Kastration pro/kontra

  • sondern nur meine Meinung geschrieben. Dachte dafür ist ein Forum da

    Naja, wenn ich ehrlich sein darf, fand ich es auch von dir "etwas unglücklich" in deinem ersten Post hier im Faden, als Argument für eine Kastration, eventuell später auftretende Erkrankungen, zu nennen. Dies ist nämlich auch kein Argument das sich im Gesetz wiederfindet....

    Ja, man darf seine Meinung schreiben, man darf aber auch dafür kritisiert werden. ;)

    Der Ton macht hier die Musik. :)

  • Das hat susanne geschrieben


    "HAllo, ich gebe auch noch meinen Senf dazu, ich arbeite in einem Tierheim und bekomme täglich anrufe von personen dessen Hündinnen Gebährmutterkrebs/ Gebährmuttervereiterungen etc. haben und Not Op`s statt finden müssen um den Hündinnen das leben zu retten. Läufigkeiten bedeutet unglaublichen Stress für die Hündinnen und wenn man diverse läufigkeiten abgewartet hat, finde ich sollte man den schritt zur Kastration machen. "


    Ich bleibe dabei, für mich ist sie mehr als suspekt.


    Flummi, das das mit dem selber Kastrieren Ironisch gemeint war, sollte eigentlich jedem einleuchten, stimmt aber, hätte ich weglassen sollen.

    Einmal editiert, zuletzt von Kimmo ()

  • Das österreichische Gesetz schriebt zB die Kastration von Assistenzhunden pauschal vor. Ist halt blöd, wenn n Führhund zB statt seine Arbeit zu machen, der läufigen Hündin hinterher rennt ^^ Das ist auch in Deutschland gedeckt vom Gesetz, oder wenn eine Hündin sonst wegen hormoneller Schwankungen wochenlang im Dienst unkonzentriert ist.

  • eine dieser Realitäten ist , das in sehr vielen Gemeinden es sogar Pflicht ist eine Freigänger Katze/Kater zu kastrieren.




    Fazit: es ist ein wirklich komplexes und emotionales Thema

  • Das österreichische Gesetz schriebt zB die Kastration von Assistenzhunden pauschal vor. Ist halt blöd, wenn n Führhund zB statt seine Arbeit zu machen, der läufigen Hündin hinterher rennt ^^ Das ist auch in Deutschland gedeckt vom Gesetz, oder wenn eine Hündin sonst wegen hormoneller Schwankungen wochenlang im Dienst unkonzentriert ist.

    Interessant das Du das schreibst.

    Wir haben hier Fritzi, eine zweijährige Labrador-Vizsla Hündin.

    Sein Besitzer will sie zur Jagd und bildet sie dafür aus. Sie mag Pepper sehr und wir treffen uns öfter zufällig.

    Ihr verhalten ist bei Begegnungen sehr sehr unterwürfig um dann total aufzudrehen und drüber zu sein.

    Auf meine Frage, ob sie kastriert ist sagte er mir vorgestern:"Noch nicht, ist aber geplant....ist ja doof wenn sie gerade dann, wenn ich sie zur Jagd brauche läufig.wird. Außerdem ist sie im Haus und zerfetzt immer ihre Windel"


    Das nur zum Thema, es wird nur medizinisch vorbeigend kastriert.


    Ich glaube viele sehen es eher zweckmäßig und machen sich kaum einen Kopf über Wesensänderung o.Ä.

    Wir leben in einer Industriegesellschaft. Was nicht passt, wird passend gemacht.


    Für mich persönlich war immer klar, das Pepper nicht kastriert wird, solange er nicht leidet.

    Ja, es ist schon anstrengender für ihn, wenn läufige Hündinnen in der Gegend unterwegs sind, das ist ihm anzumerken. Aber ich kann ihn beim Pipi-lecken aus seinem Tunnel rausrufen, das reicht mir völlig.

  • Ich glaube viele sehen es eher zweckmäßig und machen sich kaum einen Kopf über Wesensänderung o.Ä.

    Wir leben in einer Industriegesellschaft. Was nicht passt, wird passend gemacht.

