Pubertät? Oder doch ein Problem?

  • Waren eure 11 Monate alten Hunde nie wild, verspielt und manchmal durch im Kopf?


    Natürlich waren sie das und das sollen sie auch gern.


    Aber dennoch gibt es Situationen in denen man das direkt von Anfang an im Keim ersticken sollte.


    Das Kneifen in "Personen" gehört definitiv dazu.


    Tatsächlich begreifen auch die allerjüngsten Welpen schon zuverlässig, wenn man von Anfang an resolut ein Tabu setzt ... allerdings ist es da mit Schimpfen zumeist nicht getan ... man muss sich dann schon durchringen den Hund auch einmal etwas robuster anzupacken.


    Wenn man sich dazu nicht durchringen kann dann bleibt nur eine Trennung Hund / Kind als sichere Lösung übrig.


    Allerdings muss ich auch eine Lanze für den Hund brechen: nicht nur der braucht Regeln, sondern das Kind, das Umgang mit ihm hat genauso.


    Meine hat beispielsweise von Anfang an gelernt, dass die Hunde nicht verfolgt, festgehalten, gehauen, gekniffen etc. werden, dass der Ruheplatz der Hunde im Schlafzimmer unter "Todesstrafe" tabu ist, den Hunden nie etwas selbstständig weggenommen wird was sie in der Schnauze haben etc.


    Damit Kind und Hund gut und sicher zusammen funktionieren braucht es da teilweise viel Management.


    Das setzt aber natürlich voraus, dass auch jeder Beteiligte diesen Weg mitgeht.


  • Aber nur weil Shiva zu ihr hinsieht wenn sie herum albert gleich davon ausgehen er fällt über sie her finde ich übertrieben.

    Und ich finde es bei einem Jungen DSH nicht ungewöhnlich. Schauen, stauen, freisetzen. Der zieht halt ggf. Trieb beim schauen. Er zeigt ja durchaus an dass sie ihn triggert und er da einschränken möchte, das zupacken ist die Belohnung der Kette. Macht keinen bösen Hund draus, aber muss man eben abwägen wie sinnvoll es ist da was dran machen zu wollen oder ob vermeiden nicht der sichere Weg ist. Wenn man sowas mit Kindern macht muss man einfach wirklich sicher gehen dass es niemals zum packen kommt. Nie. Dann kann man trainieren, aber es ist einfach das Kind im Brunnen und die Eltern doch völlig verständlich nun ängstlich dass du es halt nicht einschätzen kannst und keiner zu Schaden kommt

    Danke für deine ausführliche Erklärung, wir werden in die Vermeidung gehen. Also die beiden dann wirklich trennen. Wenn wir jedoch am Gartentisch zusammen sitzen und grillen oder malen,… werde ich Shiva schon im Garten lassen. Ich wusste nicht das Emma Shiva triggert bis es passiert ist. Beim spazieren gehen sind im Kinder egal auch wenn diese mit Roller oder Skateschuhen an uns vorbei rollen… Auch wenn wir an Spielplätzen vorbei laufen, er schaut kurz geht dann aber ohne Kommentar dran vorbei. Wenn Emma bei mir war also im Haus war auch nie irgendwas auffälliges, nur im Garten seit kurzem. Als soviel Schnee lag haben wir gemeinsam Schneemänner gebaut und Schneebälle geworfen, Shiva war auch dabei aber kein Vorfall dergleichen… Aber wie gesagt aufpassen muss man immer und ich nehme sowas bestimmt nicht auf die leichte Schulter im Gegenteil. Jetzt wo ich das mit dem anschauen auch weiß bin ich schon wieder etwas schlauer, danke dir. :)

  • Ja davon kann ich ein Lied singen. Bis ich wirklich mal hart auf den Tisch hauen konnte verstrichen leider wertvolle Monate und es hat mir viel abverlangt aber es hat tatsächlich funktioniert. Ich hatte immer die Angst wenn ich zu robust korregiere zerstört es unsere „wertvolle“ Bindung. Käsekuchen im Gegenteil.. :) Es war für ihn klarer somit verständlicher als so manches verbales Donnerwetter..

