zu Martin Rütter: ich bezweifle doch sehr arg, dass er jemals Hunde aus dem IGP- Bereich im Training hatte. Alles was ich bisher in seinen Sendungen zu Gesicht bekam, waren unerzogene, unausgebildete und überdrehte Familienhunde. Wie viele von den gezeigten Hunden wurden im Sport (muss ja nicht zwingend IGP sein, gibt ja noch andere Hundesportarten) geführt?
Ich sehe es in meinem privaten Umfeld: die Hunde, die artgerecht bzw. sportlich ausgelastet werden (wie Mantrailing, IGP, RO, jagdlich geführt), fallen meiner Erfahrung nach weniger im Alltag auf als die Begleit-/ Familienhunde. Ich weiß nicht, wie oft der Kleinspitz bzw. der Dackel von gegenüber munter in seine Flexileine gerast ist um Joker "kalt" zu machen (über die Straße wohlgemerkt!). Genauso wie der dicke Labbi von der älteren, netten Dame und der Aussie von Familie X. Keinen der Besitzer stört das Verhalten ihres Hundes. "Muss so sein", "Der passt gut auf", "Fiete! Pass auf! Der hatte bestimmt noch kein Frühstück!", "Der wurde mal vom DSH gebissen, deswegen mag er die nicht". Das Verhalten des Hundes wird einfach mal so hingenommen.
Eine Kollegin aus der RH Staffel hatte eine Zeit lang auch einen Leinenpöbler und noch eine andere Baustelle. Die Themen waren innerhalb von 1-2 Monaten erledigt, weil sich nicht damit abfinden wollte. Sie hat sich eine Trainerin gesucht und mit ihrem Hund fleißig trainiert. Genauso wie andere Bekannte, die in anderen Hundesportsparten unterwegs sind/ waren: sie haben sich entweder Hilfe gesucht oder selber an den Baustellen gearbeitet - keiner von denen wollte einen Hund, der auf dem Platz Hui und im Alltag pfui ist.
Zwei weitere Bekannte von mir sind (Problem)Hundetrainer/innen: Sie werden meist erst dann um Hilfe gebeten, wenn das Kind schon im Brunnen gefallen ist (Hund hat Halter/ Familie/ Freunde/ Kinder/ Hunde gebissen oder anderweitig verletzt). Für das Verhalten, das schon laaange vorausgegangen ist, hatte man immer irgendwelche fadenscheinige Ausreden/ Begründungen (siehe oben). Der Prozentsatz von sportlich/ dienstlich geführten Hunden ist hier verschwindend gering - sagen sie selber! Der eine bietet seit über 30 Jahre Hundetraining an, die andere macht es bald 10 Jahre... die werden schon einige 100 Hunde-Mensch-Teams erlebt haben.
Das heißt jetzt nicht, dass jeder Hund der sportlich geführt ist, perfekt erzogen ist und jeder Familienhund gefährlich und beißwütig - ich denke eher, dass Hundesportler/Diensthundeführer etc. sich doch eher Gedanken machen als der normale Hundehalter. Die Zeiten, dass Sporthunde 24/7 im Zwinger sitzen und nur zum Training rauskommen, sind definitiv vorbei- die meisten dieser Hunde sind stinknormale Familienhunde mit einem Hobby.
Das ist einem Martin Rütter und vielen anderen IGP Hundesportgegnern jedoch vollkommen wurscht...