Sozialverträglichkeit von Schäferhund-Hündin

  • Hallo,


    ich habe eine Frage zum Thema Sozialverträglichkeit.


    Crazy ist jetzt 10 Monate alt und bisher klappte das Zusammentreffen mit anderen Hunden gut. Sie konnte sich gerade bei alten Hunden gut zurücknehmen, war bei anderen Hunden aber schon mal etwas wild und überschwänglich. Junghund halt. Bei jüngeren Hunden musste ich zuletzt aufpassen, dass sie die nicht zu sehr bedrängt und unterbuttert. Da war sie schon recht grob und ich habe sie dann rausgenommen.


    Mit der ersten Läufigkeit ist sie jetzt durch.


    Vor zwei Wochen wurde sie von einer anderen (kastrierten) attackiert, ist aber zum Glück nichts passiert. Bei Begegnungen mit anderen Hunden ist sie weiterhin neutral.


    Eine Arbeitskollegin bringt ebenfalls ihre zweijährige, kastrierte Labbi-Hündin mit ins Büro. Wir haben uns in ihrer Raucherpause immer getroffen und beide Hunde miteinander spielen lassen, was immer super geklappt hat. Vor kurzem gab es eine kleine Rangelei zwischen ihnen, die von der Labbi-Hündin ausging. Es war recht dicht am Zaun und sie zergelte an einem Ast. Ansonsten haben beiden mit einem Stock zusammen friedlich gezergelt und sich gegenseitig den Stock abgejagt. Machte einen Pause, wurde sie vom anderen aufgefordert, weiterzumachen. Wobei schon zu merken war, dass die Labbi-Hündin nach dem ersten Vorfall etwas zurückhaltender war.


    Nun haben sich beide Hunde rd. 3 Wochen nicht gesehen, da erst der Labbi zwei Wochen zuhause war und ich auch ein paar Tage krankgeschrieben war. Gestern waren dann beide wieder da und wir wollten sie wieder laufenlassen. Große Freude bei beiden Hunden, dann laufen sie aufeinander zu und Crazy geht auf die Labbiline los. Es war laut und sie haben nicht gebissen, aber wir waren schon sehr erschrocken und habe die Hunde getrennt, da sie von selbst nicht aufgehört hätten. Crazy ließ sich nichts anmerken, aber die Labbihündin war sehr verschüchtert. Crazy wollte dann auch freundlich wieder Kontakt aufnehmen, aber die andere zog sich verständlicherweise zurück.


    Ich bin jetzt echt ratlos. Was kann ich machen, dass es bei Crazy nicht kippt? Wie reagiere ich richtig? Ich habe schon echt die Befürchtung, dass es doch an mir liegt, dass nach Phaja nun auch Crazy eine Krawallschachtel wird. Natürlich habe ich jetzt auch etwas Angst, sie mit anderen Hunden laufen zu lassen.


    Ich hoffe, ihr habt Tipps für mich.

  • Das liegt im Moment vor allem am Alter. Crazy ist nun geschlechtsreif. Da werden die Madams zickiger und lassen sich nichts mehr gefallen. Das führt zum Teil leider auch dazu, daß geschlechtsreife Hunde auf einmal nicht mehr mit dem eigenen Geschlecht verträglich sind sondern nur noch mit dem gegengeschlechtlichen.

    Ich habe es auch hier schon sehr oft erlebt, daß sich nach der Geschlechtsreife selbst vorher beste Freunde nicht mehr vertrugen. So arg viel kannst du da auch nicht machen. Ich würde zusätzlich noch darauf achten, daß künftig keine Ressourcen wie Spielzeug, Leckerlis usw dabei sind. Das hilft schon sehr.

  • Das hast du zwar sehr ausführlich beschrieben, aber wenn man den / die Hund / Hunde nicht sieht bei solchen Aktionen ist das immer sehr schwer da einen Tipp zu geben.


    Wenn sie sich nicht gebissen haben, was haben sie den dann gemacht? Laut ist ja erstmal kein Problem!

    Ein bisschen balgen ist auch noch in Ordnung meiner Meinung nach.

  • Hi,


    danke für den Faden!

