Das Leben mit einem Sturschädel

  • Wie vielleicht ein paar von euch wissen- war stets stolz auf den Rückruf. Da das das Nummer Eins Kommando von uns war, klappt der wirklich perfekt. Egal ob Wild, Hunde oder Sonstiges- er kommt. Zuverlässig. Zuverlässig? Nicht ganz.


    Situation- Wir gehen unsere Runde auf dem Feld, spielen Ball und üben ein paar Kommandos. Ab und zu gesellt sich ein Hund dazu, dann wird kurz gespielt. Schließlich gehen wir und was ist- ich gehe und Lupin bleibt am Feld. Alleine. Rufen, Kommandos - alles egal. Er will noch nicht heim und deshalb bleibt er auch alleine dort. Immerhin gibt es genug zu tun dort.


    Tja also habe ich mal die Leine vorher dran gegeben. Das ging paar Mal gut bis er das überrissen hat und nun sofort wenn die Leine kommt einen Abflug macht. Dann kam die Schleppleine- siehe da es klappt. Solang die Leine dran ist. Ist die Schleppleine wieder weg heißt es- HAHA fang mich doch. Also bin ich wütend nach Hause gegangen und habe 30 Minuten gewartet. In der Hoffnung jemand findet und adoptiert ihn.


    Was war? Idiot sitzt noch immer am Feld und schnofelt genüsslich seines Weges (zumindest hat er sich keinem Wolfsrudel angeschlossen.. die hätten ihn behalten können)


    Als "Lösung" habe ich einen zweiten Ball mit und locke ihn so her. Funktioniert super.


    Nur vergisst man den ja ab und zu bzw. gehen auch andere mit ihm Gassi und es ist keine wirkliche Lösung- also meine Fragen:


    1. wie verhalte ich mich, wenn er nicht kommt. schlucke ich meinen hass und ärger runter? bestraf ich ihn wenn er dann mal kommt oder lob ich ihn dann?? verbindet er das loben nicht mit dem "haha geh scheissen ich lauf alleine?"


    2. wie schluck ich meinen hass runter wenn ich ihn umbringen könnte.


    Danke im Voraus für die hoffentlich zahlreichen Tipps :)

    ****Lupin, 11.11.2017****

  • Habe so etwas nur mit meinem Podenco erlebt. Der hat mich draußen teilweise völlig ignoriert (Spielzeug und Co. interessierten ihn 0) bis ich etwas fand dem er nicht widerstehen konnte.

    Sobald ich ein Stöckchen nahm und in Blättern oder in der Wiese stocherte und dabei vor mich hin redete das da etwas Tolles ist war er da. Da brauchte es nicht mal Leckerchen.

    Habe dann unauffällig die Leine dran gemacht und fertig.

    Bei Rae (als sie ein Jungspund war) hat es auch so ähnlich funktioniert. Hunde scheinen furchtbar neugierig zu sein. ;)

    Wenn sie heute mal trödelt und sich wo festschnüffelt brauch ich nur sagen: Schau mal. Wer kommt denn da ?


    LG Terrortöle

    Dogs leave paw prints on our hearts. :*

  • Auf keinen Fall strafen wenn er kommt!

    Auch nicht wenn er erst nach 10 mal meint er tanzt an. Das allerdings solltest du vermeiden.

    Deswegen konsequent die Schleppleine dran! Damit sich das erst gar nicht festigt das er nicht kommt. Ich weißdie Leine nervt oft aber sie ist ein super Hilfsmittel.

    Zum abbauen das er genau weiß wann die Leine dran ist und wann nicht. Kürzen, stückweise über eine lange Zeit bis am Ende nur noch ein kleiner Fitzel dranhängt.

    Das dauert natürlich aber so kann er keinen kasper mehr mit dir machen. Ich würde mir eventuell ein neues Kommando für den Rückruf zulegen und das neu aufbauen. Das er bei dem Kommando weiß er muss kommen. Das neue Kommando mit hilfe der schlepp Immer durchsetzen.


