Unbeschwertheit und Lebensfreude finden

  • Hallo zusammen,


    wie ich in unserer Vorstellung kurz beschrieben habe, ist Astra das letzte Jahr bei einem Menschen gewesen, der krank ist. Im Klartext heißt das, das die arme Person an Depressionen leidet und sich aus diesem Grund auch nicht ausreichend bis gar nicht um sie kümmern konnte. Astras Leben davor - (und vor dem kurzem Aufenthalt im TH) ist reine Spekulation, gut behandelt kann sie aber nicht worden sein :(


    Ihr Charakter ist insgesamt sehr verhalten, unsicher und sie beschwichtigt sehr viel. Es fehlt ihr insgesamt an Lebensfreude und Unbeschwertheit. Das hat bei uns gerade Prio 1, dass sie die zurück bekommt! Mir geht immer das Herz auf, wenn es kuze Momente gibt, in denen sie aus sich heraus kommt und ein kleiner Schalk in ihren Augen blitzt <3


    Bei ihrem Vorbsitzer hat sie auch alles angst-aggressiv angebellt und erfolgreich "vertrieben" (fremde Hunde, fremde Menschen, Kinder etc.), er ist auch ein unsicherer Mensch, blöde Kombi. Das hat sich aber innerhalb der kurzen Zeit, in der sie bei mir ist, schon erheblich verbessert :thumbup:


    Zwei Dinge habe ich schonmal rausgefunden, die ihr viel Freude bereiten (außer Essensabfälle unterwegs zu finden :P :( Fährtenarbeit und die (noch) kontrollierten Spaziergänge mit den Hündinnen einer Freundin. Da taut sie immer mehr auf, die reinste Freude dabei zuzuschauen :love:


    Meine Frage ist jetzt, hat hier jemand ähnliche Erfahrungen mit einem Hund/Hunden, die sich in einem Schneckenhaus verkrochen haben? Falls ja, wie seid ihr damit umgegangen, was sind eure Geschichten?

  • Unser Aki kam damals mit 14 Monaten zu uns und war sehr ängstlich gegenüber Männern.

    Ok auch bei Abwaschtüchern, dem Schrubber usw.

    Später haben wir rausgekriegt , das er bei seiner vorherigen Familie damit haue bekam.


    Mein Vater hat Aki´s skepsis ihm gegenüber mit viel Liebe, Geduld und Leckerchen nach einem knappen Jahr rausbekommen.

    Meiner Meinung nach hilft nur diese Kombi

  • unsere nelli kam damals als 8 monate junge misshandelte hündin zu uns. Sie hatte furchtbar viel angst, konnte nicht mal richtig laufen. Unser zweithund neo, der mit allem und jeden gut freund war, wurde für sie zur brücke des vertrauens und zur sicherheit. Heute ist sie 18 jahre und erzieht sehr selbstbewusst immer noch unseren sam :*

    der hund deiner freundin könnte euch also auch viel helfen :love:

  • Meine erste Hündin war ein Podenco-Mix aus Spanien. Sie war 8 Monate und zu ihrer Vorgeschichte wusste ich nichts. Sie hatte aber viele Narben. Sie hatte regelrecht Panik vor allem, konnte nicht mal draußen ihr Geschäft machen. Geholfen haben uns viele Spaziergänge mit einer älteren Nachbarin und ihrem tiefenentspannten Pudelsenior. Ich habe von den beiden wirklich gelernt entspannt mit Hund zu laufen.

    Selbstbewusst wurde sie erst nach über einem Jahr hier, dank Hundeschule und später Hundeverein und erster Versuche im Agility. Die Arbeit hat ihr gut getan. Später ist sie sehr erfolgreich viele Turniere gelaufen und hat sogar direkt neben den Parcours geschlafen. Es konnten sogar Leute über sie steigen ohne das sie sich gerührt hat.

    Zum Glück hat sie in den vielen Jahren (über 16) bei mir nie wieder schlechte Erfahrungen machen müssen.


    LG Terrortöle

  • Vielen Dank für eure Anworten! Es ist spannend zu lesen wie es anderen mit so was ergangen ist.


    Ich weiß, dass wir einen u. U. holprigen Weg vor uns haben, aber wir haben alle Zeit der Welt und wir stehen noch ganz am Anfang. Ich freue mich auf diese Herausforderung :) Ich werde mir zwischendrin bestimmt auch die Haare raufen, weil es auch etwas völlig neues für mich ist =O Ich sehe Astra als meine Lehrmeisterin, ich werde viel von ihr lernen können.

    Sie wirkt so in sich zurückgezogen , ich denke, dass es für sie eine passende Strategie war. Jetzt freue ich mich auf den Zeitpunkt, an dem sie merkt, dass es noch so viel tolle Sachen zu erleben gibt!


    Terrortöle Hast Du viele verschiedene Dinge mit deinem Podenco-Mix ausprobiert oder seid ihr ziemlich schnell bei Agility hängen geblieben?

    und Luna Ja, das denke ich auch. Wir wollen uns regelmäßig treffen und ich habe auch noch einen Rüden in petto, der sich auch wunderbar für ruhige, freundliche Hundebegegnungen eignet.

  • Wenn Astra mit einem schwer depressiven Menschen zusammen gelebt hat, kann es auch sein, dass sie ihren Besitzer beschützen wollte, diese Aufgabe aber zu groß für sie war. Was sie nun m.M.n. braucht ist Sicherheit und Verlässlichkeit in und durch ihre neue Bezugsperson.