    Moment mal - Nutztierhaltung ist doch kein Phänomen der industrialisierten Gesellschaft! Das Gegenteil ist der Fall, Hunde werden immer mehr vermenschlicht und es wird immer mehr geforscht über den psychologischen Zustand von Hunden etc - was großartig ist! Dass ein Tier, was einen Job hat, auf den Menschen angewiesen sind, "passend gemacht" wird, ist natürlich ökonomisch gedacht, ansonsten würd ich zB auch gern 2 Assistenzhunde nehmen um zB zu hoffen, dass beide dann nicht zeitgleich läufig werden, ansonsten muss eben ein dritter her... oder wie? Wer soll das finanzieren? Oder wir bilden munter aus und stellen nach 2 Jahren fest, Rüde ist leider bissl arg sexuell interessiert, ja dann nehmen wir nen neuen und fangen von vorne an. Das ist halt leider an der Realität vorbei.


    Ich bringe mal wieder den Vergleich zu anderen Tieren: Hatte ein krankes Schaf. Find mal einen TA der ein krankes Schaf über Tage behandelt, umfangreiche Diagnostik erstellt und am WE raus fährt. So schnell wie dir geraten wird, es halt "wegzumachen" bevor es noch andere ansteckt, kannste gar nicht gucken. Und ich Idiot renn 5 mal täglich rüber, um Tropfen zu verabreichen, mit einer Spritze Futter ins Schaf zu kriegen weil wenn die Verdauung still steht ist Feierabend und sitz beim kranken Schaf um aufzupassen. Kann ich jetzt aber nicht von jedem Schäfer erwarten, der 200 Tiere oder mehr hat und wirtschaftliche Faktoren berücksichtigen muss, deshalb ist das aber kein schlechter Mensch oder ich bin moralisch überlegen. Schaf hats übrigens trotzdem nicht geschafft.


    Ich glaube, dass die Tierhaltung sich in eine bessere Richtung entwickelt, es dauert halt vieles, und eine wohlüberlegte Entscheidung für oder gegen Kastration ist einer der Punkte, die klasse sind, aber Tiere passend zu machen für ihren Zweck ist die Grundlage für das Zusammenleben zwischen Tieren und Menschen, immer gewesen (inwiefern man das gut findet oder nicht ist eine andere Frage). Haustiere, die psychologisch untersucht werden, sind das neue Phänomen. Es geht in eine gute Richtung, aber es gibt, wie in jeder Entwicklung, Fraktionen, die es maßlos übertreiben (Stichwort "Mein Hund darf seine Emotionen jederzeit ausdrücken" - nein, darf er nicht! Zum Zusammenleben gehört gegenseitiges Zurücknehmen.)

  • Das Gegenteil ist der Fall, Hunde werden immer mehr vermenschlicht

    Dabei steigen wiederum die Anforderungen an den Hund enorm. Er soll immer mehr aushalten: Leben in der Großstadt, dabei 8 Stunden allein bleiben, in der Wohnung weder was kaputt machen, noch dabei bellen und schon gar keinen Durchfall kriegen. Geht der Besitzer abends ins Kino, bleibt er gefälligst auch brav zu Hause. Dazwischen manierlich an der Leine durch den Stadtpark flanieren, dabei weder das weggeworfene Stück Pizza naschen noch auf Artgenossen reagieren. Auf der Hundewiese brav mit anderen Hunden rumtollen, läufige Hündinnen in Ruhe lassen und am Wochenende ordentlich Hundesport machen. Dafür wird er aber wolfsgerecht gebarft und nicht kastriert :P

  • Ich finde die Diskussion um kastrieren oder nicht kastrieren ist überhaupt nicht emotional. Bzw. sie kann überhaupt nicht emotional sein. Wenn wir sie emotional machen, werden wir dem Hund/den Tieren nicht gerecht.


    Die Entscheidung einen Hund zu kastrieren kann nur absolut pragmatisch sein. Abwägung der Vor- und Nachteile und fertig. Emotion hat hier nichts verloren.


