Böser, böser Schäferhund. Ich kann es nicht mehr hören!

  • Ich habe es bei neuen Bekanntschaften mit Hunden immer schon ähnlich gemacht.

    Erst eine Weile, mit kleiner werdendem Abstand, zusammen an lockerer Leine laufen und wenn sich alles entspannt hat unauffällig und ohne Trara die Leinen abmachen und unbeeindruckt weiter laufen.

    Sollte sich abzeichnen das eine ständige Spannung bleibt lass ich aber lieber die Leine dran oder breche ab. Manchmal passt es vielleicht einfach nicht.


    LG Terrortöle

  • Diese Erfahrung habe ich auch schon gemacht Micha369
    Ich bin mit meinen beiden verrückten ja meist immer am Wochenende auf der Hundewiese.

    Manchmal sind so Tage dabei, da steht die Bürste permanent und alle gehen sich lieber aus dem Weg, anstatt miteinander zu rennen. Dann fahre ich meist und beim nächsten Mal ist plötzlich alles wieder tiefen entspannt.


    Wenn es nur eine kleine Auseinandersetzung nach dem Motto Rüpelphase ist, lasse ich die das meistens ausdiskutieren.

    Ich hatte das letztes Jahr mit einem Schäferhund, der auch mit im SV trainiert.


    Simba und der andere sind ungefähr gleich alt und sind auf der Wiese erstmal volle Kanne aufeinander los, es war laut und wild, aber keiner hat gebissen. Nach 10 Sekunden war alles vorbei und sie sind über die Wiese gerannt.


    Heute Nachmittag will ich mal wieder zum Hundefreilauf am Allersee fahren (da können die Hunde auch ins Wasser), da war ich nun schon seit einem halben Jahr nicht mehr, weil die meisten lieber auf die andere Hundewiese fahren, die ja umzäunt ist. Bei Simba und Drago ist es zum Glück egal, ob Zaun oder nicht.


    Und so wie du Terrortöle mache ich es auch immer, wenn ich mich zum Gassi gehen treffe.

    Erstmal mit Abstand hinterher laufen, der immer kleiner wird. Und wenn die Spannung raus ist, dann wird abgeleint.

  • Also ist da was dran, am "Böser, Böser Schäferhund"


    Mein Hund ist ja nun auch zum Manne gereift und seit dem Sommer (seit er ca. 15 Monate alt ist) geht es plötzlich nicht mehr dass er mit anderen Rüden rennen kann ohne Aggressionen zu entwickeln. z.B. der Labrador Rüde Benni, der ist 4 Jahre, mit diesem hat Witus immer super gespielt und die konnten ewig miteinander rennen. Oder der weiße Labbi, Kosmo, 3 Jahre. Genauso der Airedale Rüde, 4 Monate älter als Witus, die haben teils eine Stunde miteinander auf der Wiese getobt.

    Witus zeigt jetzt gegenüber all seinen ehemaligen Kumpels aggressives Verhalten, will ihnen immer am liebsten gleich ins Fell. Ich weiß nicht, was ich falsch gemacht habe. Habe ich doch so oft es ging immer Kontakt zu anderen Hunden gesucht in der Hoffnung dass Witus mal verträglicher bleibt zu anderen gleichgeschlechtlichen Hunden.


    Eigentlich waren alle meine Schäferhunde aggressiv gegenüber anderen. Also ist da was dran, am "Böser, Böser Schäferhund", oder?

    Ich weiß nicht, der Benni z.B., der hat so ein liebes, ausgeglichenes Wesen. Der würde nie von sich aus mit Kämpfen oder beißen anfangen.


    Wir haben uns heute nach langer Zeit mal wieder getroffen. Von der Leine darf ich Witus schon aus medizinischen Gründen noch nicht abmachen wenn sie dann wie irre rennen würden (auch bei Begegnungen mit Hündinnen mache ich ihn noch nicht wieder ab). Also Joggen, Traben darf ich schon mit ihm ohne Leine.


    Als wir heute eine Stunde zusammen gegangen sind gab es immer wieder Situationen in denen konnten sie beide zusammen schnuppern oder normal nebeneinander her laufen. Aber wenn Witus wieder umschaltete musste ich eingreifen, ihn zur "Vernunft" bringen. Dann gab es etwas Unterordnung wie "Ran hier!" + "Sitz!"


    Raus kriegen werde ich seine Grundaggressivität wohl ohnehin nicht, glaube ich. Ich weiß auch nicht warum er das so zeigt. Ist es Dominanzgehabe, Unsicherheit oder will Witus Beute machen? Ich glaube nicht dass es Unsicherheit oder Angst ist, weil er diese Rüden ja schon lange kennt.



