Neuling mit Fragen und laaaangem Text

  • nixxda

    Als ich auf Welpen Suche war, hab ich einfach die Züchter der mir gefallenden Zuchten angeschrieben/angerufen.


    Die meisten verantwortungsbewussten Züchter erkundigen sich dann nach eurem Leben, euren Zielen mit Hund und Erfahrungen.

    Und sagen dann ehrlich, wenn sie meinen es passt oder passt nicht.


    Auch gibt's hier einige User die einem dann noch Infos ( Linie=Gesundheit usw) zu den entsprechenden Zuchten geben können.

  • Ja, das werden wir, wenn es soweit ist sowieso machen :)


    Hier ging es mir jetzt hauptsächlich auch darum selber etwas zu lernen. Nicht darum jetzt schon spezifisch einen Züchter auszusuchen. Dafür ist es zeitlich und auch von unseren Erfahrungen viel zu früh.

  • Hallo auch von mir! Ich finde es toll, wie sehr ihr euch vorab informiert.


    Ich habe deinen ersten Beitrag ein wenig schmunzelnd gelesen. Was ihr euch vorstellt ist ein absoluter "Superhund". Einer der alles hat, was man sich so wünscht: sportlich, kinderlieb, gut zu führen, lieb, verträglich mit allen etc. So liest es sich jedenfalls. Und klar gibt es solche Hunde auch. Eventuell sind eure Erwartungen an den Hund aber auch sehr hoch. Ich meine das überhaupt nicht böse, aber in erster Linie zieht ein Lebewesen bei euch ein.

    Ich selbst habe eine Hündin (Langstockhaar DSH, Hochzucht), die ist im oberen Maß was Gewicht und Größe angeht. Sie ist dennoch sehr sportlich, aber die Malis vom Platz sind sportlicher- zumindest um einiges wendiger ^^ Wir machen Canicross und normale Wanderungen. Im Urlaub auch in die Berge- aber zu Fuß. Fahrrad fahren wir nur im Flachland. Ich denke es kommt immer auch sehr auf den Trainingszustand an. Im ersten Jahr ist Fahrradfahren sowieso tabu.


    Malis kenne ich mehrere vom Hundeplatz und ich würde keinen davon haben wollen. Ich bin nicht geeignet für diese Rasse- die Hunde sind an sich sind schon toll - aber auch speziell.

    Meine Hündin (Nika) ist mein erster dt. Schäferhund. Vorher hatten wir einen Golden Retriver. Nika ist keine Triebbombe und eine "typische" Vertreterin der Hochzucht würde ich sagen und DOCH ist sie ein anderes Kaliber als der Goldi.

    Ich würde mich immer wieder für den DSH (Hochzucht) entscheiden- allerdings nur noch aus dem Tierschutz.

    Ich wünsche euch viel Freude bei der Auswahl eines passenden Familienmitglieds.

  • nixxda ich habe grade leider keine Zeit, für mehr, aber ich hab dir grade mal den Größenzuchtwert der von dir rausgesuchten Verpaarungen rausgesucht.


    Größenzuchtwert:

    Ausgangswert ist immer die Zahl 100, das steht bei Rüden für 64,5 cm und bei Hündinnen für 59,5 cm.


    Je weiter der Wert unter 100 liegt, desto kleiner werden die Nachkommen vorraussichtlich, wenn der Wert über 100 liegt, werden sie entsprechend größer.

    (Realistisch sind Werte zwischen 80 und 110. Wenige Punkte drunter und drüber sieht man wirklich sehr selten bei extrem kleinen oder große Exemplaren)


    Das ist natürlich nicht ganz genau, grade bei (jungen) Hunden mit wenig Nachkommen ist es schwer einen genauen Wert zu ermitteln, aber es ist trotzdem ein gutes Mittel um zu checken in welche Richtung es geht, denn der Wert beschreibt nicht (nur) die tatsächliche Größe eines Eltertieres, sondern wie es in dieser Hinsicht vorraussichtlich vererbt. Kombiniert mit dem Wert des anderen Elterntieres ergibt sich ein vorläufiger Größenzuchtwert für den Wurf, also die Welpen:


    Hercules x Inka 87


    Quo x Uma 82


    Wicko x Xira 97

    (Von der letzten Verpaarung würde ich dir eh abraten, Wicko ist ein recht extremer Hund)

  • Die Hercules Nachfahren die ich kenne, wären auch nichts für Anfänger.

  • Ein herzliches Willkommen auch von mir.


    Hab mir alles durchgelesen und hatte den Eindruck, das der Schwerpunkt der Antworten doch eher in der physischen Eignung lag.


