Erfahrungsberichte von Schäferhundwelpen - die brauche ich!

  • Hallo liebe Foris :)


    Ich hab ja hier unseren 12,5 Wochen alten kleinen Kerl und suche da irgendwie „Vergleichswerte“, einfach um eine grobe Orientierung zu haben, wann sich Dinge vllt bessern könnten und wann die anstrengende Zeit etwas leichter wird :) Ich hatte schon Welpen, aber nie einen Schäferhundwelpen.


    1. Blase und Darm

    - derzeit schaffen wir ganz oft tagsüber 2-3h, Tendenz mittlerweile Richtung 3, aber nur, wenn er in der Box schläft. Läuft er frei rum, lässt er ohne Anzeichen auch nach 1h einfach mal laufen, aber nicht immer und bis auf einmal Durchfall in der Wohnung setzt er Kot ausschließlich draußen ab. Draußen macht er IMMER zuverlässig, außer er hat sich kurz zuvor in der Wohnung entleert. Muss er groß, wird er extrem laut und unruhig, muss er Pipi, lässt er einfach laufen(?!). Wann konnten eure Welpen/Junghunde problemlos ca. 4h einhalten? :) damit meine ich nicht, dass absolut nichts mehr daneben ging, sondern dass zeitlich gesehen 4h eigentlich fast immer geschafft wurden.


    2. Ruhe

    - unser kleiner Witzbold findet nicht selbst zur Ruhe, deswegen muss er oft nach einer gewissen Toleranzzeit in seine Box. Die steht unterm Schreibtisch im Wohnzimmer, so dass er zwar alles von uns hören - aber nichts wirklich beobachten kann. Das funktioniert ziemlich gut. Ab welchem Alter haben sich eure selbständig hingelegt und das wenn möglich nicht erst nach 2h rumgehampel in der Wohnung? (Das dann auch in wütenden gebeiße, Gekläffe, Gejaule und Zerstörungswut endet)


    3. Lautstärke

    - ich habe noch nie einen so lauten Welpen erlebt, nie. Er jault und „meckert“ und bellt was das Zeug hält. Sei es, weil er keine Lust hat, dass er nun in die Box muss, weil wir nicht mit ihm spielen, weil er übermüdet ist und dann aufdreht, wenn wir ihn runter tragen zum gassi/lösen, damit er nicht ins Treppenhaus macht, wenn wir im Fahrstuhl sind, wenn er nicht zu anderen Menschen oder Hunden hin kann...

    Hat sich das bei euch selbst gelegt und wenn ja, wann? Und falls nicht, musstet ihr da aktiv gegensteuern und wenn ja, wie?


    Das wären erst mal so die ersten Fragen, die mich derzeit beschäftigen :) und ich danke euch schon mal für eure persönlichen Erfahrungen!

  • Also meine Hündin war auch so laut als Welpe. Jetzt ist sie zu Hause wirklich sehr ruhig mittlerweile und bellt nicht mal mehr jeden Postboten an, sondern nur noch ausgewählte.Draußen ist es allerdings anders. ANdere Hunde, "komische" Sachen werden angebellt und zeitweise besungen. Wie man das abstellt...keine Ahnung. Frag doch mal Tilli:D:P


    Zur Stubenreinheit. Ich denke (aus der Ferne), dass du besser beobachten musst, um die Zeichen früher wahrzunehmen. Meiner Ansicht nach ist es schon allerhöchste Eisenbahn wenn der Hund unruhig jault. Vorher "sucht" er meist schon, schnuppert- das ist schon Zeichen genug.

    Um zur Ruhe zu komnen haben wir wie du die Box benutzt- mehr kann ich da nicht zu sagen. Das hat gut geklappt. Ansonsten gibt es noch die Möglichkeit, wie @Dimi glaube ich das gemacht hat, eine Art Auslauf zu bauen. Einen Kong mit etwas leckeren füllen und einfrieren bringt auch Beschäftigung.


    Viel Spaß mit dem Terrorzwerg, so süß sie sind- ich bin ganz froh, dass Nika aus dem Gröbsten raus ist. Ist ne anstrengende Zeit, aber es wird ruhiger!

  • Zum Pullern kann ich sagen: Unser Welpe musste immer sofort rausgesetzt werden nachdem er aus der Schlafposition hoch kam und wach wurde.