    Rufst ihn, kommt er direkt mega Party und direkt wieder laufen lassen. Kommt er nicht sofort mit der Schleppleine ranholen und aus ist der Spaß.


    Dogmeat ist auch recht dickköpfig, mittlerweile hat es sich schon deutlich gebessert aber der Esel bleibt in ihm :rolleyes:

    Wenn der nicht weiter wollte hat der sich einfach auf den Boden geschmissen und hinter her ziehen lassen. Solange bis ich ihn am Geschirr wieder auf alle viere aufgestellt habe. Da ihn Leckerlie und Ball sowieso nicht immer interessieren war das teilweise echt dumm wenn er sich mitten in der Ortschaft einfach hinfallen hat lassen :S


    Draußen habe ich genau wie Terrortöle im Gras gewühlt, in der Erde gestochert und so getan als ob ich mega viel Spaß hatte :D

    Er ist so neugierig muss alles sehen und wissen. Wie ein Blitz kommt er dann.


    Und wenn das doch mal nicht gefruchtet hat, die Schleppleine war immer dran ;)

    Hunde sind Engel, die zu uns kommen um uns zu zeigen was wahre Liebe ist!

  • 1. wie verhalte ich mich, wenn er nicht kommt. schlucke ich meinen hass und ärger runter? bestraf ich ihn wenn er dann mal kommt oder lob ich ihn dann?? verbindet er das loben nicht mit dem "haha geh scheissen ich lauf alleine?"


    2. wie schluck ich meinen hass runter wenn ich ihn umbringen könnte.


    Danke im Voraus für die hoffentlich zahlreichen Tipps :)


    Strafst du für verspätetes Rankommen, versaust du dir wohlmöglich den Rückuf. Hunde haben ein kurzes Zeitfenster, was Lob und Strafe angeht. Im Idealfall erfolgt die Belohnung/Strafe innerhalb von 1-2 Sec. Rufst du also deinen Hund und er kommt erst nach einer gefühlten Ewigkeit und strafst ihn dann auch noch, verbindet dein Hund die Strafe mit dem gezeigten Herankommen. Er stellt aber keine Verbindung zum verspäteten Rankommen her. So komplex denken Hunde nicht. Ergo ergibt sich für den Hund irgendwann kein Sinn zu dir zu kommen, da es sich aus seiner Sicht nicht lohnt.

    Und natürlich schluckst du deinen Frust runter (ich nenne es bewusst Frust, denn ich bin mir sicher, du hasst deinen Hund nicht) und freust dich wenn er zu dir kommt. Und, spiel dem Hund nichts vor, sie sind Meister im Erkennen unserer Mimik. Das heißt, sie wissen genau was du dich wirklich freust und wann nicht!

    Ich habe es bei meinen Hunden so gehandhabt, dass es für sofortige Zurückkommen einen Jackpot gab. Das war bei uns Leberwurst. Fürs verspätete Rankommen gabs dann nur noch ein "fein!Super bist du zu mir gekommen!" und ein paar Streichler. Funktioniert bei 2 Hunden noch besser, wenn einer fürs zügige rankommen was bekommt, und der bummelige andere leer ausgeht. Das passiert dem Nachzügler aber auch nur einmal.

    Schlepp wäre bei mir auch dran. Ganz einfach um deinen Wunsch des Herankommens auch Nachdruck zu verleihen.

    Spielst du immer dort auf dem Feld?

    Eine Idee wäre es vielleicht, nicht mehr auf dem Feld zu spielen, sondern irgendwo anders. Da, wo Lupin gar nicht mehr mit einem Spiel rechnet. Und so überraschend, dass er gar nicht weiß, wann Spielzeit ist. Also die Orte variieren.Er muss also bei dir bleiben und auf dich achten, da DU das Spiel beginnst und beendest. Er muss lernen, dass es sich nicht lohnt, ohne dich was zu machen.

