Was würdet ihr heute anders machen?

  • Jeder von uns hat sich wahrscheinlich vor der Anschaffung des SH Gedanken gemacht, die einen sicher mehr, die anderen vielleicht etwas weniger. Was mich interessiert: Was würdet ihr, mit dem Wissen und der Erfahrung heute, anders machen?

    Ich würde mir die Zuchtstätte noch genauer ansehen. Unsere Züchterin ist nicht schlecht, aber ich habe hier im Forum mitbekommen, dass es- vor allem in puncto Prägung bzw. Sozialisation- besser geht. Ich würde mich auch vor der Anschaffung hier im Forum anmelden und den Einzug des Welpen noch besser vorbereiten. Bewundere in der Hinsicht KleineMama und @Dimi27 die sich sehr viel Wissen VORHER angeeignet haben und die Aufzucht gut reflektiert begeleiten. Ich würde meinen Welpen auch nur ausgesuchten und sehr bewachten Hundekontakt gestatten. Manches würde ich aber auch immer wieder so machen ;) Z.B das Zusammenführen der beide Hunde.

    Was sagen die HuHa, die schon seit Jahrzehnten Hunde haben? Was würdet ihr beim nächsten Hund anders machen?

  • Sehr interessantes Thema.

    Danke für das erstellen.


    Ich würde auch vieles anders machen und auch ich bewundere die Herangehensweise der beiden und das macht mich ja sogar ein klein wenig neidisch jedes mal :P:P:P


    Also was die Auswahl der Zucht angeht, würde ich mich auch definitiv mehr mit befassen.

    Simba habe ich tatsächlich NICHT nach der Zucht ausgesucht - das mit ihm ist eine andere Geschichte.

    Kurzfassung: mein alter WSS wurde am 24.06.2019 eingeschläfert und der Wurf mit Simba kam an genau diesem Datum zur Welt, also am 24.06.2019. Ich MUSSTE ihn einfach nehmen.

    Gut, auch er hat seine "Macken" und die mittlere HD ist auch mega doof.

    Aber davon ab ist er sooo ein toller Hund <3 Und manchmal, ja, da sehe ich sogar Damon in ihm wieder.


    Bei Drago war es ganz anders. Bei ihm hatte ich vor allem einfach nur Glück mit der Züchterin. Da lief wirklich alles perfekt und so, wie es sein soll.


    Was die Aufzucht angeht, würde ich wohl das allermeiste anders machen.

    Allem voran Hunde- und Menschenbegegnungen würde ich auf ein Minimum beschränken.

    Da Simba und Drago in ihrer Welpenzeit absolut keine Angst vor fremden Hunden und Menschen hatten, habe ich eigentlich nahezu jeder Situation zugestimmt. Ob das jetzt im Nachhinein zu dem einen- oder anderen Problem führt, kann ich nur mutmaßen.


    Vor allem, was das Futter angeht, würde ich soooooo vieles anders machen.

    Gerade durch SImba habe ich mir ein ungeheures Wissen in dieser Materie angeeignet und das würde ich auf jeden Fall bei einem zukünftigen Hund voll ausspielen.

    Zudem bin ich mir sicher: mein alter Hund wäre älter geworden, hätte er das richtige Futter bekommen. Aber das ist eine andere Geschichte. Es nagt trotzdem ziemlich dolle an mir.


    Außerdem würde ich die Erziehung in manchen Punkten anders angehen.

    Also in Sachen Konsequenz, habe ich denke ich alles richtig gemacht. In Sachen Ausdauer und meiner eigenen Frustrationstoleranz hingegen überhaupt nicht.


    Die beiden tanzen mir nicht auf der Nase rum, aber die ein- oder andere große Baustelle haben wir: Drago bellt andere Hunde an, als gäbe es kein Morgen und Simba ist ziemlich dominant und hat bisher schon den ein- oder anderen "Showkampf" ausgetragen. Eine richtige Beißerei gab es zum Glück noch nie.


    Ich schweife schon wieder ab.