    Ich kann dir leider keine Tipps geben, da ich die Befürchtung, dass sich das bei Gaius, der bis jetzt auf jeden Hund nur positiv reagiert hat, von einem auf den andern Tag ändern könnte.


    Daher: Wo sind die erfahrenen DSH-H?:)


    Liebe Grüße

    Lupus

  • Rae ist von Anfang an mit vielen Hunden zusammen gewesen. Das hat sich auf dem Hundeplatz, beim Agility, so ergeben. Angeleint wurden meist nur Neulinge, damit sie einen Hund im Parcour nicht stören. Alle anderen waren bei den Besitzern und haben gelernt sich ruhig zu verhalten. In der gemischten Gruppe waren etwa 10 - 15 Hunde, vom Chi bis zum Schäferhund. Spielzeug anderer war uninteressant und Leckerchen auch. Da hatten wir nie Probleme weil immer jemand ein Auge drauf hatte. Zwischendrin sind sogar Kleinkinder herum gelaufen.

    Jetzt habe ich einen 5-jährigen Hund der Kinder liebt, kleine Hunde, wenn sie frech sind, ignoriert und sehr viel Feingefühl in Bezug auf fremde Hunde hat.

    Bei Begegnungen unterwegs mit fremden Hunden ist sie manchmal sehr poltrig und laut, aber nie von sich aus auf Krawall gebürstet. Ich muss gut beobachten und sie, wenn es mit ihr durchgeht, mal ran rufen und ev. die Leine kurz dran machen. Dann klappt es in der Regel und sie nimmt sich zurück.

    Wird sie allerdings von einer gleichgroßen Hündin angemacht lässt sie sich nicht die Butter vom Brot nehmen. Kommt leider schon mal vor wenn ich hier unterwegs bin. Ist halt Ausflugsgebiet. Ich versuche dann erst mal ruhig zu bleiben und meist reicht ein ordentlicher Anschiss an die Streitenden. Rae ist zum Glück immer in meiner Nähe und ich habe ein gutes Gespür in Richtung klappt oder nicht.

    Eigentlich haben wir hier nur zwei Probleme bei denen ich damit rechne das sie mal die Zähne gebraucht. In der Nachbarschaft ist es üblich und scheinbar schick den Hund nicht an zu leinen, obwohl er nicht wirklich erzogen ist.

    Zum einen ist da der Pudel-Irgendwas-Mix, ein Rüde, der schon mehrfach auf sie losgegangen ist. Mit Beschädigungsabsicht. Ich habe das Ding schon mehrfach vertrieben und den Besitzer gebeten hier im Wohngebiet, vor allem wenn es dunkel ist, an zu leinen. Er macht es nicht, sagt nichts und steht nur blöd rum. Mittlerweile knurrt Rae schon wenn sie ihn von weitem sieht. Bisher hatte sie ihn trotzdem ignoriert.

    Zum anderen ist da der Schäfer-Mix, auch ein Rüde, der schon auf sie losgegangen ist als er erst ein dreiviertel Jahr alt war. Natürlich ist der auch immer ohne Leine. Selbst nachdem er der Besitzerin entwischt ist, ich die beiden trennen durfte und sie sich dann vielfach entschuldigt hat. Erst gestern ist er fast über eine Kreuzung zu uns gelaufen, dann aber abrupt stehen geblieben. Es war schon etwas dunkel und die Entfernung war so 100m. Trotzdem habe ich mich noch über ein komisches Halstuch gewundert das er trug. Ich hatte sofort den Gedanken E-Gerät und werde das in den nächsten Tagen wohl heraus bekommen.

    Dann werde ich mich nicht zurück nehmen und sie anzeigen.

    Ansonsten denke ich Hunde sollten auch mal Kommunizieren dürfen und Streiten gehört auch dazu. Nur darf der andere Hundebesitzer nicht hysterisch reagieren. Da habe ich wohl nach 25 Jahren Hundehaltung, und einigen Jahren als Gassigänger mit unterschiedlichen Tierheimhunden, einen Vorteil gegenüber Hundeanfängern. Bin ich unsicher kommt die Leine dran und ich habe die Möglichkeit einen Fremdhund zu blocken.

