Erfolgserlebnisse mit unseren Schäferhunden

  • Ja, wir haben wohl das Glück, dass Schäferhunde schon seit vor Beginn der Rasseentstehung auf "ohne Tötungsabsicht" gezüchtet wurden.


    Diese (ich weiss nicht genau wie man es auf Deutsch nennt) Beute/Jagdsequenz beim Hund besteht aus mehreren Abschnitten und endet mit dem Fressen der Beute. Beim Schäferhund endet die Sequenz mit dem Greifen der Beute, beim Terrier mit dem Töten der Beute. Ich glaube es sind insgesamt 8 Stufen, wenn ich mich recht erinnere.


    Jagdhunde haben diese Sequenz je nachdem für welchen Jagdbereich sie gedacht wurden ebenfalls unterschiedlich ausgeprägt aber sie haben, soweit mir bekannt ist einen ausgeprägteren Drang nach Wild zu suchen als Schäferhunde.


    Heisst nicht, dass Schäferhunde nicht auch töten LERNEN können aber es ist normalerweise nicht genetisch.

  • Ich glaube so große Tiere wie Rehe oder auch Schafe zu reißen, da muss der Hund schon etwas Erfahrung mitbringen, glaube keiner unserer Hunde würde ein Reh reißen, selbst wenn er es zu fassen bekommen würde. Mäuse, vielleicht noch Kaninchen, sind Instinkt. Aber selbst dass muss geübt werden.

    Ich glaube nicht mal ein Jagdhund würde ein Reh reißen, es sei den er wäre schon darauf trainiert worden (wobei ich glaube selbst beim der Jagd kein Hund ein Tier mehr töten darf, aber da mag ich falsch liegen, gerade bei der Nachsuche wo das verletzte Tier dann gefunden wird.) Früher musste ein Jagdhund allerdings noch zur Jagdprüfung einen Hasen oder auch Katze erlegen......


    Wenn das Reh zu langsam ist, würde Kiara es vermutlich überholen und vielleicht noch ein paar aufmunternde Blicke zum neuen Spielkammeraden werfen: los mach schon, warum so lahm!!! Würde das Reh einfach stehen bleiben, könnte es noch sein das Kiara Spielaufforderungen macht, mal bellt, und dann einfach wieder abzieht.

    Nur leider wissen das die Rehe nicht!!

  • Ich hab hier auch 2 die das Reh nicht reissen würden, da fehlt einfach die letzte Sequenz, bzw. wirkliches Interesse.


    Gibt aber genug und gerade Jagdhunde, die das Reh spielend erlegen.

    Passiert leider immer wieder, das die nicht nur hetzen.

  • "nur" hetzen ist ja das eigentliche Problem X/ viele Wildtiere sollen angeblich eher am Herzinfarkt, als durch die Zähne des jagenden Tieres sterben.... ist aber nur Hörensagen

  • Ich weiß nicht ob das tatsächlich so oft vorkommt.

    Das hätte die Natur dann zimlich doof eingerichtet. Im Grunde geht der Hund nur seinem Instinkt nach und das Reh ja auch. So gesehen liegt es in der Natur der Sache und wenn da jedesmal das Reh sterben würde. Kommt natürlich drauf an wie ausdauernd der Hund ist. Der Wolf muss ja schließlich auch mal Erfolg haben um zu überleben. Die meisten Hunde bleiben aber nicht so lange dran. Zudem stell ich mir dann die Frage, wer stellt das fest??

    Da müsste jedes Mal wenn ein Hund ein Reh zu tode hetzt, der Jäger parat stehen und dann den Zusammenhang feststellen können. Wenn ein totes Reh gefunden wird, weiß man nie an was das wirklich gestorben ist.

    Traue keiner Statistik die du nicht selbst gefälscht hast.

    Und im Zusammenhang mit Wild und Hunden und Aussagen von Jägern bin ich sehr vorsichtig. Da wird schnell alles mit Vorurteilen überhäuft.

  • Wie oft das tatsächlich vorkommt weiss ich auch nicht, aber wenn ich mir anschaue wie viele Jagdhundrassen nur schon auf meiner Gassirunde unterwegs sind... und von denen sind 90% null erzogen. Wenn die auf Rufen kommen ist das eher Glück.

    Es lässt sich ja auch nicht abstreiten, dass das Thema mit dem Jagen auch bei uns mit unseren "Soldaten unter den Hunden" vielfach besprochen wird. Was geht da erst bei Jagdhunden, die ja eh oft schon eigensinniger sind, in Tutnix-Halter-Händen ab?

  • Nicht unbedingt hat ein Jagdhund mehr Jagdtrieb bzw ist weniger gut abrufbar. Meine Trainingskollegin hat eine Vizsla Hündin im selben Alter wie Kiara. Die war immer von Wild abrufbar. Das Problem ist da eher der Terrier, ihr zweiter Hund. Der ist zwar auch sehr gut erzogen, aber Terrier eben und wenn mit dem die Pferde durch gehen hilft kein Rufen mehr. Da war halt die Hündin auch mal mit dabei, aber mit zunehmenden Alter kann sie sie selbst dann abrufen, wenn der Terrier durch startet. Die ist einfach so. Da gabs kein spezielles Training oder so.

    Aber ich spreche hier halt auch von zwei wirklich gut erzogenen Hunden, mit verantwortungsbewusster Halterin.


