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  1. Das Schäferhund Forum
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Was ist für euch Gewalt in der Hundeerziehung?

  • HSH
  • 29. Dezember 2021 um 17:02
  • Sacred
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    • 3. Februar 2022 um 13:57
    • #346

    Da stimme ich Axman und Nordlicht zu. Was bringt die tollste Methode wenn der Halter sie nicht umsetzen kann oder will und sie auch gar nicht auf den Hund passt.

    Ein super guter Hundetrainer sollte verschiedene Methoden und Bausteine im Ärmel haben und für das Team passend raus schütteln.

    Finde mal so einen. Das wäre der eierlegende Wollmilchsautrainer. ^^

    Reicht aber wenn Trainer, Halter und Hund zusammen passen. Den Trainer festhalten und nie wieder loslassen.

    Btw. heute Abend kommt ein Trainer zu uns. Drückt uns die Daumen, dass der passt.

  • Axman
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    • 3. Februar 2022 um 14:08
    • #347

    Hier die Methode eines mir bekannten Hundetrainers zum Aufbau einer starken Bindung zwischen Hund und Trainer und einer guten Arbeitseinstellung. Ich weiss, solche Methoden sind bei vielen Leuten nicht besonders beliebt. Ich erkläre es trotzdem neutral und bewertungsfrei zur Information,

    Der Hund bekommt seine komplette Tagesration Futter aus der Hand, während den mehrmals am Tag stattfindenden Übungseinheiten. Wenn der Hund abschweift und seine Aufmerksamkeit während einer Übungseinheit anderen Dingen widmet als seinem menschlichen Trainingspartner, wird die Übungseinheit abgebrochen und es gibt kein Futter und keine weitere Ü-Einheit mehr an diesem Tag. Laut dem Hundetrainer kommt es wenn überhaupt nur sehr kurzzeitig mal am Anfang zu Abschweifung oder Desinteresse, das Konzept begreift der Hund sehr schnell.

    Habe ich damit gearbeitet? War mit Axel nicht notwendig aber ich habe es einer Bekannten mit einem Angsthund empfohlen. Hat Wunder gewirkt.

    Würde ich damit arbeiten? Ja

    Unter welchen Umständen würde ich damit arbeiten? Hunde die zur Verbesserung ihrer Lebensqualität lernen müssen, dass der Mensch der wichtigste Bestandteil ihres Lebens ist und das alles im Hundeleben nur über und durch den Menschen stattfindet.

    LG Angie

    Axel geb 2019

    Ioshy geb 2025

  • FlatSnow1639
    Gast
    • 3. Februar 2022 um 15:39
    • #348

    Axman

    Das geht nur, wenn der Hund absolut futtergeil ist.

    Mein Hund würde dann halt einfach hungern bzw mir zuhause am Hintern fest kleben, aber niemals die Verknüpfung schaffen, dass mein Angebot von TroFu draußen für ihn überlebenswichtig ist. Den Versuch hatten wir mal und selbst wenn der fast zwei Tage nix gefressen hat - er rührt das nicht an (zuhause übrigens auch nicht, er mag TroFu nicht, deswegen wurde es überhaupt erst draußen versucht, aber da nimmt er es schon 10x nicht).

    Der Reiz des Futters ist nicht stark genug und ein offensiv reagierender Hund ist nunmal kein Angsthund. So was hatte ich auch schon - ein Witz im Training gegenüber Brummi, wenn ich das mal so formulieren darf.

    Noch dazu ist nicht die Schwierigkeit, dass der Hund keine Bindung oder kein Vertrauen hat (bei Angsthunden kann das häufiger der Fall sein, grade zu Beginn, wenn Hund und Halter sich nicht (lange) kennen), das Problem ist, dass diverse Methoden einfach nicht funktionieren.

    Click für Blick, abwenden (also Click fürs weggucken), scharfe Ansage, „Konfrontationstherapie“ blablubb, so das Standardgeplänkel, ihr kennt es ja. Das liegt unter anderem auch daran, dass normale Gassibegegnungen immer schnell das Weite suchen und der Hund somit jedes Mal den Erfolg hat, dass er die Hunde erfolgreich verjagt hat - egal, ob er das aus Angst, Unsicherheit, territorialer Motivation oder sexueller Motivation heraus macht.

