Intaktes Rudel halten

  • Bei uns Menschen wird aber nicht komplett ausgeräumt, sondern nur die Eileiter unterbunden, sprich: sämtliche Sexualhormone werden weiterhin ganz normal gebildet und auch alle monatlichen Begleiterscheinungen bleiben bestehen.

    Nicht zwingend, es gibt mehrere Varianten - bei einer Freundin alles ausgeräumt, Thema durch. Sie hats keine Sekunde bereut und ist sehr glücklich damit.


    Hab hier eine mit 13 Monaten kastrierte Hündin (hatte tatsächlich medizinische Gründe in dem Fall, sonst hätte ich es später machen lassen) - deutlich entspannter geworden gegenüber Umweltreizen, weniger ängstlich, freundlicher gegen Menschen und Hunde. Wenn Verhaltensprobleme bedingt sind durch Sexualhormone, können sie ggf auch über eine Kastration gelöst werden. Weiß man nur vorher nicht, ist das dumme.


    Nicht falsch verstehen - ich bin absolut gegen pauschale Kastration bei Hunden! Ich wollte einfach ein bisschen mehr Sachlichkeit reinbringen und Emotionen und pauschale Aussagen (aus beiden Richtungen) entschärfen. Und finde die Tendenz, die Diskussion mit so verhärteten Fronten zu führen bisschen schwierig.


    Meinem Schafbock hat die Kastration ohne medizinische Indikation das Leben gerettet, beim Hengst war ich heilfroh als die Kugellager endlich ab waren weil der Volltrottel grundsätzlich morgens erstmal auf sein Heu gepisst hat, weil "Alles seins!" und dann bedröppelt daneben stand weil "Frühstück stinkt...", das sind auf Dauer nicht zu unterschätzende Kosten und so n Gaul lässt man dann auch nicht aus Erziehungszwecken 12 Stunden leer stehen, erstens kriegt er dann Magenprobleme und zweitens checkt der den Zusammenhang eh nicht. Ich sehe da keinen grundsätzlichen Unterschied zum Hund, außer dass man einen Hund durch die Haltungsform besser erziehen kann. Deshalb ist das für mich nicht so ein Grundsatzding sondern tatsächlich Abwägungssache, wobei auch die Belastung der Halter miteinfließen darf - nicht "Hündin tropft, bäh" sondern wie viel Aufwand muss zB betrieben werden, um intakte Hunde zusammen zu halten. Muss ein Hund dann dauerhaft weggesperrt sein und wie lange usw.

  • Wollte hier jetzt auch keine Diskussion auslösen nur von meinen Erfahrungen berichten, habe selber eine Hündin die viel zu früh kastriert wurde. Sie hätte die Hormone für mehr Selbstbewusstsein gebraucht, war aber damals nicht meine Entscheidung sondern die des Importeurs. Ich habe auch nie behauptet das man einfach so kastrieren soll. Ich sehe wie gesagt im Gespräch mit Hilfesuchenden einfachhäufig Hunde die kastriert ein längeres Leben hätten haben können. Gibt es Medizinisch keinen Grund zur Kastration dann macht es ja auch niemand. Finde es sollte aber auch psychisch für den Hund machbar sein und wenn es das nicht ist, sollte man als Mensch eingreifen. Gibt ja auch sowas wie nen Kastrations Chip.

  • Für mich ist das ganz einfach: Hat meine Hündin keine Probleme mit der Läufigkeit, bleibt sie intakt.

    Hat sie dadurch gesundheitliche Probleme wie Pyometra, Zysten oder sonstiges, wird sie kastriert.

    Hat sie psychische Probleme durch die Läufigkeit und nimmt ihr das nach einer Läufigkeit für längere Zeit die Energie, wird sie auch kastriert. Dies habe ich bei der Hündin einer Bekannten erlebt, die extrem lethargisch wurde. Bei ihr hat die Kastration Wunder bewirkt.


    Aber per se, weil eine Hündin vielleicht Gesäugetumore bekommen könnte (denn wie oben beschrieben, sucht sich der Krebs dann einen anderen Weg) oder weil es unbequem ist oder weil sich Rüdenhalter in der Umgebung aufregen, wird ganz sicher nicht kastriert.

