Familienmitglieder als Rudelmitglieder?

  • Hallo, ich bin neu hier und dies ist mein erster Beitrag bzw. Thema, was ich gerne mal mit Euch diskutieren möchte.


    Wir haben einen einjährigen Deutschen Schäferhund Rüde, sein Name ist Zazou. Zazou ist im März 2025 als Welpe mit 8 Wochen zu uns gekommen. Er ist unser zweiter Schäferhund Rüde, groß, kräftig und im Grunde eine Seele von Hund.

    Meine Frau, die ihn (fast) ausschließlich füttert, trainiert und Gassi- Runden (was ich natürlich ebenso mache) geht, wird zwar als Rudelmitglied akzeptiert, sie wird aber ständig von Zazou angebellt und angestupst, sodass sie, wenn ich als Rudelführer außer Haus bin, keine Minute Ruhe, respektive ihren Freiraum bekommt. Bin ich dann wieder im Haus, verhält er sich als wäre nichts gewesen. Dieses Verhalten zeigt er aber von Anfang an. Was meine Person angeht, habe ich ihn wahrscheinlich zur richtigen Zeit heruntergedrückt und ihm gezeigt, wer der Rudelführer ist. Aber meine Frau hatte zu dem Zeitpunkt nicht den Mut und heute nicht mehr die Kraft dazu.

    Mittlerweile zerrt das schon heftig an den Nerven meiner Frau und sie hat seinetwegen bereits sehr viel an Gewicht und Substanz verloren, weil es sicherlich in Stress übergeht. Es kann so nicht weitergehen und wir wissen beide nicht, wie wir Zazou das Verhalten umerziehen können.


    Genau deswegen wenden wir uns an Euch. Vielleicht habt Ihr Erfahrung damit und könnt uns mitteilen, wie wir es RICHTIG machen. Es liegt sicherlich an uns, oder? Oder kann das ein Dominanzverhalten von Zazou sein, was abtrainiert werden muss? Wenn ja, WIE?


    Wir freuen uns auf schöne Diskussionen.


    Liebe Grüße

    Edith und Peter

  • Auch wenn ich oft den selben Vorschlag mache, in solchen Fällen MUSS ein richtiger Profi Helfen und davon gibt es nur wenige in D, ein Forum kann nicht sehen was bei euch los ist.....es hört sich auf alle Fälle nicht gut an.


    Wendet euch an Thomas Baumann, es gibt keinen besseren Trainer in D.

    Auch wenn er weit weg wohnt, er findet eine Lösung!

  • Hallo und herzlich willkommen hier im Forum.


    Es ist immer sehr schwierig Ratschläge zu geben, wenn man es nicht wirklich sieht.

    Ich gebe Kimmo recht, lasst einen Hundetrainer ins Haus kommen, der sich die Situation ansehen kann um auch einen Unterschied zu erkennen wie das Verhalten anders ist, wenn du dabei bist und wenn deine Frau alleine mit Zazou ist.

    Allerdings muss es nicht gleich Thomas Baumann sein, er kann nicht alle Hunde der Welt trainieren ;) Und ich glaube nicht, dass Zazou gleich ein Härtefall ist.

  • Herzlich Willkommen auch von uns. Evtl könnt ihr euch noch kurz vorstellen. Da gibt's einen eigenen Faden für. Fotos sind auch immer gern gesehen. Vielleicht verratet ihr aus welcher Gegend ihr kommt.


    Ja, ein fähiger Trainer muss hier eingebunden werden. Möglicherweise bei einer Schäferhund OG nachfragen, ob die einen guten!! kennen. Ansonsten, wenn nicht schon vorhanden, eine Box auftrainieren. Nicht um das Tier dauerhaft weg zuschließen, sondern damit alle Beteiligten zeitweise etwas zur Ruhe kommen. Bei unserer Box bleibt die Tür eigentlich durchgehend offen. Für den Hund ist das ein guter Rückzugsort. Ggf bitte vorher in das Thema Box Training einlesen.

  • Mittlerweile zerrt das schon heftig an den Nerven meiner Frau und sie hat seinetwegen bereits sehr viel an Gewicht und Substanz verloren, weil es sicherlich in Stress übergeht.

    Ich bleibe dabei, versuche es bei Baumann oder hier im Forum können weitere Trainer empfohlen werden.

    Leider machen die allermeisten sogenannten Trainer mehr kaputt als sonst was.

    sie wird aber ständig von Zazou angebellt und angestupst, sodass sie, wenn ich als Rudelführer außer Haus bin, keine Minute Ruhe, respektive ihren Freiraum bekommt.

    Hört sich für mich wirklich nicht gut an.

    Was meine Person angeht, habe ich ihn wahrscheinlich zur richtigen Zeit heruntergedrückt und ihm gezeigt, wer der Rudelführer ist

    Was auch immer das bedeutet?

    Aber meine Frau hatte zu dem Zeitpunkt nicht den Mut und heute nicht mehr die Kraft dazu.

    Ich rate dringlich von solchen Lösungen ab.

  • Willlkommen!

    Das mit dem Runterdrücken find ich echt keine schöne Lösung.