    "Egal wie wenig Geld und Besitz du hast, einen Hund zu haben, macht dich reich."
    Louis Sabin


    Viele Grüße von Anja mit Hermann und Otte und Sammy im Herzen

  • Ja hi ^^

    Ganz wichtig, wie schon erwähnt jedes Herkommen belohnen. Als mir Gin das eine Mal im Wald stiften war (habe berichtet) und er nach STUNDEN erst bei mir beim Auto auffindbar war und zu mir kam, da habe ich auch meine Frust schlucken müssen. Und habe ihn für das Kommen gelobt.

    Tipp: Schleppleine. Gin ging 1 Jahr lang an der Schlepp. Weil er meinte "ich haue mal ab wenn ich andere Hunde sichte", was bei seiner bedingten Rüdenverträglichkeit gaaar nicht ging. Nach einem Jahr Schlepp, wo er einfach bei jedem Versuch des Abhauens gehindert wurde, habe ich einen Hund, der NIE zum fremden Hunden einfach so abhaut.

    Baue einen neuen Rückruf und executiere ihn immer mit Jackpot. Oft und auch dann "freigeben". Besonders an der Stelle wo er meint er will noch nicht.

    Was ich auch bei Gin gemacht habe am Anfang: wenn er zu sehr mit sch selbst beschäftigt war, habe ich die Richtung gewächselt und habe mich versteckt. Und dann habe ich gewartet. Der hat mich aber dann gesucht nach einer gefühlten Ewigkeit und war aus dem Häuschen. Mach das Mal in fremden Umgebung.

    Variere die Plätze wo es Spaß und Spiel gibt.

    Was du gemeint hast: rufst ihn ab und dann Leine dran. Natüüüürlich hat er dich nach ein Paar Malen ignoriert. Verknöpfung: Abruf = Leine = aus mit Spaß.

  • Gute Tipps gab es schon. Schleppleinen würde ich auch erst einmal dran lassen und sukzessiv kürzen.


    Phaja hatte auch gern diese Anwandlungen, wenn sie der Meinung war, das Spiel ist noch nicht zu Ende. Meistens hat es geholfen, sie dann auf Entfernung in die UO zu nehmen. Plötzlich war sie dann im Arbeitsmodus und ich konnte sie ranrufen. Hat jedenfalls meistens funktioniert.


    Auch habe ich sie (und das mache ich auch jetzt bei Crazy) oft gerufen, es gab was Leckeres und sie dann wieder weggeschickt. So war das Rankommen nicht mit Spaßende verbunden.

  • Was bei uns total super funktioniert hat , ist das konditionieren auf die Pfeife. Da dort keine Stimmung mit schwingt ist das Signal immer das selbe, egal ob man selber wütend oder fröhlich ist. Ich habe es ein paar Tage so gemacht: Piff und dann die super Belohnung rein. Immer wiederholt, erst drinnen und dann draußen. Und wie alle schon gesagt haben, unbedingt mit Schleppleine sichern, denn es darf nicht passieren, dass der Rückruf ignoriert wird.

  • Danke für die tollen Tipps !!!


    Also kurzer Bericht- Schleppleine hab ich wieder aufgegeben weils sinnlos war. hab ihn kein einziges mal heranziehen müssen- er ist IMMER sofort gekommen, weil er sofort gecheckt hat wann die dran ist und wann nicht. sobald die leine dann weg war - vergiss es.


    Aaaalso hab ich begonnen immer wieder das Feld zu verlassen und wieder zu betreten- so dass er nie weiss wann es wirklich heim geht. Bis jetzt gut geklappt.


    Generell achte ich einfach viel mehr drauf, dass ich den Ball rechtzeitig habe und dann überraschenderweise nach Hause marschier- so dass er sich nicht drauf einstellen kann.


