Reaktionen kenne ich nur von Hunden wo sich ein Negativverhalten über Jahre hochgepuscht hat ohne das der Mensch vernünftig eingegriffen hat.Beim nächsten mal konnte es sein das die selben Dinge ihn gar nicht interessiert haben als wären sie gar nicht da.

    Mir kam er oft irgendwie sozial Behindert und Lernbehindert vor.Allein Pfote geben hat fast 7 Monate gedauert bis er das Komando und die Aktion dazu verknüpft hat.Die Stubenreinheit genauso.

    Da ich selber viele Hunde gearbeitet habe habe ich auch einige Hundetrainer im Freundeskreis,wenn ich von ihm erzählte sagten die auch,so was gibt es nicht,so reagieren Hunde nicht.Die wussten aber auch das ich keinen Mist erzähle und die Dinge eigentlich sehr gut beurteilen kann.Wenn sie ihn dann selber in einigen Situationen erlebten schüttelten die Leute nur Ratlos den Kopf mit den Komentaren "So was habe ich auch noch nicht gesehen.Keine Ahnung was man da machen könnte"

    Dann habe ich überlegt (den er tut mir ja auch leid in seiner kleinen kaputten Welt) ihn richtig durchchecken zu lassen ob es körperliche Ursachen gibt.Der Hund ist völlig gesund und hat beste Werte.

    Dann Sprach ich mit einem Hundesachverständigen den ich von früher noch kannte,er meinte in den meisten Fällen ist es ein Führungsfehler wenn Hunde so eigenartig reagieren aber bei ihnen kann ich mir das kaum vorstellen,sie haben immer sehr gut geführt,wenn es nichts medizinisches ist muss es eine Anlagenbedingte Geschichte sein und er empfahl mir ein homeopartisches Mittel als Dauergabe für ihn.

    Seid dem hat er für seine Verhältnisse sehr große Fortschritte gemacht.Er hat ein deutlich besseres Nervenkostüm,er lernt jetzt!!!!!Er hat eine Beziehung zu mir aufgebaut (lange nicht so eng wie ich es von Schäferhunden kenne aber für seine Verhältnisse sehr eng) er ist auch immer mehr an anderen Hunden interessiert und versucht langsam das was die Natur ihm an Instinkt nicht mitgeben hat über lernen zu kompensieren.Aber ein normaler Hund ist er noch lange nicht.Er ist mittlerweile, sagen wir mal brauchbar.

    Seine Lernschwäche scheint durch die Nervendrops ausgeglichen aber auf sozialer Ebene mit allen Lebewesen hat er weiter seine Defizite.

    Ganz interessant,neulich hat er das knurren für sich entdeckt.Er knurrte einfach mal so,im Korb liegend ohne das sich irgendwas bewegte,später auch in anderen Situationen.Dann war eine Schäferhündin zu besuch.Er lernt gerade erst wie man spielen kann mit Artgenossen und probiert sich regelrecht aus was geht und was nicht.Dann teste er ganz interessiert das knurren aus und bekam langsam Erkenntnisse durch die Reaktion seines Gegenübers wie das knurren verstanden wird und was es wohl zu bedeuten hat.So langsam fängt er an das knurren auch dafür einzusetzen wofür die Natur es in der Komunikation vorgesehen hat.

    Ich habe so einen Hund noch nie erlebt!!!

    Er kommt mir ein wenig so vor wie ein Autist.

    Kennt noch jemand solche Hunde?

    Hat jemand Erfahrungen das man sich evtl mal austauschen kann und Ideen sammeln kann wie man mit so einen seltsamen Hund noch besser klar kommt und ihm ein vernünftiges Leben schenken kann?

  • Oh weh, da hast Du noch einiges vor Dir. Aber schön dass Du Dich so intensiv bemühst, und vor allem dass Deine Bemühungen inzwischen Früchte tragen.


