Mein Hund ist extrem fixiert auf andere Hunde

  • Hallo zusammen,

    Ich bin langsam echt ganz schön verzweifelt und könnte euren Rat gebrauchen. Meine Amy ist so extrem auf andere Hunde fixiert, dass momentan jeder Gang anstrengend ist. Ich muss immer schauen und kann nie entspannen, denn sobald Hunde um die Ecke kommen, will sie hin. An der Leine pöbelt sie leider und so richtig wegtrainiert bekommen wir es nicht. Bin gerade vom Spaziergang zurück und echt gefrustet ;(

  • Hallo wir haben das selbe Problem. Unser Trainer sagte uns keinen Kontakt an der Leine ermöglichen und es aussitzen. Notfalls einen Bogen laufen. Wir haben das nun seit vier Monaten ausprobiert und sind auch noch genervt. Hoffe es kommen noch Tipps.

  • Hallo ,Benny hat es auch gemacht ! Voriges Jahr aus dem Tierheim adoptiert ,war ganz schlimm .Dann bekam ich hier den Tipp mit Wasser ,also bei jeden Spaziergang Spritzflasche und derTasche und sobald er anfing zu bellen, knurren eine Ladung Wasser über den Kopf .Hat nicht lange gedauert und er hat es sein gelassen wenn wir jetzt an Hunde vorbei laufen ignoriert er kleine ganz und bei den großen schaut er und wenn die nichts sagt macht er auch nichts .Sind noch am üben das er die großen auch ignoriert ,lobe ihn jedesmal wenn er nichts sagt und bekommt ein Leckerchen

    LG Andrea

    Benny 🥚März 2015.

    „Lass den Hund bellen, singen kann er nicht.“

    (Friedrich von Schiller)










  • das könnt ihr trainieren... dauert halt.

    Wasserflasche ist eine Möglichkeit. Wobei man aufpassen muß, das das "nein" oder eben der Befehl den ihr geben wollt vor dem Wasser kommt. Und ihr müßt das Wasser auch nicht auf den Hund spritzen.... auf die Erde direkt vor den Hund hilft auch schon oft.

    Die Flaschen von O2 sind gut.

    Und mein Favorit: Schön-Füttern 🤗

    Damit habe ich echt gute Erfahrungen gemacht. Ich habe die Leckerlis aus der Hand... zum fangen aus der Luft und über den Boden kullern... eingesetzt.

    Auch ein Spielzeug kannst du einsetzen, falls Leckerlis nicht wichtig genug sind.

    Im Notfall morgens nicht füttern und Futter nur bei Hundebegegnungen erarbeiten lassen.

    Das "schau" trainieren und auch mit einbauen.

    Argos wollte alle großen Hunde.... ganz besonders Rüden... einfach nur anfallen. Es hat gedauert aber wir sind schon richtig weit gekommen.

    Und ganz viel loben sobald er einmal wegschaut vom anderen Hund.

    Ich denke aber das Geduld hier am wichtigsten ist.

  • Vielen Dank für die Antworten.

    Schön füttern mit Ritual versuchen wir schon, allerdings kriege ich das nicht hin auf kleinem Raum ( Feldweg/Bahnübergänge etc.)

    Wasser werden wir nun auch mal testen.

  • Vielen Dank euch allen!

    Ich habe sie schon seit sie 8 Wochen alt ist. Es hat sich so langsam eingeschlichen. Ich denke, es kommt daher, dass ich sie immer zu jedem hingelassen habe, damit sie bloß gut sozialisiert wird. Jetzt habe ich den Salat. Sie kann den Frust nicht aushalten und daraus ist eine richtige Leinenaggression geworden.


    Wir haben bisher so trainiert, dsss ich Entfernung einbaue und dann mit Kommando schau und Leberwursttube. Aber der Abstand muss immer noch groß sein und das geht eben im Alltag nicht immer. Da kommt einen ja auch mal plötzlich jemand entgegen. An der Leine lasse ich sie grundsätzlich zu keinem Hund, das verstehen auch leider viele nicht.