    Zu den Vor- und Nachteilen für den Hund zählen selbstverständlich auch die Lebensumstände in denen er sich befindet, sprich, die Besitzer des Hundes und deren Lebensumstände. Denn es ist nunmal so, dass das Wohlbefinden der Hundehalter die Basis für das Wohlbefinden des Hundes ist.


    Vermenschlichung des Hundes ist beispielsweise, wenn man glaubt, der Hund wisse was ihm durch Kastration wiederfährt. Jedenfalls kommt es mir so vor als würden viele Menschen das glauben. Tatsache ist jedoch, dass kastrierte Hunde genauso glücklich und zufrieden sind wie unkastrierte. Ich möchte nicht den Anschein erwecken, dass ich generell pro Kastration wäre, denn ich bin es nicht, ich bin komplett neutral, für mich zählt einzig und allein ob es einen wichtigen Nutzen/Vorteil für alle Beteiligten gibt oder nicht.


    Ich hatte unkastrierte und kastrierte Hunde, ich konnte keinen Unterschied zwischen ihnen entdecken. Alle wurden entweder alt oder nicht so alt unabhängig davon ob sie kastriert waren oder nicht.


    Zuletzt hatte ich ja auch Axel und Alma, Rüde und Hündin intakt bei mir zuhause. Es hat mir schon wehgetan, zu sehen wie Axel während puh, wie lange war es, 5 oder 7 Tagen, schwer gelitten hat. Die beiden getrennt zu halten war bei mir kein Problem. Hätte ich Alma behalten als ich Ioshy dazunahm, hätte ich Alma definitiv kastrieren lassen.


    Unsere Tierärzte in Spanien zögern nicht wenn es um Kastration geht. Wir waren in Spanien ganz knapp vor einem Gesetz, das Zwangskastration aller Hunde die nicht zur Zucht vorgesehen sind vorschreibt! Da bin ich natürlich absolut und vollkommen total dagegen. Allerdings wenn ich dann viele Nachbarn hier sehe deren Hunde sich fröhlich vermehren und ja, hier ist es eben auch noch so, dass ungewollte Würfe erschlagen oder ersäuft werden........... oder bei ausländischen Nachbarn vor die Tür gesetzt werden........


    Auch die ganze bekloppte Hengsthaltung in Spanien. Alle alleine aufgestallt, nie Kontakt mit Artgenossen, nie Fellkraulen und gegenseitig Fliegen wegwedeln. Vom Boxenfenster aus zusehen wie die (rossigen) Stuten vorbeigeführt werden............ Das ist ja soooo viel besser als dem armen Tier die Eier abzuschneiden! Weil das ist ja so unwürdig, die Eier abschneiden. (okay, jetzt bin ich gerade emotional :D ) Besonders Männer haben oft anscheinend ein tieferliegendes Problem damit.

  • Bzw. sie kann überhaupt nicht emotional sein.

    Da muss Ich dir widersprechen. Das Thema wird immer emotional bleiben.

    Die Entscheidung einen Hund zu kastrieren kann nur absolut pragmatisch sein. Abwägung der Vor- und Nachteile und fertig. Emotion hat hier nichts verloren.

    Hier fängt nämlich die Emotionalität an.

    Du, wirst automatisch eine andere Priorisierung der Vor- und Nachteile vornehmen, als jemand anderes.

    Jeder macht diese Priorisierung für sich selbst.

    Ich versuche mal an einem Beispiel zu erklären, was ich meine:

    Der Eine, denkt, im schlimmsten Fall, nur an sein Vorteil, im Sinne "man will die Sauerrei alles halbe Jahr nicht haben".

    Der Andere, denkt vielleicht an die Nachteile für den Hund, im Sinne " ich möchte mein Hund keiner OP mit allen Gefahren und Risiken aussetzen. Ganz zu schweigen von möglichen Spätfolgen wie Inkontinenz...".

    Einer von beiden wird die Kastration machen lassen, der andere eben nicht.

    Aber, beide haben die Vor- und Nachteile für sich abgewogen.

    Hinzu kommen noch solche unterschiedlichen kulturellen Hintergründe, wie du sie, hier für Spanien, aufzeigst.