    Er musste auch sofort raus nach jedem Füttern.

    In die Wohnung gekackt hatte er allerdings nie. Ist ja auch klar, wenn man ihn immer sofort zum Pullern raussetzt.


    die ersten Wochen, so von der 9. - 14. Woche bin ich immer noch 1x nachts (waren kurze Nächte, so 23:30 ins Bett 6 Uhr Ende) und mit ihm rausgegangen.

    Ab dann hat er die Nacht durchgehalten und auch am Tage länger.

    Aber auch dann noch - nach jedem Aufwachen, Spielen, Futtern raus zum Pullern.


    Mit dem Herumtoben ging es bei uns eigentlich. Er hatte immer nach dem Fressen seine Anfälle. Da hat man dann eben ein bisschen gespielt oder getobt, Klicker-Übungen gemacht, das schafft die auch ganz schön.

    Und dann haben wir ihn 100% ignoriert. Der hat sich rel. schnell daran gewöhnt und von selbst wieder hingelegt. Ich würde mit ihm vor dem Essen mal bisschen raus gehen zum Erkunden der Welt.

    Nach dem Essen raus zum Pullern und dann auch nochmal 5 oder 10 Minuten intensiv was machen (Klicker, Spielzeug suchen lassen, fangen spielen). Dann ab in die Kiste und einfach mal jammern lassen. Nach 5 Minuten hört der auf und nach wenigen Tage kennt er diesen Ablauf und wird viel schneller ruhig.


    Mit einer ganz konsequenten Routine sollte er ziemlich schnell ruhig werden. Wichtig: Nie seinem Krakeelen nachgeben!


    Das Gejammer in der Box kann zuerst schon mal 15 Minuten dauern. Geduld!


    Futter immer in der Box geben um diese attraktiv zu machen.

    Einmal editiert, zuletzt von Micha369 ()

  • Ich danke euch bis hierhin schon mal für eure Tipps und Ratschläge und Erfahrungen! :) ist auf jeden Fall umsetzbar und macht Hoffnung :D


    Es ist so, dass er direkt nach dem fressen nicht macht, generell müssen mindestens 45min seit dem letzten Pipi vergangen sein, sonst frisst er draußen nur Dreck. :rolleyes:


    Beim Pipi macht er wie gesagt keine Anzeichen. er schnüffelt sowieso die ganze Zeit alles ab, rund um die Uhr. Ich weiß noch, da hing ich Wäsche auf, er beobachtete mich fünf Minuten, er stand auf, lief zwei Schritte und pieselte hin. Völlig ohne Ankündigung :( Und so läuft das echt immer. Eine Freundin meinte zu mir, ihre Hündin (andere Rasse) hätte auch nie angezeigt, obwohl sie wirklich genau beobachtet haben, die lief aus wo sie lief und stand. Irgendwann konnte sie einfach durchs Alter länger anhalten und hat dann nur noch draußen gemacht. Ich hoffe ja, dass er mit 14-16 Wochen, wenn er dann allmählich spüren kann „da ist was in der Blase und wow, das kann man anhalten und hui, das wird ja voll unangenehm und will raus!“, dass er sich dann meldet oder unruhig wird, weil er das unangenehme Gefühl deutlicher wahrnimmt. Beim Kot klappt das ja schon. Wenn er wach wird dann läuft er zb direkt zur Wohnzimmertür und jault und piensen und stubst die Nase dagegen - von jetzt auf gleich und dann gehen wir auch direkt aus. Er kann auch problemlos mittlerweile von Haus bis Feld einhalten. :) anfangs ist er direkt auf dem Gehweg noch ausgelaufen :D die Häufchen gingen aber nie auf den Gehweg. Nachts schläft er gut 8h durch von Anfang an bzw wird als mal wach, aber muss dann nicht raus.