    Das mit der Wasserflasche finde ich eine interessante Idee. Amy liebt zwar Wasser, aber erschrecken tut sie sich bestimmt. Also Abbruchsignal und dann Wasser marsch... :P


    Momentan bin ich so traurig darüber, ist auch so anstrengend..

  • ich habe wegen Argos schon so viele Tränen vergossen.... aber irgendwie geht es dann doch wieder vorwärts.

    Seit 11 Tagen führe ich Tagebuch (seitdem er seinen Chip hat) und beim Lesen habe ich festgestellt das ich die positiven Entwicklungen gar nicht so intensiv abgespeichert habe wie die negativen. Jetzt lese ich jeden Tag bevor ich schreibe dir vorigen Tage nochmal durch und freue mich über das erreichte 👍.

    So habe ich nicht mehr das Gefühl immer nur auf der Stelle zu treten.

  • Es ist hilfreich zu hören, dass man nicht allein ist. Ich habe auch schon manchmal vor Enttäuschung geweint. Und komme so oft gefrustet vom Spaziergang nach Hause. Ist ja ein Teufelskreis, durch das Pöbeln kann sie so wenig Kontakt zu anderen Hunden aufnehmen, weil alle denken, sie sei gefährlich. Der berühmte aggressive Schäferhund :rolleyes:


    Das finde ich eine gute Idee, mit dem Tagebuch. So sieht man die Entwicklung :thumbup:Mir kommt es momentan echt so vor, als ob ich auf der Stelle trete.

  • Vom Handling des Hundes abgesehen ist es für Dich auch seeehr wichtig, dass Du Dich freimachst von dem, was andere denken! An der Leine nich zu anderen hin, der Hund bleibt angeleint etc - DEIN Hund - DEINE Entscheidung! Da wird man oft für arrogant etc gehalten. Phhhhhh!!!

    Askja vom Haus Fuchsgraben

    * 18.06.2014

    Banja vom Wogenfeld - mein Mädchen im Herzen

    * 12.04.2002 - gegangen am 08.09.2014

  • Du bist nicht allein !Auch ich habe wegen Basko schon viele Tränen vergossen- er hatte eben bis zum Alter von 11 Monaten,als wir ihn holten,Nichts kennengelernt und hat mich anfangs kaum wahrgenommen. Frontalkontakte "können "wir immer noch nicht. Bei uns hilft nur Geduld, Bogen gehen..

    Ein Spaziergang ist auch jetzt noch eine Herausforderung für mich,entspannt z.B.den Gedanken nachhängen und vor sich hinschlendern ist nicht.

    Wahrscheinlich gibt es kein Universalrezept -,in leichten Fällen klappt es schon mit Füttern,aber bei uns hat es nie was bewirkt.

  • Deine Unsicherheit überträgst du auf Amy. Sie spürt deine Emotionen. Bei jeder Hundebegegnung wirst du angespannt, vor allem dort wo du nciht ausweichen kannst und da ist Amy schon in "Acht geben" Stellung, bevor ihr den Hund überhaupt erreicht habt.

    Dann fixiert sie, ihr kommt näher, Spannung steigt, das Ventil öffnet sich im Moment des Vorbeigehens.

    Du musst diesen Ventil auslassen oder nicht voll werden lassen, bevor ihr in der Höhe des Hundes kommt.

    Es reicht oft, das Fixieren zu unterbrechen. Du musst entspannt und souverän in dir DRINNEN sein. Du kannst dem Hund nichts vorspielen, du musst lernen das es wirklich der Fall ist.

    Wenn sie auzuckt, nicht schreien, Theather machen. Ich quitiere es mit bestimmten "lass das".

    Soweit seids ihr aber nicht. Ich weiß genau welche Phasen ihr durchmacht. Ich habe es alles schon durch. Auch die Verzweiflung nach Rückschlägen.

    Übrigens, auch auf den Feldwegen kannst du schön ausweichen, Bogen machen. Einfach rein ins Feld.