    So, wie gehe ich da jetzt vor?

    Wir sehen Benni mit seinem Besitzer auf dem Waldweg, Benni ist immer ohne Leine.

    Witus fängt immer zum Zerren an und will da dann hin. Ich werde wohl da dann schon gleich auf Witus einwirken, dass er das Zerren lässt. Und wenn wir dann nahe an Benni sind und Witus gleich einen auf Mörder machen will kriegt er so richtig von mir bescheid. "Lass das!", "Ran hier!", "Sitz!" Ist er dann gehorsam wird ruhig gelobt, evtl. ein Leckerchen rein und gewartet bis Witus sich entspannt. Dann darf er mal ran an Benni. Macht er aber gleich wieder auf aggro geht die UO weiter.


    Oder wie würdet ihr da vorgehen?


    Es ist ja auch so, dass in so einer hohen Reizlage die UO noch nicht sicher und vor allem nicht sehr anhaltend klappt.

    Auch will ich ja dem Hund nicht zu viel abkaufen für den Hundesport. Deshalb sage ich "Ran Hier!" und nicht etwa "Fuss!"


    Also die meisten Hundesportler, die ich kenne, vermeiden Hundebegegnungen mit gleichgeschlechtlichen Hunden. Das könnte ich ja auch ohne Probleme tun, ist aber nicht zufriedenstellend. Man will sich ja auch mal unterhalten können mit den anderen Leuten.

  • Zum einen sprechen gerade Labradore und Schäferhunde unterschiedliche Körpersprachen, was m.M.n. zu Mißverständnissen unter den Hunden führen kann.


    Dann ist es meines Wissen nach auch ein Problem, angeleinte und nicht angeleinte Hunde zueinander zu lassen. Ich würde daher erst einmal mit den beteiligten Hunden nur zusammen gehen, wenn alle angeleint sind. Wenn es denn überhaupt sein muss.


    Und dann kommt evtl. noch hinzu, wie Witus die Gegend, in der ihr geht sieht. Betrachtet er es als sein Territorium, verhält er sich evtl. auch territorial.


    Ich selbst verzichte auf Gassigänge mit anderen. Reden kann ich mit den Leuten auch so. Und für kontrollierte Hundebegegnungen nutze ich ab und zu die durch Trainer betreuten Spielstunden unserer Hundeschule.

  • tja Micha369 witus ist erwachsen geworden und duldet keine anderen rüden mehr. Sam hatte auch mit chicco (dsh) auch schön gespielt und dann hat chicco eines tages, wohl durch die pubertätsgerüche von sam) immer öfter ernst gemacht und sam böse gejagt und als der schon längst am boden lag und sich ergeben hatte, hat chicco immer noch nicht aufgehört, den grossen macker zu zeigen. So war dann auch schluss mit den gemeinsamen spaziergängen.

    Hunde haben ihre eigenen ansichten und da kann man als mensch nur etwas gg eine pöblerei an der leine unternehmen, aber im freilauf herrscht deren eigener umgang mit einem anderen rüden.

    Ausserdem bin ich der meinung, dass ein dsh für pulkspaziergänge mit anderen hunden nicht geeignet ist. Das sind keine player, die machen irgendwann mit fremden rüden einfach ernst. Dsh sind keine schosshündchen, sie fordern.

  • Ich kann allerdings beisteuern, dass es nicht zwingend der böse Schäferhund sein muss, der eine Diskussion mit einem anderen Hund startet. Vorgestern war Ari, eine junge Huskyhündin so energiegeladen und aufgeheizt, dass sie sich auch erst mal auf Chia stürzte. Als die überschüssige Energie dann draußen war, herrschte wieder Harmonie.


    Nun ist es auch wie Pinguetta sagt: Hunde sprechen teilweise unterschiedliche Sprachen. Aber wenn ich Martin Rütters Ansicht dazu weitergeben darf, ist es zum einen so, dass der Hund in der Lage ist, sogar unsere Sprache zu verstehen und somit kann er, wenn er schon früh mit anderen Rassen Kontakt hatte, auch deren Sprache verstehen lernen, denn so kompliziert wie wir kommunizieren, tut das kein Hund.


    Aber Martin Rütter rät auch dazu, Hundebegegnungen mit pubertierenden Hunden zu vermeiden, weil es nicht gut endet, wenn zwei Pubertierende glauben, dem anderen zeigen zu müssen, wer hier der Mr. Lowalowa ist.


