Abschied nehmen

  • Hallo ihr


    Ich habe eine Weile überlegt ob ich den Thread machen soll oder nicht. Weil man ihn auf vielfältiger Weise bei einem sensiblen Thema missverstehen könnte.

    Ich möchte weder Mitleidsbekundungen fischen (ich möchte tatsächlich keine weil sonst der Zweck des Threads vermutlich ins Hintertreffen geraten würde),noch eine einzig gültige Anleitung wie man sich in so einer Situation zu verhalten hat abgeben.

    Aber ich sehe in diesen Forum viele Menschen,die sich viele Gedanken um ihre Hunde machen. Bei der Zucht,beim täglichen Zusammenleben,bei der Arbeit beim Hobby, oder gar im Dienst.

    Und vielleicht weis sogar der Eine oder Andere tief in seinem Herzen,das dieser Hund, der da von den vielleicht schon vielen im Leben bekannten Hunden,die man natürlich auch alle geliebt hat, vor einem sitzt,das ist was man Seelenhund nennen kann. Und trotzdem wird auch für diesen irgendwann die Zeit kommen.

    Für Lischie war es nun gestern soweit.

    Und in für mich ,zu den Tagen vorher und zu ihrer Vorgängerin,überraschender Art und Weise hat sich die Sache anders entwickelt als ich mir ausmalte und erwartete. Positiver. Und das ist auch der Grund wieso ich das hier überhaupt schreibe.

    Weil vielleicht-auch wenn ich weis das jeder anders empfindet und die Dinge erwartungsgemäß auch nicht gleich ablaufen werden- man so am Ende vielleicht doch mit einer inneren Ruhe statt mit Unruhe,Zorn,Entsetzen und unendlicher Trauer an welcher man vielleicht noch lange zu kämpfen hat, aus dieser unvermeidlichen Sache herausgehen kann.


    Ich habe es mir bei Lischie nicht einfach gemacht. Und aus einem bestimmten Blickwinkel könnte man sagen:Ihr auch nicht.

    Bei meinem ersten Hund-ebenfalls Krebs- traf ich schonmal die Entscheidung zum Einschläfern. Sie schlief,wie ich es gerne wollte,sanft und ruhig ein. Anfangs fand ich das ok. Aber ich frug mich später immer mehr ob ich nicht viel zu zeitig gehandelt habe. Wegen einem Vorfall-von dem sie sich aber erholte- und ein paar neuen Komplikationen,die zwar nichts gutes erwarten liesen,jedoch eben nur erwarten. Der Hund war ansonsten noch normal. Ja sie stand schon vor der Erholung vor dem einschläfern und sicher wäre auch bei ihr der Krebs schlussendlich der Sieger gewesen. Aber ich frug mich zeitlebens ob ich ihr nicht Lebenszeit gestohlen habe. Nicht zuletzt auch weil ich selbst nicht mitleiden wollte.


    Bei Lischie sollte das anders werden. Ich bin zu der Überzeugung gelangt,das es überhaupt gar nicht darum geht was ich denn da leiden müsste,sondern einzig darum was der Hund bereit ist zu erdulden. Es ist nicht mein Leben um was es da geht und für die ich eine Entscheidung treffen soll,sondern das des Hundes. Und wenn ich da manchmal jemand davon erzählte wie es Lischie gerade geht,dann kam manchesmal der Satz: "Na wäre es nicht besser..?" "Ich hätte da schon lange..."

    Und ich reagierte darauf immer gleich. Ich sagte:" Ok. Ab wieviel Treppen die du nicht mehr schaffst willst du eingeschläfert werden?", "Wie lange müsste es bei dir Komplikationen geben,bis du sagst,ich will nicht mehr?".

    Für andere Entscheidungen zu treffen-zudem letztlich über deren Köpfe hinweg-ist immer einfach. Aber wenn man über sich selbst nachdenken muss,ist erstmal Ruhe und man merkt schnell das man es gar nicht weis. Ja auch nicht wissen kann.

