Grüße aus dem Norden!

  • Guten Tag,


    ich bin Studentin und wohne zur Zeit mit meinem Freund in Hamburg. Da es in absehbarer Zeit ins eigene Haus, zurück aufs Land, geht, können wir uns endlich den Traum vom eigenen Hund erfüllen. Da ich mich bei der Suche nach der passenden Rasse ein wenig in den DSH verliebt habe, würde ich mich hier gerne gezielt über die Rasse informieren und austauschen :)


    Viele Grüße!

  • Herzlich willkommen und viel Spaß hier im Forum. Du solltest wissen dass es beim DSH verschiedene Zuchtrichtungen gibt. Die Rasse hat sich züchterisch aufgespalten in die sog Hochzuchtlinien ( = Typ "Kommissar Rex") und in die Leistungslinie (diese Hunde sind i.d.R. kleiner/leichter als die Hunde aus Hochzuchtlinien, und bei ihnen findet man neben Schwarz-Braun bzw. Schwarz-Gelb oft noch die Farbschläge Grau(gewolkt) und Lackschwarz; in den Hochzuchtlinien findet man Grau kaum noch und Schwarz gar nicht mehr). Vom Gebäude her unterscheiden sich die Hunde aus Leistungslinien dann noch durch ihre weniger starke Hinterhandwinkelung von den Hochtzuchtlinien, und oft sind sie "trockener" im Gebäude (Pferdeleute wissen was ich damit meine). Wesensmäßig gibt es natürlich auch Unterschiede.


    Wenn Du Dich für den DSH interessierst, dann solltest Du vorab genau wissen welchen Typ Du favorisierst. Und auch was Du mit Deinem zukünftigen Vierbeiner machen möchtest. Von daher ist es ganz gut dass Du Dich bereits jetzt schon mt der Rasse beschäftigst, längere Zeit bevor Du Dir einen Welpen holen möchtest. Dann bleibt Dir Zeit Dich mit den Vor- und Nachteilen (die jeweils auch mit dem Verwendungszweck zu tun haben, für den man einen Welpen erwirbt) der einzelnen Zuchtrichtungen auseinander zu setzen und ggf. verschiedene Hunde aus beiden Zuchtpopulationen vorher in natura kennen zu lernen.

  • Vielen Dank :)


    Bislang weiß ich leider nicht so viel über den Schäferhund. Ich habe das Buch "Deutscher Schäferhund" von Laukner gelesen und das ein oder andere Halbwissen aus dem Netz aufgeschnappt. Unsere Hundeerfahrung beschränkt sich bei mir auf einen Pflegehündin, welche ich im Teenageralter gesittet und beschäftigt habe (Harzer Fuchs x Australian Shepherd) und die gut erzogenen Briards aus der Familie meines Freundes (wir sind viel dort und gehen auch mit auf den Hundeplatz um schonmal das "Feeling" zu bekommen). Wir sind also ehr Anfänger in punkto Hundehaltung, aber mit Unterstützung seitens der Familie, welche fast um die Ecke wohnt.


    Ich bin sehr ambitioniert und wünsche mir nicht bloß einen Familienhund - familientauglich sollte er natürlich schon sein, aber in erster Linie möchte ich mit dem Hund sportlich aktiv sein. Das Interesse für Unterordnung, Fährte, Schutzhundesport, Trickdogging, Longieren, Clickern und gemeinsamer Ausdauersport wie Joggen, Radfahren, etc. ist da - natürlich will ich nicht alles machen, aber das sind die Sportarten, welche mich erstmal interessieren.

    Mein Wunsch ist ein Hund, der Lust hat zu arbeiten und so richtig dabei aufgeht. Das Wesen ist mir sehr wichtig, ich möchte einen nervenfesten, konzentrierten und selbstsicheren Hund. Optisch "funktional" und wetterfest.


    Optisch gefällt mir die Leistungszucht, die Showzucht ist mir zu massig und zu perfekt gezeichnet. Am liebsten hätte ich eine Hündin. Farbe egal, Stockhaar wäre schön. Ich mag, wie du so schön sagst, das "trockenere" Gebäude. Aber ich vermute, dass wir als Anfänger mit einer Showzucht besser beraten wäre - wenn die Rasse überhaupt zu empfehlen ist. Letztendlich geht die Vernunft vor. Es soll ja keines Falls in einer Katastrophe enden.


