Verbellen lernen in der RH- oder SD-Arbeit

  • Nachdem ich Ruebchen s Faden nicht sprengen wollte und auch sonst keinen passenden gefunden habe, mach ich eben einen Neuen auf.


    Kobi soll ja in der Rettungshundestaffel zum Verbeller ausgebildet werden.


    ABER: Dafür sollte er halt bellen. ^^

    Da seine Pfote gerade verletzt ist, haben wir ihn gestern bei der Übung "nur" bellen lassen.


    Ich habe das zu Hause so aufgebaut, dass ich immer, wenn er gebellt hat (was ich nicht gut steuern konnte, er bellt eben, wenn er Lust dazu hat) "Laut" gesagt habe, damit er mal dieses Kommando mit seinem Geräusch verknüpft.

    Das hat immerhin so gut funktioniert, dass ICH ihn inzwischen mit diesem Kommando zum Bellen bekomme. Aber: er bellt sehr, sehr unsicher. Das ist ein total hohes, schrilles Bellen, eigentlich keins, das wir haben wollen. Dabei springt er auch immer nach vorne, auf mich zu.


    Gestern bei der Staffel dann, hat er auf das "Laut" vom Helfer null reagiert, hat ihn angeschaut, sein Programm abgespult (sitzen, liegen, nachdenken, probieren so an Futter zu kommen, sitzen, nochmal liegen) und schließlich etwas frustriert angefangen in die Hände des Helfers zu knabbern, bzw. sogar Richtung Gesicht der Helfer zu maßregeln, insbesondere, wenn die Helfer versucht haben, ihn zu blocken und auf Abstand zu halten, denn er soll gar nicht erst lernen so nah rein zu kommen, der Rettungshund muss zwingend Abstand zum "Opfer" halten und darf dieses nicht berühren.


    Ich gehe davon aus, dass obwohl er zu Hause zwar bellt, wenn ich "laut" sage, er dennoch nicht 100%ig verstanden hat, was ich da von ihm will, denn auch bei mir ist er dabei völlig verunsichert und dreht wahnsinnig hoch (deshalb übe ich das nur mit Schleckdose, denn das Schlecken zwischendurch bringt ihn runter).


    Habt ihr noch irgendwelche Tipps?

    Wie habt ihr das aufgebaut, damit am Ende ein schönes, selbstsicheres Bellen kommt?

  • Für ein druckvolles Bellen empfehle ich mit Hund eine Kuhweide zu betreten und immer wenn eine Kuh neugierig hallo sagen mag das Bellen schön loben.

    Ps. Das war nur ein kleines Spässken am Morgen und wird nicht zur Nachahmung empfohlen.

  • Ich habe es mit Crazy damals alleine geübt. Ich habe eine Dose mit Futter genommen und mich beim Spazieregehen unvermittelt hingehockt, wenn sie mal gerade abgelenkt war. Sie kam dann zu mir und stand vor mir. Ich zeigte ihr das Futter, gab ihr aber natürlich nichts und machte ein bisschen Trieb darauf. Beim ersten klitzekleinen Laut sofort Lob und Futter. Es dauerte nicht lang, dann kam der erste Beller, und dann hat sie richtig verbellt.

  • Für ein druckvolles Bellen empfehle ich mit Hund eine Kuhweide zu betreten und immer wenn eine Kuh neugierig hallo sagen mag das Bellen schön loben.

    Ps. Das war nur ein kleines Spässken am Morgen und wird nicht zur Nachahmung empfohlen.

    ... und am Ende des Ausflugs auf die Kuhweide hat der Hund eine Fremdsprache gelernt und macht "Muh!", wenn man "Laut" sagt :thumbsup:


    Aber das ist ein weiterer alberner Spaß am Morgen und so wirklich habe ich leider zu dem Thema auch nichts beizutragen.


    Was mir lediglich einfällt ist, dass Chia in Kobis Alter auch eher ein vorsichtiges, hohes, manchmal in Hysterie umschlagendes Bellen zeigte und um ein festes, selbstbewusstes Bellen verlauten zu lassen, tatsächlich erst einmal selbstbewusst werden musste - nicht dass irgendwer, der sie kennt, an ihrem Selbstbewusstsein je Zweifel gehabt hätte, aber zwischen "Rumkläffen" und "durch Bellen anzeigen" liegt warscheinlich auch eine Reifeentwicklung des Hundes.


    Ich könnte mir auch vorstellen, dass es Kobi verunsichert, wenn er in fremder Umgebung plötzlich bellen soll und eventuell ist es sinnvoll, das erst mal in sicherer Umgebung zuhause mehr zu festigen und dann erst in der Hundestaffel zu üben?


    Ich bin in diesem Thema aber definitiv zu wenig fachlich bewandert und habe bei Deiner Frage eher an Chias "Kinderbellen" gedacht, das sie vor sechs Monaten noch zeigte, während sie nun, mit 14 Monaten, schon deutlich mehr bellt und nicht mehr so häufig kläfft.

  • Wie wird er denn in der Rettungshundestaffel später für das Bellen bestätigt? I.d.R. macht man das ja über Beute. Auch im Schutzdienst bellt der Hund weil er vom Helfer den Anbiss fordert.


    Ich binde den Hund an und stelle mich ins Versteck. Dann reize ich ihn mit einem Beuteobjekt an, welches ich ihm nach einem Click zuwerfe wenn er (Beute-) bellt. "Beutebellen" ergibt ein schönes, "druckvolles" Verbellen. Schrille Töne, "Zwischenbeller" usw. zeigen ganz deutlich dass der Hund einen Konflikt hat.