    Ich habe mir daher einen Satz von Dir rausgegriffen, zu dem Thema würde ich gerne etwas anmerken:


    "Wir sind uns bewusst, dass dies natürlich auch viel von der Sozialisierung des Hundes abhängt."


    Bei dem, was ihr mit dem Hund vorhabt, hängt m.E. alles von der Sozialisierung ab, ob ihr am Ende das alles umsetzen könnt, was Du beschrieben hast.

    Immerhin soll der Hund ohne Leine durch den Wald und Gelände laufen, während Du konzentriert auf den Trail auf dem Rad sitzt und nicht zu 100% beim Hund sein kannst.

    Mit Wildwechsel und Publikumsverkehr (mit Hund), und anderen Bikern fallen mir da schnell ein paar Situationen ein, für die der Hund sehr gut sozialisiert sein sollte.😉


    Da sollte der Hund zu 100% verträglich mit seiner Umwelt sein, egal was passiert.

    Das ist ein sehr hoher Anspruch an das Tier und sein Wesen. Ich würde sogar sagen mit einer der höchsten Ansprüche überhaupt.


    Was euch dieses Ziel an Aufwand kostet, und wo der Hund seine Grenzen hat, das wiederum hängt nach meinem Verständnis von den Anlagen ab, die er mitbringt.


    Mit dem Wissen von heute danke ich dem lieben Gott jeden Tag, das er uns mit Pepper einen so sanften, trieblosen und leicht zu formenden LZ Rüden beschert hat. 😌


    Ihr geht die Sache ganz anders an als wir und setzt euch einen großzügigen Zeitrahmen für die Auswahl des Tieres. Das bewundere ich.

    Ihr werdet bestimmt den richtigen Partner für euer Leben finden.

    Es ist ja schon angeklungen...dabei denkt ruhig auch über B-Pläne nach.

    Es gibt so viele Variablen jnd je schöner man sich die Zukunft mit ihm malt, um so höher legt man die Latte für die eigene Erwartungshaltung.


    Ich drücke die Daumen!

    LG

  • Ein Anmerkung noch. In dem Video begleitet ein Labbi den Biker. Was ein Labbi kann müsste doch ein durchschnittlicher DSH auch hinbekommen, oder?

  • Mir ist auch was eingefallen. Da war eine neuere Folge von Rütters Team, da ging es um einen jungen Mann, der ziemliche Probleme mit seinem schwarzen LZ DHS Rüden hatte.


    Der junge Mann machte, glaube ich, auch eine Bewegungssportart und hatte die Veranlagung eines solchen Hundes ziemlich unterschätzt, obwohl er eigentlich schon recht gute Ansätze hatte.


    Kann mich nicht mehr genau erinnern aber es war wohl so im Bereich (das Typische) mangelnde Impulskontrolle, unerfüllter Beutetrieb und etwas zu wenig Orientierung am HF....... muss nochmal gucken, die Folge war gut

  • Axman

    Danke dir, schauen wir uns gerne Mal an.


    Du meinst wahrscheinlich die hier?

    Folge 5 vom 17.09.2022 | Der Hundeprofi - Rütters Team | Staffel 3 | RTL+
    5. Episode der 3. Staffel: "U.a.: Schäferhund Morty ist extrem reizempfindlich" 📺 Der Hundeprofi - Rütters Team (VOX) in voller Länge & weitere Folgen bei RTL+…
    www.tvnow.de


    Edit:

    Okay. Haben die Folge nun direkt geschaut.

    Was für ein absolut toller, intelligenter und schöner Hund :love:


    Und auch generell ein super Tipp, denn mit Morty (der DSH) wurde ja genau das gemacht, was wir mit dem Hund auch vor hätten (trail dog). Und das sogar noch ziemlich in der Nähe von uns.


    Morty war da natürlich schon ziemlich triebsam. Aber man hat richtig gesehen, wie ihm Ruhe und gleichzeitig auch geistige Auslastung gefehlt hat.

    Gefreut hatte ich mich auch, als die Hundetrainerin den beiden das Suchen in der Wohnung und ein bisschen Dummytraining gezeigt haben. Denn das sind genau die Dinge, die ich auch regelmäßig mit unserem früheren Hund gemacht haben.


    Morty und sein Besitzer haben während der Sendung ja schon viel gelernt. Aber wie die Trainerin auch schon sagte, wird es noch ein weiter Weg.

    Und natürlich ist es schwer das anhand der paar Minuten Video zu beurteilen. Aber wie schätzt ihr Morty im Spektrum der DSH ein?

    Ziemlich triebstark und nervös oder hat man sowas mit den meisten DSH aus LZ zu erwarten?


    Ich finde er ist ein absolut toller Hund. Aber natürlich wäre es schöner, wenn er im Alltag etwas gelassener ist.