  • Ist ja auch völlig in Ordnung, ich kenne keine Tierärzte die kastrieren wenn es keinen Medizinischen Grund gibt. Aber wenn du jemanden kennst dann solltest du das vielleicht mal dem Veterenäramt melden oderso. Finde man kann ja auch nett bleiben und vernüftig miteinander reden.

  • Man muss ja auch immer bedenken, dass die ganzen Kastrationsaktionen auch durch viel Tierleid ausgelöst wurden. In meiner Jugendzeit war es noch üblich, dass junge Katzen und Hunde einfach ertränkt oder erschlagen wurden, wenn niemand sie wollte. Das war auch ganz viel Tierleid damals mit der ungehemmten Vermehrung und viele jüngere Leute können sich das gar nicht mehr vorstellen. Ich denke, dass gerade auf den Bauernhöfen die Kastrationen bis heute teilweise Sinn machen. Ich habe einfach zu viel Tierelend und Verwahrlosung gesehen, als dass ich bei Kastration den Teufel an die Wand malen möchte.

    Meine eigenen Rüden waren immer problemlos intakt, es erfordert aber schon ein gewisses Management, wenn in der Nachbarschaft Hündinnen läufig sind.

  • HAllo, ich gebe auch noch meinen Senf dazu, ich arbeite in einem Tierheim und bekomme täglich anrufe von personen dessen Hündinnen Gebährmutterkrebs/ Gebährmuttervereiterungen etc. haben und Not Op`s statt finden müssen um den Hündinnen das leben zu retten. Läufigkeiten bedeutet unglaublichen Stress für die Hündinnen und wenn man diverse läufigkeiten abgewartet hat, finde ich sollte man den schritt zur Kastration machen. Einfach um der Hündin den Stress zu ersparen. Wenn man eh nicht vermehren will, worzu dann dem Rüden und der Hünden so einen Stress zumuten.

    Kastration-von-Hunden-aus-veterinaermedizinischer-Sicht.pdf

    hast Du denn die Broschüre mal gelesen?


    Zitat

    "FAZIT

    Während die Kastration in der Vergangenheit aus tiermedizinischer Sicht als ein sich isoliert auf die Fortpflanzungsfunktionen auswirkender Routineeingriff gewertet wurde, weisen die umfangreichen neueren Erkenntnisse darauf hin, dass die Auswirkungen für den gesamten Organismus äußerst vielschichtig sind. Die potentiellen unerwünschten Nebenwirkungen, welche nach derzeitigem Erkenntnisstand vor allem nach einer frühen Kastration im Leben des Tieres auftreten, machen es nötig die Vorteile des Eingriffes gegenüber den Nachteilen sorgfältig abzuwägen. Dieser Prozess wird durch den starken Einfluss der Rasse auf die Wahrscheinlichkeit des Eintretens von unerwünschten Nebenwirkungen erschwert"


    weiter:


    "Dabei wurde dargelegt, dass eine präventive Kastration zur Verhinderung einer Erkrankung, die eventuell im weiteren Leben eines Hundes auftreten kann, nicht vom deutschen Tierschutzgesetz gedeckt ist."


    sprich: Dein Appell und die Broschüre gehen eher sehr konträr

  • Bei ihr geht einiges konträr.

    susanne_mueller

    Im "Tierheim", nicht Tierarzt, täglich anrufe von Haltern mit Gebärmutterentzündung.....

    Kennt keinen Mensch inkl. TA der aus nicht medi. gründen Kastrieren lässt oder Kastriert.

    Macht Aufruf zur präventiven Kastration, gegen geltendes Gesetz.


    Alle TH Hunde/Katrzen werden kastriert, haben die alle einen medi. Grund? Was ist mit den Auslandshunden, sind die alle Krank?

    Warum rufen "täglich" Leute bei dir an, die einen kranken Hund haben, wollen die den im TH abgeben oder kastrierst du auch noch selber?

    Warum schämst du dich nicht, für deine Kastration aufrufe und möchtest auch noch Ernst genommen werden?


    Hier sind einige für und wieder Argumente aber dein geschreibsel ist für mich schwer erträglich, nett ausgedrückt.