    Auf jeden Fall sollte das ordentlich analysiert werden, und bitte nicht mit Internettipps dran herum doktorn.


    Ist deine Frau gesund? Ich kenne genug Hunde die sich so verhalten und Hoppla, irgendwann merken auch die Menschen dass da was im Argen liegt. Musst du nicht beantworten, aber Hunde können sich echt Sorgen machen und wenn er das SO vehement über Stunden macht, klingt das für mich nicht nach einer Ego Geschichte des Hundes, weil das ziemlich anstrengend ist für den Hund.

  • Ist deine Frau gesund? Ich kenne genug Hunde die sich so verhalten und Hoppla, irgendwann merken auch die Menschen dass da was im Argen liegt. Musst du nicht beantworten, aber Hunde können sich echt Sorgen machen und wenn er das SO vehement über Stunden macht, klingt das für mich nicht nach einer Ego Geschichte des Hundes, weil das ziemlich anstrengend ist für den Hund.

    Interessanter Punkt, hatte ich bisher so noch nicht auf dem Schirm!

  • Der Labbi einer Freundin hat erst beim Vater einen Tumor "angemeldet", 4 Wochen später hatten es auch die Menschen, wurde operiert und der Hund stand danach nicht mehr bellend vor dem Mann. Was er davor steigernd über Wochen gemacht hat bis es echt anstrengend war. Und dann hatte sie selber Herzprobleme und der Hund lag nur noch auf ihr drauf und hat Terror gemacht wenn sie raus gegangen ist, was erst noch als "pubertäre Aufregung vor dem Rausgehen" abgetan wurde, aber dann eben auch immer krasser wurde bis sie im Krankenhaus war. Seit das Herz resettet wurde, geht der Hund auch wieder gesittet raus.


    Meine Hunde machen das auch, ich krieg sogar ne Info wenn ich meine Tage bekomm :D machen nicht alle Hunde, und viele machen es unterschiedlich, aber ich denke dass man recht viele Verhaltensprobleme (nicht alle! Ganz sicher nicht!) in der Hinsicht unter die Lupe nehmen sollte, weil es für die Hunde eben total anstrengend ist und sie einen guten Grund brauchen für so ein Verhalten. Vor allem wenn sie so sehr vehement und gegen jede Korrektur resistent sind, dann muss denen ja das, was sie da tun, so wichtig sein, dass sie die Korrektur in Kauf nehmen. Und manchmal liegt das eben am Menschen.

  • Ist deine Frau gesund? Ich kenne genug Hunde die sich so verhalten und Hoppla, irgendwann merken auch die Menschen dass da was im Argen liegt.


    Das erinnert mich daran, dass ich einen guten Freund habe, der Morbus Crohn hat.

    Dieser wurde während einer Episode, in dem es ihm sowohl körperlich als auch mental schlecht ging von Amalou extrem verbellt und sie verhielt sich in seiner Gegenwart auch sonst körpersprachlich höchst unamalouig.

    Ich konnte es mir absolut nicht erklären.


    Kurz drauf wurde er operiert und es geht ihm nun körperlich um Längen besser.


    Amalou verhält sich seitdem wieder absolut normal in seiner Gegenwart.


    Mittlerweile zerrt das schon heftig an den Nerven meiner Frau und sie hat seinetwegen bereits sehr viel an Gewicht und Substanz verloren, weil es sicherlich in Stress übergeht.


    Auch aufgrund dieser Aussage wäre es vielleicht nicht ganz verkehrt, wenn sie sich mal beim Doc vorstellt.


    Ich schließe mich aber ansonsten meinen Vorschreiberlingen an: das Verhalten sollte am besten vor Ort von einem Trainer betrachtet werden.


    Es gibt zu viele hätte, wäre, wenns um es im Internet zu analysieren.

  • Das mit dem Melden bei Krankheit ist wirklich Interessant.

    Wäre das dann auch nachvollziehbar das der Hund nur Bellt, wenn sie alleine mit ihm ist, wenn ja, warum?

  • Es könnte beispielsweise sein, dass er diese "Aufgabe" bei Heimkehr an Herrchen "abgibt" oder einfach, dass er akzeptiert hat, dass Herrchen dieses Verhalten einfach nicht duldet

  • Ja, vor allem wenn die ziemlich erledigt sind weil das ein Dauerjob ist (wirkt aber so als wär der Hund unausgelastet und müsste mal richtig Dampf ablassen, deshalb glauben viele Assistenznehmer am Anfang, der Hund bräuchte viel mehr Beschäftigung und alles was der Hund will ist schlafen) teilen die sich das ein. Das Runter drücken oder sehr harsche Ansagen können bei sensiblen Hunden auch dafür sorgen dass sie es lassen wenn der Mensch da ist. Also ich mal vom RTW eingesammelt wurde, haben 2 Hunde sich vorher den Job über 6 Stunden geteilt, die haben abwechselnd geschlafen und immer wenn einer wieder kam, ist der andere umgefallen. Als der RTW dann da war und mein Mann sind beide umgefallen. Machen Herdenschützer ja auch so.