    Aber wenn Witus merkt, dass der Labrador sich unterwirft, stärkt das natürlich sein Selbstbewusstsein enorm und er bestärkt sich selbst in seinem Verhalten. Vermutlich ist das wie bei Ari und Chia, denn Ari muss Chia, die sich unterwirft, auch immer erst mal eine Ansage machen.


    Aber wenn man bedenkt, dass Studien ergaben, dass wir Menschen bei Leuten, die wir kennen lernten zu 95% sagen, dass wir sie nicht wieder treffen wollen, dann sollten wir unseren Hunden auch die Freiheit lassen, sich zu entscheiden, wen sie mögen und wen nicht, denn wenn das Spiel mit anderen Hunden zum Stressfaktor wird (bei Chia ist es, dass sie alle anderen Hunde hüten will), dann kann es nur noch kontrolliert erfolgen und nur dann, wenn der Rückruf in jeder Situation zu 100% funktioniert - auch wenn Witus in dem Fall lieber den Labbi schreddern würde, als sich von Dir in die UO schicken zu lassen.


    Im Zweifelsfall ist es immer so: Wenn der Hund weiß, dass Du die Situation regelst, muss er nicht reagieren und das Problem selbst in die Pfoten nehmen.

  • tja Micha369 witus ist erwachsen geworden und duldet keine anderen rüden mehr. Sam hatte auch mit chicco (dsh) auch schön gespielt und dann hat chicco eines tages, wohl durch die pubertätsgerüche von sam) immer öfter ernst gemacht und sam böse gejagt und als der schon längst am boden lag und sich ergeben hatte, hat chicco immer noch nicht aufgehört, den grossen macker zu zeigen. So war dann auch schluss mit den gemeinsamen spaziergängen.

    Hunde haben ihre eigenen ansichten und da kann man als mensch nur etwas gg eine pöblerei an der leine unternehmen, aber im freilauf herrscht deren eigener umgang mit einem anderen rüden.

    Ausserdem bin ich der meinung, dass ein dsh für pulkspaziergänge mit anderen hunden nicht geeignet ist. Das sind keine player, die machen irgendwann mit fremden rüden einfach ernst. Dsh sind keine schosshündchen, sie fordern.

    Mona, ich gebe Dir in großen Teilen Recht. Aber mein Joe war ein absoluter Player, der sich im Pulk wohl fühlte. Er war wirklich mit allen Hunden verträglich.


    Ich laufe ja auch häufig mit mehreren Bekannten zusammen. Da ist der Berner Sennenhund Fredy, die Schäferhündin Kessi, der Aussi-Berner Sennen-Mix Lemmy, der JRT-Mix Lou und meine Beiden. Manchmal treffen wir noch Paulina, die schöne Griechin, die Bene so mag und dann sind es sieben Hunde, die miteinander laufen. Manche sind autark und machen ihr Ding (Lou und Lemmy) und andere spielen dauernd zusammen (Chia und Kessy und Bene und Fredy).


    Sie bleiben Individualisten und haben ihre Lieblingsfreunde, aber verträglich sind alle miteinander.

  • Micha369 Witus zeigt ja ansonsten keine Leinenaggression, wenn er Hunde sieht, oder? Ich würde eher daran arbeiten, Begegnungen ganz ruhig zu üben, ohne Spiel und Spass. Witus ist halt jetzt Erwachsen geworden, andere Rüden sind potentielle Duellgegner, da wird dann ausgetestet, welcher der Stärkere ist. Romeo kann mit anderen Rüden auch nicht, nur mit einem Rüden der Kastriert ist funktionierts( Labbi), mit diesem treffen wir und ca alle 3 bis 4 Wochen mal, ansonsten lasse ich Romeo nur frei, wenn wir eine Hündin antreffen, die passen könnte ( Grösse, keine ängslichen Halter etc) was eigentlich selten bis gar nie der fall ist. Obwohl Romeo nur selten gespielt hat in seiner Welpen und Junghundezeit, hat er keine Einbussen betreffend Sozialisation machen müssen. Ich würde mich an deiner Stelle daran gewöhnen, dass du jetzt einfach andere Rüden meidest denn für Witus ists purer Stress und kein Spiel, wenn er sich mit anderen Rüden duellieren muss.