    Leider kenne ich keinen einzigen DSH und schon gar keinen aus Leistungszucht. Nur holländische Schäferhunde in Langhaar. Wir wollen uns natürlich nicht übernehmen, aber andererseits wäre ich auch mit einem Hund, welchem ich zu wenig abverlangen kann, unglücklich. Schwierig ?(


    Ich wäre übrigens die Hauptbezugsperson, mein Freund würde auch viel spazieren gehen, mit erziehen und daheim üben, aber das sportliche Interesse im Verein kommt nur von mir.


    Wir haben uns bereits Gedanken gemacht, mit welchen Eigenschaften wir leben könnten. Es muss kein Hundewiesen-Hund werden. Die Hunde in der Familie und auf dem Hundeplatz sollten ok sein (man ließt ständig im Netz, das DSH quasi prinzipiell unverträglich werden?). Mit einer liebevoll-konsequenten, geduldigen Erziehung haben wir kein Problem (keine Gewalt) - kennen wir so von den Briards. Auch Wach- oder Schutztrieb, sowie Bellen und Anschlagen ist ok. Jagdtrieb wäre auch in Ordnung, sofern durch Gehorsam händelbar.


    Einen eigenen Hund wollte ich schon immer haben. Leider passte es nie, aber jetzt wo die Planung bald möglich wäre, darf ich mich endlich "ernsthaft" informieren. Ich lese viel, momentan zum Beispiel "Ausdrucksverhalten beim Hund". Gehe in der Familie mit auf Hundeplatz und lasse mit viel zeigen und erklären.


    Wir sind übrigens Mitte und Ende Zwanzig. Unser Haus ist am Rand eines kleinen Dorfes - man trifft sehr selten andere Hundehalter. Beruflich und Familiär ist alles "hundetauglich" geregelt bis dahin.


    Das ist jetzt leider ein bisschen viel Text geworden und ich weiß, dass ich grade ein wenig "überplant" mit vielen, hohen Erwartungen, aber keinerlei Erfahrung bin. Letztendlich möchte ich natürlich nur, dass der Hund sich wohl fühlt und wirklich in unser Leben passen würde. Und beim DSH fühle ich mich durch die ganzen Zuchtlinien zustätzlich noch mehr erschlagen - bin aber auch unheimlich begeistert.


    Viele Grüße :)

  • Also (bin natürlich befangen, weil mit DSH aufgewachsen und es für mich keine andere Rasse gibt) kann nur sagen, der DSH ist echt ein Allrounder.

    Unsere Hunde waren immer mit anderen verträglich, ok sie hatten natürlich auch den ein oder anderen Hund den sie nicht mochten.

    Aber das waren dann die Kanidaten mit denen auch andere Hunde nicht zurecht kamen, z.B. der Dackel der alle anderen Hunde anging.

    Wir hatten sowohl Hochzucht , als auch jetzt Leistungszucht Hunde.

    Kann nur sagen Power hatten alle, wobei die Hochzucht etwas ruhiger war.

    Sie alle haben immer gut gewacht (ihnen entgeht nix), waren/sind aber gleichzeitig totale Schmusetiere.

  • In meinem Leben als Kind gab es immer den einen oder anderen Hund. Später dann zwei Mal kurz einen Schäferhund und einen Mischling. Da die Situation aber eigentlich noch nicht reif für einen eigenen Hund war,hat jedes Mal die Vernunft gesiegt, und der Hund wurde schnell in gute Hände weitergegeben. Vor drei Jahren haben wir dann unseren Harras bekommen. Wenn du Lust hast, kannst du ja “Harras, vom Welpen zum Junghund“ mal lesen. Wir haben uns vorher auch einige Gedanken gemacht. Aber dennoch muss ich sagen, sind wir dann doch zum Schäferhund gekommen wie die Jungfrau zum Kind ;).

    Dennoch bereue ich nicht, dass wir einen Schäferhund haben.