    Es ist schon mal klasse, dass ich nun weiß wie ich mich zu verhalten hab wenn die Pfeiffe mal antanzt.!!! Danke !!!

    ****Lupin, 11.11.2017****

  • Hi,


    zur Schleppleine wurde ja schon einiges gesagt.


    Weitere Ideen:


    Nicht offensiv strafen, das wurde ja schon gesagt. Aber großartig loben würde ich ihn dann auch nicht. Der weiß schon, dass er was falsch gemacht hat. Ich glaube nicht an diese "2 Sekunden-Regel". Dennoch wäre es falsch, ihn laut oä zu sanktionieren. Besser ist mE ihn eher zu ignorieren. Aktiv, indem Du ihn nicht mehr nah zu dir kommen lässt, ihn an die Leine nimmst und einfach heim gehst, oder passiv, indem Du ihn einfach komplett ignorierst. Zumal wir vor dem Hund eh unsere tatsächliche Stimmung nicht verbergen können. Wenn Du also sauer bist, wenn er zurückkommt, merkt er das ebenso, wie wenn Du wirklich froh bist, dass er wieder da ist. Sei authentisch.


    Oder ruf ihn und dreh dich (bemerkbar, zB durch lautes Aufstampfen) um und renn in die andere Richtung, ohne dich nach ihm umzudrehn.


    Haben wir zwar selbst immer noch nicht gemacht, obwohl sicher sinnvoll: "Supersignal" konditionieren.


    Oder, wurde mich nicht klar durch die Beschreibung: Du gehst einfach zu ihm hin, wenn er nicht kommt und machst ihm ganz klar, dass das nicht geht. Oder macht er dann dieses "Fang mich doch"?

    Was macht er, wenn du energischer wirst, wenn Du ihn rufst? Dich meiden? Dich Ignorieren?


    Edit: Noch eins, auch wenn das bei uns eher der Not geschuldet ist und auch sicher nicht die beste Lösung: Ich habe ein "ich werd echt stinking, wenn Du das jetzt nicht machst- Wort": Es lautet "Freeuuund" in einem bestimmten Tonfall, manchmal auch dabei die Arme so fragend ausgestreckt, Gesichtzüge einen auf "Unverständnis" machen lassen. Also einfach eine Haltung, die dem Wort enspricht finden. Meist findet die sich ja von alleine, wenn man sauer ist;)

    Er sollte es eigentlich grundsätzlich wissen, dass Kommando Kommando ist. Aber grad aktuell mit seinem knappen Jahr, dauert es schon mal länger, bis er es ausführt. Wenn er das dann hört, geht es meist schneller...



    Liebe Grüße

    Lupus

    2 Mal editiert, zuletzt von Lupus ()

  • Lupus Wenn ich ihn holen will, rennt er vor mir weg und hopst herum. Egal ob ich dann ernst oder lieb bin- er kommt nicht. Wenn ich ihn rufe dann ignoriert er mich, auch wenn ich schnell weglaufe oder mich mit was anderem beschäftige - oder eben einfach heimgehe !

    ****Lupin, 11.11.2017****

  • Also kurzer Bericht- Schleppleine hab ich wieder aufgegeben weils sinnlos war. hab ihn kein einziges mal heranziehen müssen- er ist IMMER sofort gekommen, weil er sofort gecheckt hat wann die dran ist und wann nicht. sobald die leine dann weg war - vergiss es.

    Und da liegt das Problem. Deshalb soll man die Schleppleine "ausschleichen". Als erst den Rückruf komplett sichern mit SL, wenn das 100 %ig klappt, Leine auf den Boden schleifen lassen und Hund im Radius um sicher herum laufen lassen. Wenn auch dann der Rückruf klappt, Leine sukzessiv kürzen.