    Aber man kann sich vermutlich über eines sicher sein. Man wird sich lange an jeden Halm des Lebens krallen wollen.

    Und so traf ich die Entscheidung im Vorfeld für mich,das ich den Hund erst aufgebe,wenn ich merke das sie es tut. Wenn ich eindeutig sehe das der Hund nicht mehr will. Und so hoffte ich auch auf ein eindeutiges Zeichen.

    Aber es kam nicht.

    Nichtmal in den letzten 3 Tagen,in welchen sich ihr Zustand zusehends und auch in einer schlimmen Art und Weise zum schlechten wandelte. Wie ein Hund der ehemals 30km am Stück am Bike mit mir ging und bis vor 3 Monaten trotz ihres Alters noch täglich 10 am Bike, wie aus einer erfahrenen Jägerin und einem Hund der sich notfalls kompromisslos gegen alles und jeden durchzusetzen vermochte,zu einem Hund wird,der sich nicht mehr auf den Beinen halten kann,beim Geschäft gehalten werden muss,umkippt,über Bordsteine fällt und liegen bleibt ,immer weniger frisst und dessen Knochen durch die Metastasen an manchen Stellen verformt werden,wo schlussendlich jedes Heraustragen und drei Schritte zur Wiese sie so schaffte das sie sich,wieder hochgetragen,erstmal eine viertel Stunde ausruhen musste.

    Und trotzdem schien der Hund im liegen halbwegs normal,reagierte,machte bei Zeigespiele mit. Und trotzdem ging sie,als ich Montag frühs schon auf Hau Ruck losfahren wollte und sie nochmal auf die Probe stellte,allein den Weg zur Wiese und vor meinen offenen Mund auch allein die Treppe wieder hoch.


    Und das ist was es noch schwerer macht. Man sieht wie der Hund kämpft. Und man wird sie/ihn auch scheitern sehen. Und beides zusammen ergibt eine Situation wo man eben kein eindeutiges Zeichen hat. Wo man stetig hin und hergerissen sit. Wo jede Handlung,jedes Geräusch,jeder Blick anfängt eine Bedeutung zu bekommen und man sich fragt:" Was willst du mir sagen!?" ...und dennoch nur Interpretation und eine gewisse sachliche Erwägung der tatsächlichen Gesundheitslage und deren Aussichten des weiteren Verlaufs bleibt.

    Ich kann jeden verstehen der davor Angst hat und von sich glaubt das nicht durchstehen zu können.
    Aber ich bin geneigt im Namen eurer Hunde und aller Hunde und auch für euch zu bitten:Tut es!

    So schwer es auch für euch und wohlmöglich auch für den Hund ist. Schlussendlich ist es das was ihr dem Hund in seinem schwersten Moment zurückgeben könnt. Ihn nicht einfach aufgeben vor seiner Zeit,auf Verdacht und aus Furcht. Sondern den letzten Weg auch wirklich ganz mit ihm/ihr gehen.


    Bis zuletzt zweifelte ich ob es so richtig war.Ob nicht eher. Oder ob nicht später.

    Lischie bezeichne ich als mein Seelenhund. Unsere Beziehung war...naja...die eines alten (hunde)Ehepaares wo man sich ergänzt. Nicht zwingend das Verhältniss was man empfiehlt für die Mensch-Hund Beziehung. Selbst beim losfahren hielt mich innerlich viel zurück. Und nachdem ich die letzten 3 Tage ,wenn ich nicht gerade selbst Essen machte oder sie heraustrug, wirklich ausschließlich neben ihr lag,mit ihr redete,streichelte,ihr Wasser brachte,sie Nutella von meinem Löffel schlecken lies,kuschelte,dachte ich ich würde dann,wenn ich ohne sie zurückkomme, nochmals 3 Tage im Bett liegen,unfähig irgendwas zu tun. Da aber die wirklich letzte übrig gebliebene Alternative das Verhungern von Lischie gewesen wäre,musste ich los.