  • Astra ist noch nicht lange bei dir und hat sich bereits sehr positiv entwickelt. Sie wird sich voll und ganz bei dir einleben, das geht aber nicht von heute auf morgen.


    Du machst das gut und wirst merken, dass sie mit der Zeit immer mehr auftaut, sich mit deiner Hilfe immer mehr zutraut und selbstsicherer wird. Da kommt die Lebensfreude Stück für Stück zurück.


    Hab Vertrauen, Astra hat viel nachzuholen, das wird dauern. Dass sie bereits jetzt für einige Momente so aufblüht, zeigt dir, dass sie es in sich trägt und es nur den richtigen Zeitpunkt für alles braucht. Und dass sie auf dem besten Weg ist, dir zu vertrauen. Es liegt bestimmt eine sehr schöne gemeinsame Zeit vor euch. Das wird schon❣️

  • Astra ist noch nicht lange bei dir und hat sich bereits sehr positiv entwickelt. Sie wird sich voll und ganz bei dir einleben, das geht aber nicht von heute auf morgen.


    Du machst das gut und wirst merken, dass sie mit der Zeit immer mehr auftaut, sich mit deiner Hilfe immer mehr zutraut und selbstsicherer wird. Da kommt die Lebensfreude Stück für Stück zurück.


    Hab Vertrauen, Astra hat viel nachzuholen, das wird dauern. Dass sie bereits jetzt für einige Momente so aufblüht, zeigt dir, dass sie es in sich trägt und es nur den richtigen Zeitpunkt für alles braucht. Und dass sie auf dem besten Weg ist, dir zu vertrauen. Es liegt bestimmt eine sehr schöne gemeinsame Zeit vor euch. Das wird schon❣️

    Vielen Dank für die lieben Worte! Oh ja, ich weiß, dass wir erst ganz am Anfang stehen und ich bin da guter Dinge :thumbup:

  • Wir sind beim Agility geblieben weil ich gemerkt habe das es ihr richtig Spaß macht. Um Turniere zu laufen brauchten wir allerdings die BH (damals noch mit Schuss) und das war dann eine richtige Herausforderung. Die Methoden in den Vereinen waren damals nicht wirklich meins. Zum Glück fanden wir einen Trainer der sich auf meinen Hund eingestellt hat und sich viel Zeit nahm.

    So richtig ernst genommen haben mich die anderen damals nicht, aber am Tag der Prüfung mussten sie sich vom Richter anhören das dieser kleine Hund der einzige war der freudig gelaufen ist. :)

    Ich bin froh das ich damals auf mein Bauchgefühl gehört habe und selbst heute verlasse ich mich da eher drauf als auf irgendwelche Meinungen von Möchtegerntrainern.

    Ich habe gelernt Geduld zu haben und auch mal abzubrechen wenn`s gar nicht lief.


    LG Terrortöle

  • Mit ihr tolle Dinge entdecken, also raus in die Natur, egal ob Wald oder Strand.

    Oh ja, das ist auch das, was mir so gefehlt hat, seit ich mich von meinem letzten Hund verabschieden musste!


    Wir haben uns gestern das dritte Mal mit meiner Freundin und ihren 2 Mädels getroffen und es war so was von entspannt, dass wir jetzt auch die Hunde haben Kontakt aufnehmen lassen. Astra war so glücklich, dass mir richtig das <3 aufgegangen ist:



    Ich war gespannt, wie sie mit anderen Hunden umgeht, ob sie Signale der anderen zulässt und auch selbst klar mit ihnen agiert und es war so genial, den drei zuzusehen. Da Astra keinen wirklichen Hundekontakt das letzte Jahr hatte, war ich mir nicht sicher, ob ihre Unsicherheit nicht doch im Umgang mit anderen Hunden überwiegt. Ich muss dazu sagen, dass die eine Hündin meiner Freundin eine total souveräne, sehr sichere und klar aufgestellte Persönlichkeit ist. Der perfekte Hund für eine sichere und ruhige Hundebegegnung :thumbup:


    Heute gab es dann gleich einen Nachschlag mit zwei Kleinhunden einer anderen Freundin und es lief direkt super entspannt, ich bin richtig stolz auf das Püppi :love:



  • Ich habe keine eigene Erfahrung mit Hunden die sich im Schneckenhaus verkrochen haben, aber ich habe gesehen, wie auch und vor allem, körperliche Arbeit und Lernen im Allgemeinen zur Steigerung des Selbstbewusstseins enorm beigetragen haben, bei Hunden mit denen ich zu tun hatte.


    Namentlich Balancetraining und alles was was Klettern, drüber- und reinsteigen, Pfotentargets vorne hinten etc., also im Endeffekt Körperwahrnehmung und die körperliche Balance hat einen grossen Einfluss auf die mentale.


    Und auch das Lernen an sich, bzw das Lernen lernen, hier insbesondere die schrittweise Annäherung an ein gewünschtes Endverhalten, sodass der Hund selbst kreativ werden lernt. Lässt sich super kombinieren mit der körperlichen Arbeit über Klickertraining. Falls es Angst vor dem Klicker gibt, kann man natürlich andere Marker benutzen.


    Das oben genannte zielt alles darauf ab, dem Hund eine gewisse Selbstwirksamkeit zu zeigen, körperliche Herausforderungen zu meistern und daran zu wachsen, also Selbsvertrauen aufbauen. Ganz nebenbei tun sich auch fantastische Dinge für die Beziehung zum Halter.


    Das wäre mit Sicherheit auch eine tolle Vorarbeit für evtl Agility oder so