    Als Rae so ein Jahr alt war ist sie gerne auf fremde Hunde zugelaufen, laut, mit Bürste, um kurz vor denen stehen zu bleiben und Spielaufforderungen zu machen ???? Bekannte Hunde hatten damit kein Problem, aber ich konnte mir so ein Verhalten nicht erklären. Ich fand es asozial, unhöflich und nervig und habe es ihr verboten. Da kam dann erst mal die Leine dran zum Beruhigen. Man erklärte mir im Verein das sei schäferhundtypisch und Schäferhunde sind nicht mit anderen kompatibel wenn sie erwachsen werden. Ich finde es doof und heute reicht ein leiser Anschiss und Madame kann sich benehmen und so gehen wir öfter auch mit anderen Hunden ein Stück.


    LG Terrortöle


    Dogs leave paw prints on our hearts. :*

  • Cinja, ich finde es total erstaunlich - was Du beschreibst, es könnte Askja sein.

    Banja war ja von Anfang eine richtige Giftspritze bzw eine "Krawallschachtel" ;), Askja war das Kontrastprogramm schlechthin. Anfangs hab ich mir richtig Sorgen gemacht von wegen "man kommt ja nicht nur freundlich durchs Leben".

    Askja ist jetzt fast fünf Jahre alt. Sie geht souverän an allen Hunden vorbei, meist eher desinteressiert, Kläffer tangieren sie gar nicht. Ohne Leine wird sie leicht ruppig (nicht böse oder bissig, aber eben, wie Terrortöle schreibt 'asozial'), überfordert sehr oft andere Hunde, lässt sich die Wurst nicht vom Brot nehmen. Ich lasse ein frontales Aufeinandertreffen nicht zu. Ein anderer DSH-Halter wollte es, als Askja so ca 2 Jahre alt war, unbedingt probieren und Askja tackerte seiner Hündin beide Ohren.

    So gehen wir im Sympathiefall ein Stück miteinander und dann kann man's versuchen. Aber ich halte sie im Auge und rufe sie zur Ordnung - das funktioniert aber auch.

    Mit alten Hunden oder Welpen ist sie sehr nett und nie irgendwie übergriffig.


    Eine flüchtige Bekannte hat eine junge Malinoishündin - zwischen ihr und Askja brennt die Luft. Solche Fälle gibt's natürlich auch...

    Askja vom Haus Fuchsgraben

    * 18.06.2014

    Banja vom Wogenfeld - mein Mädchen im Herzen

    * 12.04.2002 - gegangen am 08.09.2014

  • Wirklich Hilfestellung kann ich dazu nicht leisten.


    Mr Ekko hatte als Welpe und Junghund regelmäßig Fremdhundkontakt und es war eigentlich nie einer dabei, den ich als negativ für ihn einordnen würde. Im Alter von 13 Monaten hat er dann quasi von einem auf den anderen Tag beschlossen, dass er Fremdhunde jetzt doof findet und sie gefälligst Abstand zu halten haben, sonst gibts eine auf den Deckel.

    Azog hatte in der Welpenzeit ein paar unschöne Begegnungen dank hirnloser Tut-Nix-Halter, der findet fremde Hunde eigentlich von klein auf sch***


    Ich muss aber gestehen, ich bin auch nicht der Typ, der da groß dran arbeitet. Ich sehe wenig Sinn in Fremdhundkontakten, wenn mein Hund sie nicht will. Ich bin zufrieden, wenn meine keinen Terror machen bei einer Begegnung und gut.

    Liebe Grüße

    Raphaela mit Mr Ekko, Cardassia & Azog

  • Vielen lieben Dank euch allen.


    Mir geht es wirklich nicht darum, dass Crazy zu jedem Hund hin und Kontakt aufnehmen muss. Mir reichen ein paar bekannte Hunde und an anderen soll sie einfach vorbeigehen, ohne Theater zu machen- was bisher auch noch klappt. Aber mir wäre es schon lieb, wenn ich nicht wie bei Phaja die Befürchtung haben müsste, dass es zur Beißerei kommt, wenn mal ein Hund auf uns zukommt.


