Muriel, es muss aber jeder selbst entscheiden war er tut! Und niemand sollte irgend etwas tun bei dem er sich unwohl fühlt. Viele Tierärzte orientieren sich sicherheitshalber an den Impfempfehlungen der StikoVet. Weil eben nix sicher ist.... Auch geimpfte Hunde können erkranken... Siehe die aktuelle Lage in Bezug auf die Parvo-Fälle in Niederösterreich und inzwischen auch Frankreich (Rhonetal). Die FCI-Dachverbände beider Länder haben inzwischen eine offizielle Warnung heraus gegeben. Möchtest Du in der Haut eines Tierarztes stecken, der seinen Patientenbesitzern empfiehlt NICHT nach den Empfehlungen der StikoVet zu impfen, und dann erkrankt ein derart geimpfter Hund an Parvo??? Auch wenn das ebenso passieren kann wenn er gemäß den StikoVet-Empfehlungen geimpft wurde, wird das für den betreffenden Tierarzt garantiert nicht lustig...
Von daher ist es für mich ein gewaltiger Fortschritt wenn Hundehalter ihre Hunde nicht nach den StikoVet-Empfehlungen impfen, sondern sich entschließen statt dessen die Titer bestimmen zu lassen. Um davon dann abhängig zu machen ob ihr Hund nachgeimpft wird oder nicht. Veränderungen erreicht man in kleinen Schritten, nicht in großen !!! Lass den Leuten doch die Zeit sich an längere Impfintervalle zu gewöhnen, mit einer für sie erkennbaren Sicherheit. Wer seinen Hund zwei, drei mal im Abstand von je 3 Jahren titern lässt, der wird, wenn sein Hund dann nachweislich immer noch durch die vorherige Impfung geschützt ist, beim nächsten Hund sehr viel entspannter sein und sehr viel eher darauf vertrauen dass die Impfungen gegen Parvo/Staupe/Hepatitis sehr viel länger schützen als nur für 3 Jahre.
Als vor 10 Jahren ein von mir gezogener Welpe in der Schweiz mit 12 Wochen wegen Lepto eingeschläfert werden musste, war ich sehr froh dass mir die behandelnde Tierklinik bestätigt hat dass es richtig war die Welpen mit 8 Wochen (noch) nicht gegen Lepto zu impfen. Und dass für einen der beiden Lepto-Stämme, mit denen der Welpe infiziert war, gar kein Impfstoff zur Verfügung steht, der zu einer Symptomabschwächung hätte führen können (einen anderen Effekt besitzt die Lepto-Impfung ja nicht). Lt. Meinung der behandelnden Tierärzte dieser Tierklinik wäre der Welpe auf jeden Fall erkrankt, egal ob gegen Lepto geimpft oder nicht. Einer der Tierärzte dort sagte sogar dass die höchste Überlebenschance ein Welpe gehabt hätte, der bis dahin noch überhaupt gar keine Impfung bekommen hätte. Weil jede Impfung für mehrere Wochen das Immunsystem schwächt und die Leptoerkrankung deswegen bei einem bis dato ungeimpften Welpen vielleicht gar nicht so stark geworden wäre wie bei diesem Welpen, der ja 3 bis 4 Wochen vorher gegen Parvo und Staupe geimpft worden war, Das hätte je nach Tierklinik/Tierarzt aber auch ganz anders lauten können, meinen Welpenkäufern ist schon mehrfach gesagt worden sie hätten ihren Welpen bei einer verantwortungslosen Züchterin gekauft (da ich nicht gemäß den Empfehlungen der StikoVet impfe und z.B. die Lepto-Impfung völlig weg lasse).
Der Effekt, den die meisten Tierärzte (die sich aus Sicherheitsgründen an die Vorgaben der StikoVet halten) auf Welpenkäufer besitzen, ist enorm groß. Die meisten kommen in der Tierarztpraxis ins Straucheln, auch wenn sie sich vorher mit dem Thema auseinander gesetzt haben. Und genau für diese Hundehalter sind die Titer-Schnelltests super, denn sie zeigen (farbig auf weiß) dass in den meisten Fällen definitiv noch ein ausreichender Impfschutz besteht, wenn das angegebene Nachimpfintervall abgelaufen ist.