    Und die Überraschung war,das so wie ich dort ankam,so wie der TA drüberschaute und kurz nickte und meinte das sie auch schon Gelbsucht hätte, so wie sie nur kurz nach hinten schaute und dann gleich wieder ihren Kopf sinken lies,so wurde ich ruhiger und ruhiger. Ich wusste einfach das dieser Moment,das es JETZT wirklich richtig war. Das ich ihr keine Zeit stahl. Das sie mit mir noch ,trotz der vielen Handicaps sie immer mehr bekam,trotzdem noch etwas spielen konnte. Vor allem,das sie Gelegenheit zum kämpfen hatte. Das ich alles mir mögliche unter den Bedingungen die ich nicht ändern kann,für sie getan habe. Und das ich in den drei Tagen,auch wenn sie schwer waren,mich auch wirklich verabschieden konnte,was bei einem TA in einem Behandlungsraum kaum möglich sein wird. Es war....gut.
    Natürlich. Wäre sie im Auto aufgesprungen hätte sich das Nachhinein ganz anders dargestellt. Aber sie wollte eben auch nicht. Auch sie hat eben.....alles getan. Vor allem eben tun (versuchen) dürfen.


    Und jetzt? Natürlich tue ich noch Sachen als wäre der Hund noch da und mir wird dann bewusst das die nicht mehr nötig ist,oder Dinge so nicht mehr passieren werden. Mir fällt die Stille auf. Selbstverständlich fehlt sie!

    Aber innerlich bin ich dennoch ruhig und kann ihr für mich viel zu frühes Gehen akzeptieren. Ich bin nicht geplagt von Zweifel. Und ich weis das es das alles für sie wert war. Und ich bin überzeugt in ihren Namen richtig gehandelt zu haben,auch wenn es für sie genausowenig leicht war. Und vielleicht ist es sogar genau diese schwere aber dadurch auch intensive Zeit,welche sich letztlich als "Belohnung" herausstellt,oder den Weg ebnet für die Zeit danach?

  • Puuuh. Auch ohne Mitleid: mein herzliches Beileid!


    Deine Worte bewegen mich sehr.

    Und die Fragen, die du aufwirfst, sie treffen auch bei mir einen Nerv.

    Banja litt damals an Degenerativer Myelopathie. Es wurde rasend schnell schlimmer von gelegentlichem Schwanken bis zur Lahmheit. Mein Mädchen war (und Askja heute auch - wie vllt viele Vertreter ihrer Rasse) ein Ein-Frau-Hund. So versuchte sie trotz ihrer gelähmten Hinterläufe, mir auf Schritt und Tritt zu folgen. Es hat mir das Herz zerrissen. Die vordere Banja-Hälfte war wie immer, hinten funktionierte nix mehr. Sie verlor Urin im Schlaf - und als iese stolze Hündin zum ersten Mal in ihrem Pipisee aufwachte, reagierte sie völlig aufgelöst, panisch. Da habe ich sie einige Zeit später gehen lassen.

    Und oft frage ich mich seitdem, ob ich die Entscheidung traf, weil ICH es nicht ausgehalten habe.

  • ach was für ein thema. ich finde es gut, das du damit deinen frieden finden konntest und hoffe es kommt nicht noch der große knall der trauer. An dieser stelle nazürlich mein herzlches beileid.

    meine hündin starb vor 4 jahren, ihr knochengerüst war kaputt, von vorne bis hinten, einfach alles. mehrfach sagte ich den termin des entgültigen ab. ich konnte sie nicht gehen lassen. irgendwann musste ich, ich bin heute noch nicht drüber weg und denke oft, hätte man vielleicht doch noch...


    das gleiche mit barney hier, wenn er seine schübe hat, denke ich jedesmal, er leidet, er schafft das nicht, aber er kämpft und das lasse ich ihm.


    verdammt schwierige entscheidung.


    dir wünsche ich viel kraft

  • es ist so schwer eine Entscheidung zu treffen. Ob es "die" richtige Entscheidung gibt wird sich wohl nie beantworten lassen.