    Zur Box: anfangs hat er da total protestiert (also nachdem die Angst natürlich weg war, da war es dann nervenaufreibendes Protest-Gemecker). Er bekommt immer Leckerlies in der Box, zb den Kong, so ein Kaubrikett, mal einen Dentastick und jeden Abend vorm Schlafen gibts getrocknete Hühberbrust und er geht auch auf Kommando rein. :)


    Noch eine Unart, die mir einfällt bzw die nächste Frage, die mir fast schon peinlich ist bzw ich mich kaum zu stellen traue:


    4. Waren eure auch so „verbissen“? Ich hab’s Gefühl, ich kann mich auf den kopf stellen, sämtliche Ratschläge zur Beißhemmung scheinen kaum bis nicht zu fruchten. Wenn ich ihn kraule knabbert er immerhin mittlerweile meist noch aushaltbar und nicht mehr richtig auf Händen/Fingern, aber vorhin zum Beispiel, da lag meine Hand auf dem Sofa, er wollte spielen, bellt mich an bzw verbellt mich, springt am Sofa hoch, ich ignoriere es und gucke ihn nicht mal an, da springt er Richtung mein Gesicht und deutet ein Schnappen an, ich brüll „LASS DAS SEIN!“ und richte mich auf und da „biss“ er mir in die Hand und zwar so fest (mit den Schneidezähnen hat er erwischt), dass es richtig weh tat. Er ist direkt danach abgestaubt und so weiß ich nicht, ob er MICH gemaßregelt hat, weil ich ihn gemaßregelt habe, ob das ein Biss aus Frust war oder eine Spielaufforderung und aufgrund fehlender Beißhemmung (vllt auch nur in seiner Aufregung/Frustration) eben so fest gewesen ist. Das passiert aber halt öfter. Ganz toll ist es, wenn er in Bauch, Brust, Oberschenkel und Arme (alles weichere eben) beißt mit den schneidezähnen, das tut übel weh und er kaut dann auch fast bzw beißt fest zu, auch wenn wir zb eine Jacke an haben knautscht er richtig mit Druck rein und kommt die Haut darunter dazwischen, tut das sehr doll weh. Macht er meist oft auch wenn er ganz „keck“ ist und aufgedreht und wuselig. Jedenfalls, wenn ich ihn dann zb von mir weg stoße/brülle und auf ihn zu gehe (wenn ich „aua“ sage und weg gehe rennt er mir nach und beißt halt in die Füße, findet er total witzig :D ), dann knurrt er und bellt, deutet schnappen an, aber auch nicht immer, oft geht er dann einfach zurück, setzt sich hin, guckt mich an und versteht, dass das nicht gewollt und nicht lustig ist.


    Das macht mir aber riesige sorge, dass das irgendwann in Aggression umschlägt oder er wirklich mal beißt / bissig wird, wenn ihm was nicht passt. Die Hundeschulen haben ja leider zu, so dass ich vor Ort derzeit keinen habe, der sich das auch mal angucken kann und das überfordert mich deswegen auch etwas.


    Gleichzeitig lässt er sich auch mittlerweile total gut kraulen (anfangs hingen die Zähne immer sofort in uns), legt sich von selbst auf die Seite zum Bauch kraulen lassen, is super gelehrig, kommt auf Abruf, hört auf die Kommandos (wobei er da mittlerweile auch manchmal austestet, ob er wirklich hören muss ;) ). Kann beim spielen sogar schon Aus! (Lass sofort das Spielzeug los) und Fass! (Du darfst wieder rein beißen (zuvor wollte er es sich selbst wieder holen)) und ist an sich auch sehr lieb und umgänglich, wenn man gewisse Dinge außen vor lässt. Bei Kindern schlabbert er immer die Hände ab, bei erwachsenen knabbert er eher mal, also fremden, bei uns sowieso. Er liebt fremde Menschen und Hunde, ist da stets freundlich (bis auf gelegentliches verbellen wenn er nicht hin darf/kann oder zuerst verbellt wird), wenn auch noch sehr ungestüm.


    Denkt ihr das legt sich alles noch? :( Unsere anderen Welpen und alle die ich bisher kennengelernt habe, die waren halt nicht so und die Spannbreite von „normal“ ist ja riesig, vllt ist er ja auch normal, ich weiß es nur nicht, weil ich es nicht kenne. Sorry für den langen Text...


    Grüßchen :)

  • Meiner war ein richtiges Aas. Sogar richtig lange. Box ging gar nicht. Randale ohne Ende. War sie offen hat er sie als Klo missbraucht.

    Ich habe immer das Spiel abgebrochen. Aua oder aufschreien brachte Null. Geduld und nochmal Geduld. Und zur Not statt Box Laufstall benutzen.

