Der überfreundliche Hund

  • Wobei auch das ( = mehrere HSH in einer Herde) nicht immer dazu führt dass kein Hund getötet wird. Hier der jüngste Fall diesbezüglich, und diesmal ist einer der beiden Hunde getötet worden (verletzte HSH hat es ja bereits mehrfach gegeben). Ganz offensichtlich lernen die Wölfe auch mit HSHen umzugehen und entsprechende Strategien zu entwickeln (in diesem Fall hier wurde bereits durch Fachleute gemutmaßt dass mind. drei Wölfe beteiligt gewesen sind).


    Espenfeld: Toter Herdenschutzhund neben Schafweide entdeckt | MDR.DE
    Im Ilm-Kreis haben Spaziergänger an einer Schafweide einen toten Herdenschutzhund gefunden. Da das Tier Bissverletzungen aufweist, könnte es von einem Wolf…
    www.mdr.de


    Das zeigt wie wichtig die natürlichen Instinkte der Hunde sind, auch und gerade um Gefahrensituationen/Konflikten aus dem Weg zu gehen, wenn die Lage für sie aussichtslos erscheint.

  • Ich weiß das auch mehrere HSH keine Garantie sind, aber sie verringern das Risiko von schweren Verletzungen oder auch Todesfällen doch erheblich. Nicht zuletzt auch durch den Abschreckungseffekt.

  • Völlig Off topic, aber als ich das gelesen habe mit dem toten Hund, hab ich gedacht, dass 2 Hunde auch ein bisschen knapp sind oder? Klar waren das nciht viele Schafe, aber es kommt doch darauf an dass die Hunde auch ggf gegen mehrere Wölfe stehen, und in dem Fall sind die Hunde ja sogar getrennt gewesen... Mein Gefühl würde mir sagen, dass wenn ich ernsthaft mit Wölfen rechne, ich mindestens 3 Hunde einsetzen würde.

  • Die Anzahl der Hunde ist ja vor allem auch eine Kostenfrage. Zudem sind die Hunde hierzulande, aus rechtlicher Sicht leider notwendig, auch recht "weichgespühlt" (sowohl was die eingesetzten Rassen als auch die Ausbildung angeht). Im Prinip sind 2 Hunde an so einer kleinen Herde schon recht gut. Das die Hunde ursprünglich getrennt waren glaube ich nicht, da sie unbeaufsichigt nicht ungekoppelt an der Herde zurückgelassen werden dürfen. Steht ja auch im Artikel das der Zaun teilweise umgelegt wurde.

  • Denke es ist auch eine Kostenfrage. Bei 16 Schafen gehe ich mal einfach von einem Hobbyschafhalter aus. Macht dann schon einen Unterschied, ob man sich zwei Hunde in der Größe dazustellt oder drei. Kostet halt alles Zeit und Geld, und ob drei Hunde das nun hätten verhindern können, ist ja auch ungewiss. Traurig genug, dass es überhaupt notwendig ist.

  • Traurig genug, dass es überhaupt notwendig ist.

    Ich finde schon das Wölfe (wieder!) hierher gehören. Aber ich finde das viele Schäfer viel zuwenig zum Herdenschutz tun (dürfen) und die Wölfe deswegen zu leicht lernen können den Herdenschutz zu umgehen. Und mit "tun dürfen" meine ich nicht den Abschuß der Wölfe.

  • Klar ist es eine Kostenfrage, ich argumentiere tatsächlich eher theoretisch. Dass den Hunden hier quasi auch eine im Zweifelsfall unlösbare Aufgabe gestellt wird. Aber anschaffen würde sich ja nur jemand die Hunde, wenn in dem Gebiet die Gefahr besteht, dass die Herde abgegriffen wird. DH die Gefahr ist dem Halter bewusst, ich glaube dann würd ich die Schafe lieber abschaffen oder vernünftig(-er) schützen. Sonst hab ich hinterher tote Hunde UND tote Schafe.

  • Aber anschaffen würde sich ja nur jemand die Hunde, wenn in dem Gebiet die Gefahr besteht, dass die Herde abgegriffen wird.

    Nö, ich habe keine Schafe und trotzdem HSH. Es sind einfach tolle Hunde. Stur, eigenwillig, praktisch kein "will to plase" .... Es wird mit ihnen nie langweilig. ^^

  • Der Wolf ist ja ein ganz schönes Tier, aber wohin mit ihm? Es ist ja nicht gerade so, dass er in den letzten gut 150 Jahren immer da gewesen ist und jetzt aus einem Revier vertrieben wird. Gegen 1850 gilt der Wolf als quasi ausgerottet, seither hat sich sein ehemaliger Lebensraum reichlich verändert.


    Den großen Wald voller Wildtiere und ohne Berührungspunkte zum Menschen und der Landwirtschaft gibt es einfach so gut wie nicht mehr. Es gibt so gut wie überall Berührungspunkte zur Weidetierhaltung. Und was sollen die Schäfer und andere Weidetierhalter denn tun? Weidezäune scheinen nicht zu helfen, Herdenschutzhunde scheinbar nur bedingt, wobei da nicht nur bei der Hobbyhaltung sondern auch bei einem Betrieb eben die Kosten eine entscheidende Rolle spielen.