  • Bei Deinem Anforderungsprofil würdest Du mit einem durchschnittlichen Hochzucht-Hund vermutlich nicht glücklich werden. Und einen Hund aus Leistungslinien zu halten ist kein Hexenwerk. Natürlich gibt es auch innerhalb letzterer Linien unterschiedliche Tendenzen, und manch eine Verpaarung würde ich eher einem erfahrenen Diensthundeführer empfehlen als einem Neuling auf diesem Gebiet. Aber in sehr vielen Leistungslinien findet man ausgeglichene Vertreter mit "satten", beutebezogenen Triebveranlagungen, und gerade Hündinnen aus diesen Linien stellen einen nicht vor schwerwiegende Haltungsprobleme.


    Es ist keineswegs so dass Hochzuchthunde mit ihrem teilweise mäßigerem Beutetrieb immer die einfacheren Haus-/Familienhunde sind. Ein ausgeglichener Familien-/Begleithund braucht auch gute Nerven, und die fehlen den Hunden in der Hochzucht nicht selten. So ein Hund ist dann zwar anders, aber halt auch schwierig im täglichn Umgang, im Vergleich mit einem Hund aus Leistungslinien, der vielleicht überdreht ist. Ich kenne viele Hunde aus Leistungslinien, die ausschließlich als Familien-/Begleithunde gehalten werden, und mit denen auch Hundeanfänger glücklich geworden sind. Man darf halt nicht aus jeder x-beliebigen Verpaarung kaufen, und man muss sich auch etwas auf die Empfehlungen es jeweiligen Züchters verlassen können, der am besten weiß welcher Welpe im Wurf zu welchem Welpenkäufer am besten paßt.


    Das beste wäre wenn Du Dir einfach mal möglichst viele DSHs anschauen würdest. Eine Möglichkeit dafür wäre es wenn Du mal eine Wesensbeurteilung besuchen würdest, die inzwischen alle Hunde, die im SV in die Zucht gehen, absolvieren müssen. Im Optimalfall im Alter zwischen 9 bis 13 Monaten. Dort findest Du Vertreter beider Zuchtrichtungen, bei denen das Grundwesen beurteilt/beschrieben wird. Die finden inzwischen in jeder Landesgruppe mehrmals im Jahr statt. In der Landesgruppe 1 (Hamburg/Schleswig-Holstein) in diesem Jahr an folgenden Terminen:

    01./02. Juni: Ortsgruppe Heikendorf

    03./04. August: Ortsgruppe Kiel

    05./06. Oktober: Ortsgruppe Bardowick

    07./08. Dezember: Ortsgruppe Ammersbek


    Ansonsten sieht man auf den Körungen Hunde beider Zuchtrichtungen, und die Termine liegen dieses Jahr in der Landesgruppe 1 wie folgt:

    04. Mai: Ortsgruppe Bordesholm

    15. Juni: Ortsgruppe Norderstedt

    03. August: Ortsgruppe Bardowick

    28. September: Ortsgruppe Heikendorf

    23. November: Ortsgruppe Schleswig


    Meiner Meinung nach kann man aber mehr Informationen aus den Wesensbeurteilungen erhalten, wenn man sich erst einmal über die Rasse informieren möchte, und mit allen möglichen Schäferhundleuten ins Gespräch kommen (da trifft sich halt alles, "Schau-Leute", "Leistungs-Leute" und teilweise auch Leute aus dem Rettungshundewesen und Agility/Obedience).

  • Hallo und herzlich willkommen auch von uns:*. Wieder mal kann ich Waschbär nur beipflichten und ziehe mal wieder meinen Hut davor, daß sie es immer wieder schafft, alles so klar verständlich zu vertexten!

    Ich kann ihren Post nur unterschreiben. Ich hatte immer Hochzuchthunde, kenne die Leistungszucht aber von 2 Freundinnen von mir, die immer nur LZ hatten. Da wir sehr oft gemeinsam mit den Hunden unterwegs sind, kann man sehr gut die Gemeinsamkeiten sowie die Unterschiede feststellen. Da hat waschbär völlig recht, ich hätte es nicht besser ausdrücken können.

  • Ein Herzlich willkommen auch von mir !