    Ich selbst habe keine Mails, kenne aber welche die ähnlich gestrickt sind wie Deiner. Die Pubertät ist mit ihnen die Hölle. Danach stabilisieren sie sich meist, vorausgesetzt man bemüht sich entsprechend. Bei Malinois ist es so dass das Genie nahe am Wahnsinn liegt, wie ein sehr bekannter Züchter diese Rasse mal gesagt hat. In der Breite der Population ast Du gute Gebrauchshundeeigenschaften, aber der Übergang zum nervlich unbrauchbaren Hund ist sehr viel schmaler als bei den meisten anderen Rassen.


    Trotzdem könnt Ihr zusammenwachsen. Bei solchen Hunden ist es gut ihr Triebpotential nicht zu häufig anzusprechen. Es gibt Beschäftigungs- und Trainingsmöglichkeiten, die dem Naturell solcher Hunde zugute kommen und ausgleichrnd auf ihr Wesen wirken, sie gelassener machen. Während man sie mit anderen zusätzlich hoch pusht.


    Wenn ich so einen Hund hätte, dann wäre Dr. Esther Schalke mein Ansprechpartner für einen Trainingsplan und Tipps für weiterführende Literatur zu dem Thema.

  • Hallo Waschbär,

    Die Schalke schaue ich mir mal an aber ich denke fast das mich das nicht wirklich weiter bringt denn es geht ja um normale,gesunde Hunde die einfach in ihren Tiebanlagen einfacher oder schwieriger sind und dementsprechend anders zu führen und zu beschäftigen..

    das was Du beschreibst,genauso kenne und liebe ich die Malis aber dieser hier ist ganz anders.Im Grunde muss man ihn in verschiedensten Situationen erlebt haben um wirklich zu verstehen was ich meine.

    Mein Gefühl lässt mich nicht los das er " irgendwie geistig behindert" ist.

    Das ist auch keine reine Pubertätsgeschichte denn er war mit 8,9,10 Wochen auch schon total Eigenartig gewesen.

    Er lebt in einer ganz anderen Welt die weder er selber noch der Rest der Welt versteht.Im Grunde will er nur Frieden und Harmonie haben und ist kein Stück dominant.Auf der einen Seite ist er dadurch extrem leicht zu führen (insbesondere für einen Mali) auf der anderen Seite ist er extrem schwer zu führen weil er nicht reagiert wie Hunde normalerweise reagieren da er Naturgesetze nicht versteht.(er versteht keine Korrekturen weder vom Artgenossen noch vom Menschen,er versteht kein Dominanzgebärden,er weiß nicht wie Hunde miteinander spielen und was sie sich damit spielerisch bei bringen.Das einzige was er instinktiv sofort wusste war sich zu unterwerfen,was knurren ist und bedeutet lernt er jetzt gerade erst,da gibt es noch so viele Beispiele.).Ich habe bestimmt 100 Hunde gearbeitet,viele hatten echt einen Schaden weil sie einfach falsch angepackt und geführt wurden,denen konnte ich allen helfen und letztlich stellte sich raus das die alle ziemlich normal waren und ihr "Schaden" eine logische Konsequenz.Bei ihm ist es fast egal was ich mache er versteht oft einfach nicht was von ihm erwartet wird und verzweifelt daran.Ob ich nur positiv ran gehe oder mit Druck.Wobei er mit Druck gar nicht klar kommt,das halten seine Nerven überhaupt nicht aus.Und Druck empfindet er extrem schnell.Druck ist für ihn schon wenn ich 3 Minuten auf ein sauberes Fuß bestehe und ihm beim übertreten von Fuß völlig harmlos am Halsband an meine Seite zurück "rucke".Das ist schon schwerster Druck für ihn.Für einen normalen Malinois ist das lächerlich.

    Aber er hat einen guten Beuttrieb,dann ist er knallhart wie ein Mali eben so ist,dann kann,darf und muss man auch richtig durchgreifen.Aber auf Treib mache ich mit IHM eher weniger.