    Emma kennt die Regeln und befolgt sie auch. Sie würde so gern mit ihm spielen und sagt es auch gefühlt 123x am Tag aber sie akzeptiert dass es zurzeit einfach nicht möglich ist. Das was noch nicht so klappt, sie starrt Shiva ständig an, egal was er macht sie fixiert ihn regelrecht, ihrer Aussage nach weil er so süß ist. Da muss ich sie des öfteren erinnern das wir Hunde egal ob Shiva oder andere nicht anstarren..

  • Liebe Julia

    Du schreibst, du wusstest nicht, dass Emma deinen Hund triggert, bis es passiert ist.

    Und genau da liegt das Problem. Dir fehlt die Erfahrung, Vorzeichen zu erkennen, Zusammenhänge, etwa mit der Ressourcenverteidigung, zu sehen und dir ist nicht bewusst, wie schnell eine an sich harmlose Situation ins Gefährliche kippen kann.

    Das ist kein Vorwurf, weil, wer es nie erlebt hat, dem fehlt die Vorstellungskraft.

    Ein richtig erfahrener Hundehalter wird, erst recht bei gewissen Rassen, eine Ressourcenverteidigung nie zulassen. Weil eben das eine gern zum anderen führt und so bereits der Weg für schwerere Konflikte auch andernorts anbahnen.

    Das Schnappen nach dem Kind ist im Prinzip eine Folge davon.

    Ein zweimaliges Schnappen zeigt, dass er dich nicht ernst nimmt.

    Das ist jetzt beides nichts, was normalen Hundehaltern nicht auch passiert. Aber es ist ein klares Signal, dass in diesem Fall Hund und Kind strikt getrennt gehören, alles andere ist grob fahrlässig und unverantwortlich.

    Ein kleines Kind hat das Gesicht in der Höhe der Hundeschnauze. Stell dir vor, das Kind bückt sich nach einem Kleeblatt und der Hund denkt, es ist ein Hundekuchen...

    Ein Hund wird im übrigen kein Kinderfeind, weil er da Abstand nehmen muss. Meiner musste von Anfang an strikte Abstand nehmen, einfach, weil die meisten Eltern und Kinder tendenziell Angst haben vor ihm. Dafür wird mir sehr oft gedankt.

    Meiner ist aber so kindersicher, wie ein Hund nur sein kann.

    Das sind aber andere Umstände, anderer Hund und hier auch nicht das Thema.

  • Die Antwort ist Triebstau, völlig logisch dass der Hund so reagiert. Mit Böse hat das wenig zu tun, es ist einfach Triebstau.

    Ist die Triebstau Theorie nicht völlig überholt? Ich meine dazu in einigen Vorträgen was gehört zu haben, und zwar nicht von den Petras die gegen Beißsport sind, sondern aus kynologischer Sicht.


    Zum eigentlichen Thema: Schnappen bei Dynamik ist höchstwahrscheinlich eine Korrektur von Shiva. Daran ist nichts böses, das ist absolut Schäferhundtypisch, soweit so gut. Aber: Der Hund darf absolut keine Chance haben, die Kinder zu korrigieren/hüten/maßregeln oder was auch immer. Sondern muss stattdessen lernen, dass die Kinder nicht sein Job sind, insofern hast du schon Recht, dass er den Umgang mit den Kindern lernen muss, nur nicht indem er mit ihnen läuft sondern indem er lernt: Kind = nicht mein Job, hab ich nichts mit zu tun, muss ich ignorieren. Und ja, da wäre ich auch schon bei zu aufmerksamen Blicken dabei, dem Hund mitzuteilen, dass schon das zu viel ist. Sobald beide Ohren auf die Kinder gerichtet sind mit einer gewissen Aufmerksamkeit, schau mal, wie schnell und wie entspannt er den Blick abwendet wenn du ihn ansprichst. Es sind ursprünglich halt Hütehunde und die reagieren auf Bewegung wund wollen diese kontrollieren und das endet für Kinder leider sehr oft sehr, sehr schlimm - auch wenn die Hunde nicht böse sind oder beschädigen wollen, aber so ne Achillessehne ist schnell durch wenn das Schaf sich nicht so hüten lässt wie es soll.