    Ich finde es super das Du dich vorher informierst :thumbup:

    Wobei ich schon sagen muss, dass sich dein "Wunschtext" schon sehr ambitioniert liest für einen Ersthund. Kann ich aber gut nachvollziehen, ging mir bei meinem ersten Hund auch so. Kam aber dann anders als gedacht - glücklich war ich aber trotzdem mit ihm :love:.


    Folgende Dinge in Deinem Text sind mir aufgefallen.

    Wir sind also ehr Anfänger in punkto Hundehaltung, aber mit Unterstützung seitens der Familie, welche fast um die Ecke wohnt.


    Ich bin sehr ambitioniert und wünsche mir nicht bloß einen Familienhund - familientauglich sollte er natürlich schon sein, aber in erster Linie möchte ich mit dem Hund sportlich aktiv sein.

    ..

    In erster Linie sollte er familientauglich und gesund sein und dann sollte man an Hundesport denken. Ja natürlich macht man sich Gedanken darüber was man mit dem Hund mal machen will, aber bis dahin vergeht erstmal ein Jahr und man ist mit Erziehung usw. beschäftigt. Unterschätze daher die anderen Faktoren fernab der Eignung zum Hundesport nicht.


    Wir wollen uns natürlich nicht übernehmen, aber andererseits wäre ich auch mit einem Hund, welchem ich zu wenig abverlangen kann, unglücklich.

    Naja, das dürfte mit einem Schäfi kaum passieren. Ich kenne keinen einzigen der nicht in irgendeiner Form "arbeitswillig" ist. Kein Vergleich zu anderen Rassen die ich schon schlurfend und nur guckend in der Huschu/Verein gesehen habe. Ich denk den meisten hier wird auch noch keiner untergekommen sein.

    Trotzdem bleibt es ein Tier welches Grenzen hat, man sollte also darauf achten nicht zu viele Erwartungen in dieses Tier zu stecken.


    Leider kenne ich keinen einzigen DSH und schon gar keinen aus Leistungszucht. Nur holländische Schäferhunde in Langhaar.

    Ich schliesse mich Waschbär an, geh irgendwohin wo Du Schäfis kennenlernen kannst. Es ist ein himmelweiter Unterschied ein Buch zu lesen oder verschiedene Charaktere einer Rasse kennenzulernen und das was im Buch steht selbst zu erleben. (ich spreche aus eigener Erfahrung)

    Vll. suchst Du einen Verein in Deiner Nähe auf und schaust ob da Schäfis sind und dann sprich mit denen und beobachte die Hunde.

    In solchen Büchern steht gern das gewünschte Idealbild. Was das konkret bedeutet und in welcher Intensität die Eigenschaft ausgeprägt ist, merkt man aber erst wenn man es selbst erlebt.


    Wir haben uns bereits Gedanken gemacht, mit welchen Eigenschaften wir leben könnten. Es muss kein Hundewiesen-Hund werden. Die Hunde in der Familie und auf dem Hundeplatz sollten ok sein (man ließt ständig im Netz, das DSH quasi prinzipiell unverträglich werden?). Mit einer liebevoll-konsequenten, geduldigen Erziehung haben wir kein Problem (keine Gewalt) - kennen wir so von den Briards. Auch Wach- oder Schutztrieb, sowie Bellen und Anschlagen ist ok. Jagdtrieb wäre auch in Ordnung, sofern durch Gehorsam händelbar.


    Unser Haus ist am Rand eines kleinen Dorfes - man trifft sehr selten andere Hundehalter. Beruflich und Familiär ist alles "hundetauglich" geregelt bis dahin.

    Bei diesen Sachen habt ihr sehr viel selber in der Hand. Natürlich muss er sich nicht mit jedem Hund verstehen, aber das Hunde/Mensch Leben wird immens erleichtert je besser er mit Artgenossen auskommt. Ich würde nicht bestätigen, dass ein DSH quasi prinzipiell unverträglich wird, meine Erfahrung ist da bisher anders.


    Noch eine kleine Ergänzung, man wird vll. auch mal mit dem Hund Urlaub machen, einen Wochenendausflug und so "Alltagsdinge" daher empfiehlt es sich den Hund von klein an öfters mit in die Stadt oder belebtere Gegenden zu nehmen und auch das zu üben. Denn nicht immer hat man einen Hundesitter zur Hand. Daher sollte man gerade bei Hunden die so dörflich aufwachsen aufpassen, dass sie auch das kennenlernen. Ist zumindest meine Erfahrung.