    Es ist schön das du euch die Zeit gegeben hast Abschied zu nehmen.

    Bei unserem TA ist es möglich auf Wunsch den Hund zuhause gehen zu lassen.

    Denke immer mit einem Lächeln an deine Lischie

  • Ach, ich bin ganz traurig, schweres Thema ;( mein aufrichtiges Beileid.

    Aber so wie ich das, was du schreibst lese und verstehe, hast du alles richtig und gut gemacht. Ich fürchte mich heute schon davor, wie es bei uns mal sein wird. ABER: der Tod gehört nun einmal zum Leben dazu. Und das Leben hat sicherliche viele schöne Momente hinterlassen, die der Tod nicht nehmen kann. Die muss man bewahren, im Herzen behalten.


    Es ist ein wirklich schwieriges Thema. Wir hatten auch schon einmal mit unserem Tierarzt über die Vielfältigkeit dieses Themas gesprochen: Ja, es gibt Tierhalter, die geben zu früh auf. Das tut dann sogar Außenstehenden weh. Und dann gibt es Tierhalter, die nicht wissen, wann das Ende da ist: "Aber er frisst doch noch!" aber sonst macht der Hund nichts mehr. Auch das tut einem Außenstehenden weh. Dann ist es sicherlich besser, ihn gehen zu lassen.


    Mir geht so etwas immer recht nahe, während ich schreibe bin ich am weinen. Alles Gute für dich.

  • Ja. Es ist vermutlich ein schmaler Grat ob man wegen sich selbst zu früh des Hundes Schicksal besiegelt,oder ,weil man nicht gehen lassen kann,zu spät.

    Ich denke man wird niemanden einen Vorwurf machen können,wenn es bei jemanden in die eine oder andere Richtung ausschlägt. Wenn der Hund erkrankt,steht der Besitzer dessen unweigerlich vor der Wahl. Und wenn es dann noch das erste Mal ist....

    Wie ihr schon geschrieben habt wird sich das nicht immer wirklich genau sagen lassen ob die getroffene Entscheidung genau richtig war oder nicht. Aber die beschriebenen "Extreme" sehe ich eben auch häufig. Und ich denke das der sicherste Weg weg von diesen der ist,das man allein den "Willen" des Hundes in den Fokus rückt. Ich sage bewusst Willen,nicht Interessen. Denn letzte sind eben doch häufig die des Besitzers,die dann als jene des Hundes ausgegeben werden. Allein der Hund. Nimmt sie wirklich noch Teil am Leben? Frisst sie noch? Ist die Alternative die sie/er noch hat auch besser als das was jetzt ist (soweit abschätzbar)? Hat der Hund noch Kraft? Einen klaren Blick? Kommt er eben nicht an die Tür wenn man heimkommt,aber könnte er dennoch das Heimkommen wahrnehmen und reagiert entsprechend aufmerksam darauf (wenn man dann zum Beispiel ins Zimmer oder sienen Platz kommt)? ....solche Sachen,denke ich,sollten eine Rolle spielen. Nicht ob der Hund Dinge die er früher tat,heute nicht mehr machen kann und die Entwicklung traurig anzusehen ist (natürlich ist es das)als Beispiel. Schlussendlich hängts von unserem Einfühlungsvermögen und Fairniss ihm/ihr gegenüber ab.

    Da ich oft Sätze gehört habe die darauf schließen lassen könnten das Hundebesitzer eiegntlich sich nur selbst,so oder so, eine schwere Zeit vermeiden wollen und ich in Betracht ziehe in jungen Jahren selbst so gehandelt zu haben,hoffe ich das ich mit diesem Thread Mut auch für eine ,so oder so,schwere Zeit machen kann. Denn unter Umständen hinterlässt die Vermeidung einer Solchen eine größere Lücke als das Sich-Ihr-Stellen.