  • zur Beißhemmung: hmm, ist natürlich schwierig zu urteilen von außen. Du weißt ja bereits, was er gern hat/macht. z.B. hat meiner sehr gern einfach nur mit meinen Händen gespielt. Das ist eine gute Möglichkeit ihm die Beißhemmung beizubringen. Du musst ihm eindeutig zeigen, was ok ist und was zu dolle war. Ganz hochtonig "Aua" quieken, weggehen, 20 sec ihn alleine lassen oder kurz 2 Minuten in ein anderes Zimmer gehen (mit Tür zu). Dann gleich wieder hin und weitermachen mit diesem Spiel. Du darfst auch mal (wie die Hundemutter das ja auch tut) zurück zwicken. Also wenn er es zu dolle treibt. Bei meinem ersten Welpen habe ich auch schon mal beherzt zurückgezwickt, er durfte auch ruhig mal merken, dass ich auch "Zähne" habe. Der kann auch schon mal vor Schreck kurz quieken, (also natürlich nicht vor Schmerz :) ).

    Sei konsequent und übe die Beißhemmung! Kannst ihn auch mal kurz mit Daumen und Zeigefinger in seinem Fell zotteln(ziehen) und auch "Aua" quieken. Versuche so zu spielen wie es die Welpen-Geschwister auch gemacht haben.

    Man kann auch über seinen Fang fassen.

    Provoziere ein tolles Spiel und wenn er beißt dann lass ihn stehen.


    Zum Pullern:

    Witus hat auch nicht wirklich angezeigt, dass er Pipi machen muss. Aber immer, wenn er nach einer, zwei oder wieviel Stunden auch immer wach (aktiv) wurde, dann haben wir ihn sofort raus gebracht. Und dann hat er eigentlich immer gepullert.

    Habe ich ihn mal nicht gleich nach dem Fressen oder Spielen rausgebracht hatte er es in der Wohnung gemacht, das geht ganz schnell. Der hat nicht angezeigt, dass er man Pipi muss.


    Nutze das Futter, bring ihm "Nein" bei.

    z.B.:

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    Knurrt er (Futterverteidigung)?

    Lass ihn ein oder zwei Meter vor dem Futter sitzen und kurz warten bevor Du ihn zur Schüssel rennen lässt? Impulskontrolle!


    Die Box würde ich auch nutzen wenn er zu sehr aufdreht (also wenn es auch zu lange wird). Wie gesagt, ich würde die Futterschüssel regelmäßig in die Box stellen zum Fressen.


    Ach und starte und beende das Spiel immer wenn Du willst. Du bist der Chef.

    Mache alles immer nur wenn Du willst, nicht etwa wenn er etwas fordert.


    Sorry, da waren sicher viele Ratschläge bei, die Dir evtl. klar sind, aber ich weiß jetzt grad nicht, wie erfahren Du bist. Ignoriere das dann einfach.

  • Herzlichen Dank für die ausführliche Antwort!


    Ich versuche die Tipps zur Beißhemmung noch einmal etwas beherzter und "provoziere" die Situationen, indem ich ihn bewusst und absichtlich mit meinen Händen spielen lasse, dann klappt das hoffentlich... oft vermeide ich das mittlerweile nämlich, weil es einfach weh tut, ich auch tiefe Wunden habe und so weiter...


    Mit dem Pullern, genau, also wenn er wirklich mal 1h wach war oder wir länger mit ihm gespielt haben, dann gehen wir noch mal runter mit ihm und hoffen einfach, dass er macht. Meistens macht er dann auch was, aber nicht immer und danach hält er dann trotzdem 2-3h wieder aus.


    Nein (hör sofort auf, egal was du tust) kann er tatsächlich schon! :) Hab ich ihm an Tag 1 sofort beigebracht - neben Komm Her (egal wo du bist und was du grade machst), ich finde das sind die allerwichtigsten Kommandos, die sofort bei einem neuen Hund sitzen müssen, denn damit kann man fast alles regeln, was irgendwie wichtig ist. Direkt danach kam Aus (spucke sofort aus, was du im Maul hast) und dann erst der Name (schau mich an).