    Meist sind diese Motivationen dann auch stärker, als Futter aufnehmen zu wollen. Ein Hund ist geboren um zu hungern, der fängt dann eben eher an, draußen deswegen zu jagen, alles auf dem Boden abzusuchen, dich zuhause zu verfolgen, als dass er die Verknüpfung hat „ich mach jetzt lieber Fressi statt Fiffi von drüben in den hinteren zu tackern, denn der weiß nicht bzw. verknüpft nicht, dass er nichts mehr bekommt. Und auch Angsthunde, dir wirklich Angst haben vor anderen Hunden, fressen dann nix.

    Kann man Versuchen und wurde mir von der gleichen Person geraten, die mir das Stachelhaldband geraten hat, mit dem Hinweis, dass es bei einem anderen Schäferhund auch geklappt hätte, aber da hätte es auch einige(!) Tage gedauert, bis er lieber gefressen hat, statt zu bellen. Klar, wenn man seinen Hund lange genug hungern lässt, funktioniert das vermutlich doch irgendwann. Besonders schön ist das nicht und eine Option für mich auch nicht.

    Aber ich vermute auch bzw behaupte einfach mal, dass wir alle nicht diese Probleme hätten, wenn ein Hund so leicht mit Futter dazu zu bringen wäre, andere Hunde mal eben links liegen zu lassen. :D Dann würde eine wirklich richtig tolle Futterbelohnung nämlich Wunder wirken und ich kann Brummi Steaks in die Ohren stecken - wäre ihm völlig egal.

    Der glotzt lieber und das ist auch so was, was ich ja „verbieten“ sollte - mit der Reaktion vom Hund, dann erst recht auszurasten. Der muss gucken können, dann bleibt er entspannt. Dann weiß er, dass der Hund da ist, sich nähert und weg geht. Den Blick abzuwenden macht ihn aufgeregt und explosiv-aggro, heißt: der knallt dann von jetzt auf gleich in die Leine, wenn man meint, alles wäre gut, so nach dem Motto „Überraschungsangriff“.

    Wenn Futter aus der Hand wirklich nur darauf bezogen ist, eine Bindung zu bekommen, halte ich das eh für schwierig. Es kann Ängste abbauen, ja, aber wie gesagt: eine gute Vertrauensbasis ändert nichts am reaktiven Verhalten bzw schafft häufig sogar erst eine Basis, sich völlig ausleben zu können und aufzublühen, um dann sogar noch reaktiver zu handeln, denn das gibt vielen Hunden auch die „Rückendeckung“, die sie brauchen, um so rumzustänkern. :D

  • HSH
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    • 3. Februar 2022 um 17:16
    • #349
    Zitat von Verbena

    Ich denke trotzdem, dass es kontraproduktiv ist, einen reaktiven Hund durch bewusst herbeigeführte Hundebegegnungen "abzuhärten", denn kein gestresster Hund hat Kapazitätin im Kopf frei, um zu lernen, respektive das Markern als positive Bestärkung für den Sekundenbruchteil, in dem er seinen Blick vom anderen Hund abwendet, überhaupt wahr zu nehmen.

    Und ich Weiß das es funktioniert. Hat es zumindest bei allen Hunden (sowohl Eigenen als auch Fremdhunden) mit denen ich zu tun hatte.

    Zitat von Luna

    also suche ich die schuld bei mir HSH. Ich lade ein bild nun hoch, wo du sam mit ca 5 wochen siehst, als er eben noch beim züchter war und da schon so auf unsere nelli reagierte. Es müsste also schon beim züchter irgendetwas gewesen sein, oder es sind auch gene vorhanden, die es selten gibt, aber es gibt sie:

    Wie gesagt, ein quasi unbeschriebenes Blatt. Was genetisch mitkommt, das muß man erst einmal als gegeben ansehen und eben damit arbeiten.