    Und speziell dir,@XxJulexX,alle nötige Kraft für Barney! Ich weis nicht ob du das nicht schon längst so machst. Aber ich habe mir manchmal wirklich Lischie zum Vorbild genommen. Wie sie trotz der mehr werdenden Handicaps und auch wenn sie sich hier und da klein wenig zurücknahm,versucht hat den Alltag zu erhalten. Kurzum wie stark sie da-und vermutlich auch alle anderen Hunde- in solchen Situationen war/sind.

  • Hunde sind sooo tapfer.

    Der Gröndahl von meinem Mann war 17 Jahre alt und war immer recht gut drauf. Nur wenn er alleine im Garten war und man ihn heimlich beobachtet hat konnte man sehen wie es ihm wirklich ging.

    Dann sah man erst das er schon sehr schwach war. Irgendwann hat die Familie dann gemeinsam entschieden und ihn friedlich gehen lassen.

    Auf der anderen Seite habe ich grade von einem HH gehört der seiner 8 Jahre alten Deutschen Doge mit Knochenkrebs das linke Vorderbein amputieren ließ. Es hat auch gedauert bis er einen TA gefunden hat der die OP durchgeführt hat. Die anderen Ärzte haben ihn bekniet den Hund gehen zu lassen....

    Ich bin im Nachhinein doch sehr froh das meine beiden ohne zu leiden innerhalb weniger Stunden verstorben sind.

    Twosouls... Du hast alles richtig gemacht und warst für deine Lischie bis zum Ende da.

  • Auch wenn es abgedroschen klingt: Mein Beileid :(

    Schrecklich wenn ein Tier gehen muss da kommen mir sofort die Tränen wenn ich daran denke.


    Als unser Dobermann damals mit dem Hals nach oben im Wohnzimmer saß und keine Luft mehr bekommen hat, da die Lunge mit Wasser vollgelaufen war wusste ich nun ist es soweit.

    Mein Freund hat mich an der Arbeit angerufen das mit Thyson etwas nicht stimmt. Ich sofort nach Hause gefahren. Ich war komischer weise sehr ruhig innerlich, keine Träne kam zu dem Zeitpunkt heraus. Vielleicht weil ich seit der Diagnose DCM 6 Monate vorher schon innerlich unterbewusst abschied genommen hatte. Er war bis dahin fit hat gefressen und alles mitgemacht.

    Ich habe den Hund genommen, ins Auto geladen, unterwegs den Tierarzt angerufen.

    Und dann kam der Moment an den ich immer noch oft zurückdenke weil er mich so tief getroffen hat. Thyson hatte immer Angst vorm Tierarzt, hat gezittert wir Hölle und wäre nie freiwillig zum Arzt gegangen.


    Nicht an dem Abend. Er ging in den Behandlungsraum direkt zum TA und legte den Kopf auf seinen Schoß ;(;( Er hat mich angeschaut, gehustet weil er keine Luft mehr bekam. Er kam zu mir und legte sich auf meine Füße. Es war als ob er es wollte das man ihn erlöst, ihm hilft ich kann diesen Blick nicht vergessen.

    Er bekam dann eine Narkose, schlief in meinem Armen ein und als der Tierarzt dann den Tod bestätigt hat, erst dann bin ich zusammen gebrochen. Sogar der Rettungswagen kam weil ich so im Schock war. Ich war 2 Wochen krank geschrieben und auch jetzt noch kullern die Tränen ;( Aber ich bin bis zum Ende stark geblieben für ihn.

    Meine Eltern kamen dann noch zum Abschied nehmen in die Praxis und der Tierarzt sagte ihnen das der Hund in der Nacht qualvoll erstickt wäre. Medikamentös war er ausdosiert es gab keine wirkliche Lösung mehr. Man hätte ihm nochmal das Wasser aus der Lunge raus ziehen können dann hätte wohl noch einige wenige Tage mehr gehabt aber ich wusste es ist Zeit ihn gehen zu lassen alles andere wäre egoistisch.

    Zweifel bleiben wohl dennoch immer bestehen.