    Er knurrt nicht wirklich beim Futter. Einmal musste ich ihm ein Schweineohr wegnehmen, da hat er kurz so "nein ich wills behalten!!" geknurr-motzt, kein richtiges Knurren mit Versteifen oder Zähnefletschen, er hat sich dann eher weggedreht und wollte abdüsen, da hab ich dann auch mit einem lauten "WAS SOLL DENN DAS?!" reagiert und es mir trotzdem genommen, dann wollte er es zwar wieder und hat verzweifelt die Box ausgeschnüffelt, falls es durch Zauber wieder dort erschienen wäre, aber akzeptiert, dass es nun weg ist. Ich kann ihm auch die Futterschüssel wegnehmen, kann reingreifen wenn er frisst und so. Ich fasse auch manchmal rein, nehme eine Hand voll und halte es ihm dann hin. Meistens lasse ich ihn aber einfach in Ruhe fressen.


    Er macht von Anfang an von selbst schon "sitz", wenn ich das Futter richte und wartet in der Position, bis ich es hinstelle (selbst wenn ich damit noch zwei Minuten rumstehen würde) und kommt dann sofort, wenn ich es hinstelle und "Futter" sage. Zwischendurch hatte er die Marotte, da fing er an zu brüllen und zu schreien und sprang an mir hoch und kratzte an mir, während ich das Futter gerichtet hatte (ich wiege es tatsächlich ab). Da hab ich alles stehen lassen und mich aufs Sofa gesetzt und ihn ignoriert, bis er sich hingelegt hat, was zuerst sehr lange dauerte und er auch im Sekundentakt zwischen Küche und Wohnzimmer hin und her rannte. Das hat 2-3 Tage gedauert und seitdem hält er die Klappe und sitzt wieder still :D


    Und ihr denkt, dass er also eher nicht ein später mal bissiger und mir gegenüber aggressiver Hund wird? Das wäre so krass und ich kann es mir selbst kaum vorstellen, aber natürlich verunsichert das auch etwas. Wir hatten mal einen Schäfi aus dem Tierschutz, der richtig, richtig übel gehalten und zugerichtet wurde mit kaputtgetretenen Gelenken, geschlagen wurde (mit Gegenständen), an der Stachelkette lebte und dann beschlagnahmt wurde mitsamt seiner Schwester, bis er zu uns kam (Schwester musste eingeschläfert werden). Das war so ein herzensguter Kerl, aber gefüttert wurde er nur im Garten und so lange er fraß, ist auch keiner in den Garten gegangen, das hätte er nämlich sehr böse verteidigt. Ihn aus der Hand füttern war aber gar kein Problem z.B. Er hätte auch niemals gebissen und war auch sonst in keiner Situation jemals aggressiv (außer anderen Hunden gegenüber und einer bestimmten Erscheinung von Mann), vor Gegenständen hatte er anfangs Angst, wurde aber in der Hundeschule völlig wegtrainiert. Einzig den Rasenmäher, den hat er bis zu seinem Lebensende gehasst und in die Räder gebissen...

  • Ich versuche die Tipps zur Beißhemmung noch einmal etwas beherzter und "provoziere" die Situationen, indem ich ihn bewusst und absichtlich mit meinen Händen spielen lasse, dann klappt das hoffentlich... oft vermeide ich das mittlerweile nämlich, weil es einfach weh tut, ich auch tiefe Wunden habe und so weiter...

    :thumbsup: genau so

    Und ihr denkt, dass er also eher nicht ein später mal bissiger und mir gegenüber aggressiver Hund wird?

    Also Du hast einen Weplen geholt, der braucht Dich als Beschützer, ohne Dich ist er hilflos.

    Sei einfach konsequent in dem was Du tust und von ihm verlangst aber überfordere ihn auch nicht. Er muss immer auch eine Chance haben, muss verstehen was Du von ihm willst.

    Spiel mit ihm, das ist wichtig.

    Du stellst Regeln auf und verlangst deren Einhaltung.

    Dann wird der Hund dich niemals beißen ^^

    Nimm ihn oft mit, dass er Umwelt bekommt. Zeige ihm Deine Welt, ob nun stätisch oder ländlich.


    (Wir hatten auch einige "Schwierigkeiten" zu Beginn als er noch klein war. Er hatte uns immer in die Fersen, Waden, Füße, oder Socken gezwackt wenn wir durch die Wohnung gelaufen sind.

    Er bellt auch gern mal nachts wenn er irgend etwas hört oder sieht in der Dunkelheit, das nervt natürlich.

    Jetzt ist er 9 Monate und die Schwierigkeiten treten eher draußen auf. Er jagt sehr gern alles was sich bewegt.