    Durch ihn habe ich langsam das Gefühl ich weiß gar nichts mehr über Hunde.Früher war ich immer die "Geheimadresse" wo etliche Leute ihre Hunde hingebracht haben die etliche Trainer vorher nicht hinbekommen haben und es hieß wenn den Hund jemand hinbekommt dann Markita.

    Auch andere Hunde reagieren auf ihn oft ganz anders wie sie es gewöhnlich tun.

    Selbst meine Hündin die ich noch habe,die Nerven wie Drahtseile hat, wird mit ihm auch nicht wirklich warm,sie ist so oft einfach nur genervt von ihm und man sieht ihr ihre "Fassungslosigkeit" oft an wie er auf viele Situationen reagiert oder das normalste gar nicht kapiert.Sie ist kein Mali wurde aber von meinem alten Mali groß gezogen und kennt Maliverhalten.


    Er ist auch nicht ständig Malitypisch überdreht,oft ist er echt schön entspannt für einen Mali,darauf habe ich auch immer sehr geachtet.

    Nichts desdo trotz überfordern ihn alles mögliche,man kann seine persönliche Hölle sehen,seine Verzweiflung und hilflosigkeit aber nichts was "normalen" Hunden hilft kommt bei ihm an.Er tut mir schrecklich leid,er ist eine ganz arme Seele.

    Mit Drops ist alles noch in einem "verträglichen" Rahmen,ohne Drops ist es für alle Seiten kaum erträglich.

    Wirklich,der leidet Seelenqualen!


    Ich habe jetzt kürzlich noch den Fehler gemacht und wollte seine Nervendrops etwas runter dosieren weil ich es selber völlig krank finde einem Hund (wenn auch pflanzlich) Nervendrops zu geben damit er sich selber und man das Tier ertragen kann,außerdem möchte ich ja das er das nicht ewig bekommt auch wenn es mir so angeraten wurde.

    GANZ GROßER FEHLER!!!!

    Ich hatte schon ganz vergessen wie es ohne Nervendrops war,er ist wieder völlig zurück gefallen,Mit seinen Drops war er viel "Belastbarer" konnte Situationen auf sich wirken lassen und ertragen ohne im Stress zu sein und dadurch auch viel lernen.Vor den Nervendrops hatte er IMMER Dünnpfiff.Kein Wunder wenn man IMMER mit ALLEM Stress hat,mit den Drops hatte er das gar nicht mehr,jetzt wird der Kot wieder dünn.Er ist innerlich völlig unausgeglichen auch wenn er äußerlich recht ruhig wirkt.

    Kleinste Dinger machen ihn völlig fertig.

    Gestern hat er fast einen Nervenzusammenburch bekommen weil eine Feder auf dem Boden lag!!!!

    Wir haben Hühner,er kennt Federn die gehören zu seinem Alltag.

    Er war hysterisch am bellen,kroch zuckend über den Boden,zwischen Flucht und Angriff.Ich konnte nicht sofort sehen worum es ging.Dann schnappte er danach und die Feder hing ihm an der Nase,da ist er bald gestorben.Er schrie und schnappte wie verrückt in die Luft bis er sie dann ganz bald im Maul hatte.Dann versuchte er sie erst pansich wieder aus zu spucken hat sie dann aber doch runter geschluckt.

    Ich habe einfach mal gar nicht drauf reagiert und ihn nur ruhig aufgefordert mit mir zu gehen als wäre gar nichts gewesen.


    In manchen Anzeigen von Maliwelpen steht,Maliwelpen zu verkaufen,Eltern klar im Kopf.

    Ich frage mich langsam ob es bei Malis häufiger vor kommt das sie wirklich nicht ganz klar im Kopf sind.Bislang dachte ich immer das sehr viele Leute Malis einfach nicht führen können und mit diesen extremen Treiblagen nicht umgehen können.Dadurch wirken ja so einige Malis als wären sie nicht ganz norma.lDas habe ich bei Malis und Heerdern ja oft genug gesehen.Diese Hunde sind auch völlig anders wie andere Hunde aber deshalb nicht bekolppt im Kopf.Hätte ich meinen hier nicht kennen gelernt hätte ich nie geglaubt das es Hunde gibt die trotz recht guter Führung,ohne komische Vorgeschichte und obwohl sie an alle Umweltreitze vernünftig ran geführt worden sind solche starken Instinktverluste und ein so extrem schwaches Nervensytem haben.Mir wäre völlig klar gewesen da hat ein Mensch aber ganz schön verkackt,deshalb ist der Hund nicht unnormal.