    Also um es kurz zu machen:
    - ich würde mir die Züchter und die Zuchttiere besser angucken

    - ich würde mein Wissen mit der Fütterung voll ausspielen

    - ich würde Hunde- und Menschenbegegnungen mehr in die eigene Hand nehmen und auf das minimalste beschränken

    - ich würde zielorientierter und motivierter an die Erziehung rangehen


    Aber gut, bald machen hoffentlich wieder die Vereine auf und ich bin voller Tatendrang, diverse Probleme anzugehen und werde mir wohl auch einen privaten Trainer an die Seite holen. :thumbup:

  • Auswahl der Zuchtstätte, da finde ich habe ich übereilt gehandelt nach dem ich Elli gehen lassen musste. Also gründlichere Recherche beim nächsten Hund. Was die Erziehung angeht würde ich auch wohl vieles anders machen, angefangen dass ich wohl zu viel mit dem Welpen gemacht habe. Oder dass ich nicht schon beim Welpen auf Leinenführigkeit geachtet/ trainiert habe. Wobei ich aber wahrscheinlich beim nächsten Hund wieder einen aus dem Tierschutz nehmen werde.

  • Oskar&Nika Tolles Thema. Ich habe diesesmal alles getan, was ich konnte, um die richtige Zucht auszuwählen. Vor allem genügend Fragen stellen und sich die Zucht ansehen. Fragen, wie die kleinen sozialisiert werden und auch betonen dass man wirklich Wert legt darauf. Vom vorherigen Züchter habe ich damals 2 mal ein Foto erhalten nach dem Besuch. Dass wars. Bei Romeo hab ich ständig eine kurze Nachricht erhalten: waren heute Autofahren etc, mit Bild dazu. Ich würde die Zucht zudem wieder in der Nähe auswählen, ein guter Züchter lässt einem auch mehrmals vorbeikommen. Wenn nur 1 Besuch erlaubt wird, würde ich dort heute keinen Welpen mehr kaufen. Natürlich geht man nicht täglich vorbei aber so 2 bis 4 Besuche sind schon so wertvoll.


    Betreffend Erziehung mache ich diesesmal vieles anders. UO und SD wird erst begonnen wenn der kleine eine gewisse Grundreife erreicht hat. Diesesmal konzentriere ich mich aufs Sozialisieren und vor allem: Nicht zu viel wollen, Zeit lassen und Konsequent sein wenn nötig. Bei Diamiro war ich regelrecht verbissen, ich hatte hohe Anforderungen an mich selbst. Diese habe ich nun weitestgehend abgelegt. Auch finde ichs SEHR wichtig, schon vorher einen guten Trainer zu suchen. Ich besuche ausserdem keine Welpenspielstunden mehr, weil ich damit negative Erfahrungen gemacht habe. Betreffend Futter konnte ich mir diesesmal auch schon vorher Gedanken machen.

  • Mir fällt gerade gar nichts ein was ich anders machen würde. :)

    Nach 3 Tierschutzhunden, vielen Jahren in einer OG und im Hundesport und vielen Jahren Recherche wegen einem DSH-Welpen fand ich den Hund der genau so ist wie ich ihn haben wollte. Alles passt, bis auf die Farbe und das Geschlecht. ;)


    LG Terrortöle

  • Na abgesehen von der Farbe und dem Geschlecht, hast du ja Glück gehabt. Musste grade Schmunzeln, Farbe und Geschlecht sind total Zweitrangig :P^^:)

  • Ich würde auch nix anders machen.

    Wobei wir auch noch nie Pech mit unseren Hunden gehabt haben.

    Alle waren lieb und verträglich mit anderen.


    OK, Dina hat leider HD. Als einzige von 5 Geschwister.

    Aber wir tun alles damit sie keine Probleme damit bekommt.

  • Ich würde nichts mehr wirklich anders machen, als beim letzten Hund.

    Ich weiß, was ich will und worauf ich wert lege, ich kenne die Blutlinien die mir gefallen bei meinen Rassen und da gibt es nichts dran zu rütteln.

    Das einzige, was ich sagen könnte, ist, dass ich mir in Zukunft nur noch Rüden ins Haus holen werde. Das war es dann aber auch schon.

  • Ich würde auch nix anders machen, wenn ich wieder einen adulten Hund nehmen würde.

    Für einem Welpenkauf habe ich hier super viel gelernt, in der kurzen Zeit wo ich hier bin aber das ein solcher bei mir einzieht, ist eher ausgeschlossen.

  • Ich habe bei A.J. im nachhinein gesehen viel falsch gemacht.


    Ich habe die Zuchtstätte übereilt ausgewählt. Heute würde ich dort keinen Hund mehr kaufen.

    Hätte ich mich mehr mit der Linie der Hunde dort auseinander gesetzt, hätte ich Ahnen können wo die Reise hingeht, aber auf der einen Seite: als Anfänger mit der Rasse hast du da kaum Chancen. Schäferhundeleute lernst du erst kennen wenn du selbst einen hast, und "insiderwissen" bekommst du auch erst mit, wenn du die Leute GUT kennst.