    Mit den bekannten Hunden hätte ich es halt schon gern, dass es klappt. Ich werde in Zukunft darauf achten, dass es kein frontales Aufeinandertreffen gibt und wir ggf. erst einmal ein Stück "gesittet" spazieren gehen. Mal sehen, wie es dann klappt.

  • Mir ist es grad heute früh wieder passiert: eine Frau lässt ihren mittelgroßen Mischlingsrüden auf uns zu laufe, ich hatte Askja ins Fuß gerufen und locker angeleint. Der Rüde kam an, sie zeigte kurz die Zähne, er drehte ab, Kommunikation zwischen den beiden völlig klar. "Warum ist die so aggressiv?" "Isse nich, aber wenn sie nich mag, zeigt sie es eben."

    Man kriegt ja auch ein Auge für die Hundetypen, bei denen es haarig werden könnte.


    Banja hat von Anfang an einen Affenaufstand gemacht, wenn sie Artgenossen gesehen hat. Und sie wurde richtig ernsthaft böse. Egal ob groß, klein, Rüde, Hündin, kastriert oder intakt. Selbst die war irgendwann unter Kontrolle. Entspannt ist anders, aber es war kein Getobe mehr.

    So wie ich dich verstehe, ist Crazy ja nicht so gepolt, sondern eher so wie Askja, dass sie jetzt selbstbewusst ist und entsprechend agiert. (Oder eben auch überreagiert.) Mit deiner Erfahrung mit Phaja wirst du das gut in die richtigen Bahnen lenken.

    Askja vom Haus Fuchsgraben

    * 18.06.2014

    Banja vom Wogenfeld - mein Mädchen im Herzen

    * 12.04.2002 - gegangen am 08.09.2014

  • @ Peppermint, da haben wir offenbar die gleichen Hundetypen nacheinander :) Phaja hatte nur wenige Hunde, mit denen sie kein Problem hatte. Dazu war sie sehr nachtragend. Kam ihr einer mal doof (egal ob Rüde oder Hündin, intakt oder kastriert), hatte der auf Lebenszeit versch..... und war absolutes Feindbild. Wobei es bei ihr mit rd. 1,5 Jahren anfing. Vorher ging es noch. Aber nach ein paar schlechten Erfahrungen mit anderen war es vorbei. Und Phaja ging aufs Ganze. Ihre Devise war "Lieber tot als Zweiter" und Gefangene wurden nicht gemacht.


    Crazy scheint insgesamt selbstbewusster zu sein, gerade was andere Hunde angeht. Jetzt muss sie nur noch souveräner werden, aber ich hoffe, das kommt mit dem Alter. Im Moment will sie noch zu jedem hinrennen. Und dabei kann es dann auch poltern.

  • Ja, das kenne ich. Unser erster Trainer damals war Diensthundeführer bei der Polzei: "Die meint das Ernst, die macht da Löcher rein!" Er war beigeistert von ihr und ihrem Arbeitswillen. War ja auch toll, aber eine Menge Arbeit bis dahin.

    Askja ist auf ihre Art eigentlich souveräner, die lässt sich nicht so leicht aus der Reserve locken. Falls doch mal, lässt sie allerdings auch nicht locker...

    Askja vom Haus Fuchsgraben

    * 18.06.2014

    Banja vom Wogenfeld - mein Mädchen im Herzen

    * 12.04.2002 - gegangen am 08.09.2014

  • Wenn die Schäferhunde erwachsen werden,gibt es wohl immer so Typen,die nicht so sozialverträglich oder "spielfreudig " sind. Bei Basko ist es auch so : Er will

    die anderen Hunde angehen, allerdings ohne ernste Beschädigungsabsicht. Als er jung war,hatten wir ein paar unschöne Begegnungen mit den Nachbarn, die ihren Australian Shepherd Mix einfach aus dem Haus laufen ließen, auf Basko drauf. Das ist 2 Mal passiert und war für uns ein denkbar schlechter Start.

    Basko ist so einer,der den anderen Hunden mal zeigt,wo es lang geht und dann sind sie verschüchtert. Wenn mal eine kernige Hündin käme, würde er aber mit ihr toben,wenn sie intakt ist. Kastrierte mag er nicht so. Ich glaube,wenn sie geschlechtsreif sind, mögen sie (die Schäfis ) keine gleichgeschlechtlichen Konkurrenten, das ist wohl normal . Also mit Hündinnen kommt er im Prinzip aus, mit Rüden nicht.