    Um mal die Geschichte vom bösen Schäferhund da raus zu nehmen für dich: Der Hund meint, er müsste das tun und das wär sein Job und er tut das weil irgendwo da drin verankert ist, dass du das von ihm willst. Daran ist nichts böse, das ist ansich supercool, und trotzdem gibt es so einige durchgebissene Sehnen bei Kindern ;) Das ist einfach die Kombi aus der Rasseveranlagung und dem dynamischen Bewegungen von Kindern, ziemlicher Klassiker. Bei manchen passierts, bei manchen nicht. Steckste nicht drin, ist auch egal, aber Freilauf in Anwesenheit von Kindern gäbe es bei mir nur ab einem gewissen Alter und ggf mit Maulkorb, und d Training sähe so aus, dass der Hund solange nicht mit den Kindern läuft, bis es ihm wurscht ist, was vielleicht nie der Fall sein wird.


    Mein Border "darf" keine Zoomies haben laut meinem Schäferhund. Der liebt den Border, aber Zoomies darf er eben nicht. So. Ich leg aber wert darauf dass der Border sich Stress weglaufen darf, sprich der Schäfer bleibt bei mir wenn der Border meint rennen zu müssen. Und die Leine draußen stört doch dich viel mehr als den Hund, er soll doch eh lernen entspannt bei euch zu liegen wenn ihr mehrere Stunden im Garten seid, ob da jetzt ne Leine dran ist oder nicht ist doch völlig egal. Stell dir doch einen schweren Betonfuß von einem Sonnenschirm hin und mach ihn da dran. Im Idealfall ist das kein Unterschied zu einer Ablage des Hundes.

  • Ja hat er aber was hat das eine mit dem anderen zu tun?

    Das hat insofern damit zu tun, dass mit jedem Problemchen was bei euch auftaucht, mit jedem Post, jeder hilflosen und unsicheren Nachfrage deinerseits deutlicher wird, dass ihr nicht in der Lage seid einen Hund zu lesen/deuten, das unerwünschte Verhalten sicher zu managen oder gar nachhaltig zu korrigieren.


    Es tut mir leid, ich will nicht blöd oder schlau daher reden, aber jeder der Ahnung hat und diesen Post von Anfang bis Ende liest kriegt Gänsehaut, ihr seid ne' Tickende Zeitbombe.


    Die Relativierungen ("kurz hat er dies gemacht und kurz war er da nochmal blöd, ABER...") Machens noch schlimmer, weil 1. Bekommt man das Gefühl ihr findet dass ja alles soweit gut ist, und 2. zeigt es, dass ihr recht einfache Probleme über mehrere Monate hinweg nicht abstellen könnt.

  • Ich habe den Faden von Anfang an gelesen und kann den Vorrednern nur zustimmen. Bei kleinen Kindern gehört ein Hund solchen Kalibers gesichert. Leine an Bodenanker oder Schirmständer ist da einfach eine pragmatische Lösung. Der Hund wird euch das nicht übel nehmen. Für alle Beteiligten wird es aber entspannter, zeugt einfach von Verantwortungsbewusstsein. Wir haben in der Familie 2 Hunde. In Anwesenheit des Enkelkleinkindes kam ein Hund in die Box und einer bekam einen Maulkorb. Und beide Hunde haben noch nie auch nur im Ansatz gezeigt, zu schnappen o.ä..

  • Ist die Triebstau Theorie nicht völlig überholt?

    Triebstau, Frust, Stress weggrennen wie bei deinem Border.... sind doch irgendwie alles normale Reaktionen eines aktiven Hundes um sich abzureagieren, mein Schnauzermix buddelte bei soetwas... Und als Mensch musste das halt richtig händeln wie sich der Hund abreagieren kann.

    Ist beim Menschen doch ähnlich, nach einem stressigen Tag im Büro geht der eine erst mal ins Fitnessstudio oder ne Runde joggen. Gibt zwar auch welche die Fressattacken bekommen oder sich erst mal ein paar Bierchen genehmigen :rolleyes:

  • Hallo, danke dir für deine ausführliche, freundliche Antwort :)

    Ich dachte auch als erstes an Raumverwaltung/ Maßregelung der Kleinen. Geht natürlich auch nicht. Und ja mit der Leine hast du Recht da hab ich seinen möglichen Gedankengang zu menschlich betrachtet. Werden wir so und teils räumlicher Trennung bei viel Trubel daran arbeiten :) danke.

  • Triebstau, Frust, Stress weggrennen wie bei deinem Border.... sind doch irgendwie alles normale Reaktionen eines aktiven Hundes um sich abzureagieren, mein Schnauzermix buddelte bei soetwas... Und als Mensch musste das halt richtig händeln wie sich der Hund abreagieren kann.