    Ich kenne auch Jagdhunde in Jägerhand, jagdlich geführt, die absolut nicht hören. Als ich noch aktiv im Reitsport war und täglich zum Stall gefahren bin, hab ich des öfteren den Hund des Revierpächters alleine herum laufen sehen, schön in der Dämmerung. Aufgefallen ist das deswegen so, weil uns der Reitstallbesitzer verbieten wollte, Hunde mit zum ausreiten zu nehmen. Egal welche. Weil die Jäger angeblich nicht wollen, dass wir die Hunde mit dabei haben, am Pferd haben wir ja keine Einwirkung auf den Hund....jaja..... Gleichzeitig sieht man aber den Jagdhund alleine durchs Revier streifen. Das fällt halt eben ins Auge.

    Bei meinen Eltern treffen wir beim spaziern gehen regelmäßig einen etwas entfernteren Nachbarn, ebefalls Jäger und seit Ewigkeiten Jagdhundeführer. Ich hab ihm schon öfter aus der Patsche helfen müssen, weil sein Hund dann eher mit uns mit geht, als mit ihm in die andere Richtung, da hilft kein Rufen, kein Locken kein gar nichts. Meistens ist er auch ohne Leine unterwegs, daher kann er nicht mal so einwirken. Wobei ich mir bei dem Hund nicht sicher bin, ob er sich von ihm so einwandfrei anleinen lassen würde, wenn ihm das jetzt nicht in den Kram passt. Ich hab ihm dann mal meine Leine geborgt und beim anleinen hat mich der Hund angeknurrt, weil er jetzt nicht stillhalten wollte und meinen Hündinen hinterher wollte.

  • Ich kenne auch Jagdhunde in Jägerhand, jagdlich geführt, die absolut nicht hören.

    Ich kenne keinen jagdlich geführten Hund der hört. :D


    Sehr viele Polizisten haben Angst vor Hunden...sie kennen oft nur ihre Diensthunde.


    Und genauso glauben viel Jäger nicht, dass ein Hund vom Wild abrufbar sein kann...sie kennen meist nur ihr "eigenen" Jagdhunde.


    In meiner Zeit als Ausbilder bei der RH-Staffel habe ich natürlich von jeden Training das OK vom Jäger eingeholt. Habe ich einen Jäger gefragt, wo wir noch nie waren...hatte ich diese Diskussionen sehr häufig.

    "Ohje - OHNE Leine FREI im Wald =O ?"...

    Ich habe die Jäger dann gerne eingeladen an die Übung zu kommen um selbst zu sehen.

    Die die gekommen sind, waren alle erstaust, dass ein Hund sooo folgen kann. ;) und haben im Gespräch auch oft zugegeben, dass sie Vorurteile haben/hatten weil die Jagdhunde die er kennt, eben nicht folgen...

    Auf Einsätzen hingegen haben sich immer wieder viele der Ordnungshüter vom Acker gemacht, als wir unsere Hund aus den Autos geholt haben. "Die haben ja gar kein Maulkorb auf! =O" Spätestens wenn das Halsband ab kam, waren nur noch die wenigsten Polizisten bei uns ^^. Und auch hier hat mir einer bestätigt, dass er Angst vor Hunden hat, weil das ja die gleichen sind wie die bei der Polizei... 8).

  • Doch einen kenne ich! Der wird neben der Jagd auch noch in der normalen UO geführt. Die Arbeiten jetzt auf die BGH2 hin. Ist bei mir in der Tainingsgruppe. Aber das ist vermutlich der einzige auf weiter Flur....


    Ja, aber da ist was wahres und verständliches dran. Versuche mal einen Foxterrier zu erziehen, nicht das es nicht machbar ist, aber Zusammenarbeit mit dem Hundeführer liegt dem nun mal nicht im Blut. Der entscheidet im Ernstfall selbst. Da braucht es schon Durchhaltevermögen.

    Mein Opa hatte selbst immer Jagdhunde und diese auch jagdlich geführt. Das hieß mit auf die Jagd und fertig. Der Hund weiß schon was er zu tun hat. Ja klar gab es dann irgendwelche jagdlichen Prüfungen, aber die hat er mit dem letzten, den ich so richtig miterlebt habe, nicht mehr gemacht. Der sollte einfach mit und seine Arbeit tun, hat er aber nicht. Also wurde er als Jagdhund für untauglich befunden. Aber da gab es keine Ausbildung. Als Terrier für den Fuchsbau muss der Hund das in sich haben. Unser Foxterrier damals war da zu wenig veranlagt, dafür war er ein super Familien und Hofhund. Der ging auch nicht weg vom Hof, also war das halt dann seine Aufgabe.

    Aber er hatte halt auch sonst keine Ausbildung genossen.

    Also was will man dann auch erwarten. Und wenn man natürlich nur solche Exemplare vor Augen hat, meint man das ist Standart.

  • Ich mische mich auch mal wieder unter dieses Thema, weil ich finde, dass man die Hoffnung niemals aufgeben darf.


    Es war harte Arbeit in erster Linie an mir selbst, bis das bei mir überhaupt in Fleisch und Blut übergegangen ist und ich meine geistige und körperliche Haltung überzeugend an Sam vermitteln konnte.

    Die Umstellung ist nun abgeschlossen und er hat sich zuverlässig zu einem nicht mehr pöbelnden DSH gewandelt. Er ist nach wie vor sehr aufmerksam, was sich in seinem Umfeld so tut, aber lässt sich nun leicht von mir ablenken und genießt zwischenzeitlich das Lob. Jetzt kann ich ihn ja auch loben, weil er gelassen bleibt.


    Ich würde somit sagen: Es ist nie zu spät.

  • Ja, Beutetiere können sterben, alleine durch den Stress des Gejagt-werdens. Sie können auch Post-Traumatisches-Stress-Syndrom kriegen. Ich hatte ab und zu mal Hühner, die gejagt wurden und dadurch bewusstlos wurden und sich dann wieder erholten, aber wenn es eben nicht zur Erholung kommt, sterben sie.