    Conny wurde zB. direkt beim Züchter beschlagnahmt und kam ins TH. Wo dann auch nichts mit den Hunden gemacht wurde. Als ich sie übernahm kannte sie wirklich NICHTS, nicht einmal ihnen Namen oder was eine Bezugsperson ist. Nach einem Jahr lief sie bei mir komplett offline.

    Zitat von Luna

    somit HSH lässt sich nicht immer alles auf den hh schieben, obwohl der ja selbst sich auch oft genug fragt, was lief/läuft verkehrt? Vielleicht solltest auch du nicht immer meinen, dass du alles auf die reihe bekommst?

    Sondern dir einfach mal darüber gedanken machen, können nicht doch schon fehler beim züchter (z.b. sehr frühe abtrennung von mutter und geschwister aus irgendeinem grund) der auslöser für so ein verhalten gewesen sein oder sich belesen, was es in den genen verankert sein könnte.

    Alles glaube ich nicht, dass du weisst ;)

    Genau DAS ist aber der falsche Ansatz, hinzugehen und an sich selbst zu zweifeln. Ebenso muß ich mich nicht fragen Wer vor mir vielleicht Fehler mit dem Hund gemacht hat.

    ICH habe den Hund jetzt, ICH muß ihn dazu bewegen das wir miteinander klarkommen. Was vorher war interessiert mich bestenfalls peripher.

    Der Sack wurde zB. wegen eines, mir nicht genannten, Vorfalls beschlagnahmt. Klar wäre es schön gewesen zu wissen was da vorgefallen ist, einfach um nicht eines Tages unangenehm überrascht zu werden. Aber war eben nicht, was solls also mir darüber noch groß Gedanken zu machen? Das führt letztlich nur zu Unsicherheit im Umgang mit einem potentiell gefährlichem Hund. Und die braucht man da ganz sicher nicht.

    Ebenso habe ich vom TH eine DIN A4 Seite mit Verhaltensmaßregeln im Umgang mit ihm bekommen. Die habe ich mir nicht einmal zuende durchgelesen ...

    Und genau so ist es auch mit den Erziehungsmethoden: Es ist in meinen Augen recht engstirnig sich nicht alle Optionen offen zu halten, auch wenn man manche Dinge eher kritisch sehen/ablehnen würde. Was ja auch gut ist, setzt man sie dadurch eben wenn, dann mit Bedacht ein.

  • Luna
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    • 3. Februar 2022 um 19:40
    • #350

    HSH da hast du sicherlich recht, ich verstehe dich auch was du meinst. Aber ich lese hier nirgendwo den weg, den du an meiner stelle eingeschlagen hättest. Verstehst du?

    Du bekommst einen welpen, dem sein erklärtes hobby ist, andere hunde und zwar wirklich nur hunde, anzubellen. Egal ob auf dem arm, oder auf dem boden, im garten, auto etc... der war als minicooper schon darauf fixiert, irgendwo einen hund zu entdecken und mit bellen machte er sich bemerkbar und wollte da auf teufel komm raus, hin. Was hättest du gemacht?

    Ich denke einfach darüber nach, was da vorgefallen sein könnte und zwar schon beim züchter, weil das so tief drinnen steckt, das ich einfach nicht erreichen kann. Verstehst du? Da sind leckerlis, ball etc.. vollkommen wurscht. Ich habe mit sicherheit auch meinen teil dann dazu beigetragen, weil ich nicht seinem willen gefolgt bin, sondern der meinung war, du darfst dahin, wenn du dich anständig aufführst und nicht bellst wie ein bekloppter. Damit wurde aber die gier zu dem anderen hund zu kommen, noch grösser. Was ich machte, es war verkehrt oder war wirkungslos. Auch die welpenschule hat da nicht geholfen. Er war sooo glücklich mit den hunden spielen zu können, aber raus aus dem tor und keiner hat gewusst, warum er sich dann wieder so aufführt, wenn er an den wartenden vorbei sollte.

    Ich denke, wenn ich die ursache kenne, kann ich das problem an der wurzel packen.