    Ansonsten: Lass Dich nicht verwirren von HZ/LZ, manchmal entscheidet das Gefühl/Herz :-)

    Ich wünsch Dir bei der Suche viel Erfolg und interessante/informative Eindrücke.


    Grüßle

  • Wow, vielen lieben Dank für die netten Begrüßungen und Antworten. :)


    Bei Deinem Anforderungsprofil würdest Du mit einem durchschnittlichen Hochzucht-Hund vermutlich nicht glücklich werden. Und einen Hund aus Leistungslinien zu halten ist kein Hexenwerk. Natürlich gibt es auch innerhalb letzterer Linien unterschiedliche Tendenzen, und manch eine Verpaarung würde ich eher einem erfahrenen Diensthundeführer empfehlen als einem Neuling auf diesem Gebiet. Aber in sehr vielen Leistungslinien findet man ausgeglichene Vertreter mit "satten", beutebezogenen Triebveranlagungen, und gerade Hündinnen aus diesen Linien stellen einen nicht vor schwerwiegende Haltungsprobleme.


    Es ist keineswegs so dass Hochzuchthunde mit ihrem teilweise mäßigerem Beutetrieb immer die einfacheren Haus-/Familienhunde sind. Ein ausgeglichener Familien-/Begleithund braucht auch gute Nerven, und die fehlen den Hunden in der Hochzucht nicht selten. So ein Hund ist dann zwar anders, aber halt auch schwierig im täglichn Umgang, im Vergleich mit einem Hund aus Leistungslinien, der vielleicht überdreht ist. Ich kenne viele Hunde aus Leistungslinien, die ausschließlich als Familien-/Begleithunde gehalten werden, und mit denen auch Hundeanfänger glücklich geworden sind. Man darf halt nicht aus jeder x-beliebigen Verpaarung kaufen, und man muss sich auch etwas auf die Empfehlungen es jeweiligen Züchters verlassen können, der am besten weiß welcher Welpe im Wurf zu welchem Welpenkäufer am besten paßt.

    Ahh, also kann man gar nicht so pauschal sagen, dass die Hochzucht prinzipiell für den Anfänger besser geeignet wäre. So wurde mir das noch nie erklärt, vielen, vielen Dank! Es hieß immer, dass der Anfänger mit einer Hochzucht prinzipiell besser beraten ist. Aber ich habe natürlich auch einen Alltag und wünsche mir dort ebenfalls einen nervenstarken, souveränen Hund wünschen. Ein guter Züchter, welcher uns bei der Wahl des Welpen unterstützt, wäre wunderbar... bis jetzt sind wir uns eigentlich nur sicher, dass es nicht der "Haudrauf" aus dem Wurf werden soll ^^ Freut mich sehr, dass eine LZ durchaus möglich wäre, wir haben ja noch genug Zeit, uns über Linien und Züchter zu informieren :)


    Wir werden auf jeden Fall zu ein oder mehreren Wesensbeurteilungen fahren, danke! Das klingt super spannend. Eine Körung klingt aber auch interessant :)




    Viele Grüße!

  • Das Zuchtziel in den Leistungslinien ist ja kein überdrehter Hund. Sondern ein Hund, der aufgrund seiner genetischen Veranlagungen geeignet ist eine Aufgabe zuverlässig zu erfüllen. Im Sport, im Dienst, im Rettungshundewesen, als Service Dog (z.B. Blindenführhund), an der Herde usw. Ein Hund, der trieblich nicht runterfahren und auch mal "die Füße stillhalten kann", ist in diesen Bereichen kein zuverlässiger Arbeitshund. Egal ob ich meinen Hund als Diensthund führe oder aktiv als Rettungshund oder auf überregionalen Sportveranstaltungen: Wenn er nicht die Fähigkeit besitzt sich in fremder Umgebung auch entspannen und dadurch tief schlafen zu können (auch an für ihn ungewohnten Orten), wird er nicht lange konstante zuverlässige Leistungen erbringen können. Da nützen dann auch die besten Triebveranlagungen nichts... Auch gute Nerven sind wichtig, im Dienst wie im Sport! Was nützt es wenn der Hund unter für ihn optimalen Bedingungen super arbeitet, am Tag X im Stadion dann aber "klemmt" weil z.B. während der Ablage eine Fahne im Wind über ihm flattert oder ihn die Geräuschkulisse der Tribüne während des Arbeitens irritiert. Das kann man nicht trainieren, eine leere Tribüne im Training ist etwas ganz anderes als eine vollbesetzte; der Schall, der von ihr aus geht, ist ein ganz anderer. Und wenn derartige Faktoren einen Hund beeindrucken, dann geht meist anderweitig beim Arbeiten etwas schief.