    In der Ausbildung habe ich mich viel zu sehr auf meinen damaligen Trainer verlassen.

    Man war niemals gewalttätig zum Hund, aber doch grober, als es hätte sein müssen.


    Und das wichtigste: ich mache mir selber keinen Zeitdruck mehr! Das war das schlimmste überhaupt bei A.J.. Immer dieser Stress, dass der Hund für sein Alter noch nicht weit genug ist, dass dieses und jenes nicht klappt, und immer der Blick zu den Sportkollegen links und rechts, was deren Hunde schon alles können. :thumbdown:



    A.J. ist jetzt bald 4, und im Sommer diesen Jahres habe ich mir noch einen Schäfi geholt, und alles anders gemacht, was ich mir vorgenommen hatte. Ich habe mir überlegt, was will ich überhaupt, dann die in Frage kommenden Zuchtlinien Nächte lang studiert, die Zuchtstätte über-sorgfältig ausgewählt.


    Ich habe auf Ero knapp 1,5 Jahre lang gewartet, aber es hat sich gelohnt, denn ich habe GENAU den Hund, den ich gewollt habe.


    Vom alten Trainer habe ich mich schon vor 2 Jahren getrennt, ich bilde Ero komplett alleine aus. Er ist offen, unheimlich motiviert, zuverlässig und schnell. Das Training fluppt einfach, im Vergleich zum Aufbau mit A.J. damals.


    Und es ist unglaublich befreiend, wenn man einfach total entspannt mit den Schultern zucken kann, wenn man sieht, dass die Wurfgeschwister schon dies und das können, und man das mit dem eigenen noch nichtmal begonnen hat. :D

    Die BH macht man mit frühestens 15 Monaten, was nutzt es mir, wenn der Hund mit 8 Monaten schon eine Freifolge ohne Futter oder Hilfen zeigt?

    u.U. rächt sich das schnelle Voranschreiten und Abkürzen im Aufbau dann später auf (großen) Prüfungen.


    Ich baue diesmal auf einen sauberen und stressfreien Aufbau, der dem Hund Zeit zu verstehen und Sicherheit in seinem Tun gibt. :)

  • Ruebchen,

    bei der Ausbildung bin ich voll bei dir. :thumbup:

    Als ich die erste OG gewechselt habe, in der viel Schutzdienst gemacht wurde, habe ich mir geschworen das ich so nie einen DSH ausbilden werde. In der zweiten OG gefielen mir die Methoden zwar besser, aber ein DSH wurde dort auch anders behandelt als andere Rassen. Ich habe damals Rae bekommen und nie am Training für die BH teilgenommen. Das habe ich unterwegs auf Spaziergängen geübt und nur wenn wir beide Lust dazu hatten. Spaß stand im Vordergrund. Die BH habe ich mit ihr gemacht als sie 17 Monate alt war. Das haben die anderen Mitglieder nicht hin bekommen.

    Als ich dann in die jetzige OG kam war Rae 4 Jahre alt und man beobachtete genau wie ich mit dem Hund agiere. Ich bekam viele Tipps, die ich aber irgendwie nicht so annehmen konnte. Wir haben dort mit Rally Obedience angefangen, aber nicht so ernsthaft wie die anderen. Eine Prüfung war eigentlich nie mein Ziel. Trotzdem haben wir auf der Ortsgruppenprüfung mitgemacht und mit voller Punktzahl gewonnen. :)

    Mittlerweile haben dort viele eingesehen das Ausbildung auch anders geht und akzeptieren das ich mein Ding mache, nie laut werde, nie dem Hund die Schuld gebe wenn es nicht klappt und nie Druck mache und es läuft.

    Ich glaube mein DSH ist der einzige dort der ohne Probleme mit allen anderen Hunde spazieren gehen kann, der Welpen zwar zurechtweist, aber nie verletzt und der nicht in einer Box geparkt werden muss zum entspannen. Rae liegt neben mir wenn wir draußen am Platz sitzen und ist auch tiefenentspannt wenn die anderen trainieren.

    Ansonsten ist sie mein ständiger Begleiter, egal wo es hingeht.


    LG Terrortöle

  • Meinen ersten DSH bekam ich vor 35 Jahren. Wenn ich daran denke, was da in den Ortsgruppen, egal ob SV oder GH(Gebrauchshunde) los war, muss ich meinen Cliff im Regenbogenland noch 1000x um Verzeihung bitten. Sorry mein Bester, ich wusste es nicht anders und war zu gutgläubig. Nach der ersten Prüfung mit der besten Punktezahl des Vereins war dann Schluss, ab da hatte Cliff ein gutes und glückliches Leben inmitten der Familie.