    Auf der einen Seite sollen die Rinder raus und nicht ihr ganzes Leben im Stall versauern, auf der anderen Seite braucht man nun plötzlich den Wolf. Und selbst wenn der wirtschaftliche Schaden bei einem Riss ersetzt wird, (weiß nicht wie gut das klappt) hat eine aufgebrachte Herde Jungbullen außerhalb ihres Zauns für den Landwirt und jeden der da gerade langläuft oder fährt einen eher zweifelhaften Unterhaltungswert. Genauso eine Herde Mutterkühe mit Kälbern. Die können auch anders als rumstehen, kauen und glotzen.


    Der Wolf ist ja nun nicht völlig doof, er nähert sich den Ortschaften eben weil er lernt, dass er da leichte Beute machen kann. Sollen wir jetzt jede Form der Hobbytierhaltung abschaffen? Erst die Schafe/Ziegen/Lamas usw. die eben gefährdet sind und oft etwas außerhalb der Ortschaften stehen. Dann die Enten, Hühner, Gänse und Pferde, die zumeist etwas näher zu den Wohnhäusern oder direkt dran stehen. Ne schöne Runde durch die Felder ist dann auch nicht mehr, aber muss auch nicht, auch Hundehaltung ist in den allermeisten Fällen Hobbytierhaltung.


    (7) Tierhalter fordern Schutz vor Wölfen | hessenschau DAS THEMA - YouTube


    Das ist übrigens ganz in der Nähe von der Ortschaft im oben genannten Zeitungsartikel. Ich glaube es ist sogar der Nachbarlandkreis. Ganz ehrlich, ich brauch das nicht und kenne hier auch keinen Landwirt oder Hobbytierhalter der mit Begeisterung reagieren würde. So schön der Wolf auch sein mag, aber einen geeigneten Lebensraum gibt es einfach nicht mehr. Die Zeit zurückdrehen kann man auch nicht. Wobei die Zeit zurückdrehen auch nicht unbedingt bedeuten würde, der Wolf kann sich nach Belieben ausbreiten, man hat schon immer versucht ihn von Ortschaften und Weidetieren fernzuhalten, mit eher weniger freundlichen Mitteln.

  • Ich glaube für HSH braucht man schon ein gutes Händchen für und man muss das Sture, Eigenwillige und kein will to please auch wollen. Auch die Arbeit/das Training mit ihnen dürfte wesentlich anders sein, als wie mit DSH oder anderen Rassen.

    Ich kann mir vorstellen, dass sie auch als Beschützer für eine Schafherde gut geeignet und ausgebildet werden müssen :/ Oder liege ich da falsch?

  • Und was sollen die Schäfer und andere Weidetierhalter denn tun? Weidezäune scheinen nicht zu helfen, Herdenschutzhunde scheinbar nur bedingt, wobei da nicht nur bei der Hobbyhaltung sondern auch bei einem Betrieb eben die Kosten eine entscheidende Rolle spielen.

    Vielleicht mal die erfolgreichen Schäfer in den Ostdeutschen Wolfsgebieten fragen wie sie mit dem Wolf umgehen? Denn es gibt sie durchaus, die Beriebe die mit dem Wolf gut umgehen können.

    Zudem gibt es auch finanielle Beihilfen zum Herdenschutz und auch Entschädigungen für Wolfsrisse die trotz der geforderten Herdenschutzmaßnahmen zustande kommen. Aber es macht eben auch Arbeit ....

  • Ich glaube für HSH braucht man schon ein gutes Händchen für und man muss das Sture, Eigenwillige und kein will to please auch wollen. Auch die Arbeit/das Training mit ihnen dürfte wesentlich anders sein, als wie mit DSH oder anderen Rassen.

    Im Grunde nicht. Sie sind sehr lernfähig und wissen im Grunde sehr genau was gewollt ist, aber sie sehen eben nur sehr wenig Sinn darin Befehle zu empfangen und auszuführen. Das gehörte ja auch im Prinzip nie zum Aufgabenbereich dieser Hunde. Als Halter solcher Hunde muß man sie praktisch überzeugen können daß sie das, was ich aktuell von ihnen will, auch selbst wollen.

    Ich kann mir vorstellen, dass sie auch als Beschützer für eine Schafherde gut geeignet und ausgebildet werden müssen :/ Oder liege ich da falsch?

    Kommt drauf an unter welchen Voraussetzungen sie arbeiten müssen. Grundsätzlich brauchen sie dazu wenig/kaum Ausbildung. Und sie arbeiten ja auch selbsständig ohne Anweisung oder auch nur Anwesenheit der Schäfer. Hierzulande sind vor allem eher die weichgespühlteren Rassen/HSH gewünscht. Das macht es für die Hunde auch nicht unbedingt einfacher/ungefährlicher.

  • Vielleicht mal die erfolgreichen Schäfer in den Ostdeutschen Wolfsgebieten fragen wie sie mit dem Wolf umgehen? Denn es gibt sie durchaus, die Beriebe die mit dem Wolf gut umgehen können.

    Hast du zufällig einen Link zu einem Zeitungsartikel, Bericht oder ähnlichem? Wäre wirklich sehr interessant. Wobei ich eher nicht glaube, dass es um die Arbeit geht, sondern schlicht um die Wirtschaftlichkeit. Ein Unternehmen ist nun mal kein Selbstzweck und wenn die Schutzmaßnahmen finanziell nicht tragbar sind, werden gerade kleinere Betriebe aufgeben müssen. Was machen die erfolgreichen Schäfer denn anders, wovon die anderen lernen könnten?


    Und das ist immer noch keine Lösung für die Hobbytierhalter. Der Wolf in dem Video das ich oben verlinkt habe, ist ja nun gerade nicht auf einer weit entfernten Weide unterwegs, der ist direkt in der Ortschaft.