    Der Fehler wird gern gemacht (ich nehme mich da nicht aus), dass die SL einfach weggelassen wird, wenn es drei Tage hervorragend geklappt hat. Aber gerade wenn sich ein gewisses Verhalten schon gefestigt hat, dann fängt man halt wirklich von vorne an und das bedeutet dann auch, dass die SL nicht nur ein paar Tage, sondern ein paar Monate dran bleibt.


    Voraussetzung ist jedoch, dass man seinen Hund beobachtet und den Rückruf anbringt, wenn der Hund noch im ansprechbaren Radius und Verhalten ist. Und wenn er sofort auf das Kommando reagiert und rankommt, wird die Superbelohnung herausgeholt.


    Hinterherlaufen bringt gar nichts, da kannst du nur verlieren. Und für den Hund ist es ein tolles Spiel. Natürlich weiß er, dass du ihn nicht kriegen kannst. Und rufen würde ich dann auch nicht mehr, du gibst deinem Hund damit nur zu verstehen, dass du ja noch da bist.


    Ich mache es inzwischen so, wenn Crazy auf den ersten Rückruf nicht kommt, drehe ich mich um und verstecke mich. Und wenn ich mich nur hinter trockenem Gras abducke. Auch bei Phaja hat das geholfen, die mir auch so manches Mal die Mittelkralle gezeigt hat und nicht zu mir kommen wollen (wenn sie ein Spielzeug hatte oder im Wasser war). Manchmal hat es etwas gedauert, ich habe sie natürlich im Blick behalten. Und wenn sie in meine Richtung gekommen ist und wieder im Empfangsmodus war, habe ich sie über die nähere Entfernung in die UO genommen. Sitz-Platz-Hier. Und mein Hund saß vor. Meistens jedenfalls ^^

  • Lupus Wenn ich ihn holen will, rennt er vor mir weg und hopst herum. Egal ob ich dann ernst oder lieb bin- er kommt nicht. Wenn ich ihn rufe dann ignoriert er mich, auch wenn ich schnell weglaufe oder mich mit was anderem beschäftige - oder eben einfach heimgehe !

    Hi,


    ein kleiner Frechdachs, dein Lupin:)


    Das klingt sehr danach, dass er seinen Platz im Sozialverband noch nicht kennt, bzw. den deinen noch nicht anerkennt.

    Daran kann man zuhause besser arbeiten als draußen, wo es viele Ablenkungen gibt.

    Probier mal, wenn Du willst, folgendes: Setz dir einen Zeitraum von zB zwei oder drei Tagen und ignoriere jedweden Wunsch des Hundes (zuhause). Ganz egal, was er will - Du gehst nicht darauf ein (also außer notwendigen Dingen natürlich). Nicht drauf eingehen heißt nicht, dass Du "Aus" oder ähnliches sagst. Du tust einfach so, als sei er gar nicht da. Und auch, wenn er nach einer gewissen Zeit anfangen sollte, seine Wünsche vehementer einzufordern: "Hart" bleiben. Solange, bis er irgendwann mal freundlich bittet und nicht fordert - dann wieder drauf eingehen.

    Du kannst das auch erweitern und, zB wenn der Hund irgendwo liegt, passiv ignorierend "durch ihn durch laufen". Sollte er dabei liegen bleiben, deutet das ebenfalls darauf hin, dass er deinen Status noch nicht anerkennt. Denn er hat schlicht aufzustehn, wenn Du vorbei willst. Und auch dabei: Den Hund nicht anschauen, ansprechen, sondern eher wie einen Gegenstand behandeln.


    Ignoranz ist nämlich etwas, das kennen wir ja auch aus der Menschenwelt, das sich nur der Statushöhere erlauben kann. Begibst Du dich in diese Position durch Ignoranz des Hundes, sollte er daraus etwas lernen, was sich auch auf den Umgang mit Kommandos draußen positiv auswirken sollte.