    Ich denke mal mit früherer konsequenter Erziehung mit potenziell mehr Ruhe und geistiger Auslastung, sähe es generell schon besser aus. Aber die angeborenen grundsätzlichen Eigenschaften des Hundes wird man ja auch nicht ändern können.

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  • Aber wie schätzt ihr Morty im Spektrum der DSH ein?

    Ziemlich triebstark und nervös oder hat man sowas mit den meisten DSH aus LZ zu erwarten?


    Ich finde er ist ein absolut toller Hund. Aber natürlich wäre es schöner, wenn er im Alltag etwas gelassener ist.


    Ich denke mal mit früherer konsequenter Erziehung mit potenziell mehr Ruhe und geistiger Auslastung, sähe es generell schon besser aus. Aber die angeborenen grundsätzlichen Eigenschaften des Hundes wird man ja auch nicht ändern können.

    Als aller Erstes: Das was du schon gleich erkannt hast. Hätte man schon früher an gewissen Dingen gearbeitet, wäre es nicht so dramatisch geworden und der Hund hätte schon eine stabilere Basis gehabt.


    Morty erinnert mich in einigen Eigenschaften sehr an meinen Axel: "extrem reizempfänglich", "Situationen in normalem Stresslevel bewältigen", "....dass er gar nicht erst so hochfährt", "überdreht", "kleinschrittig arbeiten" usw. ---> nicht genannt, aber vorhanden "niedrige Frustrationstoleranz"


    Das gerade genannte war die schwierige Seite.


    Die gute Seite ist, ebenfalls wie bei Morty: Extrem klug, lernbegierig, nimmt sofort Neues auf, bringt grossen Einsatz bei Aufgaben, ausdauernd wenn er arbeiten darf (es ist tatsächlich ein arbeiten dürfen, bei diesen Hunden, das verstehen viele "Tierschützer" nicht)


    Meiner Einschätzung nach sind LZ DSH nicht generell so. Es gibt wirklich ziemliche Unterschiede. Die Triebstärke ist da so eine Sache. In meinen Augen ist Morty nicht unbedingt "triebstärker", sondern andere Aspekte in seinem Temperament führen dazu, dass er mit seinen Trieben von alleine nicht gut umgehen kann (Frustration, Nerven). Ein anderer Hund der gleichen Kategorie kann genauso triebstark sein, hat aber evtl. ein stärkeres Nervenkostüm und grössere Gelassenheit.


    In Mortys Fall sehe ich auch einen Mangel an Triebbefriedigung, der, wenn mit dem Hund von jünger an schon an beidem gearbeitet wird, Gleichgewicht zwischen Impulskontrolle und Instinktbefriedigung herzustellen, auch die Frustration auf ein Minimum gebracht werden kann und der Gesamtzustand des Hundes sich reguliert. Ruhe lernen, Abschalten lernen, etc. das fängt man am besten auch sehr früh an.

  • Jetzt melde ich mich hier auch mal zu Wort.


    Als erstes: Herzlich willkommen hier, nixxda , ich glaube das hatte ich noch nicht geschrieben.


    Dann: Ich habe einen LZ-DSH. Als Einsteiger-Hund. Und nicht nur, dass ich vorher noch nie einen Gebrauchshund hatte; nein, ich hatte mein Lebtag keinen Hund. Mein einziger "Kontakt" zu einem Hund war der scharfe Hofhund von Verwandten mit Bauernhof (ergo war das kein Kontakt, das wäre für mich sonst nicht gut ausgegangen). Noch schlimmer: ich hatte eigentlich immer Angst vor Hunden.

    Trotzdem habe ich mir immer einen Arbeitshund gewünscht.


    Und den hab ich bekommen.


    Aber ich habe auch viel verbockt.

    Auch ich erkenne Wesenszüge meines Hundes in Morty wieder. Kobold ist nicht ganz so extrem wie Morty, aber auch er ist sehr reizempfänglich, hat eine ganz niedrige Frustrationsschwelle und -toleranz, ist sehr schnell gestresst...

    Aber ich bin schon überzeugt, dass das mehr Epigenetik als Genetik ist.

    Denn obwohl seine Brüder vom Grunde her alle diese Anlagen mitbringen, haben die Besitzer es besser im Griff als ich.


    Daher kann ich dir nur von den paar Hunden berichten, die ich kenne. Und da wäre mein Fazit: auch wenn der Hund diese Hibbeligkeit mitbringt, kann man das mit etwas Erfahrung in ganz geordnete Bahnen lenken.

    Und wenn einem die Erfahrung fehlt muss man sie sich eben erarbeiten. Das dauert dann "etwas" länger, ist aber durchaus auch erfolgreich.