    Ich will mit ihm zusammen wachsen und ihm ein wirklich hundgerechts Leben bieten aber bei seinen Defiziten weiß ich nicht ob das wirklich geht.Ich bin nicht der Typ der aufgibt aber das ist echt kein schönes Leben mit ihm.Für ihn selber auch nicht.Mit Drops geht es.

    Ich könnte ihn auch nicht abgeben.Wo sollte man so einen Hund auch hin geben!?Die "normalen" Schutzdienstler können mit ihm nichts anfangen und die Spinner unter denen dürfen so einen Hund auf keinen Fall haben,die würden ihn nur über den Wehrtrieb arbeiten um irgendwelche Prüfungen zu schaffen,dabei würde er völlig kaputt gehen und brandgefährlich und unberechenbar werden.So meint er ja nichts "böse" und hat keinerlei "böse" Absichten und will keinen Ärger.Er versteht bloß nicht wie die Welt läuft.Aber er wäre auch nicht gut bei Menschen aufgehoben die es zu gut mit ihm meinen dann wäre er ganz schnell nicht mehr kontrollierbar und würde sich in seiner kleinen Welt noch schlimmer im Kreis drehen und nichts gibt ihm mehr halt.Ich weiß aber auch nicht ob ich die richtige Adresse für ihn bin so sehr ich mich auch bemühe oder ob es überhaupt die richtige Adresse für ihn gibt wo alle miteinander einfach nur glücklich zusammen sind.

    Bitte nicht falsch verstehen,bei all seinen Defiziten hat er auch ganz tolle Seiten die ich an ihm schätze aber darum geht es ja gerade nicht.

    Ich hoffe echt das ich noch jemanden treffe dem das alles irgendwie bekannt vor kommt und der gute Wege mit solchen Hunden gefunden hat.Denn das ist echt verdammt selten.Sonst hätte ich solche Hunde doch auch zumindest schon 1x kennen gelernt.

    Aber irgendwie ist er der erste Hund der mich echt verzweifeln lässt.

  • Ich habe Esther deswegen erwähnt weil sie nicht nur Fachtierärztin für Tierverhalten ist (sie war wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Prof. Hackbarth am Institut für Tierschutz und Verhalten der TiHo Hannover, mit dem Forschungsschwerpunk Lernverhalten und Aggressionsverhalten bei Hunden), sondern sie ist auch eine begnadete Trainerin die sich mit den Gebrauchshunderassen, vor allem auch den Malinois, sehr gut auskennt. Zusammen mit Hans Ebbers arbeitet sie auch sehr erfolgreich im Diensthundebereich an verschiedenen Diensthundeschulen.


    https://www.kynoscience.de/wir-ueber-uns/unsere-philosophie


    Wenn bei einem Hund Probleme wie bei Deinem auftreten kann es durchaus sein dass auch organische Ursachen eine Rolle spielen können. Irgendein Organ, irgendeine Drüse, das/die nicht richtig arbeitet und irgendein Enzym oder Hormon etc. zu viel oder zu wenig produziert... Und schon kann Verhalten völlig anders ablaufen als allgemein üblich. Von daher kombiniert jemand wie Esther, die den wissenschaftlich-medizinischen Bereich genau so abdeckt wie den trainingstechnischen, diese beiden Bereiche optimal.

  • Perfekt!

    Das klingt wirklich nach der passenden Adresse!


    Ein interessantes Ding mit ihm muss ich auch noch eben erzählen.Ball spielen!