    Wichtig: Das alles heißt nicht, dass Du gemein zu deinem Hund sein sollst, ihn schlecht behandeln!!! Er ist einfach gleichsam gar nicht da und wird entsprechend behandelt:)


    Liebe Grüße

    Lupus

  • Lupus Danke das ist ein klasse Tipp, werde es auf jeden Fall mal probieren! Vor allem das mit durchlaufen- er bewegt sich generell keinen cm weg wenn ich oder auch wer anderer vorbei will, er blockiert zwar nicht aber er weiß, dass er ein 35 kg Felsen ist, den man nicht so einfach wegschubsen kann. Also damit hast mal fix recht! Werde zu Hause mehr darauf achten.


    Da Lupin immer unter spannung steht, haben wir endlich zu Hause eine Ruhezone durchgesetzt wo nicht gespielt wird und er zu Ruhen hat. Das erkennt er auch an (endlich..) daher wird das mit dem ignorieren schwer, weil wir das ja auch schon tun. Aber wie gesagt, das mit dem durchlaufen ist auf jedenfall ein super tipp !!


    Jetzt noch etwas furchtbares zum Schluss- Lupin hat seit ein paar tagen einen virus- er hat durchfall und ist generell matt bzw. er ist SO brav, ich halte es nicht aus. er geht immer bei fuss, er zieht nicht an der leine und er ist verschmust und schläft viel. gestern waren 5 freundinnen von mir da und er war so ein vorzeigehund, dass ihn keiner erkannt hat. er ist auf seinem bettchen gelegen und hat gepennt. es ist der himmel. natürlich tuts mir leid, dass es ihm schlecht geht aber ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich nicht jede sekunde davon genieße ^^ sobald es ihm besser geht und das feld wieder ein thema ist, beginnt das schleppleinen training wieder und bis dahin wird daheim an unserem verhalten geübt...und seines derzeit genossen :D

    ****Lupin, 11.11.2017****

  • bitte nicht steinigen aber ich würd mir nicht auf der nase rumtanzen lassen einmal rufen bei nicht befolgen fliegt bei mir der schlüssel am Anfang wars so ne kleine Kette außem baumarkt wurde allerfings mit schleppleine aufgebaut damit der hund nicht vor Schreck in die falsch richtung läuft.

    und der hund wurde auch getroffen auch wenn nicht immer. nsmach einer weile reichte dann das klappern aus und auch heute reicht es in situationen wo sie meinen blödsinn zu machen das klappern. denk dran der hund ist nicht aus Watte und es zerstört auch keine bindung einfach mal die klare ansage an den hund und das auf dauer. wenn er dann zu dir kommt musst du ihn natürlich loben.


    achso und die schleppleine denoch ausschleichen lassen die kette oder schlüssel dient dann nur zur absicherung

  • Erst mal gute Besserung an Lupin.


    Ich bin kein Freund vom längeren Ignorieren. Kurzfristig vielleicht ja, wenn der Hund Mist gebaut hat. Aber für einen Hund ist es als hochsoziales Lebewesen nicht verständlich, warum er längere Zeit ignoriert wird. Gibt es im Rudel auch nicht. Da gibt es einen Ansage und dann ist es wieder gut. Hunde sind nicht nachtragend und verstehen nicht, wenn sie aus ihrer Sicht ohne Grund ignoriert werden. Ignoranz ist soziale Ausgrenzung.


    Und warum soll ich meinen Hund aufscheuchen, wenn er irgendwo liegt, nur weil ich da durchgehen will und die Möglichkeit habe, um ihn herum zu gehen? Auch das wird in einem Rudel recht entspannt gehandhabt. Zum Glück sind solche "Erziehungshilfen" und Dominanzbezeugungen inzwischen vollkommen überholt (genau wie die These, dass Hunde die Weltherrschaft an sich reißen wollen, wenn sie aufs Sofa dürfen ;-) ). Diesbezüglich habe ich vor kurzem einen sehr interessanten Artikel gelesen, der sehr einleuchtend war. Leider weiß ich nicht mehr, wo und von wem er war.