    Glaubst du tatsächlich, dass du das problem so einfach wuppen könntest? Wenn ja, dann schreib konkret, was du tun würdest. Schreibs mir, vielleicht ist das ja der richtige weg und ich versuch mein glück.

  • HSH
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    • 3. Februar 2022 um 21:59
    • #351
    Zitat von Luna

    Du bekommst einen welpen, dem sein erklärtes hobby ist, andere hunde und zwar wirklich nur hunde, anzubellen. Egal ob auf dem arm, oder auf dem boden, im garten, auto etc... der war als minicooper schon darauf fixiert, irgendwo einen hund zu entdecken und mit bellen machte er sich bemerkbar und wollte da auf teufel komm raus, hin. Was hättest du gemacht?

    So wie ich das verstehe ist es eine zwar nervige, aber in Grunde harmlose Eigenart?

    Was ich machen würde hängt davon ab wie groß mein Leidensdruck dabei wäre.

    Grundsätzlich ist es ja vor allem ein Problem des Grundgehorsam, denn ein "Aus!" sollte eigentlich auch ein "Aus!" sein. Oder? Das wäre zumindest der erste Punkt, an dem ich ansetzten würde.Wenn ich mit "nett" nicht weiterkommen würde, käme als 2. Option eben "weniger nett" bis "unnett" ins Spiel. Wie das aussehen würde, hängt dann logischerweise wieder von Hund, der Situation und nicht zuletzt auch von der Tagesform ab. Denn ich bin kein Fan von emotionslosen "Strafen"/korrigieren. Der Hund sollte schon wissen wenn mich sein aktuelles Verhalten nervt.

    Zitat von Luna

    Glaubst du tatsächlich, dass du das problem so einfach wuppen könntest?

    Sagen wirs mal so: Ich denke tatsächlich das, wäre es mein Hund, ich das Problem nicht/nicht in dem Maße hätte. ;)

    Aber das liegt wenn, dann an meiner Art (m)einen Hund zu führen, bzw. mit ihm umzugehen. Und das ist sehr schwer zu beschreiben, weil es eben das individuelle Zusammenspiel zwischen Hund und Halter ist. Und ich, eben durch meinen Focus auf die HSH, oft auch zu unkonventionellen Mitteln greife. Deshalb ja auch mein Hinweis weniger auf schlaue Bücher/Trainer, sondern (wieder) mehr auf´s eigene Bauchgefühl zu hören.

  • HSH
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    • 3. Februar 2022 um 22:29
    • #352
    Zitat von Axman

    Was wir oft vergessen, ist, dass die Methoden die man anwendet auch zum Halter passen müssen. Nicht alle Halter (HF) können mit allen Methoden umgehen. Einem "weichen" Menschen (ich meine das nicht bewertend) kann man keine harten Methoden aufbürden (ich meine nicht hart im Sinne von brutal, auch hier keine Wertung, nur Veranschaulichung). Viel zu wenig in der Hundeerziehung haben wir die Persönlichkeit der Person auf dem Plan.

    Was dann im Umkehrschluß bedeutet das nicht jeder Halter jeden Hund auch halten kann/halten sollte. Vielleicht wäre es dann besser, anstelle von Erziehungstipps zu geben, öfter auch mal zur Abgabe in geeignetere Hände zu raten? :/

    Ich stell mir grad die Reaktionen vor ... ^^

  • Luna
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    • 3. Februar 2022 um 22:32
    • #353

    HSH, das Aus musste der kleine ja erst mal lernen und dann hättest du den kleinen welpen weitergezogen? Oder auf den arm genommen, ihm das maul zugehalten oder was hättest du gemacht? so ein plappermaul kann man nicht einfach stumm schalten und die fixierung auf andere hunde aufheben :/

  • Luna
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    • 3. Februar 2022 um 22:40
    • #354

    HSH sam ist ein echt toller gefährte, keine frage. Er macht eine ganz tolle uo und hat einen einwandfreien charakter, wir haben auch viel spass zusammen. Ich fühle mich bestimmt als eins mit ihm. Aber diesen scheiss mit den anderen hunden, da muss ich echt sagen, dass ich komplett ratlos bin.