    Man kann ganz normal mit ihm Ball spielen,er rast los und bringt den Ball zurück.Dann passiert es auch oft,manchmal mittendrin,manchmal gleich am Anfang oder nur zwischendurch,ich werfe den Ball,er schaut ihm einfach nur nach,spricht man ihn an gibt es keine Reaktion,nicht mal eine Ohrbewegung,irgendwann schaut er einen dann von selber an,Wenn er schaut sage ich noch mal Ball und er schießt los.Ich kann auch vorher wenn er mich noch nicht anschaut sagen Bring Ball oder Ball der rührt sich gar nicht mehr.

    So kann es aber auch das ganze Ballspiel lang gehen.

    Ich frage mich dann auch so oft was da nur in seinem Kopf vor geht.

  • Wie gesagt, es kann auch eine ganze Reihe organischer Ursachen für derartige Verhaltensweisen geben, z.B. auch spezielle Formen der Epilepsie oder etwas in der Art. Das ist ja nicht immer gekoppelt mit den allgemein üblichen Krampfanfällen, sondern kann sich auch in relativ kurzen "Bewusstseins-Aussetzern" zeigen. I

  • Sehr interessanter Beitrag :/ . Ich könnte mir schon vorstellen, dass es auch bei Hunden so etwas wie "geistige Behinderung" gibt. Warum nicht ?


    Welche "Drops" gibst Du ihm denn ?


    Du klingst jedenfalls genau wie das "richtige Frauchen" für diesen Hund. So wie ich immer sage: nur "besondere Eltern" bekommen "besondere Kinder" <3

  • Was irgendwie noch gar nicht genannt wurde:

    Wie ist er denn aufgewachsen? Da ich mich dazu ja aufgrund eigener Vermutung dazu ziemlich gut eingelesen habe der letzten Zeit, fällt mir noch ein, dass es auch ein Deprivationssyndrom oder ein/mehrere Deprivationsschäden sein könnten. Das Problem mit der Sache ist, dass es einerseits oft aufgestempelt wird bei Hunden, die einfach schwierig sind. Andererseits auch völlig übersehen wird, weil man denkt, der Hund sei einfach nur schwieriger als andere.


    Jenachdem wie schwer und ausgeprägt ein Welpe reizdepriviert war (das kann auch bei einem Züchter passieren, der die Hunde nur in Haus und Garten hält und vielleicht den Sauger anschmeißt, aber sonst mit ihnen nichts macht), hat das dann leichte bis schwere Auswirkungen für den Rest des Lebens. Darunter Lernschwächen (besonders auch unter Ablenkung), Anpassungsschwierigkeiten, Reizverarbeitungsprobleme, Aggression, Panik, sehr schnelle Reizbarkeit. Sie tendieren auch zu neurotischem Verhalten wie Schwanzjagen, im Kreis drehen, auf und ab laufen, völlig inadäquate Reaktionen auf Reize, mit anderen Hunden nicht zurecht kommen... es gibt sehr viele Symptome, nicht alle müssen zutreffen.


    Es gibt Hunde, die stecken die Deprivation besser weg und wenn man da sehr früh eingreift und sozialisiert, können die einiges auch problemlos wieder aufholen. Aber je länger der Zustand der Deprivation andauernt und je weitgreifender er ausgeprägt ist, desto schwieriger wird das alles.


    Leider muss man sich immer auf die Aussagen verlassen, die ein Züchter, Verkäufer oder der Tierschutz einem mitgeben. Man merkt dann aber meist am Hund schon sehr schnell, dass da etwas nicht an der Geschichte stimmen kann.


    Mein Hund kam zb schon schwanzjagend und völlig überdreht, abersolut nicht in der Lage Ruhe zu halten und mit Schreiattacken zu mir. Das wurde anfangs alles abgetan mit wir würden den Hund selbst hochpushen, wir würden den Hund nie selbst zur Ruhe finden lassen und ihn noch animieren, er vermisse seine Mama und schreit deswegen, weil wir ihm nicht genug Liebe geben... man bekommt einfach nicht geglaubt, wenn man davon erzählt. Bekommen die Leute das aber dann mal live mit, dann sind sie geschockt und dann wird man gefragt, wie man ihn misshandelt, dass der so ist und dann steht man dumm da rum, weil man alles tut, aber sicherlich nicht den Hund misshandeln.