    Kurzgefasst:

    1. Abstand so wählen immer, das dein Hund ansprechbar ist. Dh. Bogen.

    2. Beobachte Körpersprache; Bevor der Ventil hoch geht, lasse ihn ab. (Fixieren, anspannen, anschleichen)

    3. Durch die Abstände bekommst DU Sicherheit.

    4. Finde heraus was der Amy das wichtigste ist. Spielzeug? Trainiere eine Sache ein, das diese sehr hohen Stellenwert bekommt. Diese Sache wird dir helfen Amy aus dem "tunnel" bevor sie explodiert rauszuhollen.

    5. Sollten TuT nixe kommen ohne Leine, lerne die Rudelabsicherung SELBST zu übernehmen. -> TuT nix kommt, du tust Amy hinter dir, machst dich breit vor dem ankommenden Hund, vll kleiner Schritt nach vorne, Körpersprachlich -> du kommst nicht vorbei -> und hau ab bestimmend sagen. Seeeehr viele beeindruckt man dadurch und drehen um. Mein erster Erfolg war an einem Chiuhuahua ;) Mein Hund war sehr beeindruckt. Ich zeigte ihm ICH habe die Situation im Griff und er braucht nicht einschreiten. + es verleiht dir wieder Sicherheit

    6. Bei Rückfällen nicht verzweifeln. Es wirft euch im Training zurück, ja, aber du lernst daraus und verbesserst DICH. Bekommst du Routine und Sicherheit mit der Zeit.

    7. Übe separat Impulskontrolle. zB. ball werfen, nur mit "ok" darf Amy hin zum Ball.

    8. Wenn sich Gelegenheit ergibt und ein Hundefreund kommt wo Amy sich gut versteht sonst: verbinde die Übung der Impulskontrolle. Leine ab, sie muss solange sitzen bis sie "ok" bekommt. Dann darf sie zum kumpel hin. Vorausgesetzt es wird nicht gekeift. Am Anfang wenn es sein muss, wartest du solange bis sie ruhig wird. Kommt der Moment? -> "Braaaaav, ok!". Du hast geschrieben das die Pöblerei durch Frust entstanden ist. Die Motivation von Amy müsste also sein "ich will hin zum Hund". Du bestätigst sie natürlich. Wenn sie ruhig ist, wenn sie ok abwartet. Wichtig: nicht an Hunden üben die ihr nicht kennt und du nicht 100% weißt Amy mag den Hund uns vice versa! Auch nicht "freigeben" wo Amy voll auf Spannung ist und nicht ruhig, kann gewaltig schief gehen.

    9. Wenn du sattelfest in 1-9 bist, verringere den Abstand zu dem fremden Hund. Schau ob sich der Abstand verringert hat, wo Amy noch ansprechbar ist. Wiederholen.


    EDIT: wenn du zu den einzelnen Punkten eine Frage hast, dann frag. Ich werde ab Donnerstag mehr Zeit wieder haben und werde versuchen dann näher einzugehen

  • Du bist nicht allein !Auch ich habe wegen Basko schon viele Tränen vergossen

    Genau so ging es mir zeitweise auch. Gerade wenn so ein junger Hund in der Pubertät ist, kostet es manchmal Kraft und Nerven (wie auch bei Menschenkindern ;) manchmal).

    Harras mag i.d.R. auch alle Hunde und will zu ihnen. Aber wenn ich mit ihm unterwegs bin unterbinde ich das (so gut wie es geht). Meistens gehe ich auch in Gegenden, wo ich weiß, wir sind alleine.


    Hundekontakte lasse ich nur noch auf ausgewählten Hundewiesen/-plätzen zu. Da bin ich selbst entspannt und locker, weil ich die meisten Hunde und ihre Menschen kenne und weil Zäune drum sind.

