Lasst das Thema doch nicht in Streit ausarten ... Holger hat definitiv Recht, dass jemand, der ein Entgegenkommen erwartet, das freundlich und mit allen Regeln der Höflichkeit formulieren sollte und wenn ich einer Bitte nachkomme, erwarte ich auch, dass man wenigstens DANKE sagt, denn das ist die Grundlage für ein entspanntes Miteinander.
Natürlich kann man darüber diskutieren, ob ich mir über die Probleme meiner Mitmenschen Gedanken machen muss, damit ich sie, ihre Reaktionen und ihre Fehlbarkeit verstehe. Das wäre sicher schön, wenn jeder ein bisschen Empathie zeigen würde, keiner den anderen vorverurteilt, ohne Hintergründe zu kennen und gegenseitiges Verständis selbstverständlich wäre.
Aber das ist nun mal selten der Fall und Fakt ist, dass ich nur mich und niemand anderen verändern kann. Also versuche ich Konfrontationen möglichst zu vermeiden und mein Bestmöglichstes zu tun, nicht unangenehm aufzufallen.
Nur bin ich auch ganz ehrlich.
Meine Leorüden hätte ich nicht halten können, denn die brachten einfach mehr Gewicht auf die Waage wie ich. Also hätte ich keine Leos haben dürfen? Ich behaupte, dass so mancher gestandene Mann seine Standfestigkeit einbüßen könnte, wenn ein Leobub mit 78 kg Kampfgewicht in die Leine brettert.
Es dürfte also kaum noch jemand einen Hund führen, der mehr als 75 kg wiegt ... und dann darf ich auch kein Pferd haben, denn wenn mein Pony sich erschrecht und 600 kg lospreschen, hält das keiner.
Ich darf auch nicht Auto fahren, denn wenn mir ein Reifen platzt, dann verliere ich vermutlich die Kontrolle über den Wagen.
Wenn ich also nur noch das tun darf, mit dem ich kein Risiko eingehe oder zur Gefahr für andere werde, dann tue ich am besten nichts mehr, denn ich bin nun einmal fehlbar.
Das Leben ist ein einziges Risiko, mit dem ich umgehen lernen muss. Das heißt aber nicht, dass ich mich meinen Mitmenschen gegenüber rücksichtlos verhalten darf. Das heißt auch nicht, dass ich es akzeptieren muss, wenn man sich mir gegenüber rücksichtslos verhält.
Damit leben muss ich wohl aber trotzdem - und genauso trotzdem versuche ich, möglichst nicht unangenehm aufzufallen, aber meine Fehlbarkeit bedingt, dass mit das auch nicht immer gelingt und ich auch schon niedergemacht wurde, wenn Chia außer Kontrolle geriet. Und ja, manchmal hätte ich auch gerne den caniden Roboter an der Leine, der auf Gehorsam programmiert ist und sich immer so verhält, dass sich niemand über uns ärgern muss.
Aber ich habe nun mal neben meinem Vorzeigehund Bene auch meine Chaosfürstin Chia und die wird vermutlich trotz allen Trainings und aller Mühe meinerseits immer das Fitzelchen Unberechenbarkeit behalten, wegen dem ich aber nicht vorhabe, sie abzugeben, weil ich das nicht kontrollieren kann.
Aber ich bin froh, wenn ich dafür nicht niedergemacht werde, keiner seinem Hund erlaubt, meine Chia zu schreddern, weil man nur für sich und nicht für andere mitdenkt und empfinden muss, sondern von seiner Seite einen Beitrag dazu leistet, damit eine Situation nicht eskaliert. Dafür sollte ich dann aber auch Danke sagen und das nicht für selbstverständlich halten.