    Wir hatten früher auch mal eine Begegnung mit einem jungen weißen Schäferhund, der sich von seiner Halterin losriß und auf Basko drauf stürzte.

    Basko hat sich sofort nach unten gelegt : Der andere hatte echte Beschädigungsabsicht. Basko hat noch nie einen Hund ernsthaft verletzt, wohl aber schon mal geschnappt. Mein Mann hatte damals beherzt die Hunde getrennt und der Frau ihren Hund angereicht. So einen bösen "weißen "hatte ich noch nie gesehen,

    ich hatte bis dahin immer geglaubt, sie wären eher sanft.

    Einmal editiert, zuletzt von Nori ()

  • Wenn die Schäferhunde erwachsen werden,gibt es wohl immer so Typen,die nicht so sozialverträglich oder "spielfreudig " sind.

    Mein Schäferhund braucht auch nicht mit andere Hunde spielen, er muß sich dann aber neutral gegenüber andere Hunde zeigen bzw. andere Hunde ignorieren.


    Wenn ich bei uns im Hundewald unterwegs bin, sieht es meistens so aus wie im Video. Die Leute sind immer in Bewegung, mal laufen die Hunde zusammen durch die Gegend und oft geht jeder Hund dort auch seinen eigenen Weg.

    Manchmal entwickelt sich auch ein richtiges Spiel unter den Hunden und wenn mein Hund dort nicht mitspielen will, dann braucht er es auch nicht, nur benehmen muß er sich.

    VG
    Klaus und die Bea

  • Ich möchte auch meinen Senf dazu abgeben.

    Es liegt viel an eigener Sicherheit und Ausstrahlung. Es liegt auch viel, ob man die "negativen" Begegnungen bis zu 0 reduzieren kann. Es ist auch ein Faktor wie gut lese ich die Hunde und ob ich rechzeitig gerecht eingreife. Je mehr "gute" Hundebegegnungen der eigene Hund hat und wenige schlechte, desto besser die Chancen.

    Man muss auch souverän das Prollen unterbinden. Gin prollt nicht mehr an der Leine. Ich kann bei jedem Hund vorbei.

    Gin tut auch nicht "ausfahren" wenn sich ihm unangeleinte Hunde annähern -> ich habe seit 1 Jahr keinen TuT Nix an ihm zugelassen und falls dann geblockt.

    Bin bei 0 gewesen. Gin konnte keinen Hund im 10m Abstand ohne Theather aushalten als ich anfing. Bin soweit das vorbeigehen an lockerer Leine an jedem Hund klappt mit entspannten Gin.

    Gin wird 5 im Mai und ruhiger.

    Er war/ist mit gleichgeschlechtlichen Rüden unversträglich. Letztens haben wir gleich 3 Rüdenbegegnungen (die drei ohne Leine, Gin an lockerer Leine ) gehabt. Abschnuppern und gut ist. Oder den größeren verjagen, aber nicht mit böser Absicht.

    Zu Hündinen war Gin immer sehr verträglich.


    Ich denke persönlich:

    1. Viele gute regelmäßige !gute! Hundekontakte fördern die Verträglichkeit

    2. Es liegt viel am Besitzer und seiner Fähigkeit die Hunde zu lesen und auch fremde Hunde einzuschätzen -> man greift rechzeitig ein

    zB. weiß ich das Gin die Magyar Visla nicht so gerne hat -> gibt es kein Kontakt, auch nicht probieren.

    3. Ist mir der HH hysterisch oder ich merke das er kA von Hunden hat: gibt es kein Kontakt. Ich brauche bei den Hunden die Hysterik des anderen nicht

    4. Man überfordert den Hund nicht. Ich habe ein Mal erzählt wie ich Gin mi dem 8 monatigen DSH zusammenführen wollte. Das war falsch. Ich fahre so eine Schiene wo mein Hund sich noch benehmen kann. Steigerungen passieren von alleine nach viel Zeit habe ich gelernt.