    Ändern würde ich stand heute jede Menge, ich lerne nie aus und jeder Hund hat sein eigenes Wesen und einen anderen Charakter, auf den man sich eben einlassen „muss“. Deshalb bleibt es immer spannend, wenn ein neuer Welpe hier einzieht.


    Auch bei Boss würde ich einiges anders machen. Er war so hibbelig, hatte Hummeln im Popo, das kannte ich von meinen anderen DSH oder den Weißen nicht. Andererseits ist er auch der Kreativste, er begreift sehr schnell und will immer alles richtig gut machen. Und sein „will to do“ hört nie auf. Dazu kennt er keinerlei Schmerzen, egal ob er welche hat oder nicht. Darauf muss ich immer achten, auf seine kleinen „Ticks“, die er dann zeigt. Musste ich auch erst lernen.

  • Ich habe irgendwie den Zahn der Zeit übersehen, sprich irgendwie so das frühere Vertrauen gehabt, dass beim DSH Kauf alles wieder so gut laufen würde, wie früher.

    Heute gibt es sehr viele Möglichkeiten und die sind zum Muss geworden, vor dem Kauf den Züchter und seine Hunde zu checken. Heute würde ich genau, aber wirklich ganz genau den Züchter, die Zuchtstätte (wie und wo leben die Hunde, drinnen und/oder draußen) und die Mutterhündin ansehen, die ganze Verwandtschaft von der Mutter und vom Vater des Kleinen rauf und runter checken, was durch Working Dog usw.. und den wertvollen Tipps unserer hervorragenden Züchter bei uns hier im Forum gut möglich ist.

    Ich würde auch kein Halsband mehr verwenden, sondern wie @Dimi27 27 mit Brustgeschirr anfangen. Es ist humaner und es sind absolut weiche Hilfestellungen für beide, Hund wie Halter. Dann glaube ich, würde ich keinen zweiten Hund mehr dazu haben wollen. Die Fixierung auf den zweiten Hund ist vom Welpen sehr stark geprägt. Auf der einen Seite echt erleichternd, weil wenn man noch in die Arbeit geht, dann ist nie einer allein. Die Sauberkeitserziehung geht auch ganz schnell, weil der kleine das von dem erwachsenen schnell lernt. Es gibt in dieser Richtung viele Pluspunkte und trotzdem ist es so, dass die Bindung zum anderen Hund wesentlich stärker ist, als wie die zum Menschen.

    Darüber bin ich mir aber noch nicht sicher, denn wenn unsere zwischenzeitlich 16 jährige Nelli, die zwar robust und gesund ist, einmal gehen wird, dann wird auch die Tragik sehr groß werden. So dass wir vielleicht schnell wieder einen zweiten haben werden müssen. Ob es dann ein zweiter Schäfer wird, wissen wir noch nicht. Ist doch dann die Aktion mit zwei DSH recht groß und da steckt viel Arbeit dahinter. Aber hätte ich heute nochmal die Wahl, ob einer oder zwei, würde ich einen nehmen.

    Ansonsten wüsste ich momentan nicht, was ich anders machen würde. Ich habe tatsächlich daran Gefallen gefunden, ohne Ortsgruppe mit Sam zu arbeiten. Klar, mit Trainerin macht es definitiv noch mehr Spaß, aber die haben wir ja. Leider fehlt es allerdings an Begegnungsübungen die man nur in einer Ortsgruppe haben kann, somit würde ich das doch wieder in Erwägung ziehen und mehr Hundekontakt würde ich mir mit anderen gleichgroßen Hunden wünschen, aber das ist auch nicht immer so einfach, den richtigen zu finden. Heute nicht und später auch nicht.

  • Also die Zeit in der wir die beiden Hunde noch hatten war sicher die beste für uns. Die Vorteile von zwei Hunden für uns haben klar überwogen. Und auch die Harmonie. Es war einfach schön mit den beiden.


    Und ich würde sagen die Bindung der beiden Hunde war zu uns größer als untereinander. Vielleicht im ersten Jahr noch nicht aber später war das so. Sie brauchten beide vor allem uns. Wir haben es gemerkt. Wenn wir mal nicht da waren dann waren sie sehr unsicher und haben nach uns gerufen (die Nachbarn haben es uns manchmal gesagt, wie sie dann doch gebellt hatten). Auch beim Wandern hat man es gut gesehen. Sie haben immer darauf geachtet, dass sie in der Nähe von uns waren, dass wir ihnen nicht abhanden kommen.