    Lupin ist ein Jahr alt, also noch in der Pubertät und Flegelphase. Natürlich kann er nicht machen, was er will, aber ich finde, man sollte diesem Alter und dieser Entwicklungsstufe auch seinen Tribut zollen. Da funktioniert halt nicht alles auf Knopfdruck. Und mir käme es auch nicht in den Sinn, irgendwas zu schmeißen, wenn mein Hund (in dem Alter) nicht gleich auf mich reagiert.


    Natürlich muss ein Kommando durchgesetzt werden, aber dafür kann ich doch die SL als verlängerten Arm nutzen. Die bleibt dann halt für ein paar Monate am Hund und nicht nur drei Tage. Klar, ist unbequem, aber wenn ich danach einen "funktionierenden" Hund habe, ist das mir die Arbeit auch wert. Setzt natürlich auch voraus, dass man seinen Hund beobachtet, beachtet und ihn auch an der SL sinnvoll beschäftigt.

  • Hi,


    wie lange die Ignoranz dauert, bestimmt ja der Hund (mit). Mit einem "Rudel" ist das nicht zu vergleichen, denn dort sind die Positionen klar verteilt. Genau das aber scheint hier nicht der Fall zu sein. Und diesbezüglich ist mE Ignorieren, wie gesagt, nicht gemein sein, sondern ignorant, der weit bessere Weg als das hippe Konditionieren. Denn dadurch ändert sich auf der Beziehungsebene, und die ALLEIN ist für eine gelingende Mensch-Hund-Beziehung verantwortlich, gar nichts.


    Auch habe ich nicht gesagt, dass man den Hud "aufscheuchen" soll. Es ist einfach eine Art Test. Ein Hund, der sich grundsätzlich nicht rührt, wenn er im Weg liegt, zeigt damit ganz klar, dass er meint, der Chef zu sein. Dasselbe kommuniziert er übrigens dadurch, dass er Kommandos ignoriert. Man dreht den Spieß halt einfach um. Und man macht das mit einer Art der Kommunikaiton, die der Hund versteht, da Ignoranz ein gängiges Mittel, auch unter Hunden und Wölfen ist.

    Ich gehe natürlich auch mal um Gaius herum oder über ihn drüber. Aber wenn ich mit einer bestimmten Ernegie komme, oder kurz vor ihm stehen bleibe, weiß er, dass er aufzustehen hat. Auch das entspricht natürlichem Verhalten.


    Mit Erziehungshilfen, die Du ansprichst, hat das wenig zu tun. Eine SL ist eine Erziehungshilfe, eine extrem unnatürliche zudem. Ist nicht bös gemeint, aber dahinter steckt doch, dass man ohne diese Hilfmittel mit dem Hund nicht wirklich zurecht kommt. Gleiches gilt für Haltis, Geschirre, Stachelhalsbänder, Leckerli, all die Sachen. Also nimmt man ihm durch die SL eine Handlungsoption (das Nichtkommen oder Weglaufen), hofft, dass der Hund sich daran gewöhnt und dann auch in Zukunft sich entsprechend verhalten wird. Man bekämpft also ein Symptom. Aber was ist mit der Ursache des Verhaltens des Hundes?


    Und was in der Hunderziehung entsprechend des Zeitgeistes grad "überholt" ist oder nicht, ist doch irrelevant. Zeitgeister ändern sich andauernd. Darauf sollte man nix geben, finde ich. Vor 30 Jahren war der Zeitgeist noch ein ganz anderer, ein bisweilen furchtbarer. Heute drohen wir aber auf der anderen Seite vom Pferd zu fallen.