    Wäre z.B. dieses Gesetz bei euch durchgekommen, müsste jeder Auswanderer (von D mach Es) mit Hund, der in D seinen Hund gesetzeskonform nicht kastrieren hat lassen, dies tun sobald er in Spanien angekommen ist... Das kann doch kein Mensch verstehen.


    Für viele deiner Nachbarn z.B. scheint es viel pragmatischer zu sein, ihre Hunde nicht kastrieren zu lassen ( und sich das Geld zu sparen). Unerwünschte Welpen weden lieber "kostengünstig " erschlagen oder ersäuft... <X


    Axman , ich glaube sogar zu verstehen was du mit "pragmatisch und Abwägen von Vor- und Nachteilen meinst. :) und da will ich dir gar nicht widersprechen! Da sind wir, glaube ich, gar nicht so weit voneinander entfernt.


    Aber emotional wird das Thema immer bleiben, weil es eben nicht diese EINE Wahrheit gibt. ;)

  • Auch die ganze bekloppte Hengsthaltung in Spanien. Alle alleine aufgestallt, nie Kontakt mit Artgenossen, nie Fellkraulen und gegenseitig Fliegen wegwedeln. Vom Boxenfenster aus zusehen wie die (rossigen) Stuten vorbeigeführt werden............ Das ist ja soooo viel besser als dem armen Tier die Eier abzuschneiden! Weil das ist ja so unwürdig, die Eier abschneiden. (okay, jetzt bin ich gerade emotional :D ) Besonders Männer haben oft anscheinend ein tieferliegendes Problem damit.

    Der Friesenhengst, den ich ein paar Jahre geritten habe und der auch immer ganz alleine stand, wurde nicht kastriert da er öfter eine Hochzeitskutsche zog. Kastriert sind die Friesen nicht mehr pechschwarz sondern etwas bräunlich und das sieht dann nicht so schön aus, war das Argument.

  • Es muss aber zwingend eine sachlich- fachliche Diskussion werden. Emotionen haben da keinen Sinn.

    Wirklich gefährlich ist ja in dem Sinn nur ein zu viel an weiblichen Hormonen. Diese sind überdurchschnittlich oft an Krankheitsgeschehen beteiligt. Ich möchte jetzt nicht im Detail drauf eingehen,.Doch die eigentliche Gefahr geht von einer Östrogendominanz aus. Dieser sind wir heute alle, ob kastriert oder unkastriert durch Umwelteinflüsse, Verpackungsmaterial, Medikamente, Pestizide, Parfums etc dauerhaft ausgesetzt.

    Die Kastration an sich kann dies teilweise begünstigen, muss es aber nicht. Genauso leiden Rüden, die mit Prostataproblemen zu kämpfen haben, an einer Östrogendominanz. Es ist nicht das Testosteron, das zu einer vergrößerten Prostata führt.

    Jeder Mann mit Bauch und Manboobs leidet am selben Problem.

    Zu glauben, ein intakt lassen, verhindere solche Dinge, ist leider falsch.

    Ohne polarisieren zu wollen: eine Kastration kann oft viel Tierleid verhindern. Bei Katzen und Pferden macht niemand so ein Geschrei und rein faktisch gesehen werden kastrierte Kater und Hengste nicht minder alt als ihre intakten Geschlechtsgenossen.

    Und nein, was fehlt, wird von den Tieren nicht negativ wahrgenommen, sofern die anderen Lebensumstände stimmen.

    Was hingegen viel ausmacht ist die zu frühe Kastration. Das heisst, bevor die juvenile Entwicklung in die adulte übergeht. Das führt zu Kümmerlingen und Ängstlichen.

    Friesen werden aufgrund der Sonneneinstrahlung braun und allenfalls Kupfermangel. Ansonsten müssten Friesenstuten alle braun sein.

    Hengste müssen durchaus nicht zwingend alleine stehen. Meiner, PRE, steht gemeinsam mit meinem Wallach auf Auslauf und Weide. Auch keine Probleme mit Stuten, von denen wir im Pensionsstall genug haben.

    Trotzdem bin ich die erste, die einen Hengst kastriert, statt ihn dem Stress auszusetzen, wenn er leidet