  • HSH
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    • 3. Februar 2022 um 22:46
    • #355

    Auf den Arm genommen ganz sicher nicht. ;) Eventuell weitergezogen, ihn mir mal zu diskutieren am Schlafittchen auf Augenhöhe geholt, oder auch (ganz böse :) ) auf die Seite/den Rücken gedreht und so fixiert bis Ruhe herrscht.

    Es geht (mir) dabei auch weniger auf die Fixierung auf andere Hunde, als um die Durchsetzung (m)eines Kommandos.

  • FlatSnow1639
    Gast
    • 3. Februar 2022 um 23:06
    • #356
    Zitat von HSH

    auf die Seite/den Rücken gedreht und so fixiert bis Ruhe herrscht.

    Na dann viel Glück, viele Hunde, insbesondere DSHs, stachelt das ENORM an und wenn du nicht grade 2h lang damit verbringen willst, den DANN zu beruhigen, während er auf der Seite liegend nach dir schnappt und immer mehr hoch dreht, hast du direkt den kürzeren gezogen - und das ist nicht pauschal auf Brummi bezogen, das zeigen wohl eben auch wirklich viele.

    Vielleicht bist du da auch zu sehr auf die HSH fixiert, die da vermutlich auch vom Grundprinzip her ganz anders reagieren und anders "gepolt" sind und deswegen die Motivation, Hunde zu verbellen, auch eine ganz andere ist, die man ganz anders und viel einfacher beheben kann.

    Ohne das pauschalisieren zu wollen, aber was ich mittlerweile weiß, nach all den Monaten, ist, dass DSHs offenbar sehr, sehr oft zu genau solchem Verhalten gegenüber Hunden neigen und sich das nur sehr, sehr schwer korrigieren bzw. verändern lässt und genau das erlebe ich dummerweise bei meinem Hund halt auch, so wie auch Verbena und wohl auch Mona.

    Beim Husky hab ich genau EINE deutliche verbale Ansage gebraucht und das Thema war gegessen. Einmal musste ich ihn am nächsten Tag noch mal dran erinnern, dass ich das blöd finde. Brummi? Den könnt ich anschreien, Dinge nach ihm werfen, ihn mit einem Katapult ins Weltall schießen, ihm die Zunge verknoten - der würde sich nicht aufhalten lassen und weiter wacker seinem Plan folgen.

    Andere Hunde, die bei ihren Besitzern an der Leine randalieren, da brauchte ich nicht mal eine Ansage, das haben die bei mir einfach nicht gemacht, waren zum Teil ganz anders drauf, alles problemlos. Aber bei Brummi beiße ich mir die Zähne aus und der Zahnersatz ist allmählich mühselig zu beschaffen und wird immer teurer.

    Ich hab mich aber damit "abgefunden". Ich versuch es nicht mehr großartig, was Hunde angeht. Ich nehme jede Verbesserung, die wir erreichen, gerne und dankend an. Aber ich denke mir nicht mehr "das muss jetzt aber werden" oder "aber in x Monaten sollte...", denn es bringt nichts, außer Frust und Stress und das ist es mir nicht mehr wert, diese Form von Ressourcenverschwendung an etwas, das ich offenbar nicht simpel lösen kann, zu dem mir Bücher keine Antwort liefern und wobei sich selbst die Trainer den Kopf kratzen. So what - er is halt so und feddich. Vielleicht ist er in einem Jahr wieder anders, mal gucken.

  • HSH
    Beiträge
    951
    • 4. Februar 2022 um 00:48
    • #357
    Zitat von Azemba

    Na dann viel Glück, viele Hunde, insbesondere DSHs, stachelt das ENORM an und wenn du nicht grade 2h lang damit verbringen willst, den DANN zu beruhigen, während er auf der Seite liegend nach dir schnappt und immer mehr hoch dreht, hast du direkt den kürzeren gezogen -

    Ich habs mit einem Kangalrüden durch, der mir an den Hals wollte. Hat vielleicht 15 Min gedauert. Und bei anderer Gelegenheit vielleicht nochmal 5 Min, danach war das Thema, zumindest bei mir, durch. Ich weiß also durchaus wovon ich spreche.