    Mit Dominanz hat das nichts zu tun. Mit Status sehr wohl. Und dass es diesen in allen tierischen Sozialbeziehungen gibt, kann man, auch entsprechend des politisch korrekten Zeitsgeists, zwar leugnen - aber das ändert ja nix an der Realität

    Es gibt einfach Dinge, die funktionieren und andere, die das nicht tun. Hipp ist zur Zeit, wird auch in vielen Büchern und HuSchus gelehrt, Konditionierung. Der wird dem Hund ein Leckerchen reingestopft, wenn er tut, was er soll, tut ers nicht, wird er sanktioniert. Man denkt also, dass der Hund nicht mehr ist als ein Automat, verfährt nach einem Input-Output-Modell - und wundert sich dann, dass der Hund nicht hört, oder eben nur, dann, wenn er denkt, dass er darauf einen Vorteil ziehen kann. Der Hund tut also genau das, was man ihm durch Konditionierung beigebracht hat. Aber, der Hund ist eben kein Automat, den man programmieren kann, sondern ein sehr soziales Lebewesen, dass sich nach einer klaren sozialen Struktur sehnt.

    Heute wird, wie gesagt, fast überall konditioniert und dafür immer mehr auf Beziehung und Erziehung verzichtet. Die Folgen werden wir in den nächsten Jahren sicher zu spüren bekommen - dann ändert sich auch wieder der Hundererziehungszeitgeist - da bin ich mir recht sicher.


    In einem Punkt stimme ich dir zu: Hunde in dem Alter funktionieren nicht auf Knopfdruck. Aber darum gings mir auch gar nicht, sondern darum, dass Lupin mE durch sein Verhalten (Frauchen ignorieren, wenn sie ihn ruft, weglaufen, wenn sie ihn holen will, rumliegen, wo er will, ganz gleich, wer da kommt) zeigt, dass er einfach seinen Platz im Verband noch nicht kennt. Und da fällt mir kaum eine bessere "Übung" ein, als die Ignoranz. Dir?


    Liebe Grüße

    Lupus

  • Ja, mir fällt dazu weiter Trainieren, Pubertät und der damit verbundene Hormoncocktail ein, mit dem der Hund zu tun hat. Es ist ein einjähriger Hund, der jetzt halt auch mal testet, wie weit er gehen kann. Bei dem einen ist das stärker ausgeprägt, bei dem anderen halt weniger. Ignoranz ist der verkehrte Weg, in meinen Augen. Bin ich total dagegen. Wenn ich mich für meinen Hund interessant mache, nicht ständig Hundebegegnungen suche und einfach allein einen tollen Erlebnisspaziergang mit meinem Hund mache, dann hat auch mein pubertierendes Tier fast nur Augen für mich und ignoriert mich nicht. Und ich setze meine Kommandos, die ich nur einmal gebe, mittels Schleppleine durch, wenn die Ohren gerade nur Deko sind.


    Der sinnvolle! Gebrauch einer SL hat nichts damit zu tun, dass man mit dem Hund nicht zurecht kommt. Eine SL ist für eine bestimmte Zeit der verlängerte Arm. Gerade wenn mein Hund austestet, wie weit er gehen kann, wenn er den Rückruf ignoriert, dann kann ich mein Kommando durchsetzen. Sinn und Zweck ist es nicht, den Hund einfach machen zu lassen und an der Leine festzuhalten. Sondern die SL als Ausbildungshilfe zu erkennen und zu nutzen.


    Mir ist egal, was hipp ist oder nicht. Ich schalte meinen gesunden Menschenverstand ein. Und tagelange Ignoranz gibt es nicht in einem Wolfs- oder Hunderundel. Wie oben geschrieben, ist das soziale Ausgrenzung und ich werde einen Teufel tun und meinen Hund so zu verunsichern, indem ich ihn tagelang ignoriere. Dann gucke ich erst einmal, was ich vielleicht falsch mache, ob ich meinem Hund wirklich verständlich gemacht habe, was ich will, ob wir genug trainiert haben, dass er überall generalisieren kann.