    Insofern ist ein derartiges Nervenkostüm ein indirektes Zuchtziel, auch bei Züchtern die oberste Priorität auf möglichst hohe Sportergebnisse setzen. Abgerundet wird das Bild dann immer beim Züchter, wenn man die erwachsenen Hunde und vor allem die Mutterhündin im täglichen Umfeld sieht. Sind die Hunde dort entspannt? Auch wenn man als Fremder zu den Welpen kommt? Gefällt einem was man diesbezüglich sieht?


    Temperament, Triebstärke und Arbeitswille ist nicht gleich zu setzen mit Nervosität und Überdrehtheit (auch wenn manche Menschen das verwechseln). Im Optimalfall ist ein Leistungshund im Alltag gechillt, um dann sozusagen auf Knopfdruck einsatzbereit zu sein. Triebmäßig nicht nur von niedrig auf hoch. Sondern auch von hoch auf niedrig. Das nennt man "die Fähigkeit in den Triebbereichen zu wechseln". Z.B. ein Diensthund kann tagelang keinen Einsatz haben. Er begleitet seinen Diensthundeführer die ganze Zeit über, im Auto oder in der Dienststelle, wo sein Diensthundeführer dann z.B. Schreibtischarbeit erledigt. Und dann kommt ein Einsatz, und der Hund muss von jetzt auf gleich voll da sein, ab der ersten Sekunde. Ein Hund, der die ganze Zeit nervlich "unter Strom stehen" würde, würde das langfristig gesundheitlich gar nicht aushalten.


    Probleme mit überdrehten Hunden aus Leistungslinien sind i.d.R. "hausgemacht". Da stimmen die Grundlagen der Hundehaltung nicht und/oder der Prägung/Erziehung/Ausbildung. Der Schäferhund ist nun mal eine Rasse, die auf ein erhöhtes Triebpotential hin gezüchtet wird. Das Triebpotential ist der Motor für die Arbeit! Sprich je höher das Triebpotential, und je stärker die Nerven, desto zuverlässiger arbeitet ein Hund, um so weniger lässt er sich durch äußere Umstände von seinem Triebziel abbringen. D.h. in Bezug auf sein Triebziel ist es erwünscht dass sich der Hund "nicht die Butter vom Brot nehmen lässt". Das beinhaltet natürlich dass die Basis stimmen muss! Sprich das Verhältnis zwischen Mensch und Hund, die Prägung als Welpe beim Züchter sowie dann später beim Hundehalter. Und der Hund muss eine solide Grundausbildung erhalten sowie ausreichend bewegt/beschäftigt werden. Rassen mit weniger Trieb und Durchsetzungsvermögen verzeihen Fehler in diesen Bereichen halt besser. Oder sind aufgrund von geringerer Grösse auch schlecht geprägt/erzogen besser zu händeln. Aber wenn man keine groben Fehler in den genannten Bereichen macht, dann ist der durchschnittliche Leistungshund auch ohne ein großartiges Sportangebot ein angenem zu haltender Familien-/Begleithund. Man kann sich aber halt keinen Welpen ins Haus holen und dann alles nur so "dahin plätschern" lassen in der Hoffnung es wird schon gut gehen.