    Harras *10.12.2015 :thumbup:“Mit einem kurzen Schwanzwedeln kann ein Hund mehr Gefühle ausdrücken, als mancher Mensch mit stundenlangem Gerede.” :thumbup:(Louis Armstrong)

  • wir haben grad son kandidaten auf dem platz wir haben angefangen das sie dem hund das apportieren des futter beutels schmackhaft machen.

    und dann haben wie angefangen schleppleine dran und auf große distanz hund fixiert ansprechen hund dreht kopf beutel fliegt .

    wir konnten letztens sogar schon dichter an die hunde ran gehen. hab den leuten jetzt auch geraten langsam zu hause auf der straße damit anzufangen. wenn er fixiert wird er angesprochen und hat dann die wahl zwischen spiel spaß mit seinen menschen oder frust schieben weil er nicht zum anderen hindarf.

    somit ist auch der lerneffekt für den hund größer.

    allerdings ist es wichtig das der hund kapiert und der mensch es nicht die ganze zeit vor der nase hängt so nachdem motto ich lenk ihn ab. sondern erst hinter her , es dauert vielleicht monate aber kann auch in allen anderen dingen helfen da du für dein Hund auch intressant wirst


    ganz wichtig find ich einfach weiter gehen wenn du stehen bleibst oder ihn hinsetzen lässt hat er noch mehr zeit zum fixieren.

  • Ich danke euch sehr für die zahlreichen Tipps! Ich werde einiges probieren:thumbup:


    Das scheint ja bei Schäferhunden tatsächlich ein häufiges Problem zu sein. Mein Vorgänger (Labrador) war so ein Schaf :saint: Vielleicht kommt es mir deswegen auch so anstrengend vor.


    Ich finde die Idee auch gut, nur noch ausgewählte Kontakte zu zulassen und nicht zu jedem Hund ran lassen.


    Sind eure Schäferhunde auch manchmal beim Hundekontakt sehr laut und ruppig? Bin immer froh, wenn ich mal Hunde gleichen Kalibers treffen :)

  • Sind eure Schäferhunde auch manchmal beim Hundekontakt sehr laut und ruppig? Bin immer froh, wenn ich mal Hunde gleichen Kalibers treffen :)

    Ja ^^ Das gehört beim Schäferhund dazu deswegen die guten Kontakte pflegen wo man sieht da passt die Spielweise zusammen.

    Vielen Hunden ist das wilde einfach zu viel .


    Wenn Dogi mit seiner Schäfer Freundin tobt hört sich das teilweise an als ob die sich auffressen und so sieht es auch teilweise aus :D


    Dogmeat kommt gut mit vielen "Listenhunden" aus, da die auch oft sehr grob und körperbetont spielen. Und einige Labradore gehen auch.

    Aber der "lauteste" ist immer meiner ^^

    Hunde sind Engel, die zu uns kommen um uns zu zeigen was wahre Liebe ist!

  • Ja, so ist es wirklich und viele denken dann echt, dass ihr Hund gefressen wird 8o Schäferhunde gibt es hier bei uns leider kaum.

    Gut klappt es bei uns auch mit diesen massigen Hunden, wie Berner Sennenhunde oder so was.

  • Gin hat gelernt auch mit Chiuhuahuas zu spielen (kontaktlos) , aber nur weil er groß geworden ist mit denen bei der Vorbesitzerin und weil Mama von mir einen hat und wir uns halt sehen.

    Am freiesten spielt er mit Schäfis.

    Dann mag er jeden der seinen Senf abgeben kann. Zb. ein robuster Wadenhoher Terriermischling, oder eben sein Kaliber.

    Bei zarteren Hunden macht Gin so ein Zwischending zw. spielen und kontaktlos spielen. Wirkt aber wir auf der Bremse.

    Richtig ausgelassen eben mit Schäfis oder Huskys.

    Hier ein Spielfoto mit seiner besten Freundin. Wir haben geknirpst einfach und erst beim Durchschauen entdeckten wir es ^^