    Zitat von Azemba

    Vielleicht bist du da auch zu sehr auf die HSH fixiert, die da vermutlich auch vom Grundprinzip her ganz anders reagieren und anders "gepolt" sind und deswegen die Motivation, Hunde zu verbellen, auch eine ganz andere ist, die man ganz anders und viel einfacher beheben kann.

    Du vergisst dabei nur, das ich auch praktische Erfahrungen mit anderen, auch reaktiven, Rassen habe. Ua. weißer Schäferhund, Dobermann-DSH Mix, Kaukase-DSH Mix, Hovawart-Kaukase Mix, Kangal, Herder, und nicht zuletzt auch IW Mix.

    Und über deine Theorie, das man bei einem HSH etwas viel einfacher beheben kann als bei einem Gebrauchshund ... Na ja, versuchs selbst mal mit einem HSH (sind tolle Hunde). Dann sprechen wir da nochmal drüber. ;)

    Zitat von Azemba

    ... das ist es mir nicht mehr wert, diese Form von Ressourcenverschwendung an etwas, das ich offenbar nicht simpel lösen kann, ...

    Und genau da ist das Problem! Wer sagt das es (immer) simpel ist? Hundeerziehung ist mit Arbeit verbunden! Und die ist nun einmal nicht immer simpel. Ich muß mir oft genug Lösungswege erarbeiten wie ich´s dem HSH beibiege daß das, Was ich von ihm will, eigentlich jetzt seine Idee ist. Rein über Gehorsam läuft bei einem HSH, in Gegensatz zum DSH/Gebrauchshund, nämlich eher wenig. Den Führungsanspruch muß man sich da erarbeiten.

    Wenn´s nicht so weit ab wäre würde ich wirklich gern mal mit deinem Hund ne Runde drehen und dabei schauen Was geht. Du könntest dann ja solange den HSH nehmen. :)

  • FlatSnow1639
    Gast
    • 4. Februar 2022 um 01:11
    • #358
    Zitat von HSH

    Wenn´s nicht so weit ab wäre würde ich wirklich gern mal mit deinem Hund ne Runde drehen und dabei schauen Was geht.

    Dafür wäre ich tatsächlich sehr dankbar und auch offen - so lange es gewisse Grenzen nicht überschreitet, was den Umgang angeht.

    Rübchen bot es mir auch schon an, dafür wäre ich auch sehr dankbar gewesen, aber das ist eben auch zu weit weg.

    Zitat von HSH

    Und über deine Theorie, das man bei einem HSH etwas viel einfacher beheben kann als bei einem Gebrauchshund

    Ich hab das wohl blöd formuliert, denn gemeint war eigentlich: dass DIESES Problem möglicherweise einfacher zu beheben ist, weil es beim HSH einen anderen Ursprung hat und nicht, weil HSH so viel einfacher sind. Jede Rasse hat ihre eigenen Herausforderungen und Eigenarten.

    Zitat von HSH

    Ua. weißer Schäferhund, Dobermann-DSH Mix, Kaukase-DSH Mix, Hovawart-Kaukase Mix, Kangal, Herder, und nicht zuletzt auch IW Mix.

    Also ziemliches Kuddelmuddel, von dem man nicht sicher sein kann, ob da tatsächlich etwas „durchschlägt“, das „typisch DSH“ ist, was dich dazu „genötigt“ hätte, entsprechend agieren zu müssen - aber das weiß ich nicht. Weißt du, wie ich das meine? Der DSH-Mix sei vom Kopf her wohl auch eher ein HSH gewesen, sagtest du. Ein Dobermann ist ja auch wieder etwas ganz anderes in seiner Art, als es ein Schäferhund ist. Wenn du also „Rassen“ hattest, denen du nicht über den Gehorsam beikommen konntest oder musstest, sondern das anders lösen konntest bzw musstest, ist das eben etwas anderes, als bei Rassen, die „hörig sein wollen“. ^^ Dass man da vieles einfach anders angeht, ist normal.