    Einerseits ist mein Hund total "hart im Nehmen", den hatte ich im Eifer des Gefechts auch schon am Nacken, davon war er völlig unbeeindruckt. Wenn er aber dann wieder was anderes macht, zum Beispiel versucht, seinen Schwanz zu fressen und ich klatsche nur ganz leise in die Hände oder sage ein moderates "hey!", dann zuckt er zusammen, als hätte man ihn mit einem Felsen beworfen. Also total überempfindlich und nicht angepasst, als hätte ich ihn grade aus seiner Welt rausgerissen, weil er in der Sekunde nur noch sich und seinen Schwanz sieht, den er da misshandelt.


    Joa, könnte das auf deinen Mali eventuell zutreffen, dass da die ersten 8 Wochen bzw. bevor er zu dir kam was blöd gelaufen ist? Dann wüsstest du wenigstens, wo du ansetzen und was du für den Hund tun kannst, damit er lernt, besser mit sich und seiner Umwelt klar zu kommen. Ob Hunde geistige Behinderungen haben können wie Menschen, das weiß ich nicht, vielleicht gibt es dazu ja Studien. Dürfte aber aufgrund der anderen Hirnstruktur zu z.B. Menschen eher unwahrscheinlich sein, dass es sich dann genau so zeigt.

  • Authismus kann es auch bei Tieren geben. Aber wenn das Verhalten so wechselt würde ich, wenn organische Probleme voliegen, eher auf etwas aus dem Bereich der Epilepsie o.ä. tippen.


    Das sollte aber abgecheckt werden, und bei Esther Schalke und Hans Ebbers wäre man da genau an der richtigen Stelle, weil die alle drei wichtigen Bereiche sehr gut abdecken durch sehr viel eigene Erfahrung (Training, Rasse und medizinischer Aspekt).

  • Azemba: Für Schwanzjagen und auch das sog. "nervöse Flankenlecken" wurden inzwischen genetische Komponenten nachgewiesen (u.a. beim Malinois). D.h. es gibt Hunde, die genetisch zu solchen Verhaltensweisen neigen können. Und bei dem einen wird das von Umweltfaktoren getriggert, bei anderen nocht. Von daher halte ich es in solchen Fällen ja für so wichtig dass man solche Problematiken nicht nur über einen Bereich zu lösen versucht (also nur über Training bzw. Sozailisation und Auslastung des Hundes, oder nur über den medizinischen Bereich), sondern "fachbereichsübergreifend".

  • Azemba: Für Schwanzjagen und auch das sog. "nervöse Flankenlecken" wurden inzwischen genetische Komponenten nachgewiesen (u.a. beim Malinois). D.h. es gibt Hunde, die genetisch zu solchen Verhaltensweisen neigen können. Und bei dem einen wird das von Umweltfaktoren getriggert, bei anderen nocht. Von daher halte ich es in solchen Fällen ja für so wichtig dass man solche Problematiken nicht nur über einen Bereich zu lösen versucht (also nur über Training bzw. Sozailisation und Auslastung des Hundes, oder nur über den medizinischen Bereich), sondern "fachbereichsübergreifend".

    Genau deiner Meinung, dem kann ich nichts mehr hinzu fügen! :)

    Grade, wenn diese Besonderheiten beim Mali bekannt sind, wäre es sehr gut, sich an die genannte Stelle zu wenden.

  • Neben einem möglichen Deprivationssyndrom würde ich noch einen Schritt weiter zurückgehen. Ist es möglich, dass er viel zu früh von der Mutter getrennt wurde oder gar ohne Mutter aufgewachsen ist? Solche Hunde entwickeln auch hochgradige Störungen.