    Zum Hochzuchthund: Die Arbeit in allen Sportbereichen macht nur dann wirklich Freude wenn auch der Hund Freude daran hat. Wie ich bereits geschrieben habe, die Triebveranlagung ist der Motor für jegliche "Arbeit" eines Hundes, egal ob im Dienst, an der Herde, im Rettungshundewesen oder im Sport (egal in welchem). Der Hund arbeitet immer für (s)ein Triebziel, also Beute oder Futter. Je belastbarer diese beiden Triebbereiche sind, desto zuverlässiger arbeitet der Hund, desto mehr Freude hat er daran sein Triebziel zu erreichen. Besitzt ein Hund einen nur niedrigen Beutetrieb, kann man den für die Ausbildung kaum oder auch gar nicht nutzen. Sprich z.B. das Bei Fuß-Laufen macht dem triebstarken Hund, der bei jedem Schritt die Hoffnung auf sein Beuteobjekt hat, viel Freude (sein Triebziel wird ja immer erreicht, er weiß nur nicht genau wann). Während sich der "trieblose" Hund diesbezüglich nicht oder nur schlecht animieren lässt. Nun hat man noch die Möglichkeit über Futter zu arbeiten. Habe ich einen Hund mit wenig Trieb, der aber starke Nerven besitzt, und der gerne frisst, kann ich den über Futter genau so gut animieren wie den beutestarken Hund über sein Beuteobjekt. Aber hat mein Hund ein weniger starkes Nervenkostüm, dann passiert es oft dass bereits kleinste Ablenkungen reichen damit mein Hund nicht mehr wild ist auf Leckerchen, sie teilweise dann nicht mal mehr frisst wenn ich sie ihm aufdränge.


    Und die Kombination "wenig Beutetrieb" + "nicht so tolles Nervenkostüm" findet man halt bei vielen Hochzuchthunden. Das soll nicht heißen dass das immer so ist. Aber man muss bei der Hochzucht schon sehr genau hinschauen aus welchen Eltern und von welchem Züchter man sich einen Welpen holt. Weil diese beiden Eigenschaften für viele Züchter bei der Zuchtselektion überhaupt keine Rolle spielen. Hauptsache die Hunde sind "schön", im Sinne von Ausstellungsergebnissen. Sprich für Anfänger in der Hundeausbildung bzw. im Hundesport kann ein so veranlagter Hund zu schwierig sein insofern dass sie irgendwann frustriert sind, weil sie ihren Hund nicht oder nur wenig motivieren können. In einem Kurs in einer Hundeschule oder in einem Hundeverein, wo man die Fortschritte anderer Mensch-Hund-Teams immer vor Augen hat, hat man das dann Gefühl auf der Stelle zu treten und gibt eher früher als später auf. Gerade Anfänger brauchen deswegen meiner Meinung nach einen "guten Hund", in Bezug auf Triebveranlagungen und Nervenkostüm. Wenn sie nicht nur spazieren laufen wollen mit ihrem Hund.


    Hinzu kommt noch in Bezug auf die Hochzucht: Hat man dann einen Hund, der so veranlagt ist dass er ausbildungstechnisch Spaß macht und seinen Halter diesbezüglich nicht frustriert, hat der im Vergleich zu Hunden aus den Leistungslinien den Nachteil dass er häufig bei jeder Bewegung mehr Gewicht bewegen muss. Und aufgrund seiner stärkeren Hinterhandwinkelung Probleme hat z.B. schnell zu beschleunigen (z.B. aus dem Liegen heraus). D.h. bei gleichen mentalen Veranlagungen und gleichem Einsatz im Sport oder Dienst oder im Rettungshundewesen oder an der Herde würde dem durchschnittlichen Hochzuchthund körperlich mehr abverlangt werden als dem durchschnittlichen Leistungszuchthund.

  • Ich gehe mit Waschbär immer konform, es hat Hand und Fuß was sie schreibt..

    Allerdings ist eine Körung nicht wirklich etwas ,um DSH kennenzulernen,da würde ich niemanden hinschicken..

    Dann lieber mal eine Ausstellung besuchen, dort ist meiner Meinung und Erfahrung nach immer mehr los, man sieht mehr Hunde gleichzeitig auf einem Fleck und kann so auch Unterschiede in Anatomie und Verhalten erkennen (wobei da ja auch viel gemacht ,oder auch nicht, worden sein kann).. :)