    Neulich ist er völlig freigedreht, wir waren schon zurück von einer schönen Runde und kurz bevor wir zu Hause waren sieht der was, entweder war es Nachbars Katze (weiss nicht, ich habe sie nicht gesehen) oder es war ein Schneeschieber, der im Sekundentakt hinter einem parkenden Auto auftauchte. Jedenfalls zog er plötzlich an und weil er an der Leine war, fing er auch noch an zu jaulen, Ich konnte ihn kaum halten an der langen Leine. Der hat gejault und gefiept wie ein Irrer. )

  • Und ihr denkt, dass er also eher nicht ein später mal bissiger und mir gegenüber aggressiver Hund wird? Das wäre so krass und ich kann es mir selbst kaum vorstellen, aber natürlich verunsichert das auch etwas.

    naja sowas kann immer passieren. Die Regel ist das aber nicht. Nochmal jeder Hund ist anders, was bei Hund/Welpe funktioniert muss bei Welpe 2 nicht funktionieren! Mir wurde geraten, meinen Hund ordentlich zu fixieren am Fell wenn er beißt. Meine Erfahrung war bringt mir nichts als Ärger ein. Mein Hund hat sich dann extrem hochgepuscht und es war dann ein Kampf denn ich rigoros beenden musste und auch habe. Ist einfach nur Scheiße gewesen und deshalb rate ich nicht dazu. Ich hatte auch meinen Hund auf den Rücken gedreht und die Kehle fixiert. Auch Müll gewesen und rate ich nicht zu. Du musst dich ausprobieren und mein Hund ist jetzt 18 Monate alt und kein Beißer und das obwohl sein Päckchen schon von Geburt an trägt was Angst und Sensibilität und Stress betrifft.


    Zum Essen wegnehmen, wenn du das machst dann nur im Tausch. Im Worst Case ziehst du dir einen Hund heran, der seine Ressourcen verteidigt und dann kann es übel werden. Also üb aus anders.

  • Ich danke euch!


    Grade zum Futter liest man ja so viel, dass man ihm den Napf wegnehmen soll. Also doch eher nicht?


    Da werde ich noch viel mit ihm üben müssen, was die ganzen „Baustellen“ angeht. Wobei ich es nicht mal so nennen würde, er kennt ja fast nichts, muss er noch alles lernen. Aber ja, wir laufen durch Verkehr sowie durchs Feld, treffen liebe und nicht liebe Hunde, fahren mit dem Auto, nehmen ihn mit in den Fressnapf, den Tierarzt liebt er, besuchen auch mal die Familie... er erlebt schon viel, aber immer sehr dosiert (max 1x die Woche so was „großes“), damit er im Kopf nicht durchbrennt. :)

  • Ich würde mit einem Hund, der an meine Hände geht, NIEMALS nur mit meinen Händen spielen lassen. Wie soll der Arme denn wissen, wann er das darf und wann nicht? Überfordert den Kleinen völlig. Für mich ein absolutes NO GO.


    Grundsätzlich gilt. Spielbeginn und Spielende entscheidest du, egal was dein Welpe will. Wenn gespielt wird, dann ohne Zergeln, das reizt noch mehr und dein Welpe kommt in eine noch höhere Trieblage, der ist schon aufgedreht genug. Was du fein üben kannst, ist, das Spielzeug zu tauschen. Wenn er das Spielzeug bringt, NICHT HINFASSEN, Kommando/Signal „(Aus)-Tauschen“ und anderes Spielzeug interessant machen, dass er seines loslässt und das andere möchte. Und das so halten, dass er dir nicht weh tun kann, wenn er es dir abnimmt, also soll es groß genug sein. Auch nicht deine Hand reflexhaft wegziehen, so dass dein Welpe nachfassen muss. Auch du musst dein Spiel hinterfragen und selbstkritisch beobachten.

    NICHT ZERGELN, einfach geben. Achte darauf, dass es ein ruhiges Spiel ist und bleibt, kein Aufputschen mit Stimme, keine fahrigen Bewegungen mit der Hand, kein Herumtoben. Dabei lernt dein Welpe Vieles, Impulskontrolle und Frustrationstoleranz.

    Wenn er grob wird, Abbruchsignal und sofortiger Spielabbruch. Da nützt kein Gebelle oder Spielaufforderung seitens deines Hundes. Das hat er sich gerade verbockt. Punkt.