    Dem Husky kann ich auch nicht mit Sitz kommen - sieht er nicht ein, wenn es für ihn keinen Sinn ergibt, aber brauche ich auch gar nicht, denn der ist trotzdem „gehorsam“. Bei meinem Brummi muss ich aufs sitz bestehen und das macht er, selbst wenn’s grade so gar keinen Sinn ergibt, anders ist er nicht „gehorsam“.

    Um auf den Thredtitel zurück zu kommen: den Husky trotz allem ins sitz zu zwingen, wäre somit durchaus Gewalt. Den Brummi in der gleichen Situation ohne Sitz ausharren zu lassen, wäre ebenso Gewalt. Der eine hält davon einfach nix, der andere braucht es als Stütze.

    Zitat von HSH

    Und genau da ist das Problem! Wer sagt das es (immer) simpel ist? Hundeerziehung ist mit Arbeit verbunden! Und die ist nun einmal nicht immer simpel. Ich muß mir oft

    Das ist nun WortaufdieGoldwaageLegerei - mit simpel meine ich: man nutzt eine Methode und die funktioniert und wenn nicht, dann eben eine andere, die dann meist definitiv funktioniert. Brummi stellt einfach extremes Können und Wissen voraus im Management und das ist ein Problem, denn da funktioniert einfach nix. Bei mir geht das im Alltag, ich hab den gut „im Griff“, aber bei meinem Freund, der weder Wissen noch Können hat (entschuldige Freund!), bei dem ist es die reinste Katastrophe draußen.

    Aber ich sag halt auch: ich lass mich von dem Hundegehampel nicht mehr stressen, soll er halt rumblöken, mir Wurscht, das hält mir wenigstens die Leute vom Leib. :D Das Training deswegen mache ich nur, weils mir andererseits halt auch zu nervig ist, immer geistig voll anwesend sein zu müssen, damit er seine Ziele in diesen Momenten nicht erreicht.

    Was 70kmh schnelle Autos jagen angeht, da kenne ich nun keine Nachsicht mehr, denn das MUSS ZWINGEND aufhören und das klappt nun auch deutlich(!!!) besser. Aber da geht es um (Menschen-)Leben und Tod, das mit den Hunden ist nur nervig bzw lästig und lässt sich sehr gut umgehen bzw. managen.

  • Luna
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    • 4. Februar 2022 um 08:43
    • #359

    HSH das wäre echt eine möglichkeit gewesen, ihn wie er noch klein war, auf den rücken zu legen. Auf die idee wäre ich nie gekommen und hat mir auch später nie jemand gesagt.

    Ich glaube schon auch, dass du natürlich mit deinen erfahrungswerten bzgl der verschiedenen und nicht einfachen rassen, generell ein anderes auftreten und ausstrahlung hast, aber ein normaler hh hat die gewöhnlich nicht. Auch wenn sam mein dritter dsh ist, fehlt mir hier vollkommen die erfahrung und auch gute leute in meiner umgebung, die mir helfen würden.

  • Schafring
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    • 4. Februar 2022 um 09:00
    • #360

    die Möglichkeiten die HSH oben vorgeschlagen hat würde ich nicht als Gewalt in der Hundeerziehung bezeichnen, um der es in diesem Thread ja geht, wenn rechtzeitig ausgeführt und wenn sich die Persönlichkeit des HH über ihre körperlichen und mentalen Kräfte bewusst ist den Hund evtl. bis zu 10 Minuten oder länger, ruhig auf dem Rücken zu halten und evtl. Reaktionen wie sie @Azemba befürchtet, widerstehen zu können. Das Problem, die Schwierigkeit und Herausforderung bei dieser Vorgehensweise ist dass HH nicht hochdreht wenn der Hund hochdreht und evtl um sich schnappt. Wahrscheinlich für viele HH mit Vorsicht zu empfehlen?

    „Wenn Du ein Schiff bauen willst, dann trommle nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen, sondern lehre die Männer die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer. “

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