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  • Hallo Ellionore und Tini ,


    auch ich habe das alles schon durch. Müsst nur auf meine Anfangsbeiträge schauen. Aber meine Vorredner haben sehr gute Tipps gegeben und Ihr müsst Euch Passendes raus suchen, je nachdem wie Euer Hund gestrickt ist. Charly fährt nur auf Spielzeug ab. Statt einer unhandlichen Beißwurst hat mein Mann ein Stück festes Kletterseil an beiden Enden mit dicken Knoten versehen. Hat eine Gesamtlänge von ca. 20 cm, ist durch die Knoten griffig für Hund und Mensch und leicht in der Jackentasche zu verstauen. Dies hat er anfangs beim Laufen immer selbst getragen und wenn ein Hund kam, habe ich mit ihm gezerrt und ihn spielend vorbei gelotst. Er sollte aber den Hund vorher bemerkt haben. Hat meistens geklappt. Wenn er zwischendurch dann doch mal bellte, habe ich ihn sofort wieder mit dem Seilchen animiert. Er konnte dann seinen ganzen Frust an dem Seil auslassen und dann war man auch schon am Hund vorbei. Ist anstrengend und geht auf die Knochen (bei mir die Fingergelenke), aber bei Charly hat's funktioniert und tut's auch jetzt noch. Hatte anfangs vor Verzweiflung auch viel geweint und dachte, dass ich das nie schaffe, aber jetzt geht's schon viel besser. Zwischenzeitlich lasse ich das Seilchen in der Tasche und gehe selbstbewusst vorwärts. Geht Charly dann wieder nach vorne, drehe ich mich rum und laufe paar Schritte zurück bis seine Anspannung abnimmt und dann wieder mit einem energischen "Nein" auf den Hund zu. Geht mal ohne, mal mit Seilchen. Zudem bin auch ich jetzt entspannter, weil ich ja weiß was kommt und mich drauf einstellen kann. Ich denke mir immer, schlimmer geht nimmer...;)


    Was uns noch zusätzlich sehr viel weiter gebracht hat ist unsere Mitgliedschaft in einem Turnierhundesportverein. Gute Trainer, die auch mit Schäfern, Malinois etc., also großen und aber auch kleinen Hunden umgehen können. UO in der Gruppe mit allen möglichen Rassen groß und klein und anschließend Hindernislauf/Parcours. Das gefällt Charly. Drei Hundeschulen hatten mich bis dahin nicht weiter gebracht. Das teure Einzeltraining nicht zu vergessen.

    Des weiteren schaue ich mir auch den Cesar Milan an, der besonders anschaulich auf die Wechselwirkung zwischen der Reaktion von Hund und Emotion/Körpersprache des Führers verweist. Cuki hat dies ebenso gut beschrieben. Zudem, sie hat's wohl drauf und ihre Tipps sind super.

    Inzwischen ist Charly 1 1/2 Jahre bei mir. Er will zwar immer noch pöbeln, aber jetzt ist er schon viel unaufgeregter. Wenn, dann 2, 3 Beller und weiter geht's. Ich bleibe auch jetzt ruhig und gehe wortlos weiter.

    Gebt nicht auf, es wird besser! Kopf hoch! Ihr werdet es nicht bereuen! :thumbsup::)

    CharlySchaefer *20.07.2016

    Einmal editiert, zuletzt von CharlySchaefer () aus folgendem Grund: Ergänzung

    • Hilfreich

    Dies hat er anfangs beim Laufen immer selbst getragen und wenn ein Hund kam, habe ich mit ihm gezerrt und ihn spielend vorbei gelotst. Er sollte aber den Hund vorher bemerkt haben. Hat meistens geklappt. Wenn er zwischendurch dann doch mal bellte, habe ich ihn sofort wieder mit dem Seilchen animiert. Er konnte dann seinen ganzen Frust an dem Seil auslassen und dann war man auch schon am Hund vorbei. Ist anstrengend und geht auf die Knochen (bei mir die Fingergelenke), aber bei Charly hat's funktioniert und tut's auch jetzt noch.


    zwischen ist Charly 1 1/2 Jahre bei mir. Er will zwar immer noch pöbeln, aber jetzt ist er schon viel unaufgeregter. Wenn, dann 2, 3 Beller und weiter geht's. Ich bleibe auch jetzt ruhig und gehe wortlos weiter.

    Das freut mich sehr das ihr solche Vortschritte gemacht habts. Ich kann mich an deinen Anfang erinnern und gefühlt für mich ist doch nicht so viel Zeit vergangen ^^ also bei Gin dauerte es gefühlt länger bis ich soweit war hehe.