    Der Hund hat am selben Tag noch gefressen, getobt war 3 Stunden vorher mit meinem Daddy noch Spazieren nahm am Leben teil und war wie immer aber sein Herz wollte nicht mehr :(


    Alles gute für dich, vielleicht wartet irgendwo da draußen schon eine neue treue Seele auf dich

  • Oh man, Asnea, eine so traurige Geschichte, da kann man die Tränen nicht mehr zurück halten.


    Twosouls: Auch wenn du keine Beileidbekundungen möchtest, tut es mir doch sehr leid, dass dein Seelenhund nicht mehr bei dir ist.

    Du hast alles richtig gemacht!

    Ich finde auch, wenn man sich ein Tier holt und die schöne Welpen- und Junghundzeit genießt, muss man auch gemeinsam das Alter mit all seinen Facetten ertragen können. Solange ein Hund keine dauerhaften Schmerzen ertragen muss, noch fressen kann, keine Atemnot oder anderen lebensgefährlichen Symptome zeigt oder, wie du schreibst, sich nicht selber aufgibt, solange darf der Hund sein Leben leben und auch wenigstens stückweit genießen. Unsere Hündin hat uns bis fast zum Schluss überhaupt nicht gezeigt, dass sie an einem extrem aggressiven Krebs litt. Im Ultraschall und Röntgen sah man keine Tumore. Erst während der OP wurde das Ausmaß sichtbar. Das einzige Anzeichen war neben der Müdigkeit die Atemnot. 4 Wochen lang hofften wir mit dem TA, dass es eine Verletzung des Lymphstrangs war, durch die die Flüssigkeit austrat und die Lunge zusammendrückte. Nach der Lungenpunktion ging es ihr besser. 3 mal haben wir ihr das zugemutet, bis wir alle nicht mehr konnten. Jedes Mal dachten wir, es geht aufwärts. 4 Wochen habe ich panisch den Hund beobachtet, ob sie wieder schneller und in den Bauch atmet. Es war die Hölle. Und doch ging sie am letzten Tag eine kleine Runde mit uns spazieren.

    Letztlich wurde uns die Entscheidung abgenommen. Auf jeden Fall wollte unsere Maus so lange wie möglich bei uns bleiben.


    Die Stille...,da hast du recht. Die ist schlimm. Daher haben wir uns sehr bald für einen neuen Hund entschieden. Nicht, um den alten zu ersetzen, aber um wieder einen Hund an unserer Seite zu haben.

    Ich drücke dir die Daumen, dass du zu gegebener Zeit wieder einen Seelenhund findest. Den hat man nicht zwangsläufig nur einmal im Leben.

  • Asnea


    Wer weis. Vielleicht wäre es gar nicht so gut bei mir dann gewesen,wenn Lischie am Montag,als ich auch schon auf Hau Ruck loswollte,nicht nochmal so getan hätte als sei nichts. So passiert eben doch irgendwie alles zum richtigen Zeitpunkt. Auch wenn es in dem Moment vielleicht nicht so scheint. Ich könnte mir gut vorstellen das man zwar bei einer Krankheit weis das es irgendwann soweit ist,man aber genau dieses "Irgendwann" in weite Ferne rückt. Es geht ja noch. Er tollt ja noch herum. Wird schon werden. Und dann ist eine hähe Verschlechterung vielleicht umso plötzlicher und niederschmetternder. Ich fand auch am Anfang als Beispiel es als eher schlecht da einen Termin machen zu müssen (der TA ist wirklich überlaufen ich weis das),weil wenn man sich da einmal entscheidet..... Und das hat ja auch etwas von einer angesetzten Exekution. Andererseits wurde aber so wirklich bewusst das es soweit ist und das es nur noch 10,nur noch 5,nur noch eine halbe Stunde gibt. Und ich glaube das erst dieses Bewusstsein darüber mich dazu veranlasst hat mich von ihr zu verabschieden als sie noch da lag und lebte. Ich erzählte ihr was passieren wird und warum. Was ich hoffe,wie glücklich ich mit ihr bin und das ich sie liebe. *lächl*....das ich sie geradezu als Hundegöttin verehre.