  • Ich weiß ja nicht was ein pubertierender Jungrüde mit "böser (Schäfer-)Hund" zu tun haben soll, aber sei´s drum. Was hier von erfahrenen(?) Hundehaltern um eigentlich völlig normale Verhaltensweisen für ein Gewese gemacht wird ... Hauptsache man hat eine besonders schwierige Rasse. :P Ich würde mich da mal bei anderen Rassen umsehen, denn die haben in der Richtung die selben Probleme. ;)


    Micha369 mein Angebot für eine gemeinsame Gassierunde steht noch. Da kann sich dein Witus, wenn du dich traust, gern mal an einem "Endgegner" versuchen. Aber ich wette, das es bestenfalls ein wenig Show of Force geben würde.

    Ich würde mich an deiner Stelle daran gewöhnen, dass du jetzt einfach andere Rüden meidest denn für Witus ists purer Stress und kein Spiel, wenn er sich mit anderen Rüden duellieren muss.

    Müssen tu er es ja nicht. ;) Was er allerdings lernen müsste/sollte, ist andere Hunde/Rüden zu tolerieren. Und das kann er nicht, wenn andere Hunde/Rüden in Zukunft einfach gemieden werden. Zudem man es eh nicht sicher tun kann, weil man Hundebegegnungen nie völlig vermeiden kann.

    Ich habe gut 2 Jahre gebraucht um meinen gebrauchten Kaukasen davon abzubringen andere Hunde zu schreddern. Und es hat sich gelohnt diese Arbeit zu investieren. Heute ist er (beinahe) voll verträglich, und das ist deutlich entspannter im Umgang. Sowohl für mich, als auch für ihn.

  • mich interessieren aber gerade eigentlich keine anderen rassen HSH, wenn wir gerade vom dsh schreiben. Aber klar, da gebe ich dir natürlich recht, dass es auch mit andere rassen diesbezüglich probleme gibt.

    Es ist auch kein "gewese", wenn man hier darüber schreibt und das thema passt vll jetzt nicht ganz genau in diesen faden, aber man kann ja daraus schlussfolgern warum Micha369 das hier reingeschrieben hat.

    Es ist ja erfreulich, wenn du deinen kaukasen so gut hingekriegt hast, heisst aber noch lange nicht, dass das beim dsh o leonberger o kangal usw.. funktionieren würde.

  • Es ist selten, dass HSH und ich einer Meinung sind, aber hier unterschreibe ich jedes einzelne Wort.


    Witus ist doch nicht böse, er ist jetzt einfach Geschlechtsreif.

    Klar sieht er andere Rüden jetzt u.U. als Konkurrenz, die ihm nicht ins Bild passt, das ist ein völlig normales und natürliches Verhalten.


    Und sicher gibt es Rassen die territorialer sind als andere, aber da ist der DSH im Vergleich zu Herdenschutzhunden usw. noch ein geselliger Kollege. Ich denke bei den meisten ist es einfach Charaktersache und dann aber zum größeren Teil was du in der Aufzucht draus machst. A.J. ist 4,5 und hat nie solches Verhalten gezeigt, den kann ich mit jedem Rüden laufen lassen. Ero ist jetzt gleich 20 Monate und zeigt bisher auch nichts in die Richtung. Im Gegenteil, er wird zunehmend entspannter und geht auf Pöbeleien von anderen Rüden/Hunden garnicht mehr ein, er guckt nurnoch und stellt etwas die Bürste.


    Unser Doggenrüde (6,5) und Labradorrüde (5,5) mögen sich aber nicht. Und die leben trotzdem problemlos im selben Haushalt... eben weil sie wissen, dass man sich nicht bekämpfen muss, sondern man sich auch einfach tolerieren und ignorieren kann. Mit anderen Hunden egal welchen Geschlechts sind übrigens beide auch uneingeschränkt verträglich. Die mögen sich nur gegenseitig nicht, weiß der Geier warum :D

  • wobei ich glaube Ruebchen, dass homer ja der erste und somut älterster war, dann kam prinz dazu und als welpe AJ und nochmal als welpe später dann ero. Die hierachie war von anfang an ja geklärt. Oder sehe ich das falsch? Die verträglichkeiten und toleranzen werden ja in einem mehrhundehaushalt täglich unter den hunden alleine schon trainiert (rudel halt) und diese hunde sind auch toleranter anderen hunden ggü. Aber ein pubertierender hund der alleine im haushalt lebt, wird natürlich dann auch anders reagieren wenn er auf einen anderen rüden trifft, als wie einer von deinen.


    Aber sicher, mit dem bösen bösen schäferhund hat das gar nichts zu tun. Das finde ich auch, dass das alles normales verhalten ist.