    Das Knautschen als Abreagieren kenne ich auch von meinem. Man schafft als Alternative dem Hund einen Ventil. Ich habe erst gemacht, intuitiv und erst dann gecheckt das *warum* :D Das machst du gut, arbeitest auch intuitiv und nicht nach Schema X.

    Überraschend, funktionierte es bei dir die Methodik mit Spieli, Abreagieren, Ruhe, Souveränität, nicht Hochschaukeln lassen, Abstände verkleinern etc. . Auch mit der Gelassenheit. Überraschend, weil mir schon hier vorgeworfen wurde, das man "leicht reden kann, wenn man die Innere Ruhe anspricht". Vor allem, wenn man vorher erklärt hatte, das man sich selbst in dieser Situation Mal befunden hat.


    Die nächsten Schritte wären bei dir dann, gebe das Spielzeug nicht mit großen Abstand zu dem anderen Hund bereits, sondern kurz davor, dann während Vorbeigehen, dann nach dem Vorbeigehen. Du kannst am Anfang das Spielzeug halten so das Charly es sieht.

    Aber langsam aufbauen. Ziel ist es, dass Charly den Hund sieht davor und sich trotzdem entscheidet "bei dir" zu bleiben. Hintergedanke dabei: ich bringe meinem Hund jetzt bei, dass er "etwas" tun muss um das ersehnte Stück zu bekommen.

    Achtung: achte auf ihn genau! Wenn die Abstände zu klein sind, oder der kommende Hund Randale macht, gib ihm das Spieli. Ziel ist es: so wenig wie Möglich Rückfälle zu haben und eures jetzt erarbeitetes Niveu zu halten. Du kannst kleine Veränderungen machen, bei Hunden wo er normal weniger reagiert. Und eine Zeitlang noch die bisherige Routine führen. Langsam steigern.

    Der nächste Schritt danach, ist es das Spielzeug in der Jackentasche zu haben. Quasi außer Sicht. Da bestätigst du erst sofort kurz davor, während des Vorbeigehens und dann danach. Jede Aufzählung ist ein separates Schritt der erst langsam eingeführt wird, wenn die anderen zuverläßig funktionieren. Du kannst deinen Hund unterstützen indem du auf die Tasche klopfst wo das Spielzeug ist, oder die Hand in die Tasche reinstecken wo das Spielzeug ist. Die vorherigen Schritte müssen aber schon gut sitzten.

    Sitzt auch dieser Schritt, bestätigst du ohne Andeutungen auf die Jackentasche. Dann nur danach. Dann baust du die Bestätigungen ab. Es wird bestätigt in 90% der Fälle, in 10% nicht etc.

    Wenn du merkst, dass Charly nach ruhigen Vorbeigehen dich erwartungsvoll anschaut, ganz von alleine, quasi "haaa! ein Hund habe ich passiert, gaaanz artig, siehst duuu? Her mit dem Spielzeug!", weißt du das er es kapiert hatte.

    Dann kannst du bei Rückfällen eben NICHT bestätigen. Da sist insofern neu, weil davor hast du das Spieli als ein Instrument benutzt um Stress abzubauen und um abzulenken. Jetzt benutzt du es wahrlich als eine Bestätigung.

    Spieli gibts dann nur wenn er sich benommen hatte. Dh. Zuerst immer bestätigen auch vll Abstände bissl am Anfang beachten. Dann die Bestätigungen ausschleichen. Aber wie gesagt jeder Schritt muss sitzen.

    Ich bin mit Gin zur Zeit soweit, dass ich nur noch gaaaaaanz besonders schwere Fälle bestätige. zB. Sehr sehr sehr eng, Rüde der in der Leine hängt und schwer randaliert oder ein Hund der auf uns zustürmt ohne Leine und Gin bleibt trotzdem ruhig. Alles andere ist es bei uns als "normal" gespeichert und wird nur ab und zu als Auffrischung alle paar Wochen vll nach Lust und Laune bestätig.


    Ich bin zuversichtlich bei euch das ihr es auch schafft!