    5. Den Hund korriegieren wenn er anfängt scheisse bei dem anderen zu machen. -> rechzeitig.


    Sehe ich das ein unangeleinter Hund auf uns zukommt und ich bin auf einer Wiese und ich bin mir unsicher ob Rüde oder Hündin:

    Ich leine Gin an und schätze erstmal den fremden ab. Dann gucke ich nur noch auf Gin. Körpersprache etc. Leine locker. Je nach seiner Körpersprache dard er schnuppern.

    Und er darf immer öfter weil er nicht hoch geht. Ist beim Schnuppern die Körpersprache entspannt darf er von der Leine.


    Gin duldet auch einen neuen geschlechtsreifen unkastrierten DSH Rüden in unseren Revier. Der neue ist 1 Jahr alt.

  • Man muss auch souverän das Prollen unterbinden.

    Wenn meine Bea mit andere Hunde prollen wollte, habe ich sie ins FUSS gerufen. Dort konnte sie dann nicht mehr mit andere Hunde prollen.

    Irgendwann hat sie das Prollen aufgegeben. Anscheinend hat sie kapiert, daß sie dann nur wieder ins FUSS gerufen wird oder sie hat Angst vor einem Donnerwetter.



    Die Gruppenarbeit finde ich auch sehr gut. Dort muß der Hund arbeiten und lernt, daß die anderen Hunde ignoriert werden bzw. man sich neutral verhalten muß.

    Vor allem lernt der Hund, daß die anderen Hunde nicht nur zum spielen und prollen da sind.

    Und den Gehorsam lernt der Hund dort auch noch.

    Die Grupppenarbeit sollte man mit jeden Junghund schon machen, sobald er aus der Welpengruppe kommt.

    VG
    Klaus und die Bea

  • Wir hatten die selbe Situation mit "Benji" einem größeren Jagdhundmischling ( 5 Jahre, männlich kastriert). Ist unser Nachbar und dazu noch mein Kollege (der Besitzer, nicht der Hund) , Lupin und Benji kennen sich von Anfang an und haben immer miteinander gespielt- alles ohne Probleme. Als Lupin ca. 1 Jahr alt war, hat er immer wieder begonnen sich wichtig zu machen, Benji ließ es soweit durchgehen, bis es mal richtig krachte. Lupin hat ihn seit dem gemieden und war sehr sehr sehr vorsichtig. Daraufhin haben wir uns ein paar Mal auf der Wiese getroffen, aber sie haben nicht mehr gespielt. Benji hat ihn weggebissen und Lupin hat ihn wie gesagt gemieden.


    Nach paar Tagen haben wir gemeinsam einen Spaziergang gemacht und siehe da- nach 200 Meter nebenher schnüffeln haben sie wieder gespielt und gefetzt. Aber es gibt neue Regeln- Lupin geht nicht mehr in Benjis Haus hinein und ist auch sonst zurückhaltender.


    Wir haben uns bei den "Raufereien" komplett neutral verhalten, es komplett ignoriert und sind unseres Weges gegangen (ist aber kein Blut oder dergleichen geflossen!) Generell habe ich die Erfahrung gemacht, dass ein gemeinsamer Spaziergang oft Wunder wirken kann, da beide sich meiden können wenn sie wollen und dennoch zusammen sind. Gemeinsames schnuppern und schauen verbindet. Vielleicht wäre das eine Option?


    Bei anderen Hunden haben wir das Problem nicht, da sich Lupin nicht wirklich für diese interessiert- da bin ich mit meinem Ball gottseidank doch interessanter! Jedoch stellt er seit dem Benji Vorfall bei jedem Hund sofort den Kamm auf (?) ist aber weder aggressiv noch wirklich interessiert. :/

    ****Lupin, 11.11.2017****

  • Mein voriger Rüde hat bei allen Hundebegegnungen den Kamm gestellt, war aber weder ängstlich noch aggressiv. Ist wohl eher Vorsicht oder "Ich mach mich größer, damit mir nichts passiert oder jemand auf dumme Gedanken kommt" Ding gewesen. Er war auch immer stets freundlich jedoch wenig Interessiert weiter als Schnuppern zu gehen.