    So etwas macht man nicht beim TA im Behandlungsraum. Dort will man sich keine Blöße geben. Dort muss man funktionieren. Vermutlich ist ein Unfall,oder ein plötzlicher Tod in dieser Hinsicht genau deshalb viel schlimmer,weil gar keine Trauerarbeit im Vorfeld geleistet wird/gemacht wird. Und man dann alleine mit genau jener zurück bleibt?


    Lolu


    Danke für dein Mut machen das es nochmal so einen Hund gibt. Allein weil letztlich alle Individien sind,ich ja auch nicht weis woher sie kommt( der Brief an den Vorbesitzer durch das TH kam zurück:unbekannt verzogen,oder verstorben,es hies ja bei der Abgabe "aus gesundheitlichen Gründen") und ihrer wohl sehr speziellen Geschichte,zweifel ich daran. Aber wer weis schon was die Zukunft bringt. Offen halte ich mir das. Und vielleicht gibt es ja da draußen doch wieder so einen Hund der alle Extreme in sich vereinigt. Von charmant bis rabiat, von kuschelbedürftig bis deutlich abweisend, von eben noch "Kneipenprügelei" mit roten Augen,sofort auf,"so jetzt ist alles i.O. wir können wieder was anderes machen" (lol). Twosouls eben.^^

  • ich schließe mich den vorschreibern an- mein beileid.


    ich kann sehr gut nachvollziehen wie du dich fühlst, ich musste meine "erste liebe" meinen 12 jährigen labbie am 20.01.2018 gehen lassen. ein Datum was ich nie wieder vergessen werde (und das sagt jemand der sich nicht mal die eigene Handynummer merken kann) bis dato der schlimmste tag meines lebens.


    obwohl ich seit Weihnachten wusste wie schlecht es um ihn stand und zusehen musste wie es ihm immer schlechter ging- Frage ich mich dennoch "war das richtig?" und "hätte ich nicht noch dies u. jenes probieren sollen?" ein Hund voller metastasen der nicht mehr isst (ein labbie!!!) und nicht mehr aufsteht - sollte eigentlich keine fragen nach dem warum aufwerfen- und dennoch ists im unterbewusstsein. schließlich rief ich die tierärzte durch und heulte ins Telefon bis jemand kam.


    "lenny" hasste den tierarzt und so wollte ich ihm seine letzten Stunden nicht versauen. insgesamt hatte ich 5 std Zeit mich zu verabschieden, es kamen 6 familien Mitglieder und Freunde um ihn ein letztes mal zu schmusen und im Endeffekt bin ich echt froh dass das so abgelaufen ist. in meinem job musste ich einige male todesnachrichten überbringen und der satz "ich hätte mich einfach noch gerne verabschiedet" fiel öfter als einmal. natürlich will ich hier nicht mensch und Hund auf eine Stufe stellen.



    im endeffekt- ein fremdes leben wissentlich zu beenden, vor allem eines für das man verantwortlich ist- ist glaub ich eine der schlimmsten Entscheidungen dies gibt. und sie beinhaltet immer, egal wie klein und unnötig, Zweifel. aber sie gibt uns die Möglichkeit leid zu beenden und --- sich zu verabschieden. und das ist glaub ich enorm wichtig.


    ich bin zwar nicht gläubig aber dennoch- von einem zerrissenen herzen zum anderen- wir sehen unsere scheisser wieder. ganz bestimmt.

  • ein fremdes leben wissentlich zu beenden, vor allem eines für das man verantwortlich ist- ist glaub ich eine der schlimmsten Entscheidungen dies gibt

    Mir kommen immer sofort die Tränen bei so etwas ;(; auch dir mein Beileid. Aber anderseits ist es gut und schön, dass man bei einem Hund die Entscheidungsgewallt hat. Bei Menschen ist das ja oder zum Glück (darüber möchte ich nicht diskutieren) leider alles noch viel, viel kompliziert, sogar wenn ein Mensch für sich selbst entscheiden möchte.