    Anfangs bestätigt man die ersten Bell-Ansätze. Mit der Zeit lässt man den Hund immer länger bellen und bringt auch einen regelmäßigen Rhythmus mit hinein.


    Ich schau mal ob das hier mit dem Einfügen eines Video funktioniert. Habe versucht das mal mit dem Handy zu filmen.... Nuri hat mich da erst wenige male vorher verbellt. Clicker hatte ich nicht dabei, deswegen kam vor dem Beuteobjekt ein Markerwort.


    https://vimeo.com/manage/videos/529941566/privacy


    Edit: Vielleicht funktioniert der Link jetzt...  8)

  • so ähnlich habe ich es mit dustin auch gemacht - seine beute war sein fussball

    zuhause angefangen, dann in reizarmer umgebung draussen bis hin zu belebteren ablunkungsreichen orten

    anfangs war er auch eher pipsig zögerlich, da er vorher noch gar nicht gebellt hatte (selbst beim türklingeln nicht), erst mit der zeit und ein bischen übung wurde ein schönes kräftiges bellen daraus

    wenn du die zeit in der er bellt bis er die belohnung bekommt langsam verlängerst und ihn da noch anfeuerst (verbal bestätigst das er das richtig macht), dann wird er sicherer (so hat es zumindest bei uns recht schnell funktioniert)

  • Also für die RH Arbeit sollte man das Bellen natürlich nur über Beute oder Futter aufbauen ^^:S


    Ich hab' Ero ganz unabhängig vom SD das Bellen bei mir auch beigebracht.

    Dazu habe ich ihn angebunden, und ihm das Futter gezeigt. Dann habe ich ihn ein bisschen heiß auf das Futter gemacht, bin rum gehüpft und hab es ihm dabei vorenthalten.

    Aus dem Frust raus rutscht den meisten eigentlich schnell mal ein kleines Wuff oder sogar schon ein richtiger Beller raus. Das sofort mit Klick und dem Futter/der Beute bestätigen.


    Ich hab es bei Ero dann mit einer bestimmten Körperbewegung verknüpft, da ich nicht will, dass er irgendwann mal aus einem Missverständnis heraus das Kläffen anfängt. Klappt aber mit einem einfachen Stimmkommando natürlich genauso. :thumbsup:


    Auf dem ersten Video: die dritte Trainingseinheit, mit 13 Wochen.

    Da hatte er die Körperbewegung schon verknüpft (so schnell kanns gehen ^^ )


    Video 2: 4,5 Monate. Da brauchten wir die Leine schon nichtmehr.


    Video 3: 5,5 Monate. Da bekam er langsam Sicherheit und hat angefangen zu "pushen".


    Video 4: 10 Monate, der Hund hat Spaß am Bellen und es wird langsam auch schon druckvoll (und das nur wegen ein bisschen Futter)


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    Und ich würde auch erst jetzt, wenn der Hund pusht und Druck beim Bellen macht, den an einer fremden Person bellen lassen. Alles davor wird eventuell nicht gut gehen, weil der Hund darin noch zu unsicher ist.

    Die Person x soll es dann Anfangs gleich machen, wie du es dem Hund beigebracht hast (gleiches Kommando, evt. gleiche Gestik).

  • Habt ihr noch irgendwelche Tipps?

    Wie habt ihr das aufgebaut, damit am Ende ein schönes, selbstsicheres Bellen kommt?

    Einen beutegeilen Hund bekommt man doch sehr leicht zum Verbellen und Videos findet man genug zum Verbellen auf You Tube.

    Das Verbellen bei den Rettungshunden ist nicht anders als bei den Schutzhunden, der Hund will nur seine Beute haben.


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  • Das Verbellen bei den Rettungshunden ist nicht anders als bei den Schutzhunden, der Hund will nur seine Beute hahaben.

    Das würde ich so jetzt nicht pauschalieiseren. Im SD bauen viele das Verbellen auch anders - nicht über die Beute - auf.

  • Einen beutegeilen Hund bekommt man doch sehr leicht zum Verbellen...


    Man bekommt auch einen weniger beutegeilen Hund leicht zum Verbellen. Man kann das auch über Futter aufbauen (und im Rettungshundewesen wird darüber oft gearbeitet).

  • Ich denke, dass muss man ausprobieren, ob mit Futter oder Beute.

    Crazy z. B. kam mit Futter besser zum Verbellen, beim Ball war sie zu sehr drüber.

  • Boss kam über den Beutetrieb besser zum Verbellen, obwohl er auch über Futter gut zu motivieren ist.

    Mit Beute hat er sich leichter getan. Am Anfang jede Lautäusserung belohnt, danach das erste Bellen, dann nur kraftvolles Bellen, dann kraftvolles und längeres Verbellen usw.

  • also ich hab es vorhin mal versucht..... ;(


    Witus hatte knast und wollte sein Abendbrot haben.

    Ich habe ihn angebunden und mit der mit Fleisch gefüllten Futterschüssel vor ihm herumgemacht. Erst hat Witus mich mit tropfendem Fangzahn angesehen und gedacht, was macht der denn heute für einen Quatsch. Dann fing er nach einiger Zeit an zu heulen. :rolleyes: Das kann ich doch unmöglich mit Klicken bestätigen, oder? Mir war es dann auch zu blöd, weil ich mir bereits einbildete, dass sein Geheule schon die Aufmerksamkeit der Nachbarn erregt. Auch wollte ich nicht riskieren, dass jemand beim Tierschutz anruft. :D

    Er hatte nichts von sich gegeben was irgendwie an Bellen erinnern würde. ;(