    Okay, dann hab ich diese Triebstau Geschichte falsch eingeordnet. Es gab ja mal die Theorie, dass ein Hund seine Triebe ausleben muss, weil sie sich sonst gesteigert entladen - das was mein Border macht, ist Cortisolabbau auf eine nicht destruktive Weise. Hätte ich einfach als Stressabbau bezeichnet, nicht als Triebstau - Triebstau würde für mich bedeuten, der Border MUSS Schafe hüten und wenn ich ihm das verwehre, wird der irgendwann hütetechnisch explodieren, oder der Schäferhund MUSS beißen, weil er sonst in einem unpassendem Moment völlig übersteigert eskaliert und in alles reinbeißt. Hat man ja auch eine zeitlang geglaubt.

  • Julia das Baumann Video kann ich übrigens wirklich empfehlen. Hab da grad reingeschaut und genau die Spirale, die er dort beschreibt, beobachte ich täglich von Hundemenschen draußen. Hund hängt pöbelnd in der Leine und Mensch steht dahinter und ruft halbherzig "Schluss!", Hund pöbelt weiter und das wars. Und die Leute verstehen nicht, warum das Problem sich einfach nicht in Luft auflöst.

  • Erstmal danke dir für deine Antwort, ich gebe dir nur teils recht. Manche anfänglichen Meinungsanfragen waren unsicher da bin ich auch ganz ehrlich. Ich habe viele Sachen einfach nicht erwartet und somit auch nicht kommen sehen. Wie schon erwähnt ist Shiva nicht mein erster Hund, solche „Probleme“ sind mir trotzdem neu hatte ich vorher nicht. Und tickende Zeitbombe würde ich nicht sagen, im Endeffekt haben wir bis jetzt alles so hinbekommen wie es sein soll. Er zwickt nicht mehr bei Korrekturen, er kommt gut zu Ruhe und die Futteraggression ist besser geworden bei uns. Bei Fremden noch vorhanden. Klar verstehe ich warum du und andere das so sehen, ich frage hier nur um Meinungen bei „Problemen“, was alles hervorragend läuft teile ich hier selten. Er ist Leinenführig, kein Problem beim TA, pöbelt keine anderen Hunde an, Fahrräder, Jogger,.. interessieren ihn null, der Rückruf sitzt,… Ihr schreibt von „erfahrenen HH“, woher kommt diese Erfahrung wenn man nicht in gewisse Situationen kommt und in diesen Situationen dann arbeitet. Versteh mich nicht falsch aber wenn ein Hund manches Verhalten nicht zeigt wie Futterverteidigung sammelt man dahingehend keine Erfahrungen. Man sagt dann meiner dürfte das nicht/ zeigt das nicht - ja mein voriger Hund auch nicht, Glück gehabt. Man kann sich dahingehend trotzdem informieren (Bücher, Videos,..) es ist trotzdem ein Unterschied zwischen Theorie und Praxis. Wenn jemand keine Kinder im Haushalt hat oder der Hund schon älter ist wird er gewisses Verhalten auch nicht auslösen. Im Endeffekt investiere ich viel Zeit und Geld damit alles in die richtigen Bahnen geht. Und ich bin ja hier wohl nicht die einzige die das ein oder andere Problem schildert, verstehe nicht warum ich immer als unfähig und verantwortungslos hingestellt werde wenn ich doch offensichtlich an bestimmten Verhalten arbeite und es keineswegs gut rede sonst würde ich hier ja nicht um Meinungen fragen und würds einfach laufen lassen wie es ist. Und nur am Rande den Post „ich bräuchte einen Beißvorfall der voral geht“ zu liken sagt schon viel über deinen Charakter aus. Finde ich nicht in Ordnung aber gut.

  • Julia das Baumann Video kann ich übrigens wirklich empfehlen. Hab da grad reingeschaut und genau die Spirale, die er dort beschreibt, beobachte ich täglich von Hundemenschen draußen. Hund hängt pöbelnd in der Leine und Mensch steht dahinter und ruft halbherzig "Schluss!", Hund pöbelt weiter und das wars. Und die Leute verstehen nicht, warum das Problem sich einfach nicht in Luft auflöst.

    Danke, werde ich mir ansehen :)