    Wenn dein Welpe sich beruhigt hat, ruhig weiterspielen. Diese kleine Pause hilft auch dir, schnauf mal tief durch und sei dir sicher, dein Welpe will dich nicht ärgern, er macht nur das, womit er Erfolg hatte. Unterbrichst du diese Verhaltenskette, wird er sich ein anderes Verhalten aneignen, in diesem Fall das, was DU möchtest.


    Du kannst auch Futter miteinbauen beim Abgeben, wenn er sein Spielzeug ungern abgibt. Was Leckeres unter die Nase hilft sehr. Abwechslung auch, dann muss dein Kleiner mitdenken, wird während dieses Lern(Spielens) gefordert und mental ausgelastet. Gib ihm Zeit zu begreifen. Wenn er etwas macht, was in deinen Augen gut ist, dann mit ruhiger Stimme loben „brav“ oder „gut gemacht“. Ihn nicht anfassen, das könnte er wieder falsch verstehen, diese Fehlverknüfung hat er leider schon. Auch das Zurückschubsen fassen viele als weitere Spielaufforderung auf. Mein Rat: Hände weg vom Hund. Außer, wenn er mich zwickt, dann zwicke ich mit meinen Fingerspitzen zurück und rufe laut Aua. Und lass ihn nachdenken indem ich diese Situation beende.

    Da ist Konsequenz und Ruhe gefragt. Dasselbe Verhalten deines Hundes muss immer dasselbe Verhalten des Umlenkens bei dir auslösen. Einmal darf er und einmal darf er nicht, führt in meinen Augen nicht dazu.


    Du kannst auch Nasenarbeit mit ihm machen, suchen strengt an und normalerweise liebt jeder Hund diese „natürliche“ Auslastung, Gerüche sind einfach ihre Welt.


    Seine Box muss immer positiv behaftet sein und darf nie zur Strafe dienen. Wenn du möchtest, dass er darin zur Ruhe kommt, gib ihm etwas zu kauen, das braucht er und dient auch zum Stressabbau. Setz dich in die Nähe der Box und beobachte ihn nebenbei. Wenn dein Welpe mental und körperlich ausgelastet ist, sich versäubert hat und satt ist, sollte er sich bald entspannen und müde werden.


    Es hilft auch sehr, ihn nicht ausschließlich in der Box zu begrenzen sondern einen kleinen Bereich für ihn abzutrennen, in dem er seine Ruhe haben kann und darf. Das ist auch bei Kindern in der Familie gut, denn wenn Hund da drin ist, ist er tabu.

  • Ich würde mit einem Hund, der an meine Hände geht, NIEMALS nur mit meinen Händen spielen lassen. Wie soll der Arme denn wissen, wann er das darf und wann nicht? Überfordert den Kleinen völlig. Für mich ein absolutes NO GO.

    hier ging es ja um Beißhemmung erlernen / festigen.

    Dafür habe ich bei allen meinen Welpen mit der Hand mit ihnen gespielt.

    Damit meine ich nicht, dass sich meine Hand in einen Vogel oder Hasen verwandelt, dem man hinterherhetzen und fest packen muss. :D

    Vielmehr habe ich ein ruhiges Spiel etabliert, bei dem ich behutsam seinen Nase oder Fang gestupst habe und er meine Hand in seinen Fang nehmen und vorsichtig zwacken darf. Dieses Spiel macht man ruhig, und langsam und reizt den Hund in ganz kleinen Stufen mal etwas mehr mal etwas weniger. Niemals hektisch und so als ob die Hand eine Beißwurst ist. Der Hund soll lernen, wie doll er beißen darf.

  • Ich weiß nicht genau oder habe es überlesen: hast du auch Kinder?


    Sowohl Hundekinder als auch Menschenkinder müssen das mit der Sauberkeit erst einmal lernen.

    Das Gleiche gilt für Ruhezeiten (=ins Bett gehen). Ich kenne da immer den Ausdruck "nach müde kommt doof"


    Gefragt ist jeweils liebevolle Konsequenz (haha, muss selbst lachen, Konsequenz ist nicht meine Stärke ;) ) und Strenge und seitens Mama/Papa Geduld. Beim Welpen geht das alles naturgemäß schneller, i.d.R. reden wir hier von Wochen bis Monaten.