  • Bevor man eventuell verletzende Kommentare abgibt... Die Welt ist nicht schwarz oder weiß. Es gibt sehr viele Graustufen dazwischen. Viele unterschiedliche Realitäten die auf unterschiedlichen Erfahrungen basieren.


    Dieses Thema ist sehr emotional, deshalb hier mal der nüchtere Gesetzestext (blau).


    § 6 Abs.1 S.1 TierSchG sagt:

    Verboten ist das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen oder das vollständige oder teilweise Entnehmen oder Zerstören von Organen oder Geweben eines Wirbeltieres.


    Darunter fällt unter anderem die chirurgische Unfruchtbarmachung. Also eine Kastration. Was ja auch gut so ist!


    § 6 Abs.1 S.2 Nr.5 TierSchG sagt:

    Das Verbot gilt nicht, wenn:

    Zur Verhinderung der unkontrollierten Fortpflanzung oder - soweit tierärztliche Bedenken nicht entgegenstehen - zur weiteren Nutzung oder Haltung des Tieres eine Unfruchtbarmachung vorgenommen wird.


    Dieser Abschnitt im Gesetz bezieht sich hauptsächlich auf den TS und nicht auf den "normalo" Hundebesitzer.

    Das Schlüssel Wort ist hier nämlich "unkontrolliert"


    oder kastrierst du auch noch selber?

    Jetzt komm hier mal runter!

    Was macht dich zu einem besseren Menschen, dass du solche Unterstellungen raushauen kannst?

    Das Gesetz gibt auch anderes her, auch wenns dem Herrn nicht gefällt.

    Hier sind einige für und wieder Argumente aber dein geschreibsel ist für mich schwer erträglich, nett ausgedrückt.

    So gehts mir mit deiner Unfreundlichkeit und deinen KI Texten auch.

  • Hallo ich nochmal, chillt mal, im Tierheim werden bei weitem nicht alle Tiere kastriert. Allerdings sind viele Tiere kastriert wenn sie aus dem Ausland kommen. Außerdem habe ich den Artikel gelesen und fand ihn sehr spannend. Ich habe mich weder für noch gegen Kastration ausgesprochen sondern einfach von Erfahrungen berichtet. Thats it. Wusste nicht das das hier dann so ausartet.

  • Also alles easy, ich hatte nie die Absicht hier irgendwen anzugreifen, ich ab hier gar nichts propagiert sondern nur meine Meinung geschrieben. Dachte dafür ist ein Forum da huihuihui

  • sondern nur meine Meinung geschrieben. Dachte dafür ist ein Forum da

    Naja, wenn ich ehrlich sein darf, fand ich es auch von dir "etwas unglücklich" in deinem ersten Post hier im Faden, als Argument für eine Kastration, eventuell später auftretende Erkrankungen, zu nennen. Dies ist nämlich auch kein Argument das sich im Gesetz wiederfindet....

    Ja, man darf seine Meinung schreiben, man darf aber auch dafür kritisiert werden. ;)

    Der Ton macht hier die Musik. :)

  • Das hat susanne geschrieben


    "HAllo, ich gebe auch noch meinen Senf dazu, ich arbeite in einem Tierheim und bekomme täglich anrufe von personen dessen Hündinnen Gebährmutterkrebs/ Gebährmuttervereiterungen etc. haben und Not Op`s statt finden müssen um den Hündinnen das leben zu retten. Läufigkeiten bedeutet unglaublichen Stress für die Hündinnen und wenn man diverse läufigkeiten abgewartet hat, finde ich sollte man den schritt zur Kastration machen. "


    Ich bleibe dabei, für mich ist sie mehr als suspekt.


    Flummi, das das mit dem selber Kastrieren Ironisch gemeint war, sollte eigentlich jedem einleuchten, stimmt aber, hätte ich weglassen sollen.

    Einmal editiert, zuletzt von Kimmo ()

  • Das österreichische Gesetz schriebt zB die Kastration von Assistenzhunden pauschal vor. Ist halt blöd, wenn n Führhund zB statt seine Arbeit zu machen, der läufigen Hündin hinterher rennt ^^ Das ist auch in Deutschland gedeckt vom Gesetz, oder wenn eine Hündin sonst wegen hormoneller Schwankungen